Mehrere hundert Menschen waren am 27. Oktober gekommen, um sich in der bis auf den letzten Platz gefüllten Heilig Geist Kirche von Gemeindereferentin Christine Hölscher zu verabschieden. “Erfreue dich Himmel …” sang die Gemeinde zu Beginn des Gottesdienstes. Pfarrer Alexander Bergel griff dieses Wort in seiner Einführung auf und meinte: “Eigentlich stimmt es nicht, was wir da gerade gesungen haben. Denn an diesem Tag müssen wir dich, liebe Christine, verabschieden. Und doch freuen wir uns: Wir freuen uns über die vergangenen fünf Jahre, in denen du uns als Pastorale Koordinatorin begleitet, vieles angestoßen, Akzente gesetzt und Menschen begeistert hast – und sagen Danke dafür!”

Der Projektchor unter Leitung von Martin Unland sang kurz vor dem Evangelium das wunderbare Lied: “Da wohnt ein Sehnen tief in uns, o Gott, nach dir, dich zu seh’n, dir nah zu sein. Es ist ein Sehnen, ist ein Durst nach Glück, nach Liebe, wie nur du sie gibst.” Im Evangelium von der Frau am Jakobsbrunnen ging es genau um diese Sehnsucht: “Da kam eine Frau aus Samarien, um Wasser zu schöpfen.” Christine Hölscher hat in ihrer Predigt auf sehr eindrückliche Weise dieses Evangelium mit unserem Leben und mit ihrer Zeit in der Pfarrei Christus König in Verbindung gebracht. Sie berichtete von der gemeinsamen Fahrt ins Heilige Land im Jahr 2017, wo sie und die anderen Pilger an diesem Brunnen standen, aus ihm sogar getrunken haben. “Und wenn es auch nicht sicher ist, dass er der wirkliche Brunnen war – irgendwo in dieser Gegend ist Jesus dieser Frau begegnet, hat Grenzen überwunden und ihren Durst nach Leben und Anerkennung gestillt.”

Diese Frau übrigens, so Christine Hölscher weiter, habe – wie Petrus – ein großes Glaubensbekenntnis abgelegt: Ich bin dem Messias begegnet! “Warum weiß davon nur fast keiner? Und: Warum haben Frauen wie Maria von Magdala, Marta oder eben diese namenlose Samariterin nicht zum Vorbild getaugt für eine verantwortungsvolle Aufgabe in der Kirche, wie Männer nach dem Vorbild biblischer Männerfiguren sie ganz selbstverständlich inne hatten und haben?” Nachdenkliche Töne in einer Predigt, die mutig auf all die Dinge hinwies, an der viele in der Kirche leiden. Vor allem aber war sie ein dankbarer Blick zurück, ein Blick auf so viele, mit denen Christine Hölscher bei uns in der Spur Jesu unterwegs sein konnte. Die Gemeinde quittierte es ihr mit einem starken Applaus.

Am Ende des Gottesdienstes sangen Kinder unter der Leitung von Carolin Strunk und Tanja Spratte das Lied “Gestern, heute und morgen” und begeisterten damit nicht nur Christine, sondern die ganze mitfeiernde Gottesdienstgemeinde. Schließlich dankten Simone Kassenbrock vom Pfarrgemeinderat und Ulrike Haucap-Osterhaus vom Kirchenvorstand mit mancher Erinnerung und vielen bewegenden Worten für die Zeit in unserer Pfarrei und wünschten Christine für ihre neue Aufgaben als Pfarrbeauftragte, also Gemeindeleiterin, in Bad Iburg und Glane alles Gute. Beim Rausgehen konnten die Mitfeiernden eine Sonderausgabe des Pfarrbriefs plan C – extra herausgegeben für Christine Hölscher – in Händen halten, bevor sich alle beim Empfang im Pfarrsaal persönlich von Christine verabschieden konnten.

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Bilder von Gottesdienst und Empfang finden Sie hier.

Die Predigt von Christine Hölscher finden Sie hier.

Das Grußwort von Ulrike Haucap-Osterhaus und Simone Kassenbrock finden Sie hier.

Die plan C-Sonderausgabe liegt in unseren Kirchen aus, ist aber auch hier zu finden.

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In einigen persönlichen Worten blickt Christine Hölscher auf ihre Zeit in Christus König zurück:

Fünf Jahre in Christus König gehen nun tatsächlich zu Ende. Im Februar lief bereits der Entscheidungsprozess für eine neue Aufgabe als Pfarrbeauftragte in Bad Iburg und Glane. Also eine relativ lange Vorlaufphase. Die letzten Wochen waren für mich gefühlsmäßig nicht immer leicht, irgendwie hing ich „dazwischen“.

Ich lasse hier vor allem Menschen zurück, die Ich kennenlernen durfte und die mir wertvoll geworden sind, aber auch viele bewegende Momente, tolle Gottesdienste und vertraute Strukturen. Ich nehme Abschied von drei Kindertagesstätten, für die ich in besonderer Weise Verantwortung tragen durfte. Ich lasse Lernprozesse und Bauprojekte zurück und vieles, was in dieser Zeit auf den Weg gekommen ist. Ich bin sehr dankbar, dass ich an all dem Anteil haben durfte.  Das war bunt, lebendig, kreativ, anders, manchmal quer, überraschend, ermutigend und vom Glauben an einen Gott getragen, der mitten unter den Menschen ist. Danke dafür!

Die Rolle der „Pastoralen Koordinatorin“ war damals neu für mich und auch für die Pfarrei Christus König. Ich durfte hier lernen, mich weiter entwickeln und die neue Rolle mit meiner persönlichen Art und meinen Fähigkeiten füllen. Ich danke allen für diese Möglichkeiten und für die konstruktive Zusammenarbeit!  Natürlich habe ich auch Grenzen mitgebracht, Ecken und Kanten, mit denen andere leben mussten. Ich bitte ausdrücklich um Vergebung, wenn ich einzelnen etwas schuldig geblieben bin!

Ohne die Vielen, die sich hier in Christus König engagieren, hätte ich meine Aufgaben nicht gestalten können. Ich fühle mich auch dadurch gut vorbereitet auf all das, was in Bad Iburg und Glane in der Leitung der beiden Gemeinden auf mich wartet. Vieles wird für mich neu zu lernen sein, manche Herausforderung und „Baustelle“ wartet. Doch ich bin zuversichtlich, dass es auch dort Menschen gibt, die mich unterstützen und mitgehen. Gemeinsam können wir in Zukunft Kirche sein und die befreiende Botschaft des Evangeliums leben!

Ich danke von Herzen allen, die mich in den letzten fünf Jahren so wohlwollend unterstützt, begleitet, gefördert und gefordert haben! Ich wünsche allen Menschen in der Pfarrei Christus König weiter einen guten Weg in die Zukunft und Gottes Segen!

Christine Hölscher

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Die Einführung von Christine Hölscher als Pfarrbeauftrage in Bad Iburg und Glane ist am 1. Adventssonntag, 1. Dezember um 15:00 Uhr in  der Pfarrkirche St. Jakobus Glane.