Auf Leben und Tod
geht es in dieser
ganz besonderen Woche.
Wir wissen zwar,
wie die Geschichte ausgegangen ist,
die Geschichte
jenes Mannes aus Nazareth,
der in Jerusalem einzog wie ein König,
der mit seinen engsten Freunden
ein Mahl hielt,
das heute noch viele satt macht,
der verraten und verlacht wurde,
der am Ende aufs Kreuz
und dann ins Grab gelegt wurde,
aber dort nicht blieb,
sondern einen neuen Anfang erlebte,
Ostern nämlich –
wir wissen also,
wie diese Geschichte ausging,
und hören und feiern das
doch immer wieder.
Denn beim Blick ins eigene Leben –
da ist vieles nicht so klar.
Jedenfalls noch nicht.
Auch deshalb gibt es diese Woche.

Palmsonntag
Hochgejubelt, gefeiert, geehrt –
besser geht es kaum.
Doch – wird das so bleiben?
Was, wenn das alles
keine Zukunft hat?

Gründonnerstag
Der letzte Abend.
Abschied liegt in der Luft.
Noch einmal feiern!
Aber auch die Ahnung im Nacken:
Da kommt was auf mich zu.
Werde ich es aushalten?

Karfreitag
Aus und vorbei.
Meine Freunde – weg.
Die Schmerzen – unerträglich.
Gott – auf und davon.
Es bleibt – ein Schrei.

Karsamstag
Totenstille.
Endlich geschafft.
Ist es das gewesen?
Gibt es einen, der mir sagt:
Die Hölle ist vorbei?

Ostern
In tiefer Nacht wird alles anders.
Keiner hätte das geglaubt.
Und es sah auch nicht danach aus.
Aber das Leben ist nicht totzukriegen.
Auch meins nicht!

Stationen eines Lebens.
Meines eigenen vielleicht auch.
Erinnern Sie sich?

Lassen Sie los.
Lassen Sie die Trauer zu.
Und ihre Angst!
Ihre Hoffnung auch.
Und das Glück erfahrener Liebe.
Und Erlösung und Freiheit.

All das kennen Sie.
All das kommt vor.
Erinnern wir uns gemeinsam.
Und feiern wir das Leben!