Wir haben uns entschieden. Fürs erste. Und ausdrücklich um Ihre Meinung gebeten. Erst recht nach dem Beschluss des Pfarrgemeinderats, bis auf weiteres nicht mit der Feier öffentlicher Gottesdienste zu beginnen. Unzählige Gespräche sind geführt worden. Dabei ging es immer um diese Fragen: Was ist der richtige Weg durch die Krise hindurch? Sind Gottesdienste verantwortbar? Und wenn ja, wie? Keiner weiß genau, wo es lang geht, und nichts ist absolut richtig oder absolut falsch. Denn niemand kann wirklich abschätzen, was die Corona-Pandemie uns allen noch abverlangen wird.

Der Pfarrgemeinderat hat mit Votum des Kirchenvorstands und des Pastoralteams mit großer Mehrheit (eine Gegenstimme, eine Enthaltung) entschieden. Und gleichzeitig deutlich gemacht, dass diese Entscheidung engmaschig zu überprüfen ist. Daher wird es auch in naher Zukunft weitere Sitzungen geben.

Viele Dutzend Rückmeldungen aus der Pfarrei und auch darüber hinaus sind vor der Entscheidung und nun auch danach bei uns eingegangen: Mails, Briefe, Anrufe, Facebook-Kommentare. Dazu kommen noch die vielen Gespräche zwischendurch: beim Einkaufen, auf der Straße, beim zufälligen Treffen in der Kirche. Jede und jeder bekommt eine Antwort, bei vielen ist es bereits geschehen. Auch das hat wiederum zu guten Gesprächen geführt.

Alle Rückmeldungen verbindet etwas: die große Ernsthaftigkeit und Tiefe, eine sehr differenzierte Sicht auf die Dinge und Respekt für gegensätzliche Meinungen. Eine Vielzahl von Stimmen unterstützt den Weg, für den wir uns entschieden haben und begründet das oft ausführlich. Auch die Gegenposition wird vertreten und ebenso ausführlich erläutert. Viel Lob und Untersützung wurden spürbar, doch auch ehrliche Enttäuschung und große Traurigkeit ob dieser Entscheidung.

Für den Stil der Diskussion bin ich sehr dankbar, auch für die Leidenschaft, für alles vorsichtige Herantasten und die Bereitschaft, immer wieder neu zu schauen und sich durch Argumente inspirieren oder bestärken zu lassen.

Viele der Diskussionsbeiträge waren an mich persönlich gerichtet, manche an das ganze Team oder auch an den Pfarrgemeinderat. Die meisten derer, die sich per Mail an der Diskussion beteiligt haben, haben zugestimmt, diese Gesprächsbeiträge zu veröffentlichen. Hier können Sie sie nachlesen. Auch auf diese Weise zeigt sich ganz beeindruckend, wie »Kirche der Beteiligung« ganz praktisch geschiehen kann.

Ich danke allen, die sich beteiligen, und allen, die als gewählte Vertreterinnen und Vertreter in den Gremien ihre Verantwortung sehr ernst nehmen, sehr herzlich für alles Engagement!

Alexander Bergel

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Bild: Peter Weidemann
In: Pfarrbriefservice.de