Andenken der gefallenen Helden –
dieser armen, missbrauchten, gefallenen Helden,
die alle gern noch gelebt hätten

Erich Maria Remarque
Der schwarze Obelisk
1962

Andenken auch derer,
die sich unter Einsatz ihres Lebens
dem Morden auf den Schlachtfeldern widersetzten:
den Deserteuren,
Kriegsdienstverweigerern
und Wehrkraftzersetzern,
die dafür häufig auch
mit Tode bestraft wurden.

Osnabrücker Friedensinitiative
Osnabrücker Remarque Gesellschaft

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An mehreren Orten unserer Stadt wird der Gefallenen der beiden Weltkriege gedacht, so auch am Denkmal In den Bleeken im Ortsteil Haste. Wo aber kann der Männer und Frauen gedacht werden, die sich dem Morden auf den Schlachtfeldern entzogen oder widersetzten? So zum Beispiel Johannes Heinrich Laumann aus Osnabrück, der am 13. Februar 1941 wegen Fahnenflucht verurteilt und hingerichtet wurde. Auch er war Sand im Getriebe der Kriegsmaschinerie.

Über 30.000 sogenannte Wehrkraftzersetzer wurden von der NS-Justiz zum Tode verurteilt, über 20.000 hingerichtet. Tausende kamen in Konzentrationslagern und Strafbataillonen ums Leben. Überlebende galten lange in Deutschland als »rechtskräftig vorbestraft«, bis der Bundestag im Mai 2002 nach endlosen Debatten und gegen den Widerstand von Sachsen und Bayern im Bundesrat die Urteile der NS-Militärjustiz durch einen Beschluss aufhob.

Keine Opfer der Nazi-Justiz werden in Deutschland so wenig gewürdigt wie Kriegsdienstverweigerer, Wehrkraftzersetzer und Deserteure. Sie gelten vielen noch immer als Verräter, die sich vom Acker gemacht haben, als andere ihr Leben fürs Vaterland riskierten.

Die Osnabrücker Friedensinitiative zusammen mit der Osnabrücker Remarque Gesellschaft möchte mit einer Aktion am Denkmal in Haste am 2., 15. und 22. November (jeweils zwischen 11 und 12 Uhr) an das Leid derjenigen erinnern, die den Mut hatten, sich zu verweigern. Ihnen gebührt unsere Hochachtung und unser Respekt.

Weitere Infos: osnabruecker-friedensinitiative.de

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Text: Osnabrücker Friedensinitiative
Bild: Peter Weidemann
In: Pfarrbriefservice.de
fotografiert in seiner Geburtsstadt Osnabrück

»Die Särge sind ja tatsächlich für uns.«
Zitat aus: Erich Maria Remarque
Im Westen nichts Neues
1928/29