“Früher hat man die Jesuiten geholt, um die Welt zu retten. Oder irgendwen zurückzudrängen. Um Struktur in ein Chaos zu bringen oder überhaupt mal Sinn und Verstand an einen neuen Ort. Keine Angst, lieber Hermann, all das musst Du nicht. Du musst nicht die Welt retten. Es reicht, wenn Du einfach da bist. Mit Deinen Erfahrungen und Ideen. Mit Deinen Fragen und der ein oder anderen Antwort. Mit Deinen Gedanken und Deinem Humor.” Gegen Ende seiner Predigt, in der es zuerst um das Schicksal des Propheten Elischa aus dem Alten Testament ging, dann aber um den mit dreimonatiger Verspätung einzuführenden Pater Hermann Breulmann, sprach Pfarrer Alexander Bergel den Jesuiten ganz persönlich an: “Wir freuen uns, dass Du da bist und loslegen kannst!”

Es sollte eigentlich schon viel früher beginnen. Für Mitte März war ein kleines Fest geplant. Aber die Corona-Pandemie machte einen Strich durch die Rechnung. So meinte dann auch Simone Kassenbrock, die Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, in ihrem Grußwort: “Wahrscheinlich sind Sie in Ihrem Leben noch nie mit soviel Abstand irgendwo begrüßt worden! Mit einem zeitlichen Abstand von über drei Monaten und mit einem räumlichen Abstand von mindestens 1,5 Metern heiße ich Sie nun endlich im Namen der Pfarrei Christus König ganz herzlich willkommen bei uns! Als Ulrike Haucap-Osterhaus und ich Ende April kurz bei Ihnen waren, damit das Begrüßungsgeschenk (ein Kreuz) in der neuen Wohnung schon mal einen Platz finden konnte, da wurde der Abstand schnell kleiner – natürlich nicht der räumliche!”

Der so Angesprochene ließ keinen Zweifel daran, dass er dies genauso wahrgenommen habe: “Ich fühle mich sehr wohl bei Ihnen! Einigen Menschen bin ich schon begegnet. Und überall spüre ich ein ehrliches Interesse und eine große Offenheit.” Von bereits Erlebtem wusste der Neuzugang in Christus König zu berichten, von den “schönen Kirchen, allen drei, die Sie hier haben”, den mitgefeierten Gottesdiensten (“ich kenne noch wenige – und doch habe ich das gemeinsame vor Gott Stehen als etwas Wunderbares erfahren”), und von dem, was ihn trägt und inspiriert. Ein Satz, der ihn seit seiner Priesterweihe begleite, sei ihm auch in diesen schwierigen Zeiten, die so vieles in Frage stellten, ein Anker: “Ich weiß, wem ich geglaubt habe” (2 Tim 1,12).

Hermann Breulmann ist angekommen. Zusammen mit den anderen Frauen und Männern des Pastoralen Teams sowie den vielen engagierten Getauften und Gefirmten will er Helfer sein bei der Suche nach dem Weg, der zu den Menschen und mit ihnen in die Zukunft führt. Oder wie Simone Kassenbrock es ausdrückte: “Wir sind neugierig auf den Schatz an Erfahrungen, den Sie mitbringen: aus den Großstädten, in denen Sie als Jesuit tätig waren, und vor allem auch aus der Arbeit mit jungen Menschen. Davon möchten wir hören, wenn wir uns in unserer Pfarrei fragen, wie wir in Zukunft Kirche sein wollen – und das tun wir hier Gott sei Dank immer wieder!”

Alexander Bergel

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Die Predigt von Pfarrer Alexander Bergel finden Sie hier.
Die Ansprache von Pater Hermman Breulmann können Sie hier nachlesen.
Einige Fotos von Marion Lahrmann finden Sie hier.

Weitere Infos über Pater Breulmann finden Sie hier.
Einen kleinen Eindruck von einer sehr eindrücklichen Fahrradtour können Sie bei den Impulsen unter »Heilger Geist, o Tröster mein …« nachlesen.