Am Sonntag, 18. April, hat auf dem Markt vor dem Osnabrücker Rathaus eine gemeinsame Veranstaltung von Stadt und Landkreis Osnabrück im Gedenken an die in der Corona-Pandemie Verstorbenen stattgefunden.

Stadt und Landkreis sind damit dem Aufruf von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gefolgt, nicht nur in Berlin, sondern auch in Städten und Gemeinden Möglichkeiten des Gedenkens und der Anteilnahme zu schaffen. In Berlin hat der Bundespräsident im Konzerthaus am Gendarmenmarkt in sehr kleinem Kreis die zentrale Gedenkfeier für die in der Corona-Pandemie Verstorbenen ausgerichtet.

Den Rahmen bildete eine temporäre Installation von Volker Johannes Trieb. Die Installation besteht aus drei Elementen: dem bereits im vergangenen Jahr aufgestellten 200 Jahre alten weißen Eichenwurzelballen, der für die Gemeinschaft aller Menschen und für die Wurzeln steht, die den Menschen Halt geben. Von der Wurzel aus zeigt ein weitflächiger Pfeil aus über 400 Baumscheiben, jede für einen Corona-Verstorbenen aus Stadt und Landkreis Osnabrück, in Richtung der Rathaustreppe. Auf jeder der Baumscheiben stand eine brennende Kerze, und jede der Scheiben trägt zudem eine Keramikapplikation mit dem japanischen Sprichwort:

Es gibt im Gehen ein Bleiben,
im Gewinnen ein Verlieren,
im Ende einen Neuanfang.

Auch stehen Scheiben symbolisch für die Menschen, die durch Suizide, durch die coronabedingte Verschiebung von wichtigen Operationen oder begünstigt durch Vereinsamung gestorben sind, was insbesondere ältere Menschen betrifft.

Mit den Ansprachen von Oberbürgermeister Wolfgang Griesert und Landrätin Anna Kebschull wurde unmittelbar vor der Rathaustreppe ein temporärer zentrale Gedenkort für die Bürgerinnen und Bürger eröffnet, die auch weiterhin eingeladen sind, ihrer Trauer, Anteilnahme oder Solidarität dort mit Blumen oder Grablichtern Ausdruck zu geben.

Ergänzt wurden die Reden des Oberbürgermeisters und der Landrätin durch Wortbeiträge von Vertreterinnen und Vertretern des Runden Tisches der Religionen, des Humanistischen Verbandes und des Initiativkreises Frauen und Glaube. Zudem hat ein Pflegedienst-Schüler der Berufsbildenden Schulen Marienheim von seinen Erfahrungen in einem Altenheim berichtet. Die Kirchenmusik der Gemeinde St .Marien und eine Pianistin haben die Gedenkfeier mitgestaltet. Den Abschluss bildete das Läuten der Totenglocke von St. Marien.

Die Baumscheiben mitsamt der Keramik werden nach dem Ende der knapp einwöchigen Standzeit kostenlos an Angehörige verteilt, über die Krankenhaus-Seelsorgen, Alten- und Pflegeheime sowie Bestattungsunternehmen. Auch das Pfarrbüro von St. Marien gibt sie an Interessierte ab.

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Bild: Horst Schaub
In: Pfarrbriefservice.de