Seit 1.700 Jahren leben Jüdinnen und Juden in Deutschland. Im Festjahr 2021 wird es deswegen bundesweit Veranstaltungen und Projekte geben, die jüdisches Leben feiern. Die ökumenisch verantwortete Kampagne „#beziehungsweise – jüdisch und christlich: näher als du denkst“, ist ein Beitrag der Kirchen zu diesem Festjahr.

Das Christentum ist aus dem biblischen Judentum entstanden: Jesus war Jude, genau wie seine Jüngerinnen und Jünger. Diese Wurzeln zeigen sich nicht zuletzt in den christlichen Festen. Die Kampagne #beziehungsweise zeigt deswegen in einer Plakatserie die enge Verbindung jüdischer und christlicher Festkultur, zum Beispiel zwischen Pessach und Ostern, Schabbat und Sonntag, Chanukka und Weihnachten. Dadurch soll der Blick auf die aktuell gelebte jüdische Praxis gelenkt und die Beziehungen zwischen beiden Religionen im Alltag besser wahrgenommen werden. Wie wird Purim heute gefeiert? Was heißt Befreiung aus Knechtschaft im Jahr 2021? Antworten auf diese Fragen haben auch für Christinnen und Christen eine Bedeutung.

Bischof Franz-Josef Bode hat in einem Brief an die Kirchengemeinden des Bistums um Unterstützung für die Kampagne geworben. Er weist darauf hin, dass die Betonung der Nähe zwischen den Religionen nur unter Wahrung der Würde der Differenz möglich sei. So wolle die Kampagne auch dazu anregen, die Bezugnahmen auf das Judentum in christlichen Kontexten kritisch zu hinterfragen, Vereinnahmungstendenzen zu erkennen und zu vermeiden.

Bode schreibt außerdem: „Aktuell befinden wir uns in einer gesellschaftlichen Situation, in der der Antisemitismus und anderer Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit erstarken. Übergriffe gegen jüdische Bürger, Hetze und Verschwörungsmythen in den Sozialen Medien nehmen zu. In einer respektvollen Bezugnahme auf das Judentum, die zur positiven Auseinandersetzung mit der Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland anregt, will die Kampagne gezielt einen Beitrag zur Bekämpfung des Antisemitismus leisten.“

Den Brief an die Kirchengemeinden, in dem Bischof Franz-Josef Bode zur Mitwirkung an der Kampagne einlädt, finden Sie hier.

Die Präsentation der Kampagne können Sie sich hier ansehen.
Die Plakate zur Monatskampagne im Bistum Osnabrück finden Sie gesammelt hier.
Hier geht’s zur Internetseite der Kampagne.

Weitere Informationen zum Festjahr 2021 – jüdisches Leben in Deutschland finden Sie hier.

Hier geht’s zur Aktion Zusammen gegen Antisemitismus der Schulstiftung des Bistums Osnabrück.