Seit Jahren, man muss ehrlicherweise sagen: seit Jahrzehnten erschüttern uns die Berichte über sexualisierte Gewalt im Raum der Kirche. Um die Jahrtausendwende deckten Journalisten das immense Ausmaß dieser Verbrechen in den USA auf, Irland und andere Länder folgten. In Deutschland schließlich machte der Jesuit Klaus Mertes im Jahr 2010 Verbrechen dieser Art an Kindern und Jugendlichen am Berliner Canisius-Kolleg seit den 1960er Jahren öffentlich.

Entsetzen ging durch unser Land, Aufklärungswillen wurde bekundet, Präventionsprogramme ins Leben gerufen, Menschen sensibilisiert für Strukturen, in denen und Gelegenheiten, wie Täter sich Menschen nähern und sie für ihre Zwecke demütigen und benutzen. Manches ist geschehen – doch immer noch warten viele Betroffene sexualisierter Gewalt darauf, dass ihnen Gerechtigkeit widerfährt. Immer noch bleiben Fragen offen, immer noch weichen Verantwortungsträger aus, weisen Schuld von sich.

Als 2018 die MHG-Studie über den Sexuellen Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz vorgestellt wurde, waren zum ersten Mal Zahlen in der Öffentlichkeit – unvorstellbar hohe Zahlen. Die Dunkelziffer wird ein Vielfaches höher sein. Auch dort wieder: Aufklärungswillen, Gespräche mit Betroffenenvertretern, finanzielle »Ausgleichszahlungen«. Man muss anerkennen, dass viele Verantwortliche sich mühen, wirklich Licht ins Dunkel bringen und den Betroffenen die Hilfe anbieten wollen, die sie brauchen.

Auch der Synodale Weg hat seinen Ursprung in diesen Vorgängen und fragt seit 2019 danach, was sich in der katholischen Kirche ändern muss, damit jedwedem missbräuchlichen Verhalten die Grundlage entzogen werden kann. In diesem Zusammenhang tauchen vermehrt Berichte auf, die von Machtmissbrauch und geistlichem Missbrauch von erwachsenen Menschen, Frauen und Männern, im Raum der Kirche, in Orden und geistlichen Gemeinschaften sprechen.

Lange stand das Erzbistum Köln mit Rainer Maria Kardinal Woelki an der Spitze im Focus des Interesses. Was im Jahr 2018 mit groß angekündigtem Aufklärungswillen begann, ist in zunehmendem Maße nicht nur zu einem Kommunikationsdesaster geworden. Ein Gutachten unter Verschluss, ein weiteres Gutachten, Menschen, die sich aus dem Betroffenenrat des Erzbistums zurückziehen, weil sie sich instrumentalisiert fühlen, und manches mehr führt zu nie dagewesenen Austrittswellen in Köln. Das neue Gutachten wurde dann im März 2022 veröffentlicht.

Im Januar 2022 sorgt ein weiteres Gutachten aus dem Erzbistum München und Freising für großes Aufsehen. In ihm wird einmal mehr überdeutlich, wie sehr Verantwortliche ihrer Fürsorgepflicht nicht nachgekommen sind – unter ihnen der frühere Erzbischof Joseph Ratzinger, nunmehr Papst em. Benedikt XVI.

Im Bistum Münster wurde Mitte Juni 2022 eine Studie veröffentlicht, die davon ausgeht, dass, wenn man das Dunkelfeld hinzurechnet, mit über 6000 Betroffenen in einem Zeitraum von 70 Jahren zu rechnen ist. Und im Erzbistum Köln kehrt einfach keine Ruhe ein. Es brodelt weiter. Und nicht nur dort. Überall im Land wird die Frage nach Verantwortlichen gestellt.

Auch in unserem Bistum steht manche Antwort bisher aus. Am 20. September 2022 wurde indes der Zwischenbericht der Universität Osnabrück zur Studie Betroffene Beschuldigte Kirchenleitung. Sexualisierte Gewalt an Minderjährigen sowie schutz und hilfebedürftigen Erwachsenen durch Kleriker im Bistum Osnabrück seit 1945 vorgestellt. Auch hier wird deutlich, wie sehr Verantwortliche nicht so gehandelt haben, wie sie es hätten tun müssen.

Viele Menschen treibt all das sehr um, auch in unserer Pfarrei. Als wir diese Seite im Februar 2021 online gestellt haben, hätten wir nicht gedacht, dass wir sie jahrelang immer wieder mit neuen Artikeln füllen müssten, in denen es um die Fragen des Umgangs mit sexualisierter Gewalt im Raum der Kirche geht, um Verantwortung, Rückgrat und wirkliche Neuanfänge.

Sie finden hier Darstellungen der und Kommentare zur Berichterstattung von der Gegenwart bis zurück zum Feburar 2021 – eine sicher unvollständige Zusammenstellung, die regelmäßig erweitert wird und bei der Bewertung und der Analyse hilfreich sein kann.

Darüber hinaus finden Sie unten auf dieser Seite Informationen zum Umgang mit dem Thema im Bistum Osnabrück wie auch in unserer Pfarrei Christus König. Wenn Sie darüber ins Gespräch kommen möchten, Fragen haben oder Kritik loswerden wollen, melden Sie sich gerne bei mir oder den anderen Mitgliedern des Pastoralteams.

Alexander Bergel
Pfarrer

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September 2022

Forschungsprojekt »Betroffene Beschuldigte Kirchenleitung. Sexualisierte Gewalt an Minderjährigen sowie schutz und hilfebedürftigen Erwachsenen durch Kleriker im Bistum Osnabrück seit 1945«. Die Universität Osnabrück hat am 20. September den ersten Zwischenbericht zum Forschungsprojekt vorgestellt. Lesen können Sie ihn hier.

Die Pressekonferenz der Universität vom 20. September können Sie hier anschauen.
Die Pressekonferenz des Bistums vom 22. September können Sie hier anschauen.
Das Statement des Bischofs finden Sie hier.

Missbrauchsstudie erhebt Vorwürfe auch gegen Bischof Bode. Die Missbrauchsstudie der Uni Osnabrück belastet auch Bischof Franz-Josef Bode. Bode soll in seinen ersten Amtsjahren nicht alles dafür getan haben, sexuelle Gewalt im Bistum Osnabrück zu verhindern. Den Artikel vom 20. September finden Sie hier.

Osnabrücker Missbrauchsstudie: Zwischenbericht zu Leitungspersonal. Es ist eine wichtige Etappe auf dem Weg zur Aufarbeitung: der Zwischenbericht über sexualisierte Gewalt im Bistum Osnabrück. Dabei geht es um die Rolle der Verantwortlichen seit 1945 – und somit auch der Bischöfe. Den Artikel vom 20. September können Sie hier lesen.

Bistum Osnabrück: Schwere Pflichtverletzungen über Jahr 2000 hinaus. Am 20. September wurde der Zwischenbericht zu Missbrauch im Bistum Osnabrück seit 1945 vorgelegt: Demnach hat es vor allem unter zwei früheren Bischöfen etliche Pflichtverletzungen gegeben – doch auch der aktuelle Oberhirte Franz-Josef Bode wird genannt. Den ganzen Artikel finden Sie hier.

Erste Stellungnahme von Bischof Franz-Josef Bode zum Zwischenbericht sexualisierte Gewalt im Bistum Osnabrück. Bischof Franz-Josef Bode äußert sich in einer ersten Stellungnahme zum Zwischenbericht der Studie der Universität Osnabrück zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im Bistum Osnabrück. Sein Starement finden Sie hier.

Bischof Bode nach Missbrauchsbericht: »Ich bin blind gewesen. Es beschäftige ihn sehr, »wie blind wir eigentlich gewesen sind und wie blind ich gewesen bin für das Leiden und die Perspektiven der Betroffenen«: Bischof Franz-Josef Bode reagiert auf den Osnabrücker Missbrauchsbericht. Den Artikel vom 20. September können Sie hier lesen.

Missbrauchs-Studie: Hat Bischof Bode genug getan? Ein Zwischenbericht sieht Versäumnisse bei ihm, seinen Amtsvorgängern und weiteren Verantwortlichen des Bistums Osnabrück. Einen Bericht im Magazin Hallo Niedersachsen vom 20. September können Sie hier sehen.

»Die Lernkurve hat das gesamte Bistum mitgemacht«. Eine neue Studie zeigt: Im Bistum Osnabrück haben Bischöfe und andere Verantwortliche jahrzehntelang nicht angemessen auf Hinweise zu sexualisierter Gewalt reagiert. Der Leiter der Studie sagt aber auch: der aktuelle Bischof handele. Das Interview vom 21. September finden Sie hier.

Nach Missbrauchsbericht: Bischof Bode will im Amt bleiben. Der Zwischenbericht zu Missbrauch im Bistum Osnabrück belastet auch den amtierenden Bischof Franz-Josef Bode. Seinen Amtsverzicht will er jedoch nicht anbieten. Den Artikel vom 22. September können Sie hier lesen.

Sexualisierte Gewalt: Die Lernkurve des Franz-Josef Bode. Bischof will im Amt bleiben – trotz eigener Fehler im Umgang mit Missbrauch, wie er sagt. Aber welche Fehler – und Fortschritte – bescheinigt ihm der Zwischenbericht zu sexualisierter Gewalt im Bistum Osnabrück? Den Artikel vom 22. September finden Sie hier.

Missbrauchsstudie im Bistum Osnabrück – Vertrauen am Boden. Eine Missbrauchsstudie der Universistät Osnabrück sieht schwere Fehler bei Bischof Franz-Josef Bode. Ein Rücktritt kommt für ihn aber nicht in Frage. Den Artikel vom 22. September können Sie hier lesen.

Gemeinden stehen vor Scherbenhaufen. Wer den Zwischenbericht zur Missbrauchsstudie der Universität Osnabrück aufmerksam liest, kann aus einem der anonymisierten Fallbeispiele den Namen eines Priesters herauslesen. In Ostercappeln und Schwagstorf haben Gemeindemitglieder das getan. Den Bericht vom 29. September finden Sie hier.

August 2022

Vertrauenskrise in Köln: Statt Klarheit nur dröhnendes Schweigen. Seit bald zwei Jahren bleibt die Kölner Kirchenleitung mit einer intransparenten Kommunikationspolitik hinter zentralen Standards zurück, kommentiert Ricarda Menne. An Stelle von Klarheit herrsche nur dröhnendes Schweigen. Wie lange noch? Den Artikel vom 25. August können Sie hier lesen.

Juni 2022

Nach Vorwürfen von Übergriffen: Limburger Regens May tot aufgefunden. Der Limburger Domkapitular Christof May war als Leiter des Priesterseminars und Bischofsvikar bekannt und geschätzt – nun ist er tot. Zuvor war er mit Vorwürfen übergriffigen Verhaltens konfrontiert und von seinen Ämtern freigestellt worden. Den Artikel vom 10. Juni können Sie hier lesen.

Schwarze Blüten. Lebensförderlich und evangeliumsgemäß – so muss Kirche endlich gestaltet werden. Die Gedanken von Johanna Beck vom 15. Juni können Sie hier lesen.

Münsteraner Missbrauchsgutachten belastet alle Bischöfe seit 1945. Im Bistum Münster hat es lange gedauert, bis angemessen mit sexualisierter Gewalt umgegangen wurde, stellt eine Studie fest. Bis in die Amtszeit von Bischof Felix Genn sei es an der Tagesordnung gewesen, Täter mehr als Opfer zu beachten. Auch heute noch ist nicht alles, wie es sein sollte. Den Artikel vom 13. Juni finden Sie hier.

Münsteraner Missbrauchsstudie: Bischöfe und Laien im Schweigekartell. An erster Stelle stand der Schutz der Kirche, dann der Schutz der Mitbrüder – nur die Betroffenen waren nicht im Blick, heißt es in der Münsteraner Missbrauchsstudie. Auch wenn die Taten über die Jahre abnahmen: Ein Verdienst der Kirche sei das kaum, stellen die Forscher fest. Den Artikel vom 14. Juni können Sie hier lesen.

Bischof Genn räumt persönliche Fehler im Umgang mit Missbrauch ein. Der Münsteraner Bischof Felix Genn zieht umfangreiche Konsequenzen aus der Missbrauchsstudie über seine Diözese. Aufgrund seines eigenen Fehlverhaltens wird er nicht zurücktreten – doch er kündigte viele Maßnahmen an, um Macht zu teilen und Missbrauch zu verhindern. Den Artikel vom 15. Juni finden Sie hier.

März 2022

Auf Abruf zurück – Kardinal Woelki will umsteuern. Entgegen aller Spekulationen ist Kardinal Rainer Maria Woelki wieder im Amt. Gleichzeitig lässt er jedoch verlauten, Papst Franziskus seinen Rücktritt angeboten zu haben. Warum die Situation in Köln schwierig bleibt und es für den Papst um mehr als nur eine deutsche Diözese geht, analysiert Felix Neumann. Den Artikel vom 2. März können Sie hier lesen.

Noch mehr Selbstmitleid als vor fünf Monaten. Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki ist zurück. Seine innere Einkehr habe allerdings nicht dazu geführt, dass er bekennt, Teil des Vertuschungssystems seines Vorgängers Meisner gewesen zu sein, kommentiert Christiane Florin. Sein Rücktrittsgesuch sei zudem nicht sonderlich riskant für ihn. Den Kommentar im Deutschlandfunk vom 2. März können Sie hier lesen und hören.

Februar 2022

Bischof Wiesemann: Kirche braucht radikale Erneuerung und Umkehr. In einem Brief an die Gläubigen seines Bistums bittet der Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann, für den Synodalen Weg zu beten. Gleichzeitig zeigt er sich durchaus selbstkritisch – und mahnt Reformen an. Den Artikel vom 1. Februar finden Sie hier.

Bischof Hanke zu Missbrauch: Priesteramt nicht überhöhen. Priester ersetzten nicht Christus in der Kirche und dürften nicht in falscher Weise überhöht werden, betont Bischof Gregor Maria Hanke. Er fragt sich zudem, warum Verantwortungsträger bei Missbrauch oftmals so mild reagiert oder weggeschaut haben. Den Artikel vom 1. Februar können Sie hier lesen.

Psychiater Lütz nennt neue Details zur Affäre um Benedikt XVI. Der nach eigenen Aussagen frühere Ratzinger-Berater Manfred Lütz nennt neue Details in der Affäre um Benedikt XVI.: Dabei geht es um ein Geheimtreffen im Vatikan. Zudem kritisiert Lütz das Vorgehen der Münchner Gutachter. Den Artikel vom 1. Februar finden Sie hier.

Von Kardinal zu Kardinal – Hollerich rät Woelki zum Rücktritt. Nach Ansicht des Luxemburger Kardinals Jean-Claude Hollerich ist sein Amtsbuder Kardinal Rainer Maria Woelki nicht mehr im Erzbistum Köln willkommen. In dieser Situation würde Hollerich dem Papst seinen Rücktritt anbieten, rät er Woelki. Den Artikel vom 1. Februar können Sie hier lesen.

Historiker zu Missbrauch: »In Deutschland zehn Jahre verschlafen«. Dass nach dem Aufdecken der Missbrauchskrise in den USA nicht auch in Deutschland mit Reformen reagiert wurde, wundert den Kirchenhistoriker und Theologen Ulrich Lehner. Im Interview spricht er auch über das Münchner Gutachten – und Benedikt XVI. Das Interview vom 5. Feburar können Sie hier lesen.

Theologe Lob-Hüdepohl: Sexualmoral muss Wissenschaft berücksichtigen. Wenn in der Kirche über Sexualität diskutiert wird, fällt schnell der Begriff »Naturrecht«. Im Interview erklärt der Theologe und Ethiker Andreas Lob-Hüdepohl, was das bedeutet und wie das Naturrecht reflektiert werden sollte. Hier kommen Sie zum Artikel vom 5. Feburar.

Benedikt XVI. weist Vorwurf der Lüge zum Münchner Gutachten zurück. Hat der emeritierte Papst gelogen? Seine falsche Angabe in seiner Stellungnahme zum Münchner Missbrauchsgutachten sei bedauerlich – aber keine Lüge, betont er jetzt mit der Hilfe juristischer Berater in einem persönlichen Brief. Nicht nur dieser Vorwurf wird zurückgewiesen. Den Artikel vom 8. Februar können Sie hier lesen.

Bischof Bätzing: Benedikt XVI. »gebührt Respekt«. Benedikt XVI. hat persönlich zu den Vorwürfen aus dem Münchner Missbrauchsgutachten Stellung genommen. Dabei bittet er um Entschuldigung, weist aber zugleich persönliches Fehlverhalten zurück. Die Reaktionen hierauf reichen von Respekt bis Kritik. Den Artikel vom 8. Feburar finden Sie hier.

Glaubwürdig? Wenn Schuld, Scham und Ortsbestimmung übergroß werden. Das Entschuldigungsschreiben des em. Papstes Benedikt XVI. und die Ablehnung der Rede vom »besonderen Lehramt der Betroffenen« beim Synodalen Weg haben beide etwas mit einem speziellen Verständnis von Kirche zu tun. Hans-Joachim Sander sieht hier einen Vorgang der »Selbstverzwergung« und ein Trauerspiel. Den Artikel vom 10. Februar können Sie hier lesen.

Auftritte als Verteidigung: Benedikt-Freunde gehen in die Offensive. Nach der Veröffentlichung des Münchner Missbrauchsgutachtens war Benedikt XVI. in der Defensive. Er musste Angaben korrigieren und sich gegen Vorwürfe wehren. Mit ungewöhnlichen Medienauftritten gehen seine Unterstützer jetzt in die Offensive. Den Artikel vom 17. Februar finden Sie hier.

Januar 2022

Münchner Gutachten: Fehlverhalten von Ratzinger, Marx und Wetter. Es wurde mit Spannung erwartet – nun ist es veröffentlicht: Das Münchner Gutachten sieht Fehlverhalten beim Umgang mit Missbrauch durch den derzeitigen Erzbischof Reinhard Marx sowie die früheren Oberhirten Joseph Ratzinger und Friedrich Wetter. Und nicht nur durch sie. Den Artikel vom 20. Januar finden Sie hier.

Sexualisierte Gewalt in der Kirche. Der Schutz der Hierarchen galt den Tätern. Das neue Gutachten zur Aufarbeitung von Missbrauchsfällen im Erzbistum München mache eines deutlich: Kinder seien weniger wert als Kleriker, kommentiert Christiane Florin. Der frühere Papst Benedikt etwa habe bis heute nicht verstanden, was sexualisierte Gewalt mit Kindern mache. Den Kommentar von Christiane Florin im Deutschlandfunk vom 20. Januar können Sie hier lesen und hören.

Münchner Gutachten: Den Erschütterungen muss ein Beben folgen. Das Ausmaß sexuellen Missbrauchs von Kindern durch Geistliche im Erzbistum München-Freising macht sprachlos. Wieder einmal. Und wieder einmal äußert ein Bischof seine Erschütterung. Zu Recht. Kaum weniger erschütternd ist das Verhalten der Verantwortlichen – nicht zuletzt von Benedikt XVI. Den Kommentar von Markus Nolte, Chefredakteur der Münsteraner Kirchenzeitung Kirche + Leben, vom 20. Januar finden Sie hier.

Zulehner nennt Ratzingers Missbrauchs-Einschätzung »blanken Unsinn«. Die Entblößung des Geschlechtsteils vor minderjährigen Mädchen sei kein Missbrauch im eigentlichen Sinn, weil die Kinder nicht berührt worden seien, meint Benedikt XVI. Der Wiener Theologe Paul Michael Zulehner reagiert empört. Den Artikel vom 21. Januar finden Sie hier.

Bischof Bode: »Benedikt XVI. muss sich zu Vorwürfen äußern.« »Ich denke, dass der emeritierte Papst Benedikt sich da noch mal zu äußern muss«, betont Bischof Bode. Aber auch andere noch lebende Amtsträger, denen Fehler angelastet werden, müssten sich zum Münchner Gutachten verhalten. Den Artikel vom 21. Januar können Sie hier lesen.

Das grausame Schweigen. Die katholische Kirche müsste eigentlich ein Erdbeben erleben – nach dem Münchner Gutachten. Christiane Florin analysiert im Deutschlandfunk, warum das ausbleibt und warum so viele in der Kirche immer noch schweigen. Das Gespräch mit ihr vom 21. Januar können Sie hier hören.

»Wie der emeritierte Papst sich verhält, ist sehr peinlich.« »Unwürdig« findet die Theologin Doris Reisinger das Verhalten des emeritierten Papstes Benedikt in der Missbrauchsaffäre. Als Präfekt der Glaubenskongregation habe er mit Missbrauchsberichten zu tun gehabt, aber »die Fälle jahrelang liegen lassen«. Das Gespräch mit ihr vom 23. Januar im Deutschlandfunk Kultur können Sie hier lesen und hören.

Benedikt XVI. korrigiert Aussage für Münchner Missbrauchsgutachten. An einer Münchner Ordinariatssitzung, in der es um einen Missbrauchspriester ging, wollte Benedikt XVI./Joseph Ratzinger nicht teilgenommen haben. Jetzt korrigiert er diese Aussage: Der Fehler sei aber »nicht aus böser Absicht heraus geschehen«. Den Artikel vom 24. Januar finden Sie hier.

Exemplarisches »Sittengemälde«: Der Fall H. im Münchner Gutachten. Ein Priester beging jahrzehntelang Missbrauchstaten und wurde immer wieder versetzt: Seit 2010 macht der Fall H. Schlagzeilen. Das Münchner Missbrauchsgutachten hat sich in einem eigenen Sonderband mit ihm beschäftigt. Mit Hilfe der Ergebnisse lässt sich der Fall rekonstruieren.Den Artikel vom 25. Januar können Sie hier lesen.

Kardinal Ruini verteidigt Benedikt XVI. gegen Vorwürfe nach Gutachten. Es gebe in Deutschland einen breiten Strom an Widerspruch gegen die theologischen, pastoralen und geistlichen Orientierungen Benedikts XVI., meint Kardinal Ruini. Der Emeritus habe alles getan, um »die Plage der Pädophilie von Klerikern auszurotten«. Den Artikel vom 27. Januar können Sie hier lesen.

Nach Missbrauchsgutachten: Kardinal Marx will vorerst im Amt bleiben. Nach dem Münchner Missbrauchsgutachten hat Kardinal Reinhard Marx Konsequenzen angekündigt: Er selbst will zunächst im Amt bleiben, »klebe« aber nicht darin. Der langjährige Offizial Lorenz Wolf lässt bis auf Weiteres alle Ämter und Aufgaben ruhen. Den Artikel vom 27. Januar finden Sie hier.

Kardinal Marx scheitert an fehlendem Mut. Eine Woche nach Veröffentlichung des Münchner Missbrauchsgutachtens hat Kardinal Reinhard Marx vor Journalisten Stellung bezogen. Und ist dabei ziemlich mutlos geblieben, findet Jens Joest. Seinen Kommentar in der Münsteraner Kirchenzeitung Kirche + Leben vom 27. Januar können Sie hier lesen.

#OutInChurch und Missbrauch – eine bewegende Woche für Katholiken. Erst kam die große Outing-Kampagne »OutInChurch« heraus, dann gab der Münchner Kardinal Reinhard Marx ein Statement zum Missbrauchsgutachten ab. Diese beiden Themenkomplexe sind klar voneinander zu unterscheiden. Dennoch findet Martin Zumbült eine ungeheure Gemeinsamkeit. Seinen Kommentar in Kirche+Leben vom 28. Januar finden Sie hier.

»Ratzinger legt die Axt an das Papstamt.« In einem Gutachten wird dem einstigen Papst Benedikt XVI.Vertuschung vorgeworfen. Kirchenrechtler Thomas Schüller fordert Reformen und die Übernahme von persönlicher Verantwortung. Den Artikel vom 28. Januar können Sie hier lesen.

Katholische Kirche am Rande der Bedeutungslosigkeit. Die katholische Kirche steckt in einer schweren Krise. Das Missbrauchsgutachten in München hat gezeigt, dass auch der spätere Papst die Verbrechen nicht angemessen verfolgt hat. Gleichzeitig haben mehr als 100 schwule und lesbische Katholikinnen und Katholiken öffentlich gemacht, wie die Kirche mit ihnen umgeht. Es ist ein Wendepunkt für die katholische Kirche. Einen Kommentar von Daniel Kaiser im NDR vom 29. Januar können Sie hier hören und lesen.

Debatte bei »Anne Will« mit Bischof Bätzing: Ist diese Kirche noch zu retten? Am Abend des 30. Januar wurde in der ARD-Talkshow »Anne Will« über die katholische Kirche diskutiert. Als Gast mit dabei: Bischof Georg Bätzing. Der hatte in der Runde keinen leichten Stand. Einen Artikel auf katholisch.de über diese Sendung finden Sie hier.

»Alle Amtsträger müssten zurücktreten«. Die Theologin Regina Ammicht Quinn hat selbst erlebt, wie erbarmungslos die katholische Kirche mit »Abweichlern« umging, während sie Missbrauchstäter gedeckt hat. Ein Gespräch über notwendige Konsequenzen und die Frage: Gehen oder bleiben? im Deutschlandfunk Kultur vom 30. Januar können Sie hier lesen und hören.

So stehen die Bremer Katholiken zur Kirche nach den Missbrauchsfällen. Die Skandale der katholischen Kirche hinterlassen auch in der katholischen Gemeinde in Bremen ihre Spuren. Die Austritte nehmen zu. Was halten die Katholiken von den vielen Austritten? Und was sagen sie zu den Missbrauchsfällen? Den Beitrag in der Regionalsendung buten und binnen vom 31. Januar, in der auch Propst Bernhard Stecker, Pfarrer in Christus König von 2014 bis 2019, zu Wort kommt, können Sie hier sehen.

Dezember 2021

Einen Bericht des Kirchenboten vom 1. Dezember über den Besuch des Bischofs in St. Elisabeth können Sie hier lesen.

Die Predigt des Bischofs in diesem Gottesdienst können Sie hier lesen.

Zwei Bistümer ermöglichen Akteneinsicht für Missbrauchsaufarbeitung. In Osnabrück und Trier gibt es jetzt ein klares Verfahren, mit dem Daten aus Personalakten von Klerikern zur Missbrauchsaufarbeitung verwendet werden können. Nun können sie auch von Kommissionen und Wissenschaft ausgewertet werden. Den Artikel vom 1. Dezember finden Sie hier.

Die ungesühnten Verbrechen im Bistum Trier. Spiegel-Journalistin Britta Stuff hat mit einem Team monatelang im Bistum Trier recherchiert, dort amtiert als Bischof der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz Stephan Ackermann, sein Vorgänger ist Reinhard Marx, Generalvikar war der aktuelle DBK-Vorsitzende Georg Bätzing. Die Geschichte im aktuellen Heft stellt das Leid der Opfer den »Wir haben Fehler«-gemacht-Formeln der Verantwortlichen gegenüber. Ein Live-Interview mit der Autorin, die aus dem Bistum Trier stammt, über konkrete Schuld, Transparenzversprechen und Intransparenzerfahrung im Deutschlandfunk vom 13. Dezember können Sie hier hören.

November 2021

Nun ist es in unserer Nachbarschaft angekommen. Am 6. November erreicht uns die Pressemitteilung des Bistums, dass Bischof Franz-Josef Bode einen Osnabrücker Pfarrer wegen des Verdachts von Straftaten im Zusammenhang mit der Verwendung kinderpornographischer Dateien vom Dienst suspendiert hat.

Ermittlungsverfahren gegen Osnabrücker Pfarrer. Der Pfarrer von St. Elisabeth in Osnabrück ist vom Bischof von allen Ämtern entpflichtet worden. Gegen den Geistlichen läuft ein Ermittlungsverfahren; es geht um Kinderpornografie. Der Pfarrgemeinderat sucht nach Lösungen. Den Artikel im Kirchenboten vom 9. November können Sie hier lesen.

Die Stellungnahme der Pfarrei St. Elisabeth können Sie hier nachlesen.

Einen Brief des Generavikars an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bistums vom 10. November finden Sie hier.

September 2021

Wie Verantwortung verdunstet. Völlig egal, wie schäbig sich Bischöfe gegenüber Opfern sexualisierter Gewalt verhalten – es bleibt für sie ohne Konsequenzen, kommentiert Christiane Florin. Das abgelehnte Rücktrittsgesuch des Hamburger Erzbischofs Stefan Heße sei ein weiterer Beleg dafür. Neu sei, dass diese Haltung so offen verkündet werde. Die Meinung von Christiane Florin vom 19. September können Sie hier lesen und hören.

Hoff: Päpstlicher Umgang mit Rücktritten ist »episkopale Amtsgarantie«. Der Fundamentaltheologe Gregor Maria Hoff sieht die Ablehnung der Rücktritte von Kardinal Marx und Erzbischof Heße kritisch. Er befürchtet, dass so lediglich der Status quo in der Kirche zementiert werde und systemische Konsequenzen ausbleiben. Dem Artikel vom 23. September finden Sie hier.

»Dann hört doch einfach auf, Bischöfe zu sein!« Aufgrund seiner Forschungen zum „Authentizitätsüberschuss“ kommentiert unser Kirchenhistoriker Jörg Seiler die Begründung der Ablehnung des Rücktrittsgesuchs von Erzbischof Heße. Er verweist auf gewaltaffine Zusammmenhänge spiritueller Entscheidungsbegründungen. Den Artikel vom 23. September finden Sie hier.

Woelki bleibt – mit Auszeit: So begründet der Vatikan die Entscheidung. Papst Franziskus hat entschieden: Kardinal Rainer Maria Woelki bleibt im Amt des Kölner Erzbischofs. Er nimmt jedoch eine mehrmonatige Auszeit. Entscheidungen sind auch zu den beiden Kölner Weihbischöfen Dominikus Schwaderlapp und Ansgar Puff gefallen. Den Artikel vom 24. September können Sie hier lesen.

Woelki-Beschluss: Vielleicht sollte auch das Volk Gottes eine Auszeit nehmen. Die lang ersehnte Entscheidung aus Rom über Kardinal Woelki ist da – doch sie ist nicht die Entscheidung, die sich viele ersehnt haben. Im Gegenteil, meint der Chefredakteur der Münsteraner Kirchenzeitung Kirche + Leben, Markus Nolte, in seinem Kommentar: Was zählt, ist nicht der Wunsch eines Großteils des Volkes Gottes. Seine Gedanken vom 24. September finden Sie hier.

Kirchenrechtler: Papst-Entscheidung zu Woelki ist »Bankrotterklärung«. Der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller greift Papst Franziskus für seine Entscheidung zu Kardinal Woelki hart an: Sie sei eine »moralische Bankrotterklärung«, die seiner Null-Toleranz-Linie gegenüber Missbrauch und Vertuschung widerspreche. Den Artikel vom 25. September finden Sie hier.

Woelki: Will über zukünftiges Miteinander im Bistum nachdenken. Nach einem kurzen Pressetermin am Freitag ist es das erste Mal, dass Kardinal Woelki sich persönlich zu seinem Amtserhalt äußert. In einem Video dankt er Papst Franziskus für die gewährte Auszeit: Er wolle über das Miteinander im Bistum nachdenken. Den Artikel vom 26. September finden Sie hier.

»Ratlos und verletzt«: Auszeit ‒ und Aus? »Hamburg, Köln, München ‒ in früheren Jahren Limburg, Regensburg oder Augsburg: Das Austauschen von Personen, sprich: Bischöfen allein bewirkt noch keine nachhaltige Wende. Die Kirche steht und steckt in einem fundamentalen kulturellen Umbruch. Wer geht, wer austritt, gibt damit nicht automatisch seinen oder ihren Glauben auf. Hat aber die Nase voll.« Meint der Jesuit Andreas R. Batlogg. Seine Gedanken vom 26. September können Sie hier lesen.

Bischof Bätzing: Kirche und Gesellschaft in einer Zeitenwende. Corona, mangelnde Missbrauchsaufarbeitung, die römische Absage von Segnungen homosexueller Paare: Der DBK-Vorsitzende Bischof Georg Bätzing bescheinigt der Kirche einen »schleichenden Relevanzverlust« – und benennt in diesem Zusammenhang auch die Kurie. Den Artikel vom 27. September finden Sie hier.

Juni 2021

Kardinal Marx bietet Papst Franziskus Amtsverzicht an. Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat Papst Franziskus gebeten, seinen Verzicht auf das Amt des Erzbischofs von München und Freising anzunehmen und über seine weitere Verwendung zu entscheiden. In einem Brief legte der Kardinal seine Gründe für diesen Schritt dar. Weitere Informationen finden Sie in diesem Artikel vom 4. Juni.

Das ist ein Paukenschlag. Einer der mächtigsten und höchsten Kirchenvertreter in Deutschland bietet dem Papst seinen Rücktritt an. Entschieden ist damit noch nichts. Doch jetzt könnte es erst wirklich spannend werden. Eine Einordnung von Markus Nolte, Chefredakteur von der Münsteraner Kirchenzeitung Kirche und Leben. Den Artikel vom 4. Juni finden Sie hier.

Kardinal Marx: Ein Rückzug auf Raten aus freien Stücken. Der Münchner Kardinal Reinhard Marx sieht die katholische Kirche an einem »toten Punkt«. Daraus soll ein »Wendepunkt« werden. Marx bietet dem Papst deshalb seinen Rücktritt an. Dadurch geraten nun andere unter Druck. Den Artikel vom 5. Juni können Sie hier lesen.

Papst Franziskus belässt Kardinal Marx im Amt. Paukenschlag in Rom: Papst Franziskus nimmt das Rücktrittsgesuch des Münchner Kardinals Reinhard Marx nicht an. Das schreibt er in einem Brief an den Erzbischof, in dem der Pontifex seine Gründe darlegt. Den Artikel vom 10. Juni finden Sie hier.

Betroffenenbeirat sieht Papst-Nein zu Marx-Rücktritt kritisch. Das Zeichen, das Kardinal Reinhard Marx mit seinem Rücktrittsgesuch gesetzt habe, habe der Papst durchkreuzt, sagt die Sprecherin des Betroffenenbeirats der Bischofskonferenz, Johanna Beck. Auch Missbrauchsbetroffene kämen im Papst-Brief nicht vor. Den Artikel von 12. Juni finden Sie hier.

Käßmann: »Ich nehme Kardinal Marx die Erschütterung ab.« Wenn in der Kirche etwas passiere, müsse dafür Verantwortung übernommen werden – auch stellvertretend, sagt die evangelische Theologin Margot Käßmann. An eine Inszenierung des Rücktrittsgesuchs von Kardinal Reinhard Marx glaubt sie nicht. Den Artikel vom 12. Juni können Sie hier lesen.

Kardinal Woelki: »Ich übernehme Verantwortung für vergangenes Unrecht.« Der Kölner Kardinal hat seinen Umgang mit Missbrauchsfällen erneut verteidigt und betont, dass er Verantwortung für vergangenes Unrecht übernehme. Dies sei für ihn auch eine Verpflichtung, die er Gott gegenüber habe. Den Artikel vom 20. Juni finden Sie hier.

Mai 2021

Aufklärer Woelki? »Im Gegenteil«. Michael Schenk war römisch-katholischer Priester in Köln, heute ist er alt-katholischer Geistlicher. Und er ist Missbrauchsbetroffener. Seine Geschichte wird im Gercke-Gutachten erzählt. »Was das Gutachten zeigt, wussten alle«, sagte er im Deutschlandunk. Aber es habe gegolten: »Bloß nichts sagen über Sexualität.« Das Gespräch mit Christiane Florin vom 3. Mai können Sie hier lesen und hören.

Missbrauchsstudie für das Bistum Osnabrück soll Namen nennen. Das Bistum Osnabrück zieht nach: Wie andere Diözesen lässt es ein unabhängiges Missbrauchsgutachten erstellen. Zeitraum: 1945 bis heute. Erste Ergebnisse, besonders zu Pflichtverletzungen heutiger Verantwortlicher, sollen frühzeitig vorgelegt werden. Den Artikel vom 4. Mai finden Sie hier.

Sieben Minuten für Betroffene von tausenden Minuten ÖKT-Streaming. »Schaut hin« lautet das Motto des Ökumenischen Kirchentags. Doch das gilt nicht für alle Themen in gleicher Weise: Gerade beim Thema Missbrauch tut sich der ÖKT schwer – und wird dafür von Betroffenen kritisiert. Eine kleine technische Panne war dabei symptomatisch. Den Artikel vom 16. Mai können Sie hier nachlesen.

Kölner Kardinal Woelki weist erneut Rücktrittsforderungen zurück. »Ich habe doch das Gutachten wie versprochen veröffentlicht, ich habe doch die Arbeit der Verantwortungsträger überprüfen lassen, mich eingeschlossen, habe Namen genannt«: Kardinal Rainer Maria Woelki räumt aber auch persönliche Fehler ein. Den Artikel vom 20. Mai finden Sie hier.

April 2021

Vorwürfe gegen Kardinal Marx wegen Pflichtverletzung in Trier. Als Bischof von Trier soll Reinhard Marx zu zögerlich auf Missbrauchsvorwürfe reagiert haben. Recherchen von Christ & Welt sehen Pflichtverletzungen in seinem Handeln. Der Kardinal zeigt sich nun in einer ersten Reaktion selbstkritisch und bedauert sein damaliges Verhalten. Den Artikel vom 28. April können Sie hier lesen.

März 2021

Woelki will Leitungspersonen »wenn nötig« von Aufgaben entbinden. Nach der Vorstellung des neuen Missbrauchsgutachtens will Kölns Kardinal Rainer Maria Woelki Führungskräfte gegebenenfalls vorläufig von ihren Aufgaben entbinden. Am 18. März würden Verantwortlichkeiten klar benannt, sagte der Erzbischof. Den Artikel vom 7. März finden Sie hier.

Kardinal Woelki zwischen Aufklärung und Vertuschungsvorwürfen. Reiner Maria Woelki hat viel Kritik auf sich gezogen – nicht nur wegen der schleppenden Aufarbeitung des Missbrauchs im Erzbistum Köln. Bringt das Gutachten, das Strafrechtler Gercke am 18. März vorlegt, eine Wende? Den Artikel vom 8. März können Sie hier lesen.

Betroffene: Kirche hat mehr Empathie für Täter als für Missbrauchte. Johanna Beck hat in ihrer Kindheit Missbrauch erlebt und kann den Mann trotzdem heute in der Kirche nicht anklagen, sondern nur Zeugin sein. Sie sieht in diesen Verfahren die Gefahr einer Retraumatisierung – und kritisiert falsche Prioritäten. Mehr dazu finden Sie hier in einem Artikel vom 8. März.

Missbrauch hätte schon immer hart bestraft werden müssen. Auch wenn gesellschaftliche Positionen kirchliche Handlungen beeinflussten: Schon wegen der klassischen Moraltheologie hätte man Missbrauch immer hart ahnden müssen, betont Kinderschutzexperte Hans Zollner. Den Artikel vom 13. März finden Sie hier.

Missbrauchsgutachten: Keine Pflichtverletzungen Kardinal Woelkis. Das Kölner Missbrauchsgutachten wurde vorgestellt: Etliche Pflichtverletzungen wurden bei ehemaligen Erzbischöfen und Generalvikaren festgestellt und die entsprechenden Namen benannt. Beim aktuellen Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hingegen wurden den Gutachtern zufolge keinerlei Pflichtverletzungen festgestellt. Den Artikel vom 18. März können Sie hier lesen.

Nach Belastung: Weihbischof Schwaderlapp bietet Papst Rücktritt an. Kardinal Rainer Maria Woelki hatte ihn unmittelbar nach Vorstellung des Kölner Missbrauchsgutachtens vorläufig von seinen Aufgaben entbunden: Nun hat Weihbischof Dominikus Schwaderlapp Papst Franziskus seinen Rücktritt angeboten. Den Artikel vom 18. März finden Sie hier.

Zwei Gutachten und viele Vorwürfe. Das veröffentliche Gutachten zum Umgang mit sexualisierter Gewalt im Erzbistum Köln findet Hinweise auf 202 Beschuldigte und 314 Betroffene sowie Pflichtverletzungen durch den ehemaligen Erzbischof Meisner. Bei Kardinal Woelki habe man keine Pflichtverletzungen feststellen können. Den Bericht vom 18. März im Deutschlandfunk inklusive der Gutachtentexte finden Sie hier.

Das Kölner Kartenhaus bricht zusammen. Das Gutachten, das Erzbischof Woelki jetzt vorlegte, zeigt das ganze Ausmaß der Pflichtverletzungen im Erzbistum Köln. Wie konnten die Beteiligten glauben, dass sie davonkommen? Den Kommentar von Daniel Deckers in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 18. März finden Sie hier.

Nach Gutachten: Erzbischof Heße bittet Papst um sofortige Entpflichtung. Insgesamt elf Pflichtverletzungen werfen die Gutachter dem jetzigen Hamburger Erzbischof Stefan Heße aus seiner Kölner Zeit vor. Nun zieht er daraus die Konsequenz. Damit wolle er »Schaden vom Amt des Erzbischofs und vom Erzbistum Hamburg« abwenden, so Heße. Den Artikel vom 18. März können Sie hier lesen.

»Warum ist Kardinal Woelki nicht gänzlich entlastet, Herr Schüller?« Das Missbrauchs-Gutachten des Strafrechtlers Björn Gercke hat den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki entlastet. Einer der schärfsten Kritiker des Erzbischofs war in den letzten Monaten der Münsteraner Kirchenrechts-Professor Thomas Schüller. Was jetzt von seinen Vorwürfen bleibt, wie er die Zukunft des Hamburger Erzbischof Stefan Heße sieht und wo in dem neuen Gutachten gelogen wird, sagt er im Interview mit der Münsteraner Kirchenzeitung Kirche + Leben vom 18. März. Lesen Sie hier.

»Es steigen Emotionen hoch, regelrecht Ekel.« In der sachlichen Juristensprache des Gutachtens zum Umgang mit sexueller Gewalt im Erzbistum Köln werde ein System sichtbar, das moralisch verkommen sei, sagt Deutschlandfunk-Kirchenexpertin Christiane Florin. Es reiche nicht aus, dass sich Kleriker auf rechtliche Pflichten beschränkten – und moralische ausblenden. Das Interview vom 19. März können Sie hier lesen und hören.

Nac +h Kölner Missbrauchsgutachten: Rörig fordert »absolute Transparenz«. Die Beschäftigung mit dem Kölner Missbrauchsgutachten geht weiter: So forderte der Beauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, nun »absolute Transparenz« vom Erzbistum Köln. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller verurteilte die Studie jedoch scharf. Den Artikel vom 20. März finden Sie hier.

Moral, Macht und Pflichtenkreise: Was ist los in der katholischen Kirche? Rom sagt Nein zur Segnung homosexueller Paare, Köln legt ein Gutachten zum Umgang mit sexualisierter Gewalt vor, und den Synodalen Weg gibt es auch noch. Das Gespräch mit der Erfurter Dogmatikerin Julia Knop im Deutschlandfunk vom 22. März können Sie hier lesen und hören.

Woelki räumt Versäumnisse im Umgang mit Missbrauchsfällen ein. Kardinal Rainer Maria Woelki hat bei der Pressekonferenz zur Vorstellung von Konsequenzen aus dem Missbrauchsgutachten auch persönliche Versäumnisse eingestanden – doch einen Rücktritt schließt er aus. Stattdessen stellte er mit seinem Generalvikar konkrete Schritte vor. Den Artikel vom 23. März finden Sie hier.

Bistum im Nebel. Geschickt orchestriert präsentierten am 18. März Rechtsanwalt Björn Gercke und sein Team ihr Gutachten zum Umgang der Verantwortlichen im Erzbistum Köln mit Fällen von sexuellem Missbrauch im Zeitraum 1975 bis 2018. Thomas Schüller, Professor für Kirchenrecht an der Universität Münster, fasst zusammen und ordnet ein. Den Artikel vom 23. März finden Sie hier.

Februar 2021

Schluss. Aus. Amen. Der Fall des Kölner Kardinals Woelki offenbart einmal mehr: Als klerikale Parallelgesellschaft passt die katholische Kirche nicht zur liberalen Demokratie. Der Staat darf nicht länger wegschauen. Den Kommentar von Raoul Löbbert in der Wochenzeitung Die Zeit vom 10. Februar können Sie hier lesen.

Gut und Böse. Die Zeit-Beilage Christ & Welt hat diese Vorgänge öffentlich gemacht. Den Artikel von Raoul Löbert und Georg Löwitsch vom 10. Februar finden Sie hier.

»Katholische Kirche enthüllt nie proaktiv.« Ein Interview mit Georg Löwitsch über den Fall van Straaten im Deutschlandfunk vom 11. Februar können Sie hier nachlesen.

Der Missbrauch, der Speck und das rechte Maß. Aus dem Leben einer großen Figur der katholischen Kirche in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, Werenfried van Straaten, sind schlimme Dinge ans Tageslicht gekommen. Daüber berichtet Christiane Florin auf ihrer Seite Weiberaufstand am 12. Februar.

»Da entblößt sich das hässliche Gesicht der Kirche.« Die Skandale rund um den Kölner Kardinal Woelki zeigten genau, wie das System der katholischen Kirche funktioniere, sagte Lisa Kötter, Mitgründerin der Bewegung Maria 2.0, im Deutschlandfunk. Es gehe um Macht, Geld und Einfluss. Ein Neuanfang bei Aufarbeitung könne nur durch die Erschütterung des ganzen Systems gelingen. Das Gespräch mit Rainer Brandes vom 13. Februar können Sie hier lesen und hören.

Warum bleibt das Vertuschen in der katholischen Kirche folgenlos? Die Sendung Kontrovers im Deutschlandfunk vom 15. Februar mit Christiane Florin, Journalistin beim Dlf, Claudia Lücking-Michel, Vizepräsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, und Wolfgang Picken, Stadtdechant in Bonn, finden Sie hier zum Nachhören.

Bistum Osnabrück: Späterer Diakon missbrauchte Teenagerin jahrelang. Ein später zum Diakon geweihter Mann hat eine Jugendliche über mehrere Jahre sexuell missbraucht: Einen entsprechenden Zeitungsbericht bestätigte das Bistum Osnabrück nun – und erklärte, warum es auf eine Veröffentlichung der Vorwürfe verzichtete. Den Artikel auf katholisch.de vom 19. Februar finden Sie hier.

Die Stellungnahme des Bistums zur Berichterstattung in der Meppener Tagespost vom 19. Februar können Sie hier nachlesen.

Wohl deutlich mehr Missbrauchstäter und -opfer im Erzbistum Köln. Nach einem Bericht des Spiegel kommt der neu von Kardinal Woelki beauftragte Gutachter Björn Gercke auf rund 300 Betroffene und 200 Beschuldigte seit 1975. Den Artikel der Münsteraner Kirchenzeitung Kirche + Leben vom 20. Februar können Sie hier lesen.

»Es tut mir von Herzen leid Kardinal Woelki thematisiert in seinem Fastenhirtenbrief die Risse, die zurzeit durch das Erzbistum Köln gehen. Erneut räumt er Fehler bei der Aufarbeitung ein und bittet um Entschuldigung. Den Artikel vom 21. Februar auf domradio.de finden Sie hier.

Jesuit Mertes: Kardinal Woelki ist »nur die Spitze eines Eisbergs«. Die Kölner Debatte offenbare grundsätzliche Probleme bei der Missbrauchsaufarbeitung. Die Einschätzung des ehemaligen Leiters des Berliner Canisius-Kollegs Klaus Mertes vom 22. Februar können Sie hier lesen.

Anwalt Wastl weist Kritik an erstem Kölner Missbrauchsgutachten zurück. Wegen »methodischer Mängel« wurde das erste Kölner Missbrauchsgutachten bis heute nicht veröffentlicht. Der federführende Anwalt Ulrich Wastl weist diese Einschätzung zurück – und begründet das mit dem konkreten Auftrag an seine Kanzlei. Den ganzen Artikel vom 23. Februar finden Sie hier.

Opfer von geistlichem Missbrauch dringen auf Aufarbeitung. »Auch wenn es Reaktionen von Seiten der Kirche gibt, lassen diese in der Regel jede Form von mitmenschlichem Verständnis oder Anteilnahme vermissen«: In einem Offenen Brief fordern Betroffene geistlichen Missbrauchs eine gründlichere Aufarbeitung. Die Berichterstattung vom 23. Februar und den Brief finden Sie hier.

Bätzing: Können Missbrauchsaufarbeitung nicht allein leisten. »Wir können als Kirche die Aufarbeitung nicht allein leisten«, sagte Bischof Georg Bätzing bei der Eröffnungs-Pressekonferenz der Vollversammlung. Er glaube auch dem Aufklärungswillen von Kardinal Woelki. Den Artikel vom 23. Februar finden Sie hier.

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Zum grundsätzlichen Umgang mit dem Thema Prävention und Missbrauch
im Bistum Osnabrück

»Der Bischof und das Bistum haben im Rahmen eines diözesanen Schutzprozesses bereits umfangreiche Maßnahmen in die Wege geleitet, um sexuelle Gewalt und geistlichen Missbrauch in der Kirche aufzuarbeiten und präventiv zu verhindern. Dieser Prozess unter Mitwirkung zahlreicher interner und externer Fachleute umfasst die Begleitung Betroffener, den Umgang mit Beschuldigten und Tätern, Präventionsmaßnahmen für alle kirchlichen Einrichtungen und die koordinierte Intervention in konkreten Fällen sowie die Behandlung systemischer Grundfragen.« So heißt es in der zuvor zitierten Stellungnahme des Bistums Osnabrück. Detailliertere Informationen zum diözesanen Schutzprozess finden Sie hier.

Aktuelle Entwicklungen und Berichte zum diözesanen Schutzprozess
zu den Themen Prävention und Missbrauch in unserem Bistum finden Sie hier.

Kontaktdaten für Betroffene sexueller oder spiritueller Gewalt
Die Kontaktdaten der unabhängigen Ansprechpersonen für Betroffene von sexueller und spiritueller Gewalt im Bistum Osnabrück finden Sie hier.

Prävention in der Pfarrei Christus König
Auch wir in unserer Pfarrei beschäftigen uns seit 2017 intensiv mit der Prävention von grenzverletzendem Verhalten, sexualisierter Gewalt und geistlichem Missbrauch und haben ein eigenes institutionelles Schutzkonzept entwickelt. Einen Auszug finden Sie hier:

Das institutionelle Schutzkonzept (ISK) der Pfarrei Christus König
Die Pfarrei Christus König umfasst die drei Standorte St. Franziskus, Heilig Geist und Christus König in den Osnabrücker Stadtteilen Dodesheide, Sonnenhügel und Haste. Als Christen wollen wir die Botschaft von Jesus Christus, von Gottes Liebe zu den Menschen leben und weitergeben. Dabei ist das Leben unserer Gemeinde mit etwa 9000 Katholiken so vielfältig wie die Menschen, die bei uns mitmachen. Wir feiern kleine und große Gottesdienste sowie andere Gemeindefeste, treffen uns in zahlreichen Gruppen und Verbänden mit unterschiedlichen Zielen und Aufgaben.

Unser Selbstverständnis unseres Gemeindelebens ist geprägt durch eine Haltung, mit der wir alle Menschen bei uns willkommen heißen. Entscheidend ist dabei für uns, dass wir sichere Orte und Begegnungsräume bieten, in denen Wertschätzung, Respekt und Achtsamkeit erlebt werden. Aus dieser Grundhaltung sehen wir es als unsere Aufgabe, Erfahrungsräume zu schaffen, die für alle Menschen, besonders für Kinder, Jugendliche und erwachsene Schutzbefohlene, eine größtmögliche Sicherheit bieten.

Daraus ergibt sich für uns die Motivation zu unserem ISK, in dem die Würde und das Wohl der uns anvertrauten Menschen, insbesondere der Schutz vor Grenzüberschreitungen und vor sexualisierter Gewalt, größtmöglich sichergestellt werden. Das Konzept bezieht sich ausnahmslos auf all unsere gemeindlichen Aktivitäten und Institutionen, die in unserer Verantwortung liegen.

Im vorliegenden Konzept finden neben den in der Präventionsordnung des Bischöflichen Gesetzes abgebildeten Regelungen und Vorgaben die Besonderheiten unserer Pfarrei Christus König und nicht zuletzt unsere Umsetzungsregelungen Berücksichtigung. Das Konzept wird verstanden als Grundlage für eine inhaltliche Auseinandersetzung, einen dauerhaften Prozess zur Sicherung der größtmöglichen Freiheit und Sicherheit aller Menschen in unserer Pfarrei: ein Arbeitspapier, das in Zukunft regelmäßig überprüft und weiterentwickelt wird.

Ansprechpartner innerhalb unserer Pfarrei
Alexander Bergel
Pfarrer
alexander.bergel@christus-koenig-os.de
0541 96293511

Dr. Ulrike Haucap-Osterhaus
stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstands
kv@christus-koenig-os.de

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Bild: Peter Weidemann
In: Pfarrbriefservice.de