Als wir diese Seite im Februar 2021 unter der Überschrift »Sexualisierte Gewalt in der katholischen Kirche – ein Drama ohne Ende?« online gestellt haben, hätten wir nicht gedacht, dass wir sie auch nach Monaten immer wieder mit neuen Artikel füllen müssten, in denen es um die Fragen des Umgangs mit sexualisierter Gewalt im Raum der Kirche geht, um Verantwortung, Rückgrat und wirkliche Neuanfänge. In diesen Tagen machen Entscheidungen aus Rom zu angebotenen und nicht angenommenen Bischofsrücktritten Schlagzeilen, die ihren Ursprung in den Fragen des Umgangs mit sexualisierter Gewalt haben. Darstellungen der und Kommentare zur aktuellen Berichterstattung finden Sie nach der langen Reihe der Berichte aus dem Frühjahr und Sommer im Mittelteil dieser Seite.

Seit Jahren, man muss ehrlicherweise sagen: seit Jahrzehnten erschüttern uns die Berichte über sexualisierte Gewalt im Raum der Kirche. Um die Jahrtausendwende deckten Journalisten das immense Ausmaß dieser Verbrechen in den USA auf, Irland und andere Länder folgten. In Deutschland schließlich machte der Jesuit Klaus Mertes im Jahr 2010 Verbrechen dieser Art an Kindern und Jugendlichen am Berliner Canisius-Kolleg seit den 1960er Jahren öffentlich.

Entsetzen ging durch unser Land, Aufklärungswillen wurde bekundet, Präventionsprogramme ins Leben gerufen, Menschen sensibilisiert für Strukturen, in denen und Gelegenheiten, wie Täter sich Menschen nähern und sie für ihre Zwecke demütigen und benutzen. Manches ist geschehen – doch immer noch warten viele Betroffene sexualisierter Gewalt darauf, dass ihnen Gerechtigkeit widerfährt. Immer noch bleiben Fragen offen, immer noch weichen Verantwortungsträger aus, weisen Schuld von sich.

Als 2018 die MHG-Studie über den Sexuellen Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz vorgestellt wurde, waren zum ersten Mal Zahlen in der Öffentlichkeit – unvorstellbar hohe Zahlen. Die Dunkelziffer wird ein Vielfaches höher sein. Auch dort wieder: Aufklärungswillen, Gespräche mit Betroffenenvertretern, finanzielle »Ausgleichszahlungen«. Man muss anerkennen, dass viele Verantwortliche sich mühen, wirklich Licht ins Dunkel bringen und den Betroffenen die Hilfe anbieten wollen, die sie brauchen.

Auch der Synodale Weg hat seinen Ursprung in diesen Vorgängen und fragt seit einem Jahr danach, was sich in der katholischen Kirche ändern muss, damit jedwedem missbräuchlichen Verhalten die Grundlage entzogen werden kann. In diesem Zusammenhang tauchen vermehrt Berichte auf, die von Machtmissbrauch und geistlichem Missbrauch von erwachsenen Menschen, Frauen und Männern, im Raum der Kirche, in Orden und geistlichen Gemeinschaften sprechen.

Seit nunmehr vielen Monaten beschäftigen uns die Vorkommnisse im Erzbistum Köln mit Rainer Maria Kardinal Woelki an der Spitze. Was im Jahr 2018 als groß angekündigter Aufklärungswille begann, ist in zunehmendem Maße nicht nur zu einem Kommunikationsdesaster geworden. Ein Gutachten unter Verschluss, ein weiteres Gutachten, Menschen, die sich aus dem Betroffenenrat des Erzbistums zurückziehen, weil sie sich instrumentalisiert fühlen und manches mehr führt zu einer nie dagewesenen Austrittswelle in Köln. Das neue Gutachten wurde im März veröffentlicht. Aber es brodelt weiter. Und nicht nur dort. Überall im Land wird die Frage nach Verantwortlichen gestellt. Auch in unserem Bistum steht manche Antwort bisher aus. Viele Menschen treibt all das sehr um, auch in unserer Pfarrei.

Sie finden hier eine sicher unvollständige Zusammenstellung der Ereignisse der letzten Zeit, die regelmäßig erweitert wird und bei der Bewertung und der Analyse hilfreich sein kann. Darüber hinaus finden Sie – unten auf dieser Seite – Informationen zum Umgang mit dem Thema im Bistum Osnabrück wie auch in unserer Pfarrei Christus König. Wenn Sie darüber ins Gespräch kommen möchten, Fragen haben oder Kritik loswerden wollen, melden Sie sich gerne bei mir.

Alexander Bergel

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Februar 2021

Schluss. Aus. Amen. Der Fall des Kölner Kardinals Woelki offenbart einmal mehr: Als klerikale Parallelgesellschaft passt die katholische Kirche nicht zur liberalen Demokratie. Der Staat darf nicht länger wegschauen. Den Kommentar von Raoul Löbbert in der Wochenzeitung Die Zeit vom 10. Februar können Sie hier lesen.

Gut und Böse. Die Zeit-Beilage Christ & Welt hat diese Vorgänge öffentlich gemacht. Den Artikel von Raoul Löbert und Georg Löwitsch vom 10. Februar finden Sie hier.

»Katholische Kirche enthüllt nie proaktiv.« Ein Interview mit Georg Löwitsch über den Fall van Straaten im Deutschlandfunk vom 11. Februar können Sie hier nachlesen.

Der Missbrauch, der Speck und das rechte Maß. Aus dem Leben einer großen Figur der katholischen Kirche in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, Werenfried van Straaten, sind schlimme Dinge ans Tageslicht gekommen. Daüber berichtet Christiane Florin auf ihrer Seite Weiberaufstand am 12. Februar.

»Da entblößt sich das hässliche Gesicht der Kirche.« Die Skandale rund um den Kölner Kardinal Woelki zeigten genau, wie das System der katholischen Kirche funktioniere, sagte Lisa Kötter, Mitgründerin der Bewegung Maria 2.0, im Deutschlandfunk. Es gehe um Macht, Geld und Einfluss. Ein Neuanfang bei Aufarbeitung könne nur durch die Erschütterung des ganzen Systems gelingen. Das Gespräch mit Rainer Brandes vom 13. Februar können Sie hier lesen und hören.

Warum bleibt das Vertuschen in der katholischen Kirche folgenlos? Die Sendung Kontrovers im Deutschlandfunk vom 15. Februar mit Christiane Florin, Journalistin beim Dlf, Claudia Lücking-Michel, Vizepräsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, und Wolfgang Picken, Stadtdechant in Bonn, finden Sie hier zum Nachhören.

Bistum Osnabrück: Späterer Diakon missbrauchte Teenagerin jahrelang. Ein später zum Diakon geweihter Mann hat eine Jugendliche über mehrere Jahre sexuell missbraucht: Einen entsprechenden Zeitungsbericht bestätigte das Bistum Osnabrück nun – und erklärte, warum es auf eine Veröffentlichung der Vorwürfe verzichtete. Den Artikel auf katholisch.de vom 19. Februar finden Sie hier.

Die Stellungnahme des Bistums zur Berichterstattung in der Meppener Tagespost vom 19. Februar können Sie hier nachlesen.

Wohl deutlich mehr Missbrauchstäter und -opfer im Erzbistum Köln. Nach einem Bericht des Spiegel kommt der neu von Kardinal Woelki beauftragte Gutachter Björn Gercke auf rund 300 Betroffene und 200 Beschuldigte seit 1975. Den Artikel der Münsteraner Kirchenzeitung Kirche + Leben vom 20. Februar können Sie hier lesen.

»Es tut mir von Herzen leid Kardinal Woelki thematisiert in seinem Fastenhirtenbrief die Risse, die zurzeit durch das Erzbistum Köln gehen. Erneut räumt er Fehler bei der Aufarbeitung ein und bittet um Entschuldigung. Den Artikel vom 21. Februar auf domradio.de finden Sie hier.

Jesuit Mertes: Kardinal Woelki ist »nur die Spitze eines Eisbergs«. Die Kölner Debatte offenbare grundsätzliche Probleme bei der Missbrauchsaufarbeitung. Die Einschätzung des ehemaligen Leiters des Berliner Canisius-Kollegs Klaus Mertes vom 22. Februar können Sie hier lesen.

Anwalt Wastl weist Kritik an erstem Kölner Missbrauchsgutachten zurück. Wegen »methodischer Mängel« wurde das erste Kölner Missbrauchsgutachten bis heute nicht veröffentlicht. Der federführende Anwalt Ulrich Wastl weist diese Einschätzung zurück – und begründet das mit dem konkreten Auftrag an seine Kanzlei. Den ganzen Artikel vom 23. Februar finden Sie hier.

Opfer von geistlichem Missbrauch dringen auf Aufarbeitung. »Auch wenn es Reaktionen von Seiten der Kirche gibt, lassen diese in der Regel jede Form von mitmenschlichem Verständnis oder Anteilnahme vermissen«: In einem Offenen Brief fordern Betroffene geistlichen Missbrauchs eine gründlichere Aufarbeitung. Die Berichterstattung vom 23. Februar und den Brief finden Sie hier.

Bätzing: Können Missbrauchsaufarbeitung nicht allein leisten. »Wir können als Kirche die Aufarbeitung nicht allein leisten«, sagte Bischof Georg Bätzing bei der Eröffnungs-Pressekonferenz der Vollversammlung. Er glaube auch dem Aufklärungswillen von Kardinal Woelki. Den Artikel vom 23. Februar finden Sie hier.

März 2021

Woelki will Leitungspersonen »wenn nötig« von Aufgaben entbinden. Nach der Vorstellung des neuen Missbrauchsgutachtens will Kölns Kardinal Rainer Maria Woelki Führungskräfte gegebenenfalls vorläufig von ihren Aufgaben entbinden. Am 18. März würden Verantwortlichkeiten klar benannt, sagte der Erzbischof. Den Artikel vom 7. März finden Sie hier.

Kardinal Woelki zwischen Aufklärung und Vertuschungsvorwürfen. Reiner Maria Woelki hat viel Kritik auf sich gezogen – nicht nur wegen der schleppenden Aufarbeitung des Missbrauchs im Erzbistum Köln. Bringt das Gutachten, das Strafrechtler Gercke am 18. März vorlegt, eine Wende? Den Artikel vom 8. März können Sie hier lesen.

Betroffene: Kirche hat mehr Empathie für Täter als für Missbrauchte. Johanna Beck hat in ihrer Kindheit Missbrauch erlebt und kann den Mann trotzdem heute in der Kirche nicht anklagen, sondern nur Zeugin sein. Sie sieht in diesen Verfahren die Gefahr einer Retraumatisierung – und kritisiert falsche Prioritäten. Mehr dazu finden Sie hier in einem Artikel vom 8. März.

Missbrauch hätte schon immer hart bestraft werden müssen. Auch wenn gesellschaftliche Positionen kirchliche Handlungen beeinflussten: Schon wegen der klassischen Moraltheologie hätte man Missbrauch immer hart ahnden müssen, betont Kinderschutzexperte Hans Zollner. Den Artikel vom 13. März finden Sie hier.

Missbrauchsgutachten: Keine Pflichtverletzungen Kardinal Woelkis. Das Kölner Missbrauchsgutachten wurde vorgestellt: Etliche Pflichtverletzungen wurden bei ehemaligen Erzbischöfen und Generalvikaren festgestellt und die entsprechenden Namen benannt. Beim aktuellen Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hingegen wurden den Gutachtern zufolge keinerlei Pflichtverletzungen festgestellt. Den Artikel vom 18. März können Sie hier lesen.

Nach Belastung: Weihbischof Schwaderlapp bietet Papst Rücktritt an. Kardinal Rainer Maria Woelki hatte ihn unmittelbar nach Vorstellung des Kölner Missbrauchsgutachtens vorläufig von seinen Aufgaben entbunden: Nun hat Weihbischof Dominikus Schwaderlapp Papst Franziskus seinen Rücktritt angeboten. Den Artikel vom 18. März finden Sie hier.

Zwei Gutachten und viele Vorwürfe. Das veröffentliche Gutachten zum Umgang mit sexualisierter Gewalt im Erzbistum Köln findet Hinweise auf 202 Beschuldigte und 314 Betroffene sowie Pflichtverletzungen durch den ehemaligen Erzbischof Meisner. Bei Kardinal Woelki habe man keine Pflichtverletzungen feststellen können. Den Bericht vom 18. März im Deutschlandfunk inklusive der Gutachtentexte finden Sie hier.

Das Kölner Kartenhaus bricht zusammen. Das Gutachten, das Erzbischof Woelki jetzt vorlegte, zeigt das ganze Ausmaß der Pflichtverletzungen im Erzbistum Köln. Wie konnten die Beteiligten glauben, dass sie davonkommen? Den Kommentar von Daniel Deckers in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 18. März finden Sie hier.

Nach Gutachten: Erzbischof Heße bittet Papst um sofortige Entpflichtung. Insgesamt elf Pflichtverletzungen werfen die Gutachter dem jetzigen Hamburger Erzbischof Stefan Heße aus seiner Kölner Zeit vor. Nun zieht er daraus die Konsequenz. Damit wolle er »Schaden vom Amt des Erzbischofs und vom Erzbistum Hamburg« abwenden, so Heße. Den Artikel vom 18. März können Sie hier lesen.

»Warum ist Kardinal Woelki nicht gänzlich entlastet, Herr Schüller?« Das Missbrauchs-Gutachten des Strafrechtlers Björn Gercke hat den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki entlastet. Einer der schärfsten Kritiker des Erzbischofs war in den letzten Monaten der Münsteraner Kirchenrechts-Professor Thomas Schüller. Was jetzt von seinen Vorwürfen bleibt, wie er die Zukunft des Hamburger Erzbischof Stefan Heße sieht und wo in dem neuen Gutachten gelogen wird, sagt er im Interview mit der Münsteraner Kirchenzeitung Kirche und Leben vom 18. März. Lesen Sie hier.

»Es steigen Emotionen hoch, regelrecht Ekel.« In der sachlichen Juristensprache des Gutachtens zum Umgang mit sexueller Gewalt im Erzbistum Köln werde ein System sichtbar, das moralisch verkommen sei, sagt Deutschlandfunk-Kirchenexpertin Christiane Florin. Es reiche nicht aus, dass sich Kleriker auf rechtliche Pflichten beschränkten – und moralische ausblenden. Das Interview vom 19. März können Sie hier lesen und hören.

Nach Kölner Missbrauchsgutachten: Rörig fordert »absolute Transparenz«. Die Beschäftigung mit dem Kölner Missbrauchsgutachten geht weiter: So forderte der Beauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, nun »absolute Transparenz« vom Erzbistum Köln. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller verurteilte die Studie jedoch scharf. Den Artikel vom 20. März finden Sie hier.

Moral, Macht und Pflichtenkreise: Was ist los in der katholischen Kirche? Rom sagt Nein zur Segnung homosexueller Paare, Köln legt ein Gutachten zum Umgang mit sexualisierter Gewalt vor, und den Synodalen Weg gibt es auch noch. Das Gespräch mit der Erfurter Dogmatikerin Julia Knop im Deutschlandfunk vom 22. März können Sie hier lesen und hören.

Woelki räumt Versäumnisse im Umgang mit Missbrauchsfällen ein. Kardinal Rainer Maria Woelki hat bei der Pressekonferenz zur Vorstellung von Konsequenzen aus dem Missbrauchsgutachten auch persönliche Versäumnisse eingestanden – doch einen Rücktritt schließt er aus. Stattdessen stellte er mit seinem Generalvikar konkrete Schritte vor. Den Artikel vom 23. März finden Sie hier.

Bistum im Nebel. Geschickt orchestriert präsentierten am 18. März Rechtsanwalt Björn Gercke und sein Team ihr Gutachten zum Umgang der Verantwortlichen im Erzbistum Köln mit Fällen von sexuellem Missbrauch im Zeitraum 1975 bis 2018. Thomas Schüller, Professor für Kirchenrecht an der Universität Münster, fasst zusammen und ordnet ein. Den Artikel vom 23. März finden Sie hier.

April 2021

Vorwürfe gegen Kardinal Marx wegen Pflichtverletzung in Trier. Als Bischof von Trier soll Reinhard Marx zu zögerlich auf Missbrauchsvorwürfe reagiert haben. Recherchen von “Christ & Welt” sehen Pflichtverletzungen in seinem Handeln. Der Kardinal zeigt sich nun in einer ersten Reaktion selbstkritisch und bedauert sein damaliges Verhalten. Den Artikel vom 28. April können Sie hier lesen.

Mai 2021

Aufklärer Woelki? »Im Gegenteil«. Michael Schenk war römisch-katholischer Priester in Köln, heute ist er alt-katholischer Geistlicher. Und er ist Missbrauchsbetroffener. Seine Geschichte wird im Gercke-Gutachten erzählt. »Was das Gutachten zeigt, wussten alle«, sagte er im Deutschlandunk. Aber es habe gegolten: »Bloß nichts sagen über Sexualität.« Das Gespräch mit Christiane Florin vom 3. Mai können Sie hier lesen und hören.

Missbrauchsstudie für das Bistum Osnabrück soll Namen nennen. Das Bistum Osnabrück zieht nach: Wie andere Diözesen lässt es ein unabhängiges Missbrauchsgutachten erstellen. Zeitraum: 1945 bis heute. Erste Ergebnisse, besonders zu Pflichtverletzungen heutiger Verantwortlicher, sollen frühzeitig vorgelegt werden. Den Artikel vom 4. Mai finden Sie hier.

Sieben Minuten für Betroffene von tausenden Minuten ÖKT-Streaming. »Schaut hin« lautet das Motto des Ökumenischen Kirchentags. Doch das gilt nicht für alle Themen in gleicher Weise: Gerade beim Thema Missbrauch tut sich der ÖKT schwer – und wird dafür von Betroffenen kritisiert. Eine kleine technische Panne war dabei symptomatisch. Den Artikel vom 16. Mai können Sie hier nachlesen.

Kölner Kardinal Woelki weist erneut Rücktrittsforderungen zurück. »Ich habe doch das Gutachten wie versprochen veröffentlicht, ich habe doch die Arbeit der Verantwortungsträger überprüfen lassen, mich eingeschlossen, habe Namen genannt«: Kardinal Rainer Maria Woelki räumt aber auch persönliche Fehler ein. Den Artikel vom 20. Mai finden Sie hier.

Juni 2021

Kardinal Marx bietet Papst Franziskus Amtsverzicht an. Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat Papst Franziskus gebeten, seinen Verzicht auf das Amt des Erzbischofs von München und Freising anzunehmen und über seine weitere Verwendung zu entscheiden. In einem Brief legte der Kardinal seine Gründe für diesen Schritt dar. Weitere Informationen finden Sie in diesem Artikel vom 4. Juni.

Sternberg über Kardinal Marx: »Da geht der Falsche.« Kardinal Reinhard Marx bietet seinen Rücktritt an – und bekommt dafür Respekt entgegengebracht. Sollte er wirklich abtreten, fehle dem deutschen Katholizismus »eine ganz wichtige Persönlichkeit«, so etwa ZdK-Präsident Thomas Sternberg. Den Artikel vom 4. Juni können Sie hier lesen.

Das ist ein Paukenschlag. Einer der mächtigsten und höchsten Kirchenvertreter in Deutschland bietet dem Papst seinen Rücktritt an. Entschieden ist damit noch nichts. Doch jetzt könnte es erst wirklich spannend werden. Eine Einordnung von Markus Nolte, Chefredakteur von der Münsteraner Kirchenzeitung Kirche und Leben. Den Artikel vom 4. Juni finden Sie hier.

Kardinal Marx: Ein Rückzug auf Raten aus freien Stücken. Der Münchner Kardinal Reinhard Marx sieht die katholische Kirche an einem »toten Punkt«. Daraus soll ein »Wendepunkt« werden. Marx bietet dem Papst deshalb seinen Rücktritt an. Dadurch geraten nun andere unter Druck. Den Artikel vom 5. Juni können Sie hier lesen.

Papst Franziskus belässt Kardinal Marx im Amt. Paukenschlag in Rom: Papst Franziskus nimmt das Rücktrittsgesuch des Münchner Kardinals Reinhard Marx nicht an. Das schreibt er in einem Brief an den Erzbischof, in dem der Pontifex seine Gründe darlegt. Den Artikel vom 10. Juni finden Sie hier.

Betroffenenbeirat sieht Papst-Nein zu Marx-Rücktritt kritisch. Das Zeichen, das Kardinal Reinhard Marx mit seinem Rücktrittsgesuch gesetzt habe, habe der Papst durchkreuzt, sagt die Sprecherin des Betroffenenbeirats der Bischofskonferenz, Johanna Beck. Auch Missbrauchsbetroffene kämen im Papst-Brief nicht vor. Den Artikel von 12. Juni finden Sie hier.

Käßmann: »Ich nehme Kardinal Marx die Erschütterung ab.« Wenn in der Kirche etwas passiere, müsse dafür Verantwortung übernommen werden – auch stellvertretend, sagt die evangelische Theologin Margot Käßmann. An eine Inszenierung des Rücktrittsgesuchs von Kardinal Reinhard Marx glaubt sie nicht. Den Artikel vom 12. Juni können Sie hier lesen.

Kardinal Woelki: »Ich übernehme Verantwortung für vergangenes Unrecht.« Der Kölner Kardinal hat seinen Umgang mit Missbrauchsfällen erneut verteidigt und betont, dass er Verantwortung für vergangenes Unrecht übernehme. Dies sei für ihn auch eine Verpflichtung, die er Gott gegenüber habe. Den Artikel vom 20. Juni finden Sie hier.

September 2021

Wie Verantwortung verdunstet. Völlig egal, wie schäbig sich Bischöfe gegenüber Opfern sexualisierter Gewalt verhalten – es bleibt für sie ohne Konsequenzen, kommentiert Christiane Florin. Das abgelehnte Rücktrittsgesuch des Hamburger Erzbischofs Stefan Heße sei ein weiterer Beleg dafür. Neu sei, dass diese Haltung so offen verkündet werde. Die Meinung von Christiane Florin vom 19. September können Sie hier lesen und hören.

Hoff: Päpstlicher Umgang mit Rücktritten ist »episkopale Amtsgarantie«. Der Fundamentaltheologe Gregor Maria Hoff sieht die Ablehnung der Rücktritte von Kardinal Marx und Erzbischof Heße kritisch. Er befürchtet, dass so lediglich der Status quo in der Kirche zementiert werde und systemische Konsequenzen ausbleiben. Dem Artikel vom 23. September finden Sie hier.

»Dann hört doch einfach auf, Bischöfe zu sein!« Aufgrund seiner Forschungen zum “Authentizitätsüberschuss” kommentiert unser Kirchenhistoriker Jörg Seiler die Begründung der Ablehnung des Rücktrittsgesuchs von Erzbischof Heße. Er verweist auf gewaltaffine Zusammmenhänge spiritueller Entscheidungsbegründungen. Den Artikel vom 23. September finden Sie hier.

Woelki bleibt – mit Auszeit: So begründet der Vatikan die Entscheidung. Papst Franziskus hat entschieden: Kardinal Rainer Maria Woelki bleibt im Amt des Kölner Erzbischofs. Er nimmt jedoch eine mehrmonatige Auszeit. Entscheidungen sind auch zu den beiden Kölner Weihbischöfen Dominikus Schwaderlapp und Ansgar Puff gefallen. Den Artikel vom 24. September können Sie hier lesen.

Woelki-Beschluss: Vielleicht sollte auch das Volk Gottes eine Auszeit nehmen. Die lang ersehnte Entscheidung aus Rom über Kardinal Woelki ist da – doch sie ist nicht die Entscheidung, die sich viele ersehnt haben. Im Gegenteil, meint der Chefredakteur der Münsteraner Kirchenzeitung Kirche + Leben, Markus Nolte, in seinem Kommentar: Was zählt, ist nicht der Wunsch eines Großteils des Volkes Gottes. Seine Gedanken vom 24. September finden Sie hier.

Kirchenrechtler: Papst-Entscheidung zu Woelki ist »Bankrotterklärung«. Der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller greift Papst Franziskus für seine Entscheidung zu Kardinal Woelki hart an: Sie sei eine “moralische Bankrotterklärung”, die seiner Null-Toleranz-Linie gegenüber Missbrauch und Vertuschung widerspreche. Den Artikel vom 25. September finden Sie hier.

Woelki: Will über zukünftiges Miteinander im Bistum nachdenken. Nach einem kurzen Pressetermin am Freitag ist es das erste Mal, dass Kardinal Woelki sich persönlich zu seinem Amtserhalt äußert. In einem Video dankt er Papst Franziskus für die gewährte Auszeit: Er wolle über das Miteinander im Bistum nachdenken. Den Artikel vom 26. September finden Sie hier.

»Ratlos und verletzt«: Auszeit ‒ und Aus? »Hamburg, Köln, München ‒ in früheren Jahren Limburg, Regensburg oder Augsburg: Das Austauschen von Personen, sprich: Bischöfen allein bewirkt noch keine nachhaltige Wende. Die Kirche steht und steckt in einem fundamentalen kulturellen Umbruch. Wer geht, wer austritt, gibt damit nicht automatisch seinen oder ihren Glauben auf. Hat aber die Nase voll.« Meint der Jesuit Andreas R. Batlogg. Seine Gedanken vom 26. September können Sie hier lesen.

Bischof Bätzing: Kirche und Gesellschaft in einer Zeitenwende. Corona, mangelnde Missbrauchsaufarbeitung, die römische Absage von Segnungen homosexueller Paare: Der DBK-Vorsitzende Bischof Georg Bätzing bescheinigt der Kirche einen »schleichenden Relevanzverlust« – und benennt in diesem Zusammenhang auch die Kurie. Den Artikel vom 27. September finden Sie hier.

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Zum grundsätzlichen Umgang mit dem Thema Prävention und Missbrauch
im Bistum Osnabrück

»Der Bischof und das Bistum haben im Rahmen eines diözesanen Schutzprozesses bereits umfangreiche Maßnahmen in die Wege geleitet, um sexuelle Gewalt und geistlichen Missbrauch in der Kirche aufzuarbeiten und präventiv zu verhindern. Dieser Prozess unter Mitwirkung zahlreicher interner und externer Fachleute umfasst die Begleitung Betroffener, den Umgang mit Beschuldigten und Tätern, Präventionsmaßnahmen für alle kirchlichen Einrichtungen und die koordinierte Intervention in konkreten Fällen sowie die Behandlung systemischer Grundfragen.« So heißt es in der zuvor zitierten Stellungnahme des Bistums Osnabrück. Detailliertere Informationen zum diözesanen Schutzprozess finden sie hier.

Aktuelle Entwicklungen und Berichte zum diözesanen Schutzprozess
zu den Themen Prävention und Missbrauch in unserem Bistum finden Sie hier.

Kontaktdaten für Betroffene sexueller oder spiritueller Gewalt
Die Kontaktdaten der unabhängigen Ansprechpersonen für Betroffene von sexueller und spiritueller Gewalt im Bistum Osnabrück finden Sie hier.

Prävention in der Pfarrei Christus König
Auch wir in unserer Pfarrei beschäftigen uns seit 2017 intensiv mit der Prävention von grenzverletzendem Verhalten, sexualisierter Gewalt und geistlichem Missbrauch und haben ein eigenes institutionelles Schutzkonzept entwickelt. Einen Auszug finden Sie hier:

Das institutionelle Schutzkonzept (ISK) der Pfarrei Christus König
Die Pfarrei Christus König umfasst die drei Standorte St. Franziskus, Heilig Geist und Christus König in den Osnabrücker Stadtteilen Dodesheide, Sonnenhügel und Haste. Als Christen wollen wir die Botschaft von Jesus Christus, von Gottes Liebe zu den Menschen leben und weitergeben. Dabei ist das Leben unserer Gemeinde mit etwa 9000 Katholiken so vielfältig wie die Menschen, die bei uns mitmachen. Wir feiern kleine und große Gottesdienste sowie andere Gemeindefeste, treffen uns in zahlreichen Gruppen und Verbänden mit unterschiedlichen Zielen und Aufgaben.

Unser Selbstverständnis unseres Gemeindelebens ist geprägt durch eine Haltung, mit der wir alle Menschen bei uns willkommen heißen. Entscheidend ist dabei für uns, dass wir sichere Orte und Begegnungsräume bieten, in denen Wertschätzung, Respekt und Achtsamkeit erlebt werden. Aus dieser Grundhaltung sehen wir es als unsere Aufgabe, Erfahrungsräume zu schaffen, die für alle Menschen, besonders für Kinder, Jugendliche und erwachsene Schutzbefohlene, eine größtmögliche Sicherheit bieten.

Daraus ergibt sich für uns die Motivation zu unserem ISK, in dem die Würde und das Wohl der uns anvertrauten Menschen, insbesondere der Schutz vor Grenzüberschreitungen und vor sexualisierter Gewalt, größtmöglich sichergestellt werden. Das Konzept bezieht sich ausnahmslos auf all unsere gemeindlichen Aktivitäten und Institutionen, die in unserer Verantwortung liegen.

Im vorliegenden Konzept finden neben den in der Präventionsordnung des Bischöflichen Gesetzes abgebildeten Regelungen und Vorgaben die Besonderheiten unserer Pfarrei Christus König und nicht zuletzt unsere Umsetzungsregelungen Berücksichtigung. Das Konzept wird verstanden als Grundlage für eine inhaltliche Auseinandersetzung, einen dauerhaften Prozess zur Sicherung der größtmöglichen Freiheit und Sicherheit aller Menschen in unserer Pfarrei: ein Arbeitspapier, das in Zukunft regelmäßig überprüft und weiterentwickelt wird.

Ansprechpartner innerhalb unserer Pfarrei
Alexander Bergel
Pfarrer
alexander.bergel@christus-koenig-os.de
0541 96293511

Dr. Ulrike Haucap-Osterhaus
stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstandes
kv@christus-koenig-os.de

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Bild: Peter Weidemann
In: Pfarrbriefservice.de