Gerecht, glaubwürdig und respektvoll, verantwortungsvoll, bunt, relevant und lebensnah, so muss die katholische Kirche sein. Das fordern nicht nur die Mitglieder der Bewegung »Maria 2.0«, die ihre Thesen Ende Februar in einer provokanten Aktion bundesweit an viele Kirchentüren hängten. Auch viele Mitglieder unserer Pfarrei sind dieser Meinung. Ihre Zustimmung zu den Thesen signalisierten sie jetzt in einer Umfrage, die die Mitglieder des Pfarrgemeinderates (PGR) organisiert hatten. Deutlich wurde dabei, dass die Mitglieder die in den Thesen angesprochenen Probleme auch für die Arbeit in den Gemeinden und in der Seelsorge als drängend wahrnehmen.

»Wir verstehen unsere Pfarrei als einen Ort eines im Glauben verbundenen Dialogs, aus dem niemand aufgrund seiner Herkunft, Sozialisation oder Sexualität ausgeschlossen wird«, erklären die Mitglieder des Pfarrgemeinderates jetzt in einem einstimmig verabschiedeten Arbeitspapier. Sie sehen es als ihre Aufgabe, sicherzustellen, dass in den Angeboten der Gemeinde Diskriminierungen vermieden und Ungerechtigkeiten abgebaut werden und jede und jeder willkommen ist und betonen: »Wir setzen uns dafür ein, dass dies auch gegen mögliche Widerstände erhalten bleibt.«

Viele Schritte seien die Menschen in der Pfarrei bereits gegangen, stellt der PGR fest: So arbeiteten in den Gremien Ehrenamtliche selbstverständlich und selbstbewusst an der Gestaltung und in der Leitung der Gemeinde mit, die Begegnung mit dem pastoralen Team sei von Wertschätzung geprägt und auf Augenhöhe. In der Kinder- und Jugendarbeit sei das Zusammenleben in vielfältigen Beziehungen selbstverständlich. Dasselbe gelte für die Auseinandersetzung mit dem Thema sexueller und körperlicher Missbrauch. »Die Beteiligung von Frauen und Laien in liturgischen und pastoralen Diensten genießt in unserer Pfarrei ein hohes Ansehen und wird mehr und mehr selbstverständlich«, betonen die Gremienmitglieder. Unter dem Siegel der »Fairen Gemeinde« engagieren sich darüber hinaus viele Menschen in Christus König für soziale und ökologische Gerechtigkeit.

Künftig soll die Vielfältigkeit von Lebensentwürfen noch stärker im Blick sein, um möglichst vielen Menschen ein Angebot zu gelingendem Leben und Glauben zu machen und niemanden auszuschließen. »Dies schließt ausdrücklich die Möglichkeit ein, sich und seine Partnerschaft unter den Segen Gottes zu stellen.« Der PGR betont ausdrücklich: »Wir setzen uns ein für eine Kirche, die gerecht, aufrichtig und transparent ist, und stärken denjenigen den Rücken, die mit uns auf diesem Weg gehen.« Das Arbeitspapier soll nun in der Pfarrei und im Dialog mit anderen Gemeinden und Akteuren im Bistum Osnabrück weiter diskutiert und umgesetzt werden.

Das vollständige Arbeitspapier können Sie hier lesen.