„Da kommen ja noch mehr!“, das mochte so mancher Autofahrer gedacht haben, als sich eine ganz bunte Gruppe von 32 Fahrradfahrern und -fahrerinnen unterschiedlichsten Alters am Sonntag um 12 Uhr von der Christus-König-Kirche auf den Weg machte, um verschiedene Stationen zu besuchen. Als Erstes steuerte die Gruppe die „Gartenbauschule“ an – die allerdings schon seit 1960 offiziell nicht mehr so heißt und nun die Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur beherbergt – um an den etwas versteckten Bildern der vier Jahreszeiten sich auffordern zu lassen, Gottes Gegenwart in allen Dingen auf dem gemeinsamen Weg zu begegnen. Weiter ging es zum Kreuz im Hone, wo die erste Hl. Messe im Osnabrücker Land gefeiert worden sein soll. Danach zur Gedenkstätte in Lechtingen. Besonders beeindruckend und aktuell die Worte an der Mauer der Gedenkstätte:

Der Friede zerbricht – in Bangen und Not – in Hunger und Tod – es bleibt die Heimat – Wahnwitz entfacht den Brand – und zwingt – und herrscht – und tobt – und mordet – und schändet – und endet im Chaos!

Der traurige aber real stattgefundene „Krimi“, der sich vor 124 Jahren in der Nähe der Lechtinger Schule abgespielt hat, war Inhalt der nächsten Station. Danach ging es zur Annakapelle, die direkt neben der Alexanderkirche in Wallenhorst steht und schon im 15. Jahrhundert gebaut wurde. Heute dient sie als Gedenkort der Toten des 2. Weltkrieges.

Natürlich lag auch die alte Alexanderkirche auf dem Weg der Gruppe und sie durfte an einer verkürzten Führung durch diese aus der Karolingerzeit stammenden Kirche teilnehmen. Die Frage: „Was seht ihr auf dem Turm?“ war für die Kinder nicht ganz so einfach zu beantworten, aber natürlich kamen sie auf die Lösung: „Eine Henne!“ An diesem so wunderschön idyllisch gelegenen Ort machte die Gruppe dann die wohlverdiente Picknickpause, bevor der anstrengendste Abschnitt der Fahrradtour zum im Wald versteckt liegenden Piusgarten in Rulle begann. Dort, am Gründungsort des Männergesangvereins „Cäcilia Rulle“, bekam die Gruppe einen biblischen Impuls und es wurde lauthals „Laudato si“ gesungen. Bergab ging es dann zur Wallfahrtskirche in Rulle, wo von dem „Blutwunder“ berichtet wurde und in der Gnadenkapelle alle die Kühle der Kirche genießen durften.

Schon auf dem Weg zum „Kreuz auf dem Hohn“ bremste dann ein Mähdrescher die Radfahrer und -fahrerinnen aus, der die Gruppe dann, durch den von ihm verursachten Staub und Lärm, zur Weiterfahrt ins Kloster Nette drängte. Hier, in der alten Gutskapelle, wurde dann noch von dem „gestohlenen Kreuz auf dem Hohn“ berichtet und Schwester Friederike erzählte kurz etwas über die Geschichte des Klosters. Mit dem Lied „Komm Herr segne uns“ wurde die Fahrradpilgertour pünktlich um 17 Uhr abgeschlossen. Dem Wunsch nach Fortsetzung kann sicher Folge geleistet werden.

Einige Bilder von der Fahrradtour finden Sie hier.

Bericht: Gisela Schmiegelt
Bild: Thomas Osterfeld