„Du bist aus Sternenstaub“ steht auf einem Gläschen, das alle Teilnehmenden am Ende mitnehmen dürfen. Das Glas ist gefüllt mit (echtem?) Sternenstaub. Der menschliche Körper besteht nämlich zu 92% aus Elementen, die bei der Explosion längst vergangener Sterne entstanden sind. Dass der Mensch überhaupt lebt, dass das Leben auf der Erde und die Erde selbst existieren, liegt an einer Reihe krasser „Zufälle“ und exakt zueinander passender Gegebenheiten und Ereignisse.

Schon sind wir mitten im Abend „Unterm Sternenhimmel“ aus der Sommerkirche-Reihe im Garten von Kloster Nette angekommen. Es geht um das biblische Bild, dass Gott den Menschen aus dem Staub des Erdbodens formt, um die wissenschaftlichen Zusammenhänge der Welt-Entstehung und eben die Idee vom Menschen aus „Sternenstaub“. Darum, dass wir Menschen Teil dieser Schöpfung sind und gleichzeitig einzigartig. Dass wir damit auch wie ein „leuchtender Stern“ für andere sein können. Am Anfang ist es dunkel, am Ende brennen auf dem Rasen viele Kerzenlichter. Da ist es nicht tragisch, dass die wenigen Sterne, die während des Gottesdienstes tatsächlich am Himmel zu sehen sind, irgendwann von einer Wolkenschicht verdeckt werden.

Musikalisch durch den Abend getragen werden wir von einer ganz einmaligen Musik-Gruppe mit Gitarren, Geigen, Akkordeon und Kontrabass. Karolin und Martin Holtgrewe mit Gast-Musizierenden aus Süddeutschland und der Schweiz (!) sorgen für noch ein bisschen mehr zauberhafte Sternenhimmel-Atmosphäre im nächtlichen Klostergarten. Am Ende bleiben die gut 30 Teilnehmenden noch eine ganze Weile in Grüppchen stehen und plaudern leise miteinander, weil offenbar niemand die stille Stimmung durchbrechen möchte. Die anfangs gestellte Frage: „Ist das Leben einfach nur ein großer Zufall?“ beantwortet das im Gottesdienst abgespielte Lied von Marteria auf seine Weise: „Wir leben auf einem blauen Planet, der sich um einen Feuerball dreht, mit ’nem Mond, der die Meere bewegt, und du glaubst nicht an Wunder? Und du glaubst nicht an Wunder?“

Ein paar Eindrücke des Abends finden Sie hier.

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Bericht: Katharina Westphal
Bild: Thomas Osterfeld