Seit der Entscheidung des Pfarrgemeinderats vom 6. Mai, bis auf weiteres auf die Feier öffentlicher Gottesdienste zu verzichten, sind einige Wochen vergangen. Wir haben viel Unterstützung für unseren Weg bekommen, aber auch kritische Nachfragen. Mittlerweile haben andere Gemeinden erste Erfahrungen gesammelt. Es sind gemischte Erfahrungen. Natürlich sind auch mit den Hygienebestimmungen Gottesdienste möglich. Einige haben mir erzählt, wie gut ihnen die Mitfeier im Dom getan hat. Andere berichten von einer gewissen Anspannung oder auch davon, dass Menschen zunehmend lockerer mit bestimmten Vorschriften umgehen. Irgendwo zwischen Freude und Unsicherheit bewegt sich das alles also.

Was bedeutet das für uns? Der Pfarrgemeinderat hat von Anfang an deutlich gemacht, die Lage sehr genau im Blick zu behalten, zu analysieren und ggf. neu zu bewerten. Unser Drei-Schritte-Plan sieht vor, je nach Lage der Dinge in einem zweiten Schritt mit nicht-eucharistischen Gottesdiensten zu beginnen und in einem dritten Schritt auch wieder die Messe zu feiern.

In seiner Sitzung vom 27. Mai hat der Pfarrgemeinderat nun nach einer ausführlichen Analyse der Lage, nach Hören und Bewerten unterschiedlicher Argumente entschieden, dass wir ab Fronleichnam, 11. Juni, in zunächst sehr zurückhaltender Weise den Schritt 2 wagen wollen und vorsichtig mit der Feier von Gottesdiensten beginnen.

Wir haben überlegt, mit drei ganz einfachen Formen zu starten: einer Eucharistischen Anbetung oder Wort-Gottes-Feier am Donnerstag um 19:00 Uhr in Christus König, der Orgelmusik zur Marktzeit am Dienstag um 10:30 Uhr in Heilig Geist und einer Wort-Gottes-Feier am Mittwoch um 10:00 Uhr in St. Franziskus mit Übertragung ins Seniorenzentrum. Bei der Anbetung und der Orgelmusik geht es in erster Linie darum, einfach da zu sein – jeder für sich, aber doch auch in Gemeinschaft. Die Wort-Gottes-Feier ist schon eine etwas ausgefeiltere Liturgie, vielen ist sie bereits seit Jahren vertraut. Etwas später werden wir auch am Sonntag wieder einen Gottesdienst feiern (vorerst jedoch nur einen) – und zwar als Wort-Gottes-Feier um 10:00 Uhr in St. Franziskus (mit Übertragung ins Seniorenzentrum). Start ist hier der 21. Juni.

Die Eucharistische Anbetung ist eine sehr offene Gebetsform. Zu Beginn gibt es ein kleines Musikstück, das Allerheiligste wird in der Monstranz auf den Altar gestellt, Weihrauch steigt auf. Es gibt viel Stille, zwischendurch ein gesprochenes Gebet und immer wieder ein wenig Orgelmusik. Am Ende steht der Segen. Die Anbetungszeit dauert eine Stunde, man kann aber auch später kommen oder früher gehen – unter Wahrung der Abstandsregeln. Die Orgelmusik zur Marktzeit dauert ca. 30 Minuten. Auch da kann man kommen und gehen wie man mag. Die Wort-Gottes-Feier in der Woche wird ca. 30 Minuten dauern, am Sonntag ca. 45 Minuten.

Beachten Sie bei der Feier der Gottesdienste bitte unbedingt, den Abstand von 1,5 m zu anderen Personen einzuhalten, auch beim Hineingehen in die und Herausgehen aus der Kirche. Der Zugang und Ausgang erfolgt durch jeweils gekennzeichnete Türen. Das Tragen von Mund- und Nasenschutz wird empfohlen. In den Kirchen nehmen Sie bitte ausschließlich auf den markierten Sitzen Platz. Beim Betreten der Kirche erfragen Helfer Ihre Kontaktdaten (Name und Telefonnummer) oder Sie haben idealerweise bereits ein Kärtchen mit Ihren Daten dabei. Diese Daten werden 21 Tage lang aufbewahrt und dann vernichtet. Diese Maßnahme gilt der eventuellen Rückverfolgung von Infektionsketten für die Gesundheitsbehörden. Auch auf die übliche Hust- und Niesetikette bitten wir zu achten.

In unseren Kirchen kann nur eine begrenzte Zahl von Mitfeiernden Platz nehmen: in Heilig Geist sind es 30 Personen, in Christus König 60, in St. Franziskus 80.

Es sind erste Schritte auf dem Weg zur Feier unserer Gottesdienste. Auch über Feiern draußen und die Kinderkirche denken wir nach. All das aber will gut geplant und organisiert werden – zu Ihrer Sicherheit! Und es werden viele Helferinnen und Helfer benötigt. Von „normal“ lässt sich in diesem Zusammenhang noch lange nicht sprechen. Wir hoffen aber, dass diese Formen sich bewähren und wir fürs erste auf diese Weise miteinander feiern können. Wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass das bisherige Warten und das nun vorsichtige Vorantasten und auch der weitere Verzicht auf die Eucharistiefeier dem Ernst der Lage am besten Rechnung trägt. Wenn Sie Fragen haben oder Anregungen, melden Sie sich gerne bei uns!

Wenn Sie wissen möchten, was bei der Wiederaufnahme der Feier von Gottesdiensten alles zu bedenken und zu beachten ist, finden Sie hier die Antwort in der Checkliste für öffentliche Gottesdienste in Corona-Zeiten vom 6. Juli.

Alexander Bergel
Pfarrer