Erst war es nur ein Satz. Eines dieser Jesus-Worte, das man irgendwie kennt, aber auch schnell wieder vergisst: »Wer zu mir kommt, den weise ich nicht ab.« Beim Firmtreffen zum Thema »Wer ist eigentlich Jesus?« sollten die jungen Leute überlegen, welche der vorgestellten Worte wohl von Jesus stammen.

Bei manchen war es schnell klar, andere hingegen ließen sich nicht so eindeutig zuordnen. Dies zum Beispiel: »Viel mehr als unsere Fähigkeiten sind es unsere Entscheidungen, die zeigen, wer wir wirklich sind.« Dieses Wort stammt nicht von Jesus, sondern von Albus Dumbledore, dem Schulleiter der Zaubereischule Hogwarts. Er gibt diese Weisheit Harry Potter mit auf den Weg, dem vielleicht berühmtesten Zauberlehrling aller Zeiten.

Jesus sagt: »Wer zu mir kommt, den weise ich nicht ab« (Joh 6,37). Als wir den Firmgottesdienst vorbereitet haben, war dieses Wort plötzlich wieder da. Und ganz schnell waren wir im Gespräch. Darüber, wie Jesus mit Menschen umgeht. Darüber, wie tief die Sehnsucht wohl von uns allen ist, so angenommen zu sein, wie man ist. Egal, was man kann, egal, was man hat, egal, wen man liebt, egal, wie sehr man glaubt. Angenommen sein – ohne Vorleistung!

Und dann waren wir plötzlich ganz schnell dabei, Lieder zu finden, die das zum Ausdruck bringen und biblische Geschichten, die davon erzählen. Die Arche Noah – ein im wahrsten Sinne des Wortes buntes Schiff mit allen nur erdenklichen Tieren: vom Faultier bis zum Elefanten (im Porzellanladen) und mit Menschen, die noch eine ganz leise Ahnung von der Schöpfung haben, wie sie am Anfang einmal war.

Der Zöllner Zachäus, der kleine Mann mit ziemlich viel auf dem Kerbholz – er muss sich nicht entschuldigen oder alles ändern. Jesus sieht ihn. Sieht seine Geschichte. Sieht seine Sehnsucht. »Heute muss ich bei dir zu Gast sein.« Ohne Vorleistung, einfach so. Zachäus ist im Innersten erschüttert. »Bei mir zu Gast?« Ja, Zachäus, bei dir! Plötzlich ist doch alles anders.

Wir feiern die Firmung. Feiern, dass Gott die jungen Menschen mit seiner Kraft erfüllt. Feiern, dass sie geliebt und angenommen sind – einfach so. Wir sind froh, dass Ihr da seid und gratulieren Euch und Euren Familien ganz herzlich!

Alexander Bergel

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Bild: Irmengard Sewald
In: Pfarrbriefservice.de