Arbeitskreis Johannes Prassek

Die Kirchengemeinde Christus König hat ihrem 2005 eingeweihten Pfarr- und Jugendheim den Namen “Johannes-Prassek-Haus” gegeben. Der Johannes-Prassek-Arbeitskreis hat es sich zur Aufgabe gemacht, dieser Namenswahl nachhaltig Impulse zu verleihen.

Seine Schwerpunkte sieht er darin, die Erinnerung an das Leben und Wirken des seligen Johannes Prassek wachzuhalten, Impulse zu setzen für ein aus dem Glauben motiviertes Eintreten für die Würde des Menschen, die ökumenische Offenheit und die Sensibilisierung der nachwachsenden Generation. Dies geschieht z.B. in jährlichen Vorträgen, Gestaltung von Gottesdiensten, durch die Patenschaft für den Stolperstein vor unserer Kirche und anderen Aktionen. Der Arbeitskreis trifft sich etwa fünf- bis sechsmal im Jahr.

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Unsere bisherigen wichtigsten Aktionen der letzten Jahre

10. November 2014
Lesung der Abschiedsbriefe der Lübecker Märtyrer
mit dem Schauspieler Oliver Meskendahl
im Dom
Kollekte für syrische Flüchtlinge: ca. 230,- €

20. November 2014
„Die Lübecker Märtyrer – Woher kommt die Kraft zu widerstehen?“
Vortrag von Prof. Dr. Helmuth Rolfes

25. Juni 2015
„Geführte Wege“
Vom Stolperstein zum Mahnmal „Verbrannte Bücher“

Abschluss in Christus König mit Vorstellung der limitierten Grafik
von Dominikus Witte

20. November 2015
„Was ist der Mensch?“
Szenisches Spiel
der Schülerinnen und Schüler des 12. Jahrgangs
des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums in der Angelaschule

13. Februar 2016
Fahrt des AK Johannes Prassek
und einiger Gemeindemitglieder nach Leer

Kirchenführung und Treffen mit dem AK Hermann Lange

20. April 2016
Entscheidung des Preisgerichts für den Entwurf von Madeleine Dietz
im Rahmen der Neugestaltung der Christus-König-Kirche

25. Juni 2016
Weggottesdienst mit Stolperstein
Meditation in Christus König
und Eucharistiefeier mit Domkapitular Ansgar Lüttel
in St. Franziskus

10. November 2016
Vesper
in Christus-König mit ca. 80 Teilnehmern

Februar 2017
„Kirche am Weg“
2 QR-Tafeln an der Kirche und am Johannes–Prassek–Weg

13. März 2017
Gottesdienst zum 80. Weihetag von Johannes Prassek
im Dom

25. Juni 2017
Gedenkgottesdienst
im Dom

23. September 2017
Wiedereröffnung der Christus-König-Kirche
mit dem neuen Gedenkort für die Lübecker Märtyrer

13. März 2018
Vesper am Weihetag von Johannes Prassek
in der Christus-König-Kirche

21. März 2019
Lesung mit Frau Jabs-Kiesler
aus ihrem Buch „Warum erinnern?
Eine Auswahl von Reden an Orten des Gedenkens 2003 – 2016“
im Johannes-Prassek-Haus

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Wer ist Johannes Prassek?

Johannes Prassek wurde am 13. August 1911 in Hamburg geboren. Während des Theologiestudiums an der Jesuiten-Hochschule St. Georgen in Frankfurt freundete er sich mit dem aus Osnabrück-Haste stammenden Kommilitonen Adolf Grothaus an. Dieser lud Prassek in seine Heimat ein, wo die Familie Grothaus für Johannes Prassek wie eine zweite Familie wurde. So kam es auch, dass Johannes Prassek nach seiner Priesterweihe im Jahr 1937 seine Primiz, d.h. die erste Heilige Messe, in der Christus-König-Kirche in Haste zelebrierte.

Später, während seiner Zeit als “erster Kaplan” in der Lübecker Propsteikirche Herz Jesu, kümmerte sich Prassek auch gegen staatliche Verbote um ausgegrenzte, außenstehende und sorgenbelastete Menschen (z.B. polnische Zwangsarbeiter). Außerdem genoss er den Ruf eines ausgezeichneten Predigers. In seinen Ansprachen sowie in Gesprächskreisen mit Jugendlichen oder auch in Lübeck stationierten Soldaten versuchte er, seine Überzeugungen und seinen Protest gegen das Unrecht der nationalsozialistischen Herrschaft deutlich zu machen. Als Johannes Prassek einmal von besorgten Gemeindemitgliedern vor den Folgen seines Tuns gewarnt worden war, antwortete er: “Wir Priester müssen wenigstens den Mut haben, die Wahrheit zu sagen. Sonst glauben die Leute, das alles wäre in Ordnung. Was können sie mir schon tun?”

Verraten durch einen Spitzel, wurde Johannes Prassek am 18. Mai 1942 durch die Gestapo abgeholt. Mit ihm kamen die Kapläne Eduard Müller und Hermann Lange sowie der evangelische Pastor Karl Friedrich Stellbrink in Haft. In den Vernehmungen bewies Johannes Prassek seinen unnachgiebigen Bekennermut. Briefe aus dem Gefängnis sowie Berichte von Zeitzeugen lassen erkennen, dass Prassek trotz der harten, zermürbenden Haftbedingungen und der bevorstehenden Hinrichtung seine Glaubensgewissheit und seine Warmherzigkeit für die Mitgefangenen und die außerhalb der Gefängnismauern um ihn bangenden Menschen nicht verlor.

Am 22. Juni 1943 wurde Johannes Prassek wegen Vorbereitung zum Hochverrat, Rundfunkverbrechen, Zersetzung der Wehrkraft und landesverräterischer Feindbegünstigung zum Tod verurteilt. An diesem Tag schrieb er in sein Neues Testament: “Sit nomen Domini benedictum! [d.h. übersetzt: Der Name des Herrn sei gepriesen!] Heute wurde ich zum Tode verurteilt.”

Zusammen mit den Lübecker Kaplänen Hermann Lange und Eduard Müller sowie dem evangelisch-lutherischen Pastor Karl Friedrich Stellbrink gehört Kaplan Johannes Prassek zu den sogenannten Lübecker Märtyrern. Am 10. November 1943 wurden die vier Geistlichen um 18:20 Uhr, 18:23 Uhr, 18:26 Uhr und 18:29 Uhr im Hamburger Gefängnis Holstenglacis durch das Fallbeil enthauptet. Das Leben von Johannes Prassek war geprägt von großer Mitmenschlichkeit, ökumenischer Offenheit sowie einem starken Glauben an Gott.

Die Heilige Messe war für Johannes Prassek bis zu seinem Lebensende die innerste Quelle seiner Kraft. Davon zeugt ein aus seiner Gefangenschaft stammendes Schriftstück. Dort bedankt sich Prassek für Hostien und Wein, die man ihm in seine Zelle geschmuggelt hatte: “Wenn Sie wüssten, wie ich mich gefreut habe! Über die Nahrung, ja, aber erst über Hostien und Wein. Ich habe geheult wie ein kleines Kind vor Freude. Jetzt feiere ich jeden Morgen hier das heilige Opfer, so einfach, wie es selbst in den Katakomben wohl nicht einfacher ging.”

Kontakt

Wilfried Sondermann
0541 67534