Impulse2020-03-29T00:50:20+01:00
Kreuzweg

Impulse

Worte können heilen. Und zum Nachdenken bringen. Worte können Mut machen. Und neue Wege aufzeigen. Worte bringen Gefühle zum Ausdruck. Und Sorgen. Und Nöte. Glück und Unglück zeigen sich in ihnen ebenso wie Glauben und Hoffnung. Und natürlich Zuneigung und Liebe. Besonders schön ist es, wenn einem jemand solche Worte sagt. Wenn wir sie persönlich hören. Wenn wir spüren: Der meint mich!

In diesen Tagen können wir uns nicht mehr versammeln. Viele vermissen das schmerzlich. Aber lesen – das geht. Im neuen Format »Impulse« finden Sie künftig in loser Reihenfolge Gedanken, Erlebnisse, Deutungen, Diskussionsbeiträge, die uns im Pastoralen Team eingefallen sind. Oder die wir anderswo gefunden haben. Und die wir mit Ihnen teilen möchten. Solange wir uns nicht mehr sehen können. Und – warum eigentlich nicht? – auch darüber hinaus.

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Geschichten & Gedanken

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Kennen Sie Simson? Nein? Dann wird es Zeit! Simson war ein Held. Und was für einer! Einer mit langen Haaren. Und dem Hang zu Abenteuern. Kleinen und großen Katastrophen. Und Fettnäpfchen. Besser: Fettwannen. Das Buch der Richter im Alten Testament erzählt von ihm. Und von noch so manch anderen waghalsigen Männern und mutigen Frauen. Spannung pur. Simsons Geschichte in den Kapiteln 13-16 des Richter-Buchs beginnt so:

»Die Israeliten taten wieder, was in den Augen des HERRN böse ist. Deshalb gab sie der HERR vierzig Jahre lang in die Hand der Philister. Es war ein Mann aus Zora, aus der Sippe der Daniter, namens Manoach; seine Frau war unfruchtbar und hatte nicht geboren. Der Engel des HERRN erschien der Frau und sagte zu ihr: Siehe, du bist unfruchtbar und hast nicht geboren; aber du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären. Und jetzt nimm dich in Acht und trink weder Wein noch Bier und iss nichts Unreines! Denn siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären. Es darf kein Schermesser an seinen Kopf kommen; denn der Knabe wird vom Mutterleib an ein Gott geweihter Nasiräer sein. Er wird damit beginnen, Israel aus der Hand der Philister zu retten. Es darf kein Schermesser an seinen Kopf kommen.«

Simons Haare wachsen also. Und wachsen. Und wachsen. Sie sind Zeichen seiner Kraft. Einer Kraft, die von Gott kommt, der ihn – wie viele vor ihm und danach – braucht, um die Menschen zu führen, sie aus dem Gewohnten herauszulocken, ihr Verhalten in Frage zu stellen, sie in ihrer Unterschiedlichkeit zusammen zu halten, Zukunft zu ermöglichen. Darum ging es damals in Israel. Darum geht es eigentlich immer.

In der Simson-Geschichte begegnen uns viele merkwürdige Situationen, teils sogar verstörende Ereignisse. Von einem Löwen ist da die Rede, den Simson mit bloßen Händen tötet, von gestohlenem Honig, von ausgestochenen Augen und einstürzenden Säulenhallen, von Liebe und Hass, Neid und Verrat. Als Simson unfreiwillig seine Haare – und damit seine Stärke – verliert, nimmt das Unheil seinen Lauf.  Am Ende ist auch Simson, der Held, nur ein fehlbarer, ein schwacher Mensch. So wie du und ich.

Wer sich in diese weit entfernte Welt hinein begibt, entdeckt eine Menge von sich selbst. Erfahrungen werden wach: Wenn alles ins Wanken gerät, wenn alles zugrunde geht, wenn die äußere Kraft abnimmt – wahre Stärke liegt doch woanders, oder? Die alten Geschichten behandeln unsere Themen. Und sie könnten Antworten geben. Durch die Jahrtausende hindurch erprobt. Aber lesen Sie selbst!

Bevor Sie jetzt zur Bibel greifen, noch eine kurze Frage: Machen Sie sich gerade Sorgen um Ihre Frisur? Immerhin sind die Friseure gerade alle dicht. Und werden es vermutlich lange bleiben … Trösten Sie sich – es geht allen so! Und wenn Sie dann in nächster Zeit beim Spazierengehen draußen oder morgens im eigenen Spiegel Haarlängen ungekannten Ausmaßes sehen – denken Sie an Simson und seine Mähne. Denken Sie an seine Kraft, die von Gott kam. Und stellen sich die Frage: Welche Kräfte schlummern eigentlich in mir?

Alexander Bergel
25. März
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Damit hatte sie nun wirklich nicht gerechnet. Warum auch? Warum sie? Warum jetzt? Warum überhaupt? Nein, das passte nicht in ihr Konzept – wenn sie denn überhaupt eins hatte. Immerhin war sie gerade mal – gut, so ganz genau weiß man es heute nicht mehr, aber 15 war sie sicher noch nicht. Sie war jung. Hatte das Leben noch vor sich. Einen Mann gab es auch schon. Wenn sie alt genug wäre, sollten sie heiraten. So wie alle Mädchen es damals taten. Doch es kam anders.

Da war dieser Engel. Und diese Botschaft. Und mit ihr wurde alles anders. Von einem Moment zum nächsten. Sie solle Mutter werden. Jetzt schon. Aber nicht so, wie man es kennt. Gott war im Spiel. Gut, das ist er immer. Immer dann, wenn etwas Neues beginnt. Aber hier – hier war es dann doch irgendwie anders. Intensiver. Klarer. Mächtiger. Immerhin ging es auch um seinen Sohn. Mutter sollte sie werden. Mutter eines Kindes. Mutter eines Gotteskindes. Mutter eines Menschen, der die Welt auf den Kopf stellen würde.

All das konnte sie nur ahnen. Von wissen keine Spur. Und trotzdem sagt sie Ja. Ohne zu wissen, was passiert. Ohne die Folgen abschätzen zu können. Sicher, sie fragt nach: Wie soll das geschehen? Denn sie ist zwar jung, aber nicht naiv. Sie fragt nach, denkt nach – so wie sie es noch manches Mal tun wird. Die Antwort: Gottes Kraft wird dich verändern. Wird Dinge möglich machen, die unvorstellbar sind.

Und was tut sie? Sie macht mit. Geht Wege, die noch nicht sind. Dorthin, wo es gut ist. Neun Monate noch, dann würde sie ihr Kind zur Welt bringen. Eine lange Zeit. Alle Mütter und Väter dieser Welt wissen das. Aber es ist auch eine Zeit der Hoffnung. Dass Neues wachsen kann. Dass Dinge sich ändern lassen, ändern müssen, ändern werden. Maria ist ihren Weg gegangen. Den Weg der Fragen und der Unsicherheit. Den Weg des Vertrauens und der Kraft.

Ihr Weg wird durch einen Dornwald führen, wie es im Lied so schön poetisch heißt. Und dieser Dornwald wird blühen. In neun Monaten, was für eine lange Zeit, da ist Weihnachten. Die Dornen – sie werden bleiben, auf dem Weg dorthin und darüber hinaus. Denn so ist es nun mal, das Leben. Aber die Rosen – sie werden blühen. Und duften. Unvorstellbar schön! Diese Verheißung, die für viele bereits auch erlebte Erfahrung ist, feiern wir. An diesem Tag, da der Engel kam. Und etwas ganz Neues begann.

Alexander Bergel
25. März

Das Lied zum Nachhören finden Sie hier.
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Das Drama von Gründonnerstag bis Ostern spielt sich in diesen Tagen ganz anschaulich in der Welt ab, meint Dominik Blum auf katholisch.de. Ostern könne nicht verschoben werden, denn Ostern habe schon längst angefangen.

Den Artikel über das, was sich in diesen Tagen ereignet, ohne es kalendarisch passend in großer Runde feiern zu können, finden Sie hier.
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Vereinzelung ist das Gebot der Stunde – und womöglich wird sie wegen Corona noch verschärft. Doch Isolation kann auch eine Chance sein. Weise Menschen wie Jesus und Benedikt von Nursia, dessen Fest die Mönche am 21. März feiern, haben das selbst erfahren.

Die Gedanken von Markus Nolte aus der Münsteraner Kirchenzeitung »Kirche+Leben« können Sie hier nachlesen.
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Bernhard Stecker, unser ehemaliger Pfarrer und seit September 2019 Propst in Bremen, denkt darüber nach, was Hoffnung ist. Und lädt dazu ein, etwas auszuprobieren, was ungewohnt, vielleicht sogar peinlich ist. Aber nicht nur das.

Seine ermutigenden Gedanken – verbunden mit einem herzlichen Gruß aus Bremen – finden Sie hier.
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Andrea Schwarz, Bestsellerautorin und Pastorale Mitarbeiterin in einer Emsland-Pfarrei, schreibt regelmäßig für den Kirchenboten und die Bistumshomepage.

Dort finden Sie auch ihre Ideen, was man in (unfreiwillig) freien Zeiten so alles machen kann.
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Geplant war es nicht. Reiner Zufall. Ich bin mit dem Fahrrad unterwegs. Und mit Pater Breulmann. Wer ist noch mal Pater Breulmann? Richtig – der neue Pastor, den wir eigentlich am letzten Wochenende begrüßen wollten. Was ja leider nicht ging – Corona sei Dank. Begrüßt wurde er aber trotzdem. Von den Jugendlichen beispielsweise, die mal eben »Hallo« sagen und hinterherschieben: »Wenn’s mal zu laut wird am Wochenende – einfach melden! Wir können auch leise!« Oder vom Ehepaar aus dem Haus quer gegenüber, Heilig-Geist-Urgesteine, die interessiert fragen: »Sind Sie der neue Pater?« Ja, das ist er. Und schwuppdiwupp ist er auch schon mitten im Gespräch. Wenn Hermann Breulmann davon erzählt, spürt man, wie ihn diese Begegnungen freuen. »Wirklich nett!« Das wird er noch öfter sagen. Auch als er mir das kleine Willkommensgeschenk zeigt. Es stand vor der Haustür. Einfach so.

Heute nun sind der neue Pater und der gar nicht mehr so neue Pastor also mit dem Fahrrad unterwegs. Unterwegs, um die Pfarrei kennenzulernen. Die Corona-Krise sorgt dafür, dass plötzlich mehr weiße Stellen im Kalender auftauchen als sonst. Ziemlich ungewohnt, aber auch ganz schön. Start ist am Pfarrhaus Christus König, Haster Weg links ab, Östringer Weg, die Berningstraße hoch. Kloster Nette schenken wir uns an diesem Tag, denn das kennt Hermann Breulmann bereits. Genauso wie seinen Ordenskollegen, Pater Eberhard Fuhge. Lange Zeit in Afrika zu Hause, lebt der freundliche Mann heute als Hausgeistlicher bei den Netter Schwestern. Oben auf dem Berg liegt der Haster Friedhof. Herrlicher Sonnenschein, ein wunderbarer Blick über alte Bäume und gepflegte Gräber hinab ins Tal. Wir fahren weiter und machen den nächsten Halt beim Kreuzweg nach Rulle. Pater Breulmann, die letzten Jahre in den Metropolen Deutschlands daheim, in Hamburg, München und Berlin, freut sich, dass es solche alten Wege und Traditionen hier noch gibt.

Die Paul-Gerhardt-Kirche können wir natürlich nicht links liegen lassen. Dieses schöne kleine Gotteshaus steht da inmitten zahlloser blühender Frühlingboten, alles wie immer liebevoll gepflegt. Nach einem kleinen Exkurs über das gute Miteinander der Konfessionen in unserer Stadt landen wir, nicht ohne vorher die Landschaftsarchitekten der Hochschule zu bestaunen, im Garten von St. Angela. Wie alle, die zum ersten Mal hier sind, ist auch Hermann Breulmann fasziniert von diesem riesigen Areal zwischen Bramstraße und der gerade ziemlich gut gefüllten Nette. Ein kleines Paradies am Rande der Stadt. Der Park ist menschenleer, Schulgeräusche gibt es heute keine – ohne Unterricht, der ausfallen muss, auch kein Wunder. Im großen Labyrinth geht eine Ordensschwester umher. Was sie wohl denkt? Erlebt hat sie in ihrem Leben sicher schon so manches. Aber eine Zeit wie diese, in der plötzlich so vieles so anders ist? Das ist vermutlich auch für sie ganz neu.

Weiter fahren wir in die Dodesheide. Nach der Kreuzung Lerchenstraße/Haster Weg geht’s über den kleinen Padd (wissen Sie, welchen ich meine?) zur Franziskus-Kirche. Schon bei seinem ersten Besuch im November hatte der Jesuit aus Berlin die Schwarzkirche ins Herz geschlossen: »Grandioser Bau«, staunt Hermann Breulmann auch heute wieder. Und schiebt eine Frage hinterher: »Mögen die Leute diese Kirche?« Meine Antwort: »Kommt drauf an, wen man fragt!« Eine Kirche wie diese polarisiert. St. Franziskus tut es auch. Und zwar von Anfang an. Ich glaube aber, dass sich da was verändert. In letzter Zeit haben wir uns sehr intensiv mit dieser Kirche beschäftigt – und tun es immer noch: Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat, Liturgieausschuss, Pastoralteam und viele andere. Weil wir diesen Ort erhalten, ihn stärken und behutsam renovieren wollen. Wir machen uns Gedanken: Warum ist das hier so? Welche Idee steckt eigentlich dahinter? Nicht nur wir, immer mehr Menschen fragen sich das. Und haben Lust, St. Franziskus, »Frisco«, wie viele diese Kirche liebevoll (!) nennen, neu zu entdecken. Pater Breulmann nickt zufrieden. Und freut sich. So wie ich.

Vorbei am Senionrenzentrum, das wir zum Schutz der alten Menschen nicht betreten dürfen, und vorbei am Kindergarten fahren wir zum Waldfriedhof. Wir sehen renovierte Reihenhäuser. Gut sehen sie aus. Doch der Schein trügt. So manche Armut verbirgt sich hinter der frisch getünchten Fassade. Wie mag es den Menschen dort wohl gehen?, frage ich mich. Wie den Kindern, die auf keiner Terrasse, in keinem großen Garten spielen können, sondern vielleicht zu fünft in drei Zimmern leben müssen? Wir schweigen. Und fahren weiter, bis wir im Schatten der riesigen Friedhofskapelle vom Rad steigen. Ein Betonbau, umgeben von frischem Grün und blühenden Bäumen. Auch in den kommenden Tagen und Wochen wird es hier Beerdigungen geben. Die Behörden sagen: »Trauerfeiern bis auf weiteres nur im kleinsten Kreis!« Verständlich ist das und auch richtig. Aber was das für die Angehörigen bedeutet und wie das gehen soll – keiner weiß es.

Wir sind auf der Knollstraße angekommen und fahren weiter Richtung Bürgerpark, stehen neben der Gertudenkirche und blicken über die Stadt mit ihren markanten Türmen: Marienkirche, Dom, St. Katharinen, Iduna-Hochhaus. Jede Zeit setzt halt ihre eigenen Akzente … Der Bürgerpark hat es Pater Breulmann sofort angetan. »Was für ein wunderbarer Ort«, schwärmt er. Ich ahne, dass man ihn hier öfter finden wird. Ein paar Meter vom Katharina-von-Bora-Haus entfernt (früher hieß es noch »Haus am Bürgerpark« und hatte in den 1960er und 70er Jahren eine begeisterte Kuchen- und Tortenbäckerin: meine Oma!), schaut man auf die Türme von Matthäus und Heilig Geist. Wie zwei Geschwister stehen sie da, die ganz selbstverständlich zueinander gehören.

Auf dem Wochenmarkt war Pater Breulmann schon des öfteren – ein Kleinod mitten auf dem Sonnenhügel –, wir fahren also weiter und stehen vor der Heilig-Geist-Kirche. Etwas Zeit ist noch, bevor der Spediteur mit den letzten neuen Möbeln kommt. Als wir den Raum betreten, spielt der Organist ein Lied, das kaum passender sein könnte als an diesem Ort, als zu dieser Zeit: »Heilger Geist, o Tröster mein, kehr in unsre Herzen ein!« Wir setzen uns. Hören zu. Und merken beide: ein ganz besonderer Moment. Gänsehaut.

Hätte mir vor zwei Wochen jemand gesagt, dass ich eine Gänsehaut kriege, wenn die Orgel ein altes Heilig-Geist-Lied spielt – ich hätte definitiv abgewunken. Und noch weniger gedacht, wir schnell mir das alles fehlen würde: das gemeinsame Feiern, die vertrauten Gesichter, die Messdiener, die mit Spaß dabei sind, die Lektorin, die so gerne Gottes Wort verkündet, der Blick in Reihe 5, wo ich schon weiß, wer da meistens sitzt … Aber so ist es gerade. Und nicht nur mir geht es so. Auch Hermann Breulmann erlebt das ähnlich. Noch weiß er zwar nicht, wer in Reihe 5 sitzt oder oben an der Orgel. Auch nicht, welchen Spaß man im Altarraum haben kann, wenn mal wieder irgendwer nicht den Kelch bringt, sondern das Handtuch oder wenn der Pastor – obwohl er es den Messdienern schon so oft erklärt hat – am Ende selbst falsch um den Altar läuft. Noch weiß Pater Breulmann es nicht – jedenfalls nicht aus dieser Gemeinde –, aber er wird es kennenlernen. Und er wird sie mögen – die Leute hier. Leute wie jene, die die Orgel von draußen  hören und mal eben gucken wollen, Leute, die eine Kerzen entzünden und sich freuen, jemanden zu treffen – an Tagen wie diesen …

Geplant war es nicht. Reiner Zufall. Dass wir aber just in dem Augenblick die Kirche betreten, da der Organist sie mit wunderbaren Klängen füllt – ist ein Geschenk. Eines, das wehmütig macht. Und froh. Wehmütig, weil gerade alles anders ist. Und froh, weil wir spüren, Hermann und ich: Bei allem, was ist, bei allem, was ins Wanken gerät – wir haben einen Grund, auf dem wir stehen. Und einen Gott, der uns zum Tröster wird. Als wir beide am Morgen losgefahren sind, hatten wir eine Fahrradtour geplant. Am Ende aber haben wir nicht nur viel gesehen – wir sind beschenkt worden. Durch viele Eindrücke. Orte. Menschen. Und ein Lied. Fahren Sie doch auch mal wieder mit dem Rad …

Alexander Bergel
17. März
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»Im Ernst? Bis Ostern? Und sogar noch länger?! Das kann doch wohl nicht wahr sein …« Vielleicht denken Sie das gerade. Und können es nicht fassen. Alles dicht: Kirche, Pfarrheime, Jugendräume. Keine Gottesdienste, keine Treffen, keine Gruppenstunden, keine Sitzungen, nichts mehr. Schulen zu, Kitas geschlossen. Wer hat so etwas schon mal erlebt? Vermutlich niemand. Jedenfalls nicht so. Nicht in der Form. Nicht mit diesen Konsequenzen.

Es ist eine ziemlich irreale Zeit. Keiner will sie, die zunehmend um sich greifende Verunsicherung. Keiner will Hamsterkäufe, die Angst also, irgendwann nicht mehr genug zum Leben zu haben. Aber einfach so darüber hinweg gehen – das will auch keiner. Und es geht auch nicht. Also: Handeln. Besonnen handeln. Sich zurückziehen, so es denn geht. Und warten.

Vor einigen Jahren hatte das Bistum das »Jahr des Aufatmens« ausgerufen. »Schaut auf das, was wirklich wichtig ist«, lautete die Devise. »Schaltet einen Gang zurück. Macht die Dinge anders, vielleicht tiefgründiger. Lasst Überflüssiges weg!« Wie das mit solchen Aktionen oft ist – sie gelingen mehr oder weniger gut. Jetzt aber stehen wir in einer Zeit, in der wir nicht anders können als anzuhalten, einen Gang zurückzuschalten, Dinge zu lassen.

Das kirchliche Leben liegt fast brach. Nur das Nötigste wird noch stattfinden können: Einzelseelsorge, Krankensalbungen, Beerdigungen. Die großen und kleinen Gottesdienste fallen aus. Und dann stellt sie sich unweigerlich, die Frage: Halte ich das aus? Mehrere Wochen keine gemeinsame Feier. Kein gemeinsames Hören des Wortes Gottes. Kein Teilen von Brot und Wein. Wird mir was fehlen?

Vielleicht kann diese Zeit, von der noch keiner genau weiß, wie lange sie dauern wird, vielleicht kann diese Wüsten-Zeit zu einer Zeit der ganz besonderen Erfahrung werden. Der Blick in die Bibel zeigt: Wüsten-Zeiten – das sind harte Zeiten. Zeiten, die vieles ins Wanken bringen. Wüsten-Zeiten sind Zeiten der Suche, des Aushaltens, des Fragens, des Zweifelns – aber sie sind ebenso Zeiten des Findens, des Erfahrens und des Vertrauens.

Vielleicht finden Sie in dieser Zeit, in der Sie sich viele Sorgen machen um Ihre kleinen Kinder oder Ihre alten Eltern oder auch um sich selbst, vielleicht finden Sie in dieser Zeit der geistlichen Wüste in all dem und durch all das hindurch auch ganz neue Einsichten, neue Antworten. Vielleicht entdecken Sie an sich ganz neue, ungeahnte Kräfte. Und vielleicht finden Sie in diesen Tagen und Wochen ganz viel Neues, das Sie nicht erwartet hätten …

Bleiben Sie tapfer!
Und hoffentlich auch gesund!.

Alexander Bergel
13. März
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Predigten

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Predigt am 5. Fastensonntag 
zu Joh 11, 1-45

Krank war er. Und bald darauf tot. Weggepackt. Mit Stein davor. Lazarus von Bethanien. Weg war er. Einfach nicht da. Auf und davon. Wie so oft. Jesus von Nazareth. „Auf, mach dich auf, du Menschensohn, komm doch! Komm und sieh. Sieh, was geschehen ist. Sieh, was immer geschieht: Menschen sterben. Träume zerbersten. Hoffnungen liegen brach.“ Ja, so ist sie wohl, die Welt. Und mittendrin die Frage: Wo warst du? Und noch mehr: Wo bist du? Ja, wo bist du, Gott? Ach, wärest du doch hier gewesen. Hättest du doch eingegriffen …

Ja, Herr, warum tust du es nicht? Du siehst doch die Welt. Die Welt, wie sie ist: Krankheit und Tod, wohin man blickt. Beziehungen, die zerbrechen, weil keiner mehr weiß, wie es gehen kann. Eltern, die den Draht zu ihren Kindern verlieren. Kinder, die darauf warten, dass ihnen einer sagt: Ich hab dich lieb. Menschen, die sich das Leben zur Hölle machen. Ach, Herr, wärest du da gewesen … Warst du aber nicht. Und so geht sie weiter, die Suche nach dem Leben.

In allem Zerbrochenen. In all dem Schmerz. In all der Angst. In der Angst vor einer Diagnose. Vor der Wahrheit. Vor dem Abbruch. Vor dem Tod. Doch, Moment – wie war das noch gleich? „Herr, wärest du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben!“ Marta geht einen Schritt weiter. Sie bleibt nicht stehen bei dem, was alle sehen. Nein, sie glaubt. Und vertraut. Sie schenkt Jesus ihr Herz, denn sie spürt: Er bleibt auch nicht stehen. Er bleibt nicht stehen bei dem, was alle sehen. Jesus lässt sich berühren. Ist im innersten erschüttert. Und weint. „Seht, wie lieb er ihn hatte.“ Und dann geschieht das Unfassbare: Der Tote kommt heraus. All das, was ihn fesselte, fällt ab von ihm. Die Maske des Todes – weg!

Welch phantastische Wendung. Typisch Bibel eben. Doch – was ist mit uns? Mit unserer Angst, unserer Sprachlosigkeit? Was ist mit den Fakten, die unbarmherzig dagegen sprechen? Es sind Fakten. Aber wer hindert uns daran, in allem Scheitern, in all dem Kaputten, ja selbst im Tod einen Gott zu erkennen, der zutiefst erschüttert ist von meinem Leid? Was hindert mich daran, trotz der Gegenargumente ihm mein Herz zu schenken? Was hindert mich daran, zu glauben, dass da einer mit mir weint? Dass da einer den Kerker meines Herzens öffnet? Dass da einer meine Angst durchdringen will mit seinem Blick? Dass da einer ist, der mir sagt: „Lebe, Mensch, lebe!“?

Ach ja, Herr, zeige dich doch! Ich warte so sehr darauf. Maria und Marta – sie haben dir vertraut. Und Lazarus lebt! Der Blinde – er hat dir geglaubt und konnte wieder sehen. Die Frau am Jakobsbrunnen – sie hat dir ihr ganzes chaotisches Leben gezeigt, und du hast ihr einen neuen Blick geschenkt. Ja, du hast Menschen verändert, bewegt, geheilt. Oft ziemlich unspektakulär. Immer aber verbunden mit einer Frage: Glaubst du mir?

Alexander Bergel
28. März
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Dieses Bild sieht man selten. Und es wird sich einprägen. Vielleicht sogar ins kollektive Gedächtnis. Ein Mann, ganz in Weiß gekleidet, schreitet über den Petersplatz. Hinauf nach Sankt Peter. Dorhin geht er sonst auch. Der Papst. Aber an diesem Tag ist es ein einsamer Weg. Franziskus bittet Gott um Kraft und Leben für alle, die nicht mehr können. Die nicht wissen, wie es weiter gehen soll. Die allein und isoliert sind. Oder tot.

Der Papst hat die ganze Welt eingeladen, mit ihm zusammen zu beten. Und die Leere auszuhalten, wie man sie auf dem Petersplatz sehen kann. Dieses Bild wird zum Symbol für jene Leere, die sich breit macht in den Herzen so vieler. Gleichzeitg erzählen die Kolonnaden, die den Platz im Zentrum Roms umschließen wie zwei weit geöffnete Arme, von den weit geöffneten Arme eines Gottes, »der sich der Menschen annimmt wie ein guter Vater und eine liebende Mutter«.

In seiner Predigt fragt Franziskus nach Gott, nach unserem Glauben, nach unserer Hoffnung. Und er macht Mut, nicht zu verzweifeln, sondern dem Auferstandenen zu vertrauen. Zu diesem Mut gehöre aber auch, sich durch diese Ereignisse in Frage stellen zu lassen. Uns und unseren Umgang mit der Welt. Für diese Welt und für alle, die auf ihr leben, bittet der Papst Gott um seinen Segen: »Urbi et orbi« – »der Stadt und dem Erdkreis«.

Die Live-Übertragung von Radio Vatican und den Wortlaut der Predigt finden Sie hier.
Hier ein Video mit den besonderen Momenten dieses Abends auf dem Petersplatz.
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Predigt am 4. Fastensonntag 
zu Joh 9, 1-41

Sie zieht sich in die Länge, die Heilungsgeschichte des Blinden. So wie kaum eine andere. Sonst geht es meist recht schnell: „Glaubst du, dass ich dir helfen kann?“, fragt Jesus oft. Und wenn der Kranke antwortet: „Ja, ich glaube, dass du mich gesund machen kannst!“, ist es auch schon passiert. Hier ist es anders. Allerdings nicht zufällig. Indem Johannes lang und breit das Umfeld der Heilung beschreibt und viele Nebengeschichten erzählt, macht er eines deutlich: Sich von Gott berühren zu lassen, das geht nicht nebenbei.

Wenn Gott wirklich in unser Leben dringt, dann tut er es ganz. Alles wird davon erfüllt. Meine Vergangenheit, meine Gegenwart, meine Zukunft. Das Umfeld, in dem ich lebe. Meine Gewohnheiten. Meine Denkstrukturen. Meine Unbeweglichkeit. Alles. Und einen weiteren Grund gibt es: Jeder hat seine „blinden Flecken“. Was für den einen völlig klar, gar kein Thema ist – für den anderen wird es zu einer Herausforderung. Und so lade ich Sie ein, sich auf die Suche zu machen nach Ihren „blinden Flecken“. Und damit auch auf die Suche nach Ihren Heilungschancen! Drei Richtungen der Heilungsgeschichte können uns dabei helfen. Vielleicht bleiben Sie ja bei einer hängen:

Die Jünger fragen Jesus: „Wer hat gesündigt, so dass dieser Mann blind ist – er oder seine Eltern?“ Grausame Frage. Denn Gott ist kein Strafender, der Krankheiten verteilt. Auch wenn manche so denken … Aber: Wie oft passiert es, ja wie einfach ist es, Verantwortung für eigenes Handeln auf andere abzuschieben. Oder unbedingt einen Schuldigen finden zu wollen, den es manchmal aber gar nicht gibt. Neige ich dazu?

„Einige der Pharisäer meinten: Dieser Mensch kann nicht von Gott sein, weil er den Sabbat nicht hält.“ Es gibt sie immer wieder: jene Menschen, die genau zu wissen meinen, wo es lang geht. Was richtig ist und was falsch. Wie Gott ist und wie nicht. Gehöre ich zu diesen Leuten?

„Der Blinde antwortete: Ob er ein Sünder ist, weiß ich nicht. Nur das eine weiß ich: Dass ich blind war und jetzt sehen kann.“ Wer kennt das nicht? Man hält sich bei Nebensächlichkeiten auf. Und verliert den Blick für das, was wirklich zählt. Der Blinde setzt die richtigen Prioritäten. Tue ich das auch?

Verantwortung auf andere abwälzen – in eigenen Denkstrukturen gefangen sein – nur das Schlechte sehen: dies können „blinde Flecken“ sein. Krankheiten, von denen Menschen geheilt werden müssten. Wie sieht das bei mir aus? Müsste ich mich dem vielleicht mal stellen?

Alexander Bergel
21. März
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Predigt am 3. Fastensonntag 
zu Joh 4, 5-42

Sonne.
Glühend heiß.
Und mittendrin:
ein Brunnen.

Nicht
Jerusalem.
Nein:
Irgendwo.

Zwei
begegnen sich.
Keine Nachricht
wert.

Die Hitze
aber
ändert
das.

Trinken
wollen sie.
Der eine
wie die andere.

Nur:
Was
löscht
den Durst?

Den Durst nach Liebe
Den Durst nach Leben
Den Durst nach Sinn
Den Durst nach …

Was löscht den Durst?
Mehr Fragen sind es
– mal wieder –,
mehr Fragen,
als Antworten
zur Stelle wären.

Die üblichen
Frage-Antwort-Spiele
aber –
sie sind es nicht:

Wie geht`s, wie steht`s?
Danke.
Muss ja.
Schönen Tag noch.

Nein, er geht
ans Eingemachte.
Und sie
auch.

Er weiß
was war.
Sie sucht
was ist.

Umständlicher
geht`s wohl kaum.
Leichter
auch nicht.

Denn
das Leben
ist
nicht einfach.

Wer bin ich?
Wer war ich?
Wer werde ich
sein?

Hält Gott
die Wüste meiner Fragen aus?
Halte ich
sie aus?

Wann erlebe ich es?
Dass mir einer zuhört?
Dass mir einer sagt, was läuft?
Dass mir einer seine Nähe schenkt,
die alles verändert?

Sonne.
Glühend heiß.
Und mittendrin:
ein Brunnen.

Nicht
Jerusalem.
Nein:
Irgendwo.

Zwei
begegnen sich.
Keine Nachricht
wert.

Die Hitze
aber
ändert
das.

Trinken wollen
sie.
Der eine
wie die andere.

Was aber löscht denn nun
den Durst?
Noch besser:
Wer?

Alexander Bergel
14. März
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Statements, Interviews & Diskussionen

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Die Krise ist virulent. Corona prägt unseren Alltag und Feiertag, auch weil Grenzen erfahrbar werden. Unser durchgetaktetes Leben ist aus dem Rhythmus geraten. Das Virus rüttelt lautlos und zugleich vehement an Tabus, an den Gefühlen menschlicher Schwäche und Begrenztheit. Reduktion allenthalben. Plötzlich prägt der Verzicht die Fastenzeit auf eine religiöse und zugleich säkulare Weise. Ist das alles einfach nur verrückt oder zeigt die Corona-Krise auch, wie es vielleicht anders ginge?

Das Gespräch von Florian Breitmeier mit dem Theologen Gotthard Fuchs auf NDR Kultur können Sie hier hören und nachlesen.
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Erst kamen die Nachrichten darüber, was alles ausfällt: Sonntagsgottesdienste, Erstkommunionen, Konfirmationen, Hochzeiten, Karfreitag und Ostern. Und natürlich alle Gruppentreffen vom Chor über den Seniorenkaffee bis zu den Pfadfindern. Im Tiefschlaf versunken sind die Kirchen trotzdem nicht. Im Gegenteil. Im Gespräch mit Susanne Haverkamp berichten evangelische und katholische Geistliche von ihren Erfahrungen der letzten Tage. Und was trotz allem noch möglich ist.

Den Artikel können Sie im Original auf der Homepage der NOZ oder – wenn Sie keinen Online-Zugang haben – auch direkt hier lesen:

Erst kamen die Nachrichten darüber, was alles ausfällt: Sonntagsgottesdienste, Erstkommunionen, Konfirmationen, Hochzeiten, Karfreitag und Ostern. Und natürlich alle Gruppentreffen vom Chor über den Seniorenkaffee bis zu den Pfadfindern. Im Tiefschlaf versunken sind die Kirchen trotzdem nicht. Im Gegenteil.

„Ich fahre nachher nochmal unsere Kirchen ab“, sagt Alexander Bergel. Drei gehören zu seiner Pfarrei, neben Christus König in Haste auch Heilig Geist und St. Franziskus in der Dodesheide und im Stadtteil Sonnenhügel. „Alle Türen stehen offen, weit offen sogar“, sagt er, „und ich habe den Eindruck, dass noch mehr Kerzen brennen als sonst.“ Wenn er auf dem Vorplatz oder in der Kirche jemanden sieht, hält er natürlich Abstand. „Aber die Leute freuen sich trotzdem über ein freundliches Nicken oder ein kurzes Gespräch.“

Auch telefoniert werde im Moment viel. „Wir haben es uns im Team aufgeteilt, Gemeindemitglieder anzurufen, besonders die älteren und die, die sonst die Krankenkommunion bekommen.“ Andere rufen von sich aus an. „Die Anliegen reichen von Einsamkeit bis zur Angst vor dem Weltuntergang“, sagt Pfarrer Bergel.

Die Krankenkommunion, die sonst regelmäßig ins Haus gebracht wird, fällt im Moment genauso aus wie Geburtstagsbesuche. „Die Leute wollen uns gar nicht bei sich haben“, sagt Christoph Baumgart, Pfarrer in St. Elisabeth (Weststadt, Hellern, Hasbergen). „Die haben viel zu viel Angst, dass wir etwas anschleppen.“ Richtig schwer würde es für die Leute, die eine Hochzeit planen oder einen Trauerfall in der Familie haben. „Montag hatte ich ein Brautpaar da“, sagt Baumgart. „Die Braut hat so geweint, als ich ihr sagte, dass die Trauung verschoben werden muss.“ Gleich danach bricht er auf zum Friedhof. „Wir gehen nur ans Grab mit dem engsten Familienkreis. Das ist für die Leute schon schwer.“

Das hat auch Andrea Kruckemeyer, Pastorin in der evangelischen St. Katharinen-Gemeinde, schon erlebt. Und sie will Augenmaß walten lassen. „Wir hatten gerade einen alten Herrn, dessen Frau gestorben ist. Da können wir das Trauergespräch nicht am Telefon abhandeln, da müssen wir hin!“ Und weil die Trauerfeier auf dem Friedhof so kurz ist, plant die Gemeinde schon jetzt für Nach-Corona-Zeiten. „Wir werden einen großen Gedenkgottesdienst für alle, die jetzt versterben, anbieten. Dann kommen wir auch nochmal mit den Angehörigen in Kontakt.“ Denn dass Todesfälle jetzt so unter ferner liefen abgehandelt werden, „das geht einfach nicht.“

Auch Dirk Hartung greift auf bewährte Methoden zurück. Der evangelische Diakon ist in der Südstadtgemeinde für die Seniorenarbeit zuständig. 350 Seniorinnen und Senioren hat er auf seiner Liste, die sonst sehr aktiv am Gemeindeleben teilnehmen, an der Seniorenakademie zum Beispiel oder an diversen Fahrten. „Dass die jetzt zu Hause bleiben müssen, trifft sie natürlich besonders hart.“ Denn dass sie am besten gar nicht raus sollen, ist für Hartung keine Frage. „Wir halten unsere Kirche bewusst geschlossen, damit sie kein Ziel für Spaziergänge ist.“ Für alle, die dennoch vorbeikommen oder in Sichtweite wohnen, hat die Gemeinde einen hellen Stern ans Portal gehängt: „Die Kirche darf trotz dunkler Zeiten nicht im Dunkeln stehen.“

Ansonsten setzt Dirk Hartung auf die Post. „Ich habe gerade 200 Briefmarken gekauft“, sagt er und lacht. Zuerst haben alle, die sich für eine Fahrt angemeldet haben, die Absage per Postkarte im Briefkasten gefunden. Und jetzt sind die Ehrenamtlichen dran. „Ich suche für jede und jeden eine passende Postkarte aus und schreibe sie mit der Hand“, sagt der Diakon. „Die Leute sollen wissen, dass wir da sind.“

Soviel zur klassischen persönlichen Seelsorge. Ansonsten setzen die Gemeinden stark auf Digitales. Christoph Baumgart zum Beispiel begrüßt jeden Morgen seine Gemeinde mit einem kurzen Videoclip aus dem Pfarrhaus. „Ein kleiner Gedanke in den Tag, bevor ich zusammen mit unserem Diakon, der auch hier im Haus lebt, die Messe feiere“, sagt er. Auf der Gemeindehomepage, über Facebook und ganz frisch auf einem eigenen Youtube-Kanal wird das Video verbreitet. „Ich bin erstaunt, wie viele Rückmeldungen ich bekomme“, sagt Baumgart. „Die Leute freuen sich wirklich über jeden Kontakt.“ Auch die Erstkommunionkinder, die jetzt gelangweilt zu Hause hocken. „Wir haben das Material für die Vorbereitung digitalisiert und an die Familien gemailt“, sagt Baumgart. „Jetzt können sich die Familien gemeinsam damit beschäftigen.“

Auch die St. Katharinen-Gemeinde setzt auf Digitales. „Wir sind auf Instagram“, sagt Pastorin Andrea Kruckemeyer. „Da laden wir jetzt jeden Tag ein Morgengebet zusammen mit einem passenden Foto hoch.“ Über die Facebook-Seite kann sich jeder melden, der Hilfe braucht und es gibt jetzt zweimal wöchentlich einen Newsletter. „Darin stehen nicht nur Neuigkeiten, sondern vor allem auch geistliche Impulse, kurze Bibeltext und Gebete. Gerade sonntags und auf Ostern hin wollen wir Anregungen geben, wie Christen auch zu Hause diese Tage feiern können.“ Die Glocken, die zur üblichen Gottesdienstzeit geläutet werden, laden dazu ein.

Guten Besuch auf der Homepage hat auch Alexander Bergel zu verzeichnen. Unter www.christus-koenig-os.de findet sich eine Fülle von Anregungen zum privaten geistlichen Leben. Ob es der Bibeltext des Tages ist, die Sonntagspredigt zum Lesen, Links zu Radio- und Fernsehgottesdiensten oder Anregungen für kleine Tischgottesdienste zu Hause. Zum Beispiel jeden Abend um 6, wenn es läutet. „Dann hätten wir ganz schnell ein Gebetsnetz quer durch unsere Stadtteile“, sagt der Pfarrer. „Die Leute haben ja jetzt Zeit, und mir scheint, die Sehnsucht danach ist groß.“

Langeweile gibt es für das pastorale Personal also nicht. Videos und Telefonate, Briefe und geistliche Worte füllen die Zeit. „Jetzt haben sich bei mir zwanzig Gruppenleiter gemeldet und wollen Senioren helfen“, sagt Christoph Baumgart. „Das kann ich gar nicht alles wuppen.“ Zum Lesen, sagt er, sei er jedenfalls noch nicht gekommen.
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Die Vorsitzenden der katholischen sowie der orthodoxen Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland haben ein »Gemeinsames Wort in der Corona-Krise« veröffentlicht.

Den Wortlaut können Sie hier lesen.
Ein Video mit kurzen Statmentes der drei Bischöfe auf Facebook finden Sie hier.
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Der Bischof von Essen, Franz-Josef Overbeck, macht sich Gedanken über das, was alles nicht mehr geht. Er entwirft aber auch ein Bild für »die Zeit danach«. Und er gibt denen eine klare Antwort, die in der Corona-Krise die Apokalypse heraufziehen sehen.

Das Interview mit Bischof Overbeck können Sie hier nachlesen.
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Messe feiern alleine? Dass viele Geistliche dies während der Corona-Krise wieder tun, finden gleich mehrere Liturgiewissenschaftler problematisch. Sie fürchten eine »doppelte Exklusion« der Laien. Ihre Thesen – unter anderem verfasst von Dr. Stephan Winter, Professor für Liturgiewissenschaft an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Münster sowie Liturgiereferent des Bistums Osnabrück und Mitglied unserer Pfarrei – finden Sie hier.

Es war zu erwarten, dass diese Sicht der Dinge nicht unwidersprochen bleibt. Hier finden Sie die Entgegnung von Dr. Helmut Hoping, Professor für Dogmatik und Liturgiewissenschaft an der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg im Breisgau.

Die theologische Diskussion geht weiter. Die Liturgiewissenschaftler Gerhards, Kranemann und Winter stellen positive Beispiele vor, wie Kirche in Corona-Zeiten Communio leben kann. Den Artikel können Sie hier nachlesen.
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Warum hat die Kanzlerin in Ihrer Ansprache nicht die Kirchen erwähnt? Was kann die Theologie sinnvoll zu Corona sagen? Wie verändert sich Kirche-Sein in der aktuellen Situation? Darüber und über manches mehr hat Christiane Florin im Deutschlandfunk mit dem Freiburger Theologen Magnus Striet gesprochen.

Nicht schnell zu lesen, auch kein Snack für Zwischendurch – dafür aber gespickt mit Denkanstößen für alle, die sich – vielleicht gerade mehr als sonst – Zeit nehmen können, um theologisch in die Tiefe zu gehen.

Das Gespräch finden Sie hier.
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Gebet & Poesie

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Ein alter Psalm, an den ich gestern erinnert wurde.
Ich hatte von einer Kollegin ein Lied zugeschickt bekommen.
Von Wilhelmine.
»Solange du dich bewegst« heißt das.
Und irgendwie erinnerte mich
dieses fröhliche kleine Lied
an die alten Worte aus Psalm 139:

»Von hinten und von vorn
hast du mich umschlossen,
hast auf mich deine Hand gelegt.
Zu wunderbar ist für mich dieses Wissen,
zu hoch, ich kann es nicht begreifen.«

Allerdings singt Wilhelmine
in umgekehrter Perspektive.
Und in moderner Sprache:

»Ich mach die Arme für dich auf.
Du ist gut so, wie du bist.
Es gehen Arme für dich auf.
Solange du dich bewegst,
du dich bewegst.«

Warum sich also nicht mal
durch ein Gute-Laune-Lied daran erinnern lassen,
dass wir alle wunderbar
und staunenswert geschaffen sind
und von Gott behütet werden?

Warum nicht mal
dieses Lied zum Anlass nehmen,
um Psalm 139 wirken zu lassen?

Warum also nicht mal
durch die Wohnung tanzen
und die Zusage Gottes groß werden lassen?

»Ey dein Lächeln steht dir so gut!
Du  bist gut so, wie du bist!«

Das passende Lied dazu gibt’s hier.
Und hier den Psalm:

HERR, du hast mich erforscht und kennst mich.
Ob ich sitze oder stehe, du kennst es.
Du durchschaust meine Gedanken von fern.
Ob ich gehe oder ruhe, du hast es gemessen.
Du bist vertraut mit all meinen Wegen.

Ja, noch nicht ist das Wort auf meiner Zunge,
siehe, HERR, da hast du es schon völlig erkannt.
Von hinten und von vorn hast du mich umschlossen,
hast auf mich deine Hand gelegt.
Zu wunderbar ist für mich dieses Wissen,
zu hoch, ich kann es nicht begreifen.

Wohin kann ich gehen vor deinem Geist,
wohin vor deinem Angesicht fliehen?
Wenn ich hinaufstiege zum Himmel – dort bist du;
wenn ich mich lagerte in der Unterwelt – siehe, da bist du.

Nähme ich die Flügel des Morgenrots,
ließe ich mich nieder am Ende des Meeres,
auch dort würde deine Hand mich leiten
und deine Rechte mich ergreifen.

Würde ich sagen: Finsternis soll mich verschlingen
und das Licht um mich soll Nacht sein!
Auch die Finsternis ist nicht finster vor dir,
die Nacht leuchtet wie der Tag,
wie das Licht wird die Finsternis.

Du selbst hast mein Innerstes geschaffen,
hast mich gewoben im Schoß meiner Mutter.
Ich danke dir, dass ich so staunenswert
und wunderbar gestaltet bin.
Ich weiß es genau: Wunderbar sind deine Werke.

Dir waren meine Glieder nicht verborgen,
als ich gemacht wurde im Verborgenen,
gewirkt in den Tiefen der Erde.
Als ich noch gestaltlos war,
sahen mich bereits deine Augen.

In deinem Buch sind sie alle verzeichnet: die Tage,
die schon geformt waren, als noch keiner von ihnen da war.
Wie kostbar sind mir deine Gedanken, Gott!
Wie gewaltig ist ihre Summe!

Wollte ich sie zählen, sie sind zahlreicher als der Sand.
Ich erwache und noch immer bin ich bei dir.
Wolltest du, Gott, doch den Frevler töten!
Ihr blutgierigen Menschen, weicht von mir!

Sie nennen dich in böser Absicht,
deine Feinde missbrauchen deinen Namen.
Sollen mir nicht verhasst sein, HERR, die dich hassen,
soll ich die nicht verabscheuen, die sich gegen dich erheben?
Ganz und gar sind sie mir verhasst,
auch mir wurden sie zu Feinden.

Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz,
prüfe mich und erkenne meine Gedanken!
Sieh doch, ob ich auf dem Weg der Götzen bin,
leite mich auf dem Weg der Ewigkeit!

Anne Wolters
26. März
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Getrost
und getröstet
können wir gehen
wir sind nicht allein

getrost
und getröstet
können wir das Leben wagen
da ist einer
der mit uns ist

getrost
und getröstet
können wir uns
auf den Weg machen
da ist einer
der für uns ist

da ist einer
der uns beschützt
der seine bergende Hand
über uns hält
über dich und mich
und uns und diese Stadt
unser Land und unsere Welt

der uns behütet
schläft nicht
er nimmt uns in seine Obhut
in ihm
können wir getrost sein

er
der uns Vater und Mutter ist
Frieden und Gerechtigkeit
Hoffnung und Grund
der uns kennt und liebt
und will und mag
der
schläft nicht

der
schaut nach uns
der
gibt auf uns acht
der
geht uns nach
der
lässt uns nicht los

der uns behütet
schläft nicht

deshalb
vertrau ich mich
ihm an
deshalb
verlass ich mich
auf ihn

der uns behütet
schläft nicht

der uns behütet
will unsere Lebendigkeit
der uns behütet
will unsere Freiheit
der uns behütet
will unser Wachsen

der uns behütet
schläft nicht
aber er macht es uns
nicht nur nett
der will was
für uns
der will was
von uns

der uns behütet
der fordert uns
der uns behütet
will mich

der will was
von mir
und der will was
von dir

er ist Wort
und will Antwort

weil er
mich hält und trägt
weil er mit mir ist
bin ich getragen
und getröstet

und kann ich
Antwort geben

kann tragen
und trösten

und kann gehen
in seinem Namen
getragen und getröstet
und tragen
und trösten

behütet von dem
der für das Leben ist
kann ich gehen
für das Leben

behütet und getröstet
von dem
der das Leben will
lasst uns aufbrechen und gehen
dem Leben entgegen

weil wir das Leben mit uns tragen
lasst uns das Leben
zu den Menschen bringen

getragen und getröstet
von dem
der das Leben ist.

Andrea Schwarz
Du Gott des Weges segne uns. Gebete und Meditationen
Freiburg 2008
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Er ist mein Hirt.
Und mir fehlt nichts.
Er gibt mir Licht und Leben.
Es ist wie am Wasser.
Er stillt meinen Durst.
Er sagt mir, wie’s weitergeht.
Er ist der Gott, auf den ich
hoffte.

Auch dann, wenn ich durch eine Nacht
muss (meine Nacht),
gerade dann hab ich keine Angst.
Vor nichts.
Denn es ist einer bei mir:
Und das bist DU.
Du gehst mir voraus.
Das ist meine Hoffnung.
Du deckst mir den Tisch.
Meine Feinde sehen es
und können nichts machen.
Du machst mich schön.
Es ist ein Fest!
Und so wird es weitergehen,
solange ich am Leben bin
und sein darf,
bei IHM.

Psalm 23

Arnold Stadler
»Die Menschen lügen. Alle.« Und andere Psalmen
Frankfurt 1999
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In der letzten Woche sind zwei sehr gute Freunde von mir zum ersten Mal Eltern geworden. Als ich die Nachricht auf meinem Handy sah, war die Freude riesig – und die Entfernung zwischen mir und meinen Freunden in Brandenburg für einen Moment vergessen. Es wurden freudige Nachrichten und Fotos ausgetauscht, ich schickte ein Willkommenspäckchen an die frischgebackene Familie. Konnte ich auch nicht selbst vor Ort sein, um die neue Erdenbürgerin gebührend zu begrüßen, so war ich doch mit meinen Gedanken und guten Wünschen bei ihr. Kleine Zeichen der Nähe in einer gezwungenermaßen distanzierten Zeit.

In den Tagen nach der Geburt kam mir ein Lied in den Sinn, das ich schon des Öfteren bei Taufen oder in Firmgottesdiensten gesungen hatte. »Gott segne dich« von Martin und Jennifer Pepper. Obwohl ich dieses neugeborene Kind noch nicht kannte, erschienen mir die Segenswünsche so wunderbar passend. Also sang ich diesem unbekannten Kind in den letzten Tagen immer wieder vor mich hin dieses Segenslied:

Ich wünsch dir Gottes Segen,
ich wünsch dir seine Nähe,
seine Kraft.
Ein reich erfülltes Leben,
über dem die Hand des Höchsten wacht.
Liebe und Wärme,
Gelassenheit in allem,
was du tust.
Dass du auch in Stürmen
sicher und im Frieden mit dir ruhst.
Ich wünsch dir diesen Segen.

Ich wünsch dir Gottes Segen,
Geborgenheit in Vater, Sohn und Geist.
Glaube, wie ein Feuer,
das wärmt und nicht in den Augen beißt.
Sehnsucht und Hoffnung,
Menschen, die dich in die Weite führen.
Freunde, die dich tragen,
Gedanken, die die Seele inspirieren.
Ich wünsch dir diesen Segen.

Gott segne dich,
behüte dich,
erfülle dich mit Geist und Licht.
Gott segne dich!
Erhebe dich,
und fürchte nichts,
denn du lebst vor seinem Angesicht.
Gott segne dich.

Ich wünsch dir Gottes Segen.
Entfalte alles, was du in dir spürst.
Die Dinge, die dir liegen.
Auch wenn du mal gewinnst und mal verlierst.
Wag neue Wege,
probier dich einfach immer wieder aus.
Lass dich nicht verbiegen,
Lebe mutig offen geradeaus.
Ich wünsch dir diesen Segen.

Gott segne dich,
behüte dich,
erfülle dich mit Geist und Licht.
Gott segne dich!
Erhebe dich,
und fürchte nichts,
denn du lebst vor seinem Angesicht.
Gott segne dich.

Manchmal ist die Hand vor unseren Augen
gar nicht mehr zu sehen.
Und wir hoffen nur noch,
dieses Dunkel irgendwie zu überstehen.
Doch kein Schatten, den wir spüren,
kann das Licht in uns zerstören.

Gott segne dich,
behüte dich,
erfülle dich mit Geist und Licht.
Gott segne dich!
Erhebe dich,
und fürchte nichts,
denn du lebst vor seinem Angesicht.
Gott segne dich.

Was für schöne Wünsche für ein Neugeborenes. Und je öfter ich dieses Lied in den letzten Tagen vor mich hin sang, desto häufiger dachte ich: Das sind nicht nur schöne Segenswünsche für ein Neugeborenes, das sind auch Segenswünsche, die wir alle gerade gut gebrauchen können.Gottes Segen, seine Nähe und Kraft tun gerade in ungewissen Zeiten besonders gut.

Ich wünsch mir auch für mich und uns in diesen Tagen Gelassenheit und Geborgenheit in Vater, Sohn und Geist. Und ich wünsche uns allen die Gewissheit, dass wir trotz allen durchkreuzten Plänen, trotz abgesagten Gottesdiensten und Gemeindeveranstaltungen von Gott gesegnet und behütet sind. Kommen Sie gut durch diese besondere Zeit!

Anne Wolters
19. März

Hier können Sie sich selbst eine Portion Segenswünsche abholen.
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In jenen Tagen
waren Worte des Herrn selten,
Visionen waren nicht häufig.
Die Lampe Gottes war noch nicht erloschen.

1 Sam 3, 1.3

An Tagen wie diesen,
an denen wir spüren,
wie verletzlich wir sind,

an Tagen wie diesen,
an denen wir nicht mehr gemeinsam
Gottes Wort hören,
nicht mehr gemeinsam
Brot und Wein miteinander teilen können,

an Tagen wie diesen,
an denen jeder
auf sich selbst geworfen ist –

auch
an Tagen wie diesen
ist seine Lampe
nicht erloschen.

Beim Tabernakel steht
und leuchtet
sie.

An Tagen wie diesen
könnten wir im Schein dieser Lampe versuchen,
dem verborgenen Gott
neu zu begegnen.
Ihm alles hinzuhalten,
was uns ängstigt und sorgt.
Und ihm die Menschen anzuvertrauen,
die krank sind
oder isoliert,
alle, die sich sehnen
nach Licht in ihrer Finsternis

Und wir könnten ihnen selbst
zu einem solchen Licht
im Dunklen werden.
Macht Not nicht auch erfinderisch?

Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes
wird uns besuchen
das aufstrahlende Licht aus der Höhe,
um allen zu leuchten,
die in Finsternis sitzen
und im Schatten des Todes.

Lk 1, 78

Alexander Bergel
13. März
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