Kreuzweg

Impulse

Worte können heilen. Und zum Nachdenken bringen. Worte können Mut machen. Und neue Wege aufzeigen. Worte bringen Gefühle zum Ausdruck. Und Sorgen. Und Nöte. Glück und Unglück zeigen sich in ihnen ebenso wie Glauben und Hoffnung. Und natürlich Zuneigung und Liebe. Besonders schön ist es, wenn einem jemand solche Worte sagt. Wenn wir sie persönlich hören. Wenn wir spüren: Der meint mich!

Sie finden auf dieser Seite Gedanken, Erlebnisse, Deutungen, Diskussionsbeiträge, die uns eingefallen sind. Oder die wir anderswo gefunden haben. Und die wir mit Ihnen teilen. In der Corona-Pandemie hat sich das bewährt, vielen Mut gemacht und Lust auf mehr. Das freut uns natürlich sehr. Und deshalb machen wir einfach weiter!

Essays, Geschichten & Gedanken

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Man darf
nicht warten,
bis der Freiheitskampf
Landesverrat
genannt wird.

Erich Kästner
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Meine Botschaft
für den Fall,
dass ich getötet werde,
ist simpel:
Nicht aufgeben!

Alexei Nawalny
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Von überraschenden Grenzerfahrungen und möglichen Folgen
berichtet Domkapitular Theo Paul.

Seine Gedanken vom 22. Februar finden Sie hier.
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Was dir
zwischen den Händen
zerbröselt
ist mehr als
Staub

Was dir
alles nicht gelingt
ist so viel
mehr als
Scheitern

Was dir
tot erscheint
zerstört und unbrauchbar
ist mehr als tiefe
Dunkelheit

In alldem
zeigt sich
schon
ein neuer

Anfang

Alexander Bergel
14. Februar
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Kein fauler Zauber
kein magischer Spruch
kein Ritual
kann dich retten
vor dem Bösen
vor Unheil
vor Krankheit
und Tod

Manchmal aber
sind es die alten Worte
und ein Zeichen
die dir helfen können
im Dunklen
den zu erkennen
der dein Licht sein will
und dein Heil

der dir Kraft schenkt
wenn du schwer
zu schlucken hast
am Leben
der dein Gesicht
leuchten lässt
und deine Tränen
trocknet

Alexander Bergel
3. Februar
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Der 2. Februar wird als Mariä Lichtmess oder Fest Darstellung des Herrn bezeichnet.
Bert Groen zeichnet die Entwicklung des Festgeheimnisses nach und skizziert mögliche aktuelle theologische Zugänge.

Den Artikel vom 2. Februar finden Sie hier.
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Caspar David Friedrich. Kunst für eine neue Zeit. Ein Ausstellungshinweis von Rainer Bucher.
Den Artikel vom 13. Januar finden Sie hier.
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»Als sie den Stern sahen,
wurden sie von sehr
großer Freude erfüllt.«

Weit ist der Weg
und mühsam die Spur

Jener Stern aber
der dir schon einmal
geleuchtet hat

als es dunkel war
und kein Weg in Sicht

bleibt derselbe
Du musst ihn
nur suchen

Im Zweifel leuchtet
er tief

in deinem
Herzen

Alexander Bergel
6. Januar
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Karl Rahner hat mehr als nur komplizierte Bandwurmsätze geschrieben. Und er war auch nicht nur ein theologischer Kirchenvater der Moderne, sondern auch ein überragender geistlicher Lehrer. Als solcher begleitet er Feinschwarz.net durch die Feiertage. Inspirationen für eine kitschfreie Weihnacht im Übergang zum neuen Jahr.

Karl Rahners Gedanken finden Sie fortlaufend hier.
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Das Christentum scheint vielen nicht mehr zeitgemäß. Das Motiv von Sünde und Strafe hat im Lauf der Jahrtausende erst an Bedeutung gewonnen – und verliert sie nun wieder. Im Werk des Theologen Klaas Huizing wird das deutlich. Er fordert: Schluss mit Sünde.

Die Sendung Lebenszeit im WDR vom 17. Dezember können Sie hier hören.
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Statements, Interviews & Diskussionen

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Der Ukraine-Krieg zeigt: Die Welt steckt in einer tiefen Krise. Welche Wege gibt es, sie zu überwinden? Und was ist mit dem Gebot des Gewaltverzichts angesichts militärischer Bedrohungen?

Einen kommentierenden Blick in das neue Friedenswort der deutschen Bischöfe vom 22. Februar finden Sie hier.
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Der Schriftsteller Thomas Hürlimann ist dem Tod schon dreimal von der Schippe gesprungen. Er sagt: »Es fällt mir sehr viel leichter, an den Tod am Kreuz zu glauben als an die Auferstehung.« Im Gespräch plädiert er dafür, in Grenzsituationen die aktive Sterbehilfe zu erlauben. Ein Aschermittwochsgespräch.

Das Interview vom 14. Februar können Sie hier lesen.
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Am 25. Januar 2024 wurde die Missbrauchstudie des Forschungsverbundes ForuM zur evangelischen Kirche in Deutschland veröffentlicht. Damit stellen sich Fragen über die Zukunftsfähigkeit der evangelischen Kirche.

Ein Kommentar von Pastorin Annette Behnken vom 1. Februar finden Sie hier.
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Siri Fuhrmann begleitet als Seelsorgerin Patientinnen zweier Kurkliniken der Caritas auf der Insel Norderney. Oftmals kommt in ihren Gesprächen mit den Frauen zwischen Ende 20 und etwa 70 Jahren das Thema Verlust zur Sprache – Verlust durch den Tod von Partnern und Angehörigen, aber auch durch das Ende einer Beziehung.

Gleichzeitig ist bei ihr auch der Neuanfang ein Thema: Was trägt mich zu diesem Schritt? Welches Wagnis gehe ich ein? Das sind Fragen, die in ihren Gesprächen aufgeworfen werden. Im Interview zum Jahreswechsel erzählt Siri Fuhrmann, was einen Neuanfang ausmacht und warum es auch Wagemut braucht, damit er gelingt. Hier können Sie das Interview lesen.
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Individuelle Spiritualität gehe auch ohne Religionsgemeinschaft, meint Michael Wolffsohn. Aber Werte könnten nur die kirchlichen Institutionen bewahren und weitergeben. Der jüdische Historiker diskutiert mit dem Jesuiten Christian Rutishauser.

Das Gespräch vom 22. Dezember können Sie hier hören.
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Fulbert Steffensky, 90, prägte mit seiner Frau Dorothee Sölle wie kaum jemand die Evangelische Kirche in Deutschland.

Ein Gespräch über die Schönheit und das Alter in der taz vom 29. November finden Sie hier.
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Wie ist das eigentlich, wenn Gott fehlt. Und wem fehlt er? Und warum? Oder warum auch nicht? All diesen und noch vielen weiteren Fragen geht der Kapuziner und Junior-Theologie-Professor Stefan Walser auf den Grund.

Das Interview im Deutschlandfunk vom 5. Dezember können Sie hier hören.
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Am kommenden Sonntag feiert die katholische Kirche Christkönig. Ein durchaus ambivalentes politisches Fest, wie Franca Spies verdeutlicht.

Ihre Gedanken vom 24. November finden Sie hier.
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»Ich möchte dem Ekligsein das Menschlichsein entgegensetzen«- die Theopoetin Christina Brudereck Christina Brudereck ist evangelische Theologin und Künstlerin, zusammen mit dem Musiker Ben Seipel bildet sie das Duo »2Flügel«. Während der Pandemie schrieb Brudereck das Buch »Trotzkraft«, ein poetisches Wort für Resilienz. Sie hat eine große Nähe zum Judentum und dichtet auch über den Terror gegen Israel.

Das Gespräch in Deutschlandfunk am 31. Oktober mit Christiane Florin über Poesie im Angesicht des Schrecklichen, Bekenntnisdruck und die Frage, wie man als freie Künstlerin im Lockdown überlebt, können Sie hier hören.
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Die Weltsynode ist in ihrer letzten Arbeitswoche, es geht um das Schlussdokument. Was kann dabei überhaupt herauskommen? Und lässt sich diese Kirche damit noch bewegen? Feinschwarz-Redaktor Daniel Bogner spricht darüber mit Helena Jeppesen-Spuhler, europäische Delegierte und eine der wenigen Frauen mit Stimmrecht.

Das Interview vom 25. Oktober können Sie hier lesen.
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Predigten

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Predigt am 2. Fastensonntag
zu Gen 22,1-18 und Mk 9,2-10

Schlimmer geht’s eigentlich nicht: „Nimm deinen Sohn, den einzigen, den du liebst, und bring ihn als Brandopfer dar.“ Wie schrecklich! Und was für ein Gott! Selbst wenn wir wissen, wie die Geschichte ausgeht, dreht sich einem der Magen um. Gott stellt Abraham auf die Probe. Warum nur? Ist das Leben nicht schon grausam genug? Muss Gott jetzt auch noch einen draufsetzen? Der Weg des Abraham mit seinem Sohn Isaak zum Berg Morija ist eine der dunklen Geschichten des Alten Testaments. Wenn ich sie lese, spüre ich, wie fremd mir Gott sein kann. Viel Dunkles, viele Schatten und noch mehr Fragen tauchen auf: Was ist das denn für ein Weg, den Gott mit uns geht? Wie finde ich mich da wieder? Was tue ich, wenn ich mich völlig überfordert fühle? Wenn mich das, was mir begegnet, zu Tode ängstigt?

Abraham, der Mann des großen Vertrauens, geht ihn, seinen Weg. Durch alle Höhen und Tiefen des Lebens hindurch. Seine Zukunft ist zwar immer bedroht. Aber: Er vertraut. Er vertraut, dass Gott trotz allem einen Plan für ihn hat. Sein Sohn soll leben. Beide werden eine Zukunft haben. Am Ende wird also alles wieder gut. Manche Bibelwissenschaftler sagen: In dieser Erzählung wird eine heilsame Entwicklung verarbeitet: die Abschaffung der Menschenopfer nämlich, die Gott ganz und gar nicht will. Natürlich – so kann man diese Geschichte auch lesen. Und vermutlich ist es auch so: Gott hat keine Freude an Opfern, an Menschenopfern schon gar nicht. Er will unser Herz. Wer sich so in diese alte Erzählung hineinbegibt, der sieht Gott von einer ganz anderen Seite. Die Bibel als verarbeitete Erfahrung, als Entwicklung gar von grausamen Kulten zu einer Liebesbeziehung, zu einem Miteinander auf Augenhöhe.

Ja, das will uns diese Erzählung sicher auch sagen: Gott geht gegen das Grausame in dieser Welt an. Er geht sogar so weit, dass er es selbst mit all dem Grausamen aufnimmt, um es von innen heraus zu verwandeln. Er wird Mensch. Kommt selbst in diese Welt. Aber ist seither alles gut? Natürlich nicht. Es wird ein langer Weg bleiben. Ein Weg aber, auf dem es uns auch wie Schuppen von den Augen fallen kann, wie nah uns Gott so manches Mal gekommen ist. So nah, dass wir diesen Moment festhalten möchten – wie Petrus auf dem Berg Tabor: „Herr, ich will drei Hütten bauen. Lass dieses Glück doch niemals aufhören!“ Doch dieses Hochgefühl ist meist schnell wieder vorbei. Jeder, der mit Gott unterwegs ist, weiß das.

Geschichten wie die des Abraham mit seinem Sohn Isaak zeigen mir, dass alle Versuche, Gott zu begreifen, ins Leere laufen. Sie mahnen mich, den Mund nicht zu voll zu nehmen und zu sagen: So und so ist Gott, das will und tut er aus dem und dem Grund. Gott bleibt ein großes Geheimnis. Eines, das mich nicht bequem werden lässt. Wer mit Gott unterwegs ist, wird ihn immer spüren, diesen Stachel. Den Stachel der bohrenden Fragen. Den Stachel der Ratlosigkeit. Den Stachel des Zweifels. Aber dabei müssen wir nicht stehen bleiben. Auf dem Berg Morija zeigt sich Gott als der Verborgene, schwer Zugängliche. Auf dem Berg Tabor strahlt das göttliche Licht durch alles hindurch – eine Ahnung von Ostern macht sich breit. Und wir? Irgendwo dazwischen. Was meinen Sie: Auf welchem Berg sitzen Sie wohl gerade?

Alexander Bergel
25. Februar
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Predigt am 1. Fastensonntag
zu Gen 9,8-15 und Mk 1,40-45

Ob Jesus wohl geahnt hat, was das bedeutet? Ziemlich direkt nach seiner Taufe geht er in die Wüste. Um allein zu sein. Und um zu klären, was das heißt: Gottes Sohn sein. Genau das hatte er dort gehört, drüben am Jordan. Doch nun, nun sitzt er da. Ganz allein. In dieser Steinwüste, in der man nichts anderes hört als seinen Herzschlag … Alles, was mich ablenkt, alles, was ich mir suche, um ja nicht meinem Leben auf den Grund zu gehen – all das ist plötzlich weg. Nur noch in bin da. Ich ganz allein. Wissen Sie, wie sich das anfühlt?

Schön ist das nicht! In diesem Moment kommen sie nämlich mit voller Wucht – die gefürch-teten, oft verdrängten Fragen: Wer bin ich eigentlich wirklich? Wofür lebe ich? Was wäre, wenn es mich nicht mehr gäbe? Hat das alles überhaupt einen Sinn? Von jetzt auf gleich erwischt es einen manchmal. Gerne mal mitten im Urlaub. Oder an großen Festen. Diese Fragen überfallen mich, wenn ich wirklich alleine, ganz alleine bin. Oder aber im Kreis von ganz vielen Menschen. Mit diesen Fragen im Nacken ist man dann plötzlich trotzdem der einsamste Mensch der Welt.

Was tut man dann? Weglaufen? Sicher. Man kann alles wegdrängen. Weitermachen wie bisher. Sich einreden: „Ach, so schlimm ist das nicht. Die depressive Phase vergeht schon wieder!“ Man kann sich noch mehr Arbeit suchen. Oder Ablenkungen. Der Markt ist voll davon. Nur – irgendwann reicht das auch nicht mehr. Das Übermaß an Arbeit kann zum Herzinfarkt oder Burnout führen, die beste Party ist irgendwann zu Ende oder langweilig. Die zur Routine erstarrte Beziehung ist am Ende keine mehr, nur noch Gewohnheit. Und schnell ist man älter, als es einem lieb ist. Und dann?

Jesus war vierzig Tage in der Wüste. Er hat sich von Grund auf infrage stellen lassen. Er ist seiner Sehnsucht auf den Grund gegangen, hat sich in die Abgründe seiner Existenz hinein begeben. Jesus hat gekämpft. Mit all dem Destruktiven, Aggressiven, Verkorksten in der Welt – und in sich selbst. Er hat am eigenen Leib erfahren, was zutiefst zum Menschen gehört: die Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit, die Sehnsucht nach Freiheit und Zukunft, die Sehnsucht nach einem gelingenden Leben.

Wie lange zuvor bereits Noah, der sich durch die Wassermassen des Todes hindurch quält, kämpft sich Jesus durch die Abgründe des Zweifels, der Angst, des Alleinseins hindurch. Und fasst Mut. Mut, dem Leben mehr zu trauen als der Fratze des Bösen. Sich nicht aufzugeben, auch wenn Hitze und Sand den Durst unerträglich werden lassen. Jesus gibt nicht auf. Im Gegenteil. Nach dieser quälenden Wüstenerfahrung geht es bei ihm erst richtig los. Vermutlich konnte er seinen Weg nur gehen, weil er vor sich selbst nicht davon gelaufen ist. Er hat es geschafft. Hat Heil erfahren und weiter geschenkt. Das war die Geschichte von Jesus in der Wüste. Und bei uns – wie sieht’s bei uns aus?

Alexander Bergel
18. Februar
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Predigt am 6. Sonntag im Jahreskreis
zu Mk 1,40-45

„Jesus hatte Mitleid mit ihm.“ Dieser kleine Satz sagt eigentlich schon alles. Jesus lässt die Welt nicht kalt. Ganz im Gegenteil. Immer wieder mischt er sich ein. Immer wieder bewegt er die Herzen von Menschen. Immer wieder wendet er sich ihnen zu. Immer wieder stellt er sich auf die Seite der Schwachen. Immer und immer wieder. Wer sich die Evangelien der letzten Sonntage anschaut, könnte meinen, Jesus habe sein Leben lang nur Kranke geheilt. Langsam kann man es schon nicht mehr hören: Nach der Heilung des psychisch Kranken, dann der Schwiegermutter des Petrus und vieler Leute, „die an allen möglichen Krankheiten litten“, nun die Heilung eines Aussätzigen.

„Wir haben es ja verstanden!“, möchte mancher da vielleicht einwenden. Aber haben wir das wirklich? Haben wir wirklich begriffen, nicht nur vom Kopf, sondern auch mit Herz und Bauch, dass Jesu Hartnäckigkeit Methode ist? Gott rückt dem Menschen immer wieder auf die Pelle. Er meint mich. Mit allem Kranken. Mit allem Gebrechen. Mit aller Angst. Mit aller Sorge. Ich merke, mir tut es gut, mich daran erinnern zu lassen. Nichts anderes tun gläubige Juden bis heute, wenn sie sich immer und immer wieder daran erinnern, wie sie Gott – oft in tiefster Not – erfahren haben.

Auch wir können uns im Licht dieses Glaubens auf die Suche machen nach Gott, nach seinen Spuren in unserem Leben. Neugierig geworden? Dann lesen Sie diese Geschichten doch einfach mal nach. Beginnen Sie Ihre Schatzsuche beispielsweise mit dem Markus-Evangelium. Versetzen Sie sich in das Leben der Menschen, denen Sie da begegnen: den Schwachen und Zukurzgekommenen, den Erfolgreichen, den Kranken, den Gesunden, den Komischen, den Verrückten – all denen, die da sind. Vielleicht blicken Sie dort ja wie in einen Spiegel! Und sind mitten drin – in einem großen Abenteuer …

Alexander Bergel
11. Februar
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Predigt am Fest der Darstellung des Herrn
zu Lk 2,22-40

Gewartet hatten sie. Ein Leben lang. Der alte Mann und die alte Frau. Worauf? Auf nichts weniger als darauf, Gott zu begegnen. Und mit ihm dem wirklichen Leben. Doch halt – was heißt das: dem wirklichen Leben begegnen? Haben die beiden nicht schon ein ganzes, ein wirkliches Leben hinter sich? Haben sie. Vielleicht liegt genau darin auch der Schlüssel zur Frage, wie das mit Gott und dem Leben so ist. Ein aus religiöser Sicht reiches Leben bedeutet vielleicht gar nicht, Gott gefunden zu haben, es bedeutet, aus der Kraft der Sehnsucht heraus Tag für Tag und Nacht für Nacht auf der Suche nach ihm zu bleiben.

Simeon und Hanna, die beiden Alten, geben dieser Sehnsucht ein Gesicht. Und sie machen mir, dem noch nicht ganz so Alten, Mut: „Trau deiner inneren Stimme, die dir eine Richtung zeigt. Höre auf dein Herz, das dich spüren lässt, was dich am Leben hält. Suche Orte, die dir Kraft geben, wenn du dich unbehaust fühlst, weil alte Sicherheiten wegbrechen, weil Lebensentwürfe nicht mehr tragen. Traue der Macht der Liebe, die dir einen Blick schenkt für das, was dir am Wegesrand begegnet. Oder in unerwarteten Momenten. So wie bei uns. Damals im Tempel.“

Simeon und Hanna treffen auf ein kleines Kind. Und auf junge Eltern. Maria und Josef, sie tun das, was getan werden muss. Riten geben Sicherheit. Doch dann, mitten im Ritus, bricht eine neue Welt auf. Ein Mann erkennt in diesem kleinen Kind die Antwort auf seine tiefsten Fragen. Es ist keine theoretische Antwort. Kein Lehrschreiben, das sich da ausbreitet. Nein, ein Gesicht schaut ihn an. Und Simeons Gesicht, so stelle ich es mir mit Rembrandt vor, der es auf einzigartige Weise so gemalt hat, Simeons Gesicht beginnt zu leuchten. Denn seine Augen „haben das Heil gesehen“. Genauso Hanna. Jene Frau, die nach dem Tod ihres Mannes alles auf eine Karte gesetzt hat. Am Ende ihres Lebens erfährt sie: Es hat sich gelohnt. In diesem Augenblick spürt sie: Ich war nie allein.

Man muss nicht alt sein, um diese Erfahrung zu machen. Nur bereit, sich überraschen zu lassen von dem, was sich im oft mühsamen Alltagsgeschäft ereignen kann. Simeon und Hanna, sie zeigen mir, dass die Sehnsucht jung hält. Auch das ist Weihnachten.

Alexander Bergel
4. Februar
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Predigt am 4. Sonntag im Jahreskreis
zu Mk 1,21-28

Unangenehm muss das gewesen sein, damals in der Synagoge. Dorthin hatte er sich verkrochen, dieser arme Irre. Und jetzt wittert er seine große Stunde. Der Mann, der von einem unreinen Geist besessen war, beginnt zu schreien: „Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazareth? Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen?“

2000 Jahre später. Sonntagmorgen ist es. Wer in der Kirche sitzt, erlebt: Alles läuft schön nach Plan. Alles in allem angenehm, ja fast gemütlich. Was, wenn jetzt jemand käme, der das alles kaputt macht? Würden wir sofort die Polizei rufen oder solch einen Menschen „nur“ durch kollektive Verachtung strafen?

Jesus in der Synagoge reagiert so: „Er befahl: ‚Schweig und verlass ihn!’ Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei.“ Wer hätte das gedacht: Jesus lässt sich herausfordern. Er lässt sich in Frage stellen. Jesus ignoriert den Kranken nicht. Ganz im Gegenteil: Er nimmt ihn ernst. Und er geht noch einen Schritt weiter: Jesus nennt die Krankheit dieses Menschen beim Namen: Er vertreibt den unreinen Geist – wie es in der Sprache der Bibel heißt.

Immer mal wieder begegnen auch mir solche Menschen. Menschen, die krank sind. Krank im Kopf. Krank im Herzen. Und fast immer fühle ich mich schlecht: Wie gehe ich mit ihren Aggressionen um? Wie reagiere ich auf ihre Vorwürfe? Wie kann ich überhaupt mit denen reden? Wie verhalte ich mich gegenüber Alkohol- und Drogenabhängigen?

Solche Menschen, sie stellen mich in Frage. Meine schöne geordnete Welt! Sie konfrontieren mich mit dem Leben, wie es eben auch ist: krank, arm und elend. Heraus-Fordernd sind sie, diese Menschen – und das in einem doppelten Sinn: Sie fordern mich heraus, zu fragen: Was ist im Leben wirklich wichtig? Und sie zeigen mir: Mensch, auch dein Leben ist verletzlich. Auch du bist nicht nur stark.

Dass Jesus am Anfang seines öffentlichen Wirkens einen psychisch Kranken heilt, ist wohl kein Zufall. Seelisches Leiden, Besessenheit, Sucht – all das ist immer auch ein Anzeichen für die tiefe Sehnsucht nach Leben, nach Geborgenheit, nach Liebe – und letzten Endes auch nach Gott.

Obwohl wir Gott nie gesehen haben
– so der Theologe und Dichter Ernesto Cardenal –,
obwohl wir Gott nie gesehen haben,
sind wir wie die Zugvögel,
die – an einem fremden Ort geboren –,
doch eine geheimnisvolle Unruhe empfinden,
wenn der Winter naht,
eine Sehnsucht nach der frühlingshaften Heimat,
die sie nie gesehen haben
und zu der sie aufbrechen,

ohne zu wissen, wohin.

Vielleicht gehört das auch zu dem, was wir von den „Besessenen“ unserer Tage lernen können: Auf unsere Sehnsucht nach der frühlingshaften Heimat zu achten, die wir nie gesehen haben.

Traue ich mich das? Traue ich mich, meiner tiefsten Sehnsucht Raum zu geben? Nehme ich mich so, wie ich bin? Oder muss ich so sein, wie andere mich haben wollen? Kann ich mir eingestehen, schwach zu sein? Oder spiele ich immer den Starken? Jesus ist da ziemlich klar. Und wir?

Alexander Bergel
28. Januar
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Predigt am 3. Sonntag im Jahreskreis
zu Mk 1,14-20

Johannes sitzt im Gefängnis. Und Jesus legt richtig los. Andere wären vielleicht weggelaufen. Hätten gedacht: „Ich bleibe lieber zuhause. Alles viel zu gefährlich. Und überhaupt: Was kann ich schon tun? Die Mächtigen, die Starken, die Reichen, die da oben, alle diese Leute bestimmen, wo es langgeht. Ich habe keine Chance!“ So hat Jesus nicht gedacht. Im Gegenteil. Er ging seinen Weg.

Jesus hatte keine politische Mission, keine Agenda. Aber er hatte eine Vision: „Er verkündete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“ Jesus hält nicht Ausschau nach dem, was irgendwann einmal kommen könnte. Nein, Jesus sagt: Jetzt ist die Zeit, in der Gott sich zeigt. Nicht irgendwann, jetzt!

Wenn wir in diesen Tagen immer wieder hören: „Nie wieder ist jetzt!“, dann bringt das auch etwas in Bewegung: Menschen stehen auf, weil sie dem rechtsradikalen Gedankengut, das sich immer unverhohlener in unserer Gesellschaft ausbreitet, die Stirn bieten wollen: Nie wieder Menschenverachtung! Nie wieder Selektion! Nie wieder Deportation! Nie wieder lebenswertes und lebensunwertes Leben! Ja, nie wieder ist jetzt!

Und auch dies hat etwas mit der Idee vom Reich Gottes zu tun. Denn Gottes Reich zeigt sich immer da, wo Menschen an einer neuen Welt mitwirken. Allerdings nicht an einer Welt mit reinem und unreinem Blut. Nicht an einer Welt der Herrenrasse und der Sklaven. Nicht an einer Welt, in der die einen über Leben und Tod bestimmen und die anderen dem wehrlos ausgeliefert sind. Nein, eine solche Welt hat mit Gott nichts zu tun. Wir haben sie erlebt, diese Welt. Mitten in Europa. Mitten in Deutschland. Das Gift dieser Weltsicht strömt wieder neu aus den Tiefen der braunen Abgründe an die Oberfläche.

Wer in der Spur Jesu unterwegs ist, wirkt mit an einer anderen neuen Welt. Wer in der Spur Jesu unterwegs ist, kann nicht anders, als sich dem braunen Giftschwall entgegenzustellen. Christinnen und Christen erfüllen im Eintreten für die Menschenwürde den Auftrag Jesu. Denn was er die Menschen seiner Zeit hat spüren lassen, gilt bis heute: Du, Mensch, bist geliebt. Und keiner hat das Recht, dir Fesseln anzulegen. Denn dein Leben ist kostbar. Egal, woher du kommst. Egal, was du leistest. Egal, wen du liebst. Punkt.

Jesus hat sich von der Macht der Potentaten, der Zerstörer, der Menschenverachter nicht beirren lassen. Er ist seinen Weg gegangen. Aber nicht alleine. Simon, Andreas, Jakobus und Johannes waren mit dabei. Genauso wie Maria Magdalena, Marta, Salome und Johanna. Und noch viele andere. Ich glaube, jetzt sind wir an der Reihe.

Alexander Bergel
20. Januar
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Predigt an Erscheinung des Herrn
zu Mt 2,1-12

Geschichten gehen immer weiter. Diese auch. „Als Herodes merkte, dass ihn die Sterndeuter getäuscht hatten, wurde er sehr zornig und er sandte aus und ließ in Betlehem und der ganzen Umgebung alle Knaben bis zum Alter von zwei Jahren töten, genau der Zeit entsprechend, die er von den Sterndeutern erfahren hatte.“ Ganz gleich, ob es diesen Kindermord so konkret gegeben hat oder ob er nur illustrieren soll, wie Herodes von seinen Zeitgenossen erlebt wurde – eine Blutspur zieht sich durch seine Herrschaft, durch ein ganzes Land, durch eine ganze Geschichte. Und diese Blutspur – sie reicht bis in unsere Tage.

Was ist eigentlich los mit unserer Welt? Eine Blutspur des Misstrauens, des Hasses, der Polarisierung, wohin man blickt. Worum geht es den Radikalen überall auf der Welt? Jenen, die nicht bereit oder willens oder fähig sind, Argumente auszutauschen, gemeinsam nach Lösungen, nach Perspektiven, nach Wegen in eine gute Zukunft zu suchen? Es ist schwer zu sagen. Manchen geht es wirklich nur um das eigene Ich. Andere wollen den Hass, die Zerstörung, das Chaos. Und man wird sie vermutlich nicht ändern können. Umso wichtiger ist es dann aber, zu überlegen: Was wollen wir denn? Was ist unsere tiefste Sehnsucht? Und: Wie können wir helfen, dass sich die Wege des Heiles durchsetzen und nicht das Unheil der Narzissten, der Blender, der Verkürzer, der Polemisierer und Verführer?

„Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, siehe, da kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.“ Ganz gleich ob es nun Könige waren oder Weise, ganz gleich ob es drei waren oder mehr, da waren Männer unterwegs – selbst das wäre egal, warum nicht auch Frauen? –, Menschen waren unterwegs. Haben sich auf den Weg gemacht. Weil sie gespürt haben: Es gibt da noch etwas anderes. Ja, es gibt da noch einen Anderen. Den zu suchen – das lohnt sich. Und so haben sie sich aufgemacht. Haben die Zeichen des Himmels richtig gedeutet – ohne zu wissen, wohin sie das führt. Sie haben das Alte hinter sich gelassen, denn das gab ihnen nicht mehr den nötigen Halt. Sie sind losmarschiert. Hitze am Tag, Kälte in der Nacht. Durch Gebirge und Täler. Gold der Liebe, Weihrauch der Sehnsucht, Myrrhe der Schmerzen – das hatten sie bei sich. Sonst nichts. Gold der Liebe, Weihrauch der Sehnsucht, Myrrhe der Schmerzen.

Und dann – die erste Adresse: Herodes. Wohin auch sonst, wenn man einen neuen König sucht? Aber da leuchtete der Stern schon nicht mehr. Und sie ahnten: Bei Herodes gibt es keine Ehrlichkeit. Und keine Zukunft. Seine Verschlagenheit war ihm wohl ins Gesicht geschrieben. Also: Weitergehen. Und dann finden Sie das Unerwartete. Dann finden Sie ein Kind. Und sie spüren. Das ist er! Und allen war klar: Das ist es! Ein neuer Anfang muss her. Die Begegnung mit dem verletzlichen Kind, die Begegnung mit ihrer eigenen Verletzlichkeit, die Begegnung mit dem ganz Neuen weckt Kräfte, macht Mut und schenkt die Fähigkeit, wieder zu träumen.

„Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.“ Gott-Sucher und Friedens-Sucher aller Zeiten haben auf ihr Inneres gehört. Gott-Sucherinnen und Frieden-Sucherinnen aller Zeiten haben sich bewegen lassen. Und sind so Gott und seinem Frieden ganz nahegekommen. Gott-Sucher und Friedens-Sucherinnen aller Zeiten haben neue Wege gefunden, um das erfahrene Heil, den ersehnten Frieden dorthin zu bringen, wo Gott und sein Frieden am Nötigsten sind. „I have a dream – Ich habe einen Traum!“: Martin Luther King hatte diesen Traum. 1963 hat er ein ganzes Land damit bewegen und begeistern können. 2024 wartet darauf, dass Menschen einen solchen Traum leben. Anders gesagt: Geschichten gehen immer weiter. Diese auch?

Alexander Bergel
6. Januar
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Predigt an Silvester
zu Lk 2,16-21

„Und alle, die es hörten, staunten über das, was ihnen von den Hirten erzählt wurde.“ Was war es wohl, womit die Hirten die Leute so zum Staunen gebracht haben? Ging es nicht nur um ein Kind? Sicher, da war diese Stimme – mitten in der Nacht –, eine Stimme, die zu ihnen sprach: „Heute ist euch der Retter geboren!“ Wegen dieser Stimme waren sie losgelaufen, die Hirten. Der Retter ist da – das lässt sich auch keiner zweimal sagen.

Doch dann, angekommen im Betlehem, im Stall – was finden sie da? Nichts Großartiges, Königliches – nein, ein ganz normales Kind. Es sah aus wie jedes Neugeborene. Und hörte sich vermutlich auch so an. Aber als sie wieder weggingen, hinein in die tiefe Nacht, da waren die Hirten nicht mehr dieselben. Allen erzählten sie von dieser Begegnung. Vielleicht mit leuchtenden Gesichtern. „Und alle, die es hörten, staunten.“

„Ein neugeborenes Baby ist wie der Anfang aller Dinge, es ist Staunen, Hoffnung und Traum aller Möglichkeiten.“ So bringt es die amerikanische Pädagogin Eda LeShan auf den Punkt. „Ein neugeborenes Baby ist wie der Anfang aller Dinge, es ist Staunen, Hoffnung und Traum aller Möglichkeiten.“ Vielleicht hatten die Hirten von damals die Gabe, in diesem Neugeborenen wirklich das zu sehen, was Gott ihnen zeigen wollte: Ein neuer Anfang ist gemacht! Eine neue Hoffnung ist mit Händen zu greifen! Ein Traum wird wahr, denn alles ist wieder möglich!

Wer sich darauf einlassen kann, kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Und kann anderen etwas von seiner Kraft abgeben. Vermutlich gehört auch dies zum Geheimnis der Nacht von Betlehem und macht sie zur heiligen, zur heilenden Nacht: Menschen hören in tiefster Dunkelheit eine unglaubliche Botschaft. Sie gehen los. Sie treffen auf jemanden, der sie staunen lässt und so anrührt, dass sich ihre Sicht auf das Leben ändert und sie dann voller Mut und Hoffnung nach Hause zurückkehren lässt.

Lange ist das her. Und heute? Was führt heute dazu, dass Menschen ins Staunen geraten? Was führt heute dazu, dass Menschen sich nicht überwältigen lassen von der so oft alles bestimmenden Dunkelheit? Was führt heute dazu, dass Menschen sich aufmachen und nach neuen Wegen suchen? Drei Fragen. Ich meine sogar: drei Überlebensfragen. Für jede, für jeden einzelnen. Und für uns als Gemeinde. Zumindest dann, wenn wir eine wirkliche Zukunft haben wollen.

Frage 1: Was führt heute dazu, dass Menschen ins Staunen geraten? Wir versammeln uns zur Feier des Gottesdienstes. Am Sonntag. In der Woche. Zu den Festen. Am Lebensanfang und am Lebensende und zu anderen besonderen biografischen Anlässen. Was zieht uns eigentlich noch hierhin? Früher war – um mit Loriot zu sprechen – nicht nur mehr Lametta, früher waren auch die Kirchen voller als sie es heute sind. Innerhalb der letzten zehn Jahre hat die Zahl derer, die Gottesdienste mitfeiern, um 50 % abgenommen. Vielleicht haben sie gemerkt: „Das gibt mir nichts mehr.“ Manche haben sogar entdeckt: „Das hat mir noch nie etwas gegeben, und darum bleibe ich weg.“

Die zusammenbrechende Volkskirche führt unweigerlich zur Frage: Warum bin ich eigentlich noch da? Was zieht mich her? Und weiter: Kann ich noch staunen über das, was wir hier feiern? Berührt mich die Botschaft vom menschgewordenen Gottessohn immer noch? Oder zumindest doch immer mal wieder? Und: Gibt mir das, was ich hier erlebe, was ich feiere, Kraft? Macht es mir Mut für mein Leben? Und noch tiefer gefragt: Was bedeutet mir eigentlich die Eucharistie? Sind Brot und Wein wirklich so eine Art Lebensmittel, das mich mit allen Sinnen erfahren lässt, wie nahe Gott mir kommen will?

Wir werden uns im nächsten Jahr intensiv mit diesen Fragen beschäftigen. In der Fastenzeit gibt es dazu in St. Franziskus ein vielfältiges Angebot. Einzelne Stationen zum Nachdenken und Ausprobieren, Gesprächsangebote und Diskussionsforen, ein geistlicher Tag zum Thema Eucharistie, eine Predigtreihe und manches mehr für große und kleine Menschen. Ein besonderer Akzent: Wir laden Sie ein, bei Ihnen zu Hause Eucharistie zu feiern. Im kleinen Kreis. Ein paar befreundete Familien oder Nachbarschaften oder ganz andere Zusammensetzungen. So, wie sie mögen. Vielleicht hilft das dabei, die Mitte dessen, warum es uns eigentlich gibt, noch einmal viel unmittelbarer zu erleben.

Frage 2: Was führt dazu, dass Menschen sich nicht überwältigen lassen von der oft so alles bestimmenden Dunkelheit? Wer sich umschaut, sieht oft nur noch Not und Elend, Menschen, die sich nicht mehr zu helfen wissen, verängstigte Kinder, Jugendliche und Erwachsene, zerstörte Beziehungen, selbstherrliche Potentaten, Menschen, die über Leichen gehen, taktierende, manipulative Typen, denen man nicht mehr trauen kann. Viele ziehen sich zurück in ihre eigene verschwurbelte Welt, greifen zu rassistischen, antisemitischen, menschen-verachtenden Parolen, schießen wild um sich – mit Worten und Waffen. Was können wir dem entgegensetzen? Jede und jeder einzelne, wir als Gemeinde?

Auch wir als Kirche haben versagt: Stichwort Missbrauch, Stichwort Diskriminierung, Stichwort Macht. Müsste man eine christliche Gemeinde nicht vor allem daran erkennen, dass dort alle ihren Platz finden können? Eine Gemeinde sollte ein Ort sein, an dem Menschen unkompliziert geholfen wird. Wo sie Vertrauen erfahren. Wo sie angstfrei leben können. Wo sie sich mit ihren Talenten einbringen können. Ein Ort, an dem jede und jeder so sein kann, wie er, wie sie ist. Egal, woher er kommt, egal, wen sie liebt, egal, welche Vergangenheit man hat.

Eine der wichtigen Fragen für das kommende Jahr, meine ich, wird sein: Wie können wir noch mehr unseren Beitrag dafür leisten, dass Menschen zusammengeführt werden? Welche Projekte für Kinder und Jugendliche, für Alleinlebende, für Menschen in prekären Situationen, für alte Menschen können wir verstärken oder neu ins Leben rufen?

Frage 3: Was führt heute dazu, dass Menschen sich aufmachen und nach neuen Wegen suchen? Im November haben wir mit einer Zukunftswerkstatt begonnen, in der es um St. Franziskus geht. Ende Januar werden wir uns ein zweites Mal intensiv mit dieser Frage beschäftigen. Die Franziskuskirche mit ihrer bis ins kleinste Detail durchdachten Architektur aus den 1960er Jahren ist die steingewordene Idee einer „Kirche mitten unter den Menschen“. Ein großer Wurf in damaliger Zeit. Ein visionärer Aufbruch. Vieles ist seither geschehen. Wir spüren, nicht erst seit gestern, dass wir mitten in einer Zeitenwende stehen. Das, was war, ist vorbei. Ein für alle Mal. Das, was kommt, liegt noch im Verborgenen.

Vieles von dem, was war, ist ein großer Schatz. Doch nun heißt es, neue zu Wege gehen. Und dabei kann uns die Vision der Erbauer dieser Kirche helfen. Rudolf und Maria Schwarz waren keine Baumeister für etwas, das auf immer so bleiben müsste. Immer wieder haben sie sich inspirieren lassen von den Fragen der Zeit. Und nach neuen Antworten gesucht. Dies ist nun unser Auftrag.

Wir machen uns auf die Suche danach, wie ein solch großartiges Gebäude mit seiner Geschichte Inspirationsquelle für die Zukunft sein kann. Sonst wird St. Franziskus irgendwann zu einer leblosen Hülle. Wenn wir mutig genug sind und auf das schauen, was in diesen Zeiten unser Beitrag sein kann für ein gelingendes Miteinander in unserer Stadt, werden wir auch Antworten finden. Da bin ich mir ganz sicher.

„Ein neugeborenes Baby ist wie der Anfang aller Dinge, es ist Staunen, Hoffnung und Traum aller Möglichkeiten.“ Was die Hirten damals in Betlehem gesehen und erlebt haben, was sie mit nach Hause nehmen und anderen weitersagen konnten – das ist Ursache und Grundlage einer jeden Gemeinde. Wenn auch wir staunende und hoffende Menschen bleiben, die zu träumen wagen, dann blicken wir in keine düstere Zukunft. Ganz im Gegenteil: Wir haben so viele Möglichkeiten für ein gutes neues Jahr 2024. Meinen Sie nicht auch?

Alexander Bergel
31. Dezember
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Predigt an Weihnachten
zu Lk 2,1-15

Ein Kind erblickt das Licht der Welt. Tiefe Nacht. Heller Stern. Hirten. Engel. Ochs und Esel. Und der Stall. In Betlehem, der alten Königsstadt. Die ganz große Bühne also. Mehr geht nicht. Das hat Menschen fasziniert. Immer schon. Und immer wieder. Und so machen sich immer noch viele auf den Weg, um das zu feiern. So wie Sie auch. Nur warum? Was veranlasst Menschen, den Geburtstag eines Kindes zu feiern, das man persönlich gar nicht kennt? Oder anders gefragt: Warum sind Sie heute eigentlich hier?

Ist es die Erinnerung an alte Zeiten, die Sie hierherkommen lässt? Die Erinnerung an Zeiten, in denen die Welt noch in Ordnung war? (Wermutstropfen Nummer 1: Die Welt war eigentlich nie wirklich in Ordnung.) Ist es die Sehnsucht nach Frieden? (Wermutstropfen Nummer 2: Der größte Unfrieden geht von Menschen aus, die sagen, sie seien religiös.) Oder ist es die Hoffnung, dass doch wenigstens einmal im Jahr nicht die Angst die Oberhand behält, nicht die Kälte, nicht die Krise, nicht der Tod? (Wermutstropfen Nummer 3: Auch heute machen sich Menschen das Leben gegenseitig zur Hölle. Auch heute hören mehr Menschen Kanonengetöse als Engelsgesang.)

Jeder kennt sie: die Argumente gegen das Heile, gegen den Frieden, gegen die Hoffnung. Weihnachten feiern heißt, diesen starken Argumenten etwas noch Stärkeres entgegen-zusetzen: Die Erinnerung an das, was gut war. Die Sehnsucht danach, dass Heilung und Frieden möglich sind. Und die Hoffnung, dass mein Leben einen Sinn hat. Und zwar nicht, indem wir uns zum Jahresende ein bisschen Zuckerguss über den grauen Alltag schütten, sondern indem wir die Geburt eines Menschen feiern, der in seinem ganzen Leben – von der Krippe bis zum Kreuz und über den Tod hinaus – genau das gelebt hat, wonach sich so viele so sehr sehnen.

Als Jesus den Kinderschuhen entwachsen war, hat er die Nähe der Menschen gesucht – vor allem die Nähe derer, die am Rande standen, die ohne Ansehen waren, ohne Perspektive, fast immer kraftlos, oft am Boden zerstört – und ihnen gesagt: „Auch wenn du es selbst nicht spürst, weil du krank bist oder einsam, weil du von allen verachtet wirst oder am Rande des Todes dahinvegetierst – glaube mir: Dein Leben hat einen Sinn! Wenn deine Erfahrung dich lehrt: Keiner will mich! – lass dir gesagt sein: Das stimmt nicht! Und wenn du meinst, deine Sehnsucht nach Heilung und Frieden wird doch nie erfüllt – ich sage dir: Du wirst die Fesseln des Todes abschütteln.“

Natürlich kann man die Bibel und mittendrin die Jesusgeschichte als ein phantastisches Märchenbuch lesen, in dem Lahme gehen, Blinde sehen und Taube wieder hören können. Man kann das alles mit einer Hand wegwischen und sagen: Schöne Geschichten, aber mich berühren die nicht! Kann man. Man kann aber auch einen anderen Weg gehen. Und sagen: In diesen Geschichten steckt solch eine revolutionäre Kraft, dass sie auch nach Jahrtausenden noch erzählt werden! Und immer noch hören Menschen zu. Und immer noch treten Menschen in die Fußstapfen Jesu und strafen jene Lügen, die Religion dazu benutzen, anderen die Hölle heiß zu machen.

Weihnachten feiern bedeutet: Sich ergreifen zu lassen von einem Gott, der bis zum Äußersten gegangen ist. Der mitten in die Welt hineinkam, um neue Maßstäbe zu setzen. Der Mensch wurde, um zu zeigen: Frieden ist möglich. Würde ist möglich. Liebe ist möglich. Rückschläge gab und gibt es zuhauf. Irrwege, Umwege, Abgründe. Die Welt ist voll davon. Bis heute. Aber wenn wir aufhören würden, Weihnachten zu feiern, würden wir aufhören, an das Gute zu glauben. Wir würden aufhören, Gott eine Chance zu geben. Wir würden aufhören, daran zu glauben, dass wir nicht am Abgrund stehen, sondern Gott auf unserer Seite haben, komme, was kommen mag. Kurz: Weihnachten feiern heißt: Dem Leben, der Liebe, dem Frieden eine Chance zu geben. Sind Sie vielleicht genau deshalb hier?

Alexander Bergel
24. Dezember
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Predigt am 3. Adventssonntag
zu Jes 61, 1-2a.10-11

Die Predigt von Gregor Kleine-Kohlbrecher
finden Sie hier.
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Gebet, Musik & Poesie

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Unser Wunsch
zum Weihnachtsfest

Die Sterne sind verschwunden,
wo sind sie hin?
Der Tau liegt auf den Gründen,
der Tag erschien.

Ein Mensch kommt aus der Mutter.
Die Sonne steigt.
Ein Mensch erschlägt den Bruder.
Die Erde schweigt.

Ich habe es den Abend,
die Nacht gefragt.
›Frag es die Morgenröte‹,
ward mir gesagt.

›Warum ist doch die Welt so,
warum der Tod?‹,
fragt ich den Tag, der wegfloh
ins Abendrot.

Die Nacht war voller Sterne,
sie schwiegen tief
und lächelten von ferne,
wie ich auch rief.

Doch einer kam vom Himmel,
der Morgenstern,
hat sich zu mir gebogen
und blieb nicht fern.

Ach, möchten alle finden
einen wie ihn,
die Angst würde verschwinden,
der Ungeist fliehn.

Wir würden hier im Erdkreis
im Frieden sein,
und alle Pracht der Sterne
würde mit uns sein.

Huub Oosterhuis

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Der Himmel schweigt.
Viele Menschen erleben das so.
Man muss sich nur umschauen
in der Welt. So viel
Sprachlosigkeit und Angst,
Hass und Gewalt.
Einsamkeit und Dunkel.

›Doch einer kam vom Himmel
der Morgenstern,
hat sich zu mir gebogen
und blieb nicht fern.‹

Wer das einmal erfahren hat,
der geht anders durch
die Dunkelheiten dieser Zeit,
mit neuer Hoffnung
und einem kraftvollen Wunsch:

›Ach, möchten alle finden
einen wie ihn,
die Angst würde verschwinden,
der Ungeist fliehn.
Wir würden hier im Erdkreis
im Frieden sein,
und alle Pracht der Sterne
würde mit uns sein.‹

Das wünsche ich Ihnen
an diesem Weihnachtsfest:
Angst, die verschwindet.
Ungeist, der flieht.
Und jenen Morgenstern,
der Ihr Herz und unsere Welt
zum Leuchten bringt!

Alexander Bergel
Pfarrer

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Hier hören Sie
das Weihnachtslied von Huub Oosterhuis,
gesungen von Manuela und Joachim Bodde,
Judit und Stefan Stärker

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Bild:
Blick in den Sternenhimmel
in der Apsis der Kirche Saint Irénée in Briennon
am französischen Jakobsweg

Bild und Text
entstammen unserer diesjährigen Weihnachtskarte.
Hier können Sie diese im im Original sehen.
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Erwartung bewegt …

Maria durch ein Dornwald ging,
Kyrie eleison.
Maria durch ein Dornwald ging,
der hat in sieben Jahrn kein Laub getragen.
Jesus und Maria.

Was trug Maria unter ihrem Herzen?
Kyrie eleison.
Ein kleines Kindlein ohne Schmerzen,
das trug Maria unter ihrem Herzen.
Jesus und Maria.

Da haben die Dornen Rosen getragen,
Kyrie eleison.
Als das Kindlein durch den Wald getragen,
da haben die Dornen Rosen getragen.
Jesus und Maria.

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Lied im Gotteslob Nr. 224
Text: August von Haxthausene

Das gesungene Lied finden Sie hier.
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Ein Sehnsuchtslied

O Herr, wenn du kommst, wird die Welt wieder neu,
denn heute schon baust du dein Reich unter uns,
und darum erheben wir froh unser Haupt.
O Herr, wir warten auf dich. O Herr, wir warten auf dich.

O Herr, wenn du kommst, wird es Nacht um uns sein,
drum brennt unser Licht, Herr, und wir bleiben wach.
Und wenn du dann heim kommst, so sind wir bereit.
O Herr, wir warten auf dich. O Herr, wir warten auf dich.

O Herr, wenn du kommst, jauchzt die Schöpfung dir zu,
denn deine Erlösung wird alles befreien.
Das Leid wird von all deiner Klarheit durchstrahlt.
O Herr, wir warten auf dich. O Herr, wir warten auf dich.

O Herr, wenn du kommst, hält uns nichts mehr zurück,
wir laufen voll Freude den Weg auf dich zu.
Dein Fest ohne Ende steht für uns bereit.
O Herr, wir warten auf dich. O Herr, wir warten auf dich.

Lied im Gotteslob Nr. 233
Text: Helga Poppe

Das gesungene Lied finden Sie hier.
Einige Predigtgedanken zu diesem adventlichen Lied können Sie hier lesen.
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»Veni Sancte Spiritus!« Den kraftvollen Pfingsthymnus aus Notre-Dame de Paris
hören Sie hier.
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»Komm, Heiliger Geist, komm!« Dieses gesungenes Gebet zu Pfingsten
hören Sie hier.
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»Ich möchte mich mit dem Wasser erfrischen, das der Heilige Geist gibt. Ich möchte ausruhen in deinen Verheißungen, und ich sehne mich danach, bei dir satt zu werden.«

Die kubanische Sängerin Narjara Portal drückt in ihrem neuen Lied die Sehnsucht nach einer neuen Erfrischung durch den Heiligen Geist aus. Hier können Sie es sehen und hören. Weitere Infos finden Sie hier.
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Poetische Gedanken von Hildegard König in der Zeit vor dem Pfingstfest
finden Sie hier..
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»Weib, was weinest du?« Einer der berührendsten Gesänge zum Osterfest.

Es gäbe sicher nach wie vor so manches, was nicht nur Frauen in dieser Kirche zu beweinen hätten. Aber es gab und es gibt sie dennoch immer noch: die Verkünderinnen dieser einen unglaublichen Botschaft. Sollte deren Kraft, die schon einmal nicht nur Felsen vor Grabhöhlen in Bewegung brachte, nicht auch heute Steine wegzuräumen in der Lage sein?

Den Gesang aus den Osterdialogen von Heinrich Schütz können Sie hier hören.
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Ich konnte keinen Schlaf mehr finden.
Wenn ich wenigstens zum Grab gehen könnte.
Aber die Wachsoldaten.
Oder nach Golgotha, der Blutspur nach.
Oder zu Josef oder zu Nikodemus.
Irgendwohin.
Was tun mit dem ganzen langen Schabbat?

Ich saß so da und dachte nichts als: Er ist fort. Er ist tot.
Fort und tot.
So jung noch. Und schön.
Und jetzt beginnt dann die Verwesung.
Wenn ich doch mein letztes Fläschchen von dem Königsöl
über ihn hätte ausgießen können,
über sein Gesicht,
das so blutig war,
das eine Auge verletzt und verklebt,
nie mehr werde ich dieses Gesicht sehen.

So versunken in meine Trauerqual war ich,
dass es mir kein Trost war zu denken:
Er hat gesagt, drei Tage,
dann das Wiedersehen.

Nein, nein, das hatte er nicht wörtlich gemeint.
Drei Tage, wie lang war das für ihn?
Zähl nicht nach Tagen, Mirjam,
zähl wie ich in Äonen.
Und das Wiedersehen:
wo denn, wie denn?
Nein, das war alles kein Balken, an dem ich mich halten konnte.

Nach und nach wachten alle auf.
Veronika brachte uns das vorbereitete Schabbatmahl.
Man aß aus Höflichkeit ein paar Bissen.
Schimon schlief und war nicht zu wecken.
Jeschuas Mutter sagte: Jochanan,
bete alle Psalmen, die du im Gedächtnis hast.
So begann er von Anfang:
Selig der Mann, der nicht im Rat der Gottlosen wandelt…
Wenn er nicht mehr weiterwusste,
sprang einer von uns ein.
So beteten und beteten wir,
und der Tag nahm kein Ende,
und das Gebet war kein Trost.
Ein Tag aus Blei.

Wieso sprach niemand unter uns
von Wiedersehen und Wiederkommen?
Niemand von Zukunft?
Nicht vom morgigen Tag;
nicht davon, was nun weiter aus uns würde?

Die Zeit war mit dem Messer durchgeschnitten.
Konnte überhaupt noch Zeit sein?
Hat ER nicht alles mit sich genommen,
was uns zu gehören schien?
Auch das Licht war fort, es war gewittrig und dunkel.

Dieser Tag war schlimmer als der vorhergehende.
Da war Aufregung gewesen,
da geschah etwas,
Schlimmes und Entsetzliches,
aber es bewegte sich etwas.

Jetzt aber: wir saßen wie Schatten in der Unterwelt,
und als es draußen vollends dunkel wurde,
schliefen wir wieder ein.
Was sonst konnten wir tun?

Später dachte ich im Zurückerinnern:
so lebt man im Schattenreich,
wo die Sonne nie scheint.
Noch später dachte ich:
so lebt man ohne ihn.

Luise Rinser
Mirjam
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Wie konnte das gescheh’n?
Ich kann es nicht versteh’n!
Warum bist du jetzt fort?

Ich kann dich in mir hören,
es ist als wärest du noch hier.
Ich bin bei dir,

doch du bist nicht da.
Wo bist du hingegangen?
Und kommst du jemals wieder?

Wohin bist du gegangen?

Martin Holtgrewe
16. April
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Ein Sehnsuchtslied – hier können Sie es hören.
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Schaukasten-Gedanken

… können für einen kurzen Augenblick ansprechen oder irritieren
oder einfach nur Freude bereiten.

Hier finden Sie die schönsten Exemplare, die vor unseren Kirchen hängen,
zum Anklicken.
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