Kreuzweg

Essays, Geschichten & Gedanken – Archiv

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An diesem Samstag feiern Christen den Ostersamstag. Moment, war der Ostersamstag nicht letzte Woche? Warum der Kar- und der Ostersamstag häufig verwechselt werden und wie lange die Osterzeit gefeiert wird, das erklärt Jan Hendrik Stens.

Das Gespäch vom 10. April können Sie hier lesen.
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Im Benediktinerinnenkloster St. Scholastika in Dinklage gibt es eine ganz besondere Darstellung des auferstandenen Christus, eine Schnitzarbeit aus dem 14. Jahrhundert.

Den Blog von Andrea Schwarz vom 4. April können Sie hier lesen.
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Bei Ostern denkt man natürlich als erstes an die biblischen Ostergeschichten und -zeugnisse. Aber was davon haben die ersten Christen eigentlich gekannt und geglaubt? Darüber weiß man sehr wenig. Doch neuere archäologische Forschungen geben einige Hinweise. Manches davon ist uns näher, als wir vermuten würden.

Die Ostergedanken von Johann Hinrich Claussen vom 4. April können Sie hier lesen und hören.
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Dass ein Toter zum Leben auferweckt wird, ist an sich schon schwer genug zu glauben. Tatsächlich aber gründet sich unser Glaube darauf, dass Jesus fehlt – wie Maria von Magdala am leeren Grab als Erste erkennen muss. Wenn dann noch ein entscheidender Satz im diesjährigen Oster-Evangelium weggelassen wird, spricht das Bände, meint Andreas Odenthal, Liturgiewissenschaftler in Bonn.

Seine Gedanken vom 3. April können Sie hier lesen.
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Der Karfreitag ist der Tag, an dem Gott die Ohnmacht ermächtigt. Drei Ikonen der Karwoche machen klar, dass es so nicht weitergehen kann.

Die Gedanken zum lästigen Karfreitag von Peter Otto vom 31. März können Sie hier lesen.
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Auf Leben und Tod
geht es in dieser
ganz besonderen Woche.
Wir wissen zwar,
wie die Geschichte ausgegangen ist,
die Geschichte
jenes Mannes aus Nazareth,
der in Jerusalem einzog wie ein König,
der mit seinen engsten Freunden
ein Mahl hielt,
das heute noch viele satt macht,
der verraten und verlacht wurde,
der am Ende aufs Kreuz
und dann ins Grab gelegt wurde,
aber dort nicht blieb,
sondern einen neuen Anfang erlebte,
Ostern nämlich –
wir wissen also,
wie diese Geschichte ausging,
und hören und feiern das
doch immer wieder.
Denn beim Blick ins eigene Leben –
da ist vieles nicht so klar.
Jedenfalls noch nicht.
Auch deshalb gibt es diese Woche.

Palmsonntag
Hochgejubelt, gefeiert, geehrt –
besser geht es kaum.
Doch – wird das so bleiben?
Was, wenn das alles
keine Zukunft hat?

Gründonnerstag
Der letzte Abend.
Abschied liegt in der Luft.
Noch einmal feiern!
Aber auch die Ahnung im Nacken:
Da kommt was auf mich zu.
Werde ich es aushalten?

Karfreitag
Aus und vorbei.
Meine Freunde – weg.
Die Schmerzen – unerträglich.
Gott – auf und davon.
Es bleibt – ein Schrei.

Karsamstag
Totenstille.
Endlich geschafft.
Ist es das gewesen?
Gibt es einen, der mir sagt:
Die Hölle ist vorbei?

Ostern
In tiefer Nacht wird alles anders.
Keiner hätte das geglaubt.
Und es sah auch nicht danach aus.
Aber das Leben ist nicht totzukriegen.
Auch meins nicht!

Stationen eines Lebens.
Meines eigenen vielleicht auch.
Erinnern Sie sich?

Lassen Sie los.
Lassen Sie die Trauer zu.
Und ihre Angst!
Ihre Hoffnung auch.
Und das Glück erfahrener Liebe.
Und Erlösung und Freiheit.

All das kennen Sie.
All das kommt vor.
Erinnern wir uns gemeinsam.
Und feiern wir das Leben!

Alexander Bergel
25. März
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Beim Thema sexueller Missbrauch klingen viele Reuebekundungen und Vergebungsbitten von Kirchenoberen unangemessen. Dies liegt wohl auch an ihrer Folgenlosigkeit: Während das Eingeständnis eines gravierenden Fehlers im politischen Leben nicht selten den Rücktritt eines Amtsträger nach sich zieht, scheint es in der Kirche andersherum zu sein: Das Eingeständnis von Schuld hilft dazu, im Amt zu bleiben. Ist dies nur der Arroganz der Mächtigen in der Kirche geschuldet, die keine effektive Kontrolle von unten zu fürchten haben, oder liegt das Problem tiefer?

Den Beitrag von Christoph Fleischmann auf NDR-Kultur vom 21. März können Sie hier lesen und hören.
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Mit seinem Essay Theologie im Zeichen der Corona-Pandemie entlarvt der Freiburger Theologe Magnus Striet theologische Unzulänglichkeiten im Umgang mit der aktuellen Pandemie. Und er verweist auf die unausweichliche Bestimmung von Gnade und Natur, in der sich für die katholische Kirche das Verhältnis zur Moderne zu klären hat.

Wolfgang Beck hat das Buch gelesen. Wie er die Gedanken von Magnus Striet bewertet, können Sie hier in seinem Artikel vom 13. März lesen.
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Ein Jahr ist es her, dass das Corona-Virus sich in Deutschland ausbreitete und das Leben nicht nur hierzulande radikal verändert hat. Gerade am Anfang der Pandemie zeigte sich dabei eine große Solidarität: Einkaufsdienste für Ältere, Applaus und Anerkennung für Pflegekräfte, aber auch: Hamsterkäufe und Corona-Partys. Auch die Kirchen standen vor neuen Herausforderungen: Geschlossene Gotteshäuser an Ostern, strenge Kontaktbeschränkungen bei Seelsorge und Bestattungen. Welche theologischen und sozialen Fragen haben sich mit der Corona-Pandemie ganz neu gestellt? Und welche Erkenntnisse bleiben?

Die Gedanken von Petra Bahr, Regionalbischöfin in Hannover und Mitglied des Deutschen Ethikrates, vom 7. März können Sie hier lesen und hören.
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Viel ist derzeit die Rede davon, dass Krisen immer auch Chancen bedeuten. Man könne sie nämlich als Erprobung verstehen, daraus lernen und sein Verhalten ändern. Krisen- oder Erprobungszeiten spielen auch in der Bibel eine wichtige Rolle. Doch: Wen ändern solche Krisen?

Die Gedanken von Elisabeth Birnbaum, Leiterin des Österreichischen Bibelwerks, vom 23. Februar können Sie hier lesen.
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Die Christenheit ist ein sehr heterogenes Gebilde. Das war sie eigentlich schon immer, aber nachdem sich über die Jahrhunderte verschiedene Konfessionen und Abgrenzungen etabliert und verfestigt haben, erleben wir heute eine epochale Verschiebung des christlichen Feldes. Die bisherigen Grenzen werden undeutlich, neue Strömungen und Stile durchbrechen konfessionellen Grenzen.

Wir reden darüber, was aus der »frohen Botschaft« geworden ist: Was ist in den letzten 50 Jahren im und mit dem »Leib Christi« passiert? Wie sieht es in den verschiedenen Kirchen aus? Welche relevanten Strömungen, Bewegungen und Akteure gibt es aktuell? Welche Themen und welche Interessen werden von wem verfolgt?

Zum Potacast »Das Wort und das Fleisch«, der fortlaufend weitergeführt wird, kommen Sie hier. Weitere Infos zur Plattform Worthaus finden Sie hier.
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Wohin man schaut: Schnee, Schnee, Schnee. Der Schnee stört und ist lästig. Aber er fasziniert auch. In manchen Momenten birgt er eine geheimnisvolle Ruhe in sich.

Den Blog von Daniela Engelhardt, Leiterin des Forums am Dom in Osnabrück, vom 14. Februar finden Sie hier.
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Das Markusevangelium ermöglicht einen schönen Einblick in das Wirken Jesu, an einer Stelle sogar in seinen ganz konkreten Tagesablauf. Was daran so besonders ist und was das für die Jesusjünger unserer Tage bedeuten könnte – darüber hat sich Diakon Gerrit Schulte Gedanken gemacht.

Seinen Blick in die Bibel vom 6. Februar finden Sie hier.
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Achtsamkeit ist eine Fähigkeit, die in uns allen liegt, aber stetig trainiert werden will, um uns Gutes zu geben. Wie das gelingen kann, dafür gibt Pfarrer Christian Olding Strategien an die Hand.

Das Video vom 2. Februar können Sie sich hier anschauen.
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»Dieser Beitrag wird eine kurze, knappe Hommage. Alles andere wäre unangemessen.« So beginnt Martina Kreidler-Kos, die Leiterin des Seelsorgeamts in Osnabrück, ihren Blog über den Theo-Poeten Kurt Marti vom 29. Januar.

Alles weitere finden Sie hier.
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Eigentlich wissen viele Menschen, was sie tun sollten, um – zum Beispiel – klimafreundlicher zu leben. Es aber tatsächlich zu machen, ist oft überraschend schwierig. Viele, zu viele, Ausreden schleichen sich ein. Ist es Bequemlichkeit? Gewohnheit? Eine Scheu zu dem zu stehen, was man denkt? Sicher ist: Vernunft und Einsicht allein reichen nicht aus, um anderes zu tun als bisher. Manchmal weist aber auch eine Erfahrung, die alle Sinne ergreift, plötzlich neue Wege, sogar radikal und endgültig. Dann kann, wie die Bibel erzählt, ein Saulus zum Paulus werden.

Die Gedanken von Irene Dänzer-Vanotti vom 31. Januar können Sie hier lesen und hören.
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»Am 27. Januar ist der Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Ich muss an das Buch Die Schule am Meer von Sandra Lüpkes denken. Ich habe diesen großen Roman in den vergangenen Wochen gelesen. Es geht um eine reformpädagogische Schule auf der Nordseeinsel Juist in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Obwohl ich schon häufig auf der Insel war, habe ich von dieser Schule am Meer jetzt erst gelesen. Sie wurde später von den Nazis geschlossen.motionen auch unsere Beziehungen beeinflusst.«

So beginnt Theo Paul seine Gedanken zum alljährlichen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Den kompletten Blog können Sie hier lesen.
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Gefühle fallen uns immer dann besonders auf, wenn sie groß sind: große Freude, großer Schmerz. Aber auch die kleineren, leiseren Nuancen von Gefühlen begleiten uns durch den Tag. Christian Olding erklärt, wie der gesunde Umgang mit Emotionen auch unsere Beziehungen beeinflusst.

Das Video können Sie hier anschauen.
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Ist Kirche wirklich vor allem dazu da, Menschen Trost und Kraft zu geben? Wo dies das Hauptziel ist, gehen die Klage, das Aushalten der Widersprüche und das Mit-Teilen der Trostlosigkeit verloren. Meint Dr. Kerstin Menzel, Assistentin am Lehrstuhl für Praktische Theologie und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt Sakralraumtransformation an der Universität Leipzig

Ihre Gedanken vom 14. Januar finden Sie hier.
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Vom Corona-Lockdown wurde sie in der Öffentlichkeit, im beruflichen und manchmal auch privaten Alltag erzwungen: die ungewohnte Erfahrung von Stille. Was manche als Wohltat schätzen konnten, wurde für andere zur existenziellen Herausforderung. Aber Stille hat nicht nur vielfältige Auswirkungen auf die menschliche Psyche, sondern auch eine religiöse Bedeutung, die es zu entdecken lohnt – gerade in den Tagen zwischen den Jahren.

Die Gedanken von Stephan Lüttich vom 27. Dezember finden Sie hier.
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Ausgedünnte Festgottesdienste, Familientreffen ohne die Großeltern – wer sich trotz dieser Widrigkeiten in die Kirche traut, darf dieses Jahr nicht einmal “O du fröhliche” singen. Weihnachten unter den Bedingungen einer Pandemie muss anders gefeiert werden, als wir es gewohnt sind. Andererseits könnte der Verzicht auf die lieb gewonnenen Traditionen dazu anregen, sich auf das zu konzentrieren, was an Weihnachten wirklich unverzichtbar ist. Der Stall in Bethlehem war nicht gemütlich, sondern zugig – und diente dem Gottessohn dennoch als zuverlässiger Schutz.

Die Gedanken von Susanne Krahe vom 26. Dezember finden Sie hier.
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Weihnachten ist ein verlässliches Fest – trotz aller aktuellen Besonderheiten. Die Sehnsucht nach einem sinnlichen und bewussten Durchatmen ist groß. Doch groß ist vielleicht auch die Skepsis, den eigenen Hoffnungen und den Erwartungen anderer gerecht zu werden. Die heile Welt der Kindheitstage ist an Weihnachten jedenfalls für viele Erwachsene in sehr weite Ferne gerückt. Der Wunsch, an Weihnachten ganz bei sich ankommen und dann bei anderen, ist das eine Utopie? Nicht zwingend, denn Weihnachten steht dafür, dass Wandel und Veränderung immer möglich sind.

Die Gedanken von Fulbert Steffensky vom 25. Dezember finden Sie hier.
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Der Advent macht besinnlich und ratlos. Das Besinnliche liegt in der Luft, die Ratlosigkeit im Herzen. Die Besinnlichkeit scheint aus der Kindheit auf uns, die Ratlosigkeit von uns auf den Advent. Was soll er? Was soll er uns? Jenseits der Besinnlichkeit, jenseits der Kindheit, jenseits der schönen Regression?

Die Gedanken von Rainer Bucher vom 16. Dezember finden Sie hier.
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Passend zum Motto, das wir in unserer Pfarrei der Zeit vor Weihnachten in diesem Jahr gegeben haben, fragt Andrea Schwarz, ob der Advent wirklich lieb ist. Ihre Gedanken vom 10. Dezember finden Sie hier.
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Am Ersten Adventssonntag beginnt nicht nur die Adventszeit, sondern auch ein neues Kirchenjahr. Damit verbunden ist ein neuer Zyklus der Lesungen in der Eucharistiefeier. In dem nun beginnenden “Lesejahr B” steht vor allem das Markus-Evangelium im Zentrum. Es ist das älteste der vier Evangelien, und es ist das kürzeste. Wann ist es entstanden? Wer war Markus? Was war ihm besonders wichtig in seiner Darstellung von Verkündigung und Leben Jesu?

Die Gedanken von dem Benediktiner Daniel Hörnemann vom 27. November in der Münsteraner Kirchenzeitung Kirche + Leben finden Sie hier.
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Allerheiligen und Allerseelen geben in diesem Jahr Anlass, beim Gang zu den Gräbern der Menschen, die wir in dieser Zeit aufsuchen, auch an die zahlreichen Corona-Toten zu denken. Friedhöfe sind Oasen der Ruhe und Besinnung. Gräber bezeugen die Geschichten der Menschen, die eine Wegstrecke in dieser Welt gegangen sind. Wir gehen eine weitere Strecke, die ohne sie nicht denkbar wäre. Ein Jesus-Wort aus dem nichtkanonischen Thomas-Evangelium kann uns dabei begleiten: Werdet Vorübergehende! Wohin gehen wir? Was ist uns wichtig? Was tun wir dafür, es zu realisieren?

Die Gedanken von Wilhelm Schmid vom 1. November können Sie hier lesen und höen.
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Wer von Noach spricht, spricht üblicherweise von einer Katastrophe: von der Sintflut. Und von der Arche mit den vielen Tieren drin. Hinter Giraffen, Elefanten und Löwen verschwindet Noach fast. Doch die Rolle Noachs ist mit der Sintflut noch nicht zu Ende. Noach ist mehr als der Erbauer der Arche. Er ist ein Mann, der aufatmen lässt nach der Krise.

Die Gedanken von Elisabeth Brinbaum, Direktorin des Österreichischen Bibelwerks, vom 30. Oktober finden Sie hier.
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Ob die Geschichte der Menschheit wirklich mit einem einzigen Pärchen begonnen hat, ist heute keine besonders aufregende Frage mehr.

Was wirklich hinter der Erzählung von Adam und Eva steht, finden Sie in diesen Gedanken vom 25. Oktober.
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Sind die Geschichten der Bibel und der Heiligen wahr? Ja, findet Reli-Lehrer Elmar Middendorf – aber anders als gedacht. Den Unterschied zwischen der tiefen Wahrheit dieser Erzählungen und deren Faktizität bestimmt auch seinen Unterricht.

Seine Gedanken vom 23. Oktober finden Sie hier.
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In den meisten Religionen, aber auch im Kino und in Serien von Streamingdiensten spielt das Gericht Gottes eine wichtige Rolle. Dennoch kommt es heute in der kirchlichen Verkündigung praktisch nicht vor. Haben Anklage und Rechtfertigung, Gerechtigkeit und Gnade, Urteil und Strafe ausgedient?

Die Gründe für das theologische Schattendasein sind vielfältig. Dabei ist diese Vorstellung nicht nur biblisch fundiert, sondern hat auch eine wichtige Bedeutung für die Positionierung der christlichen Kirchen zum Unrecht in der Welt.

Den Beitrag von Stephan Lüttich vom 11. Oktober finden Sie hier.
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»Im Anfang war das Wort«, lesen wir in der Bibel. Das Christentum ist, wie die beiden anderen abrahamitischen Religionen, eine Buchreligion. Aber nicht nur Glaubenstexte, auch Romane können zu ihren Leserinnen und Lesern sprechen und so ihre Wirkung entfalten.

Zur diesjährigen Buchmesse in Frankfurt blickt Regula Venske im Gespräch mit Jan Ehlert auf Bücher über Religion, auf die Darstellung des Glaubens in Romanen und auf Bücher, die ganz ohne Gottesbezug für Lesende trotzdem einem Glaubensbekenntnis gleichkommen.

Den Beitrag vom 27. September können Sie hier lesen und hören.
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Der Weser-Kurier hat unseren ehemaligen Pfarrer, den Bremer Propst Bernhard Stecker, in einem Interview zum Thema ›Berührung« befragt und ein Video dazu veröffentlicht. Die Zeitung schreibt in ihrer Ankündigung:

»Auch Worte können berühren – beispielsweise, wenn sie Mut machen sollen. Propst Bernhard Stecker erfährt dies jedes Mal, wenn er predigt. Doch kirchliche Rituale bestehen auch aus ganz konkreten Berührungen. Das Thema Berührung ist gerade in Corona-Zeiten ein besonderes. Die Menschen halten Abstand, verzichten auf den Handschlag, tragen Masken zum Schutz vor Infektionen.

Der Weser-Kurier hat für eine Kooperation mit den Museen Böttcherstraße Berufe in den Blick genommen, bei denen Berührungen eine zentrale Rolle spielen. Dabei steht das Coronavirus nicht im Fokus, die Pandemie gibt dem Thema allerdings doch einen besonderen Rahmen. Für dieses Video der fünfteiligen Serie haben wir Bernhard Stecker getroffen. Der Propst der katholischen Bremer Gemeinde St. Johann schildert, welche Bedeutung Berührungen und Berührendes für die Kirche hat.«

Das Video vom 14. September finden Sie hier.
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Plötzlich mit sich selbst allein zu sein: Durch die Corona-Pandemie standen viele Menschen in den vergangenen Monaten vor dieser Herausforderung. Diese Konfrontation mit sich selbst hat eine lange Tradition. Schon im frühen Christentum zogen sich Mönche in die Wüste zurück, um “hesychia” zu finden, den inneren Frieden.

Die Suche nach dem Einklang mit sich selbst hat auch Philosophen zu allen Zeiten beschäftigt. Und auch vor Corona machten sich Menschen immer wieder auf, um in Schweigeseminaren ihre innere Stimme wiederzufinden. Was macht diese Suche so schwierig – und so wertvoll?

Den Beitrag von Jan Ehlert vom 6. September können Sie hier hören und nachlesen.
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Zum Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel am 15. August passt dieser Satz ziemlich gut: »Es wird größer, wenn man das Ende mitdenkt.«

Eine Schweizer Journalistin und eine Fotografin haben mit alten Menschen über den Tod gesprochen. Und sie kommen zu dem Schluss: »Mit Alten reden, sich über das Sterben auszutauschen – das hilft auch im Leben.«

Den kleinen Beitrag für die ZDF-Kultursendung »aspekte« vom 14. August können Sie hier sehen.
Die ganze Sendung zum Thema »Endlich – ein neuer Umgang mit dem Sterben« finden Sie hier.
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Gefragt danach, wie es in und mit der Kirche weitergehen könne, hat auch Reinhard Molitor, Mitglied des Domkapitels und Pastor in unserer Pfarrei, einige Gedanken formuliert.

Den Artikel im Kirchenboten vom 24. Juli finden Sie hier.
Den zitierten Text können Sie in voller Länge hier nachlesen.
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Der Neutestamentler Andrew Doole geht der Frage nach, ob Maria Magdalena, deren Fest am 22. Juli gefeiert wird, eine der „Zwölf Apostel“ gewesen sein könnte.

Den Artikel vom 19. Juli (21. Juli 2018) finden Sie hier.
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»Irgendwie fiel mir die Tage eine kleine Episode ein, die ich vor einigen Jahren auf der Fähre nach Juist erlebt habe«, beginnt Andrea Schwarz ihre Gedanken über die Frage, wie es denn trotz Corona weitergehen können muss.

Ihren Blog vom 13. Juli finden Sie hier.
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Wir hatten uns schon länger nicht gesehen. Am letzten Sonntag aber bin ich ihm mal wieder begegnet. Natürlich war die aktuelle Situation eines der Gesprächsthemen. Was für eine verrückte, unsichere Zeit! Menschen kommen an ihre Grenzen. Sind genervt. Oder einfach nur fertig. Gegen Ende des Gesprächs tauchte plötzlich eine Frage auf: »Was wird man wohl später mal über das Jahr 2020 sagen?« Weiß keiner so genau. Eine verrückte Zeit halt … »Ja«, meinte der rüstige Senior, »aber es ist unsere Zeit!«

Ich habe noch lange darüber nachgedacht. So schlicht und einfach sich das auch anhört – dieser Satz hat es ganz schön in sich: »Es ist unsere Zeit!« Einfacher ist es vermutlich, nur noch in die Vergangenheit zu schauen oder in die Zukunft zu blicken. »Wisst ihr noch, wie das damals alles noch ging?«, ist der eine Straßengraben, in den man fahren kann. Der andere ist auch nicht besser: »Wenn sich erstmal wieder alles normalisiert hat, dann …«

So sehr die Erinnerung an Vergangenes Kraft geben und der Blick in die Zukunft motivieren kann, so wenig hilft es dabei, hier und jetzt zu leben. »Es ist unsere Zeit!« Ja, das ist sie! Wir müssen mit den aktuellen Herausforderungen leben lernen. Müssen uns damit arrangieren, dass manches, was wir unter der Überschrift »Ausnahmezustand« zusammenfassen können, zur neuen Normalität wird. Spaß macht das wohl keinem. Aber es nützt nichts!

Doch wer weiß? Vielleicht ist, im Nachhinein betrachtet, ja doch nicht alles nur grau und schrecklich! Vielleicht ist manches, das sich in den letzten Monaten ergeben hat, so stark und auch so innovativ oder unerwartet praktikabel, dass man in späteren Zeiten einmal sagen wird: »Also, was die damals Anfang der 20er Jahre plötzlich alles gelernt und entwickelt und gestaltet haben – das ist schon ein dolles Ding!« Ja, das wäre wirklich ein dolles Ding …

Alexander Bergel
11. Juli
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Bereits 2017 sprach Ludger Verst, Schul- und Krisenseelsorger im Bistum Mainz, von der »Kirche des Karsamstags«. Kirche und Seelsorge greifen die zentralen Merkmale heutiger Religiosität nicht konstruktiv auf. Damit driftet ihr Reden von Gott in eine Wirklichkeitsferne, die zum pastoralen Kältetod führt.

Den Artikel vom 28. Juni (7. Juli 2017) finden Sie hier.
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Nach Auszeit und Unterbrechung wieder Tritt fassen im Alltag – geht das unverändert? Wie spürt man, wo Veränderung einsetzen kann? Mit Sabine Bieberstein lohnt ein Blick zurück, auf die verunsicherte Gemeinde des Johannesbriefs.

Den Artikel vom 18. Juni finden Sie hier.
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Menschen aus Bremen antworten auf die Frage, was ihnen heilig ist.
Das kleine Video vom 9. Juni finden Sie hier.
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In diesen Tagen fallen die Ausgangsbeschränkungen und der lock-down wird zum open-up. #stayhome weicht der üblichen Abstandsregel. Alles wieder normal? Eher nicht. Die gegenwärtige Situation bleibt in vielerlei Hinsicht ein besonderer Zustand.

Kerstin Menzel, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Praktische Theologie der Universität Leipzig, wagt einen persönlichen Ausblick. Ihren Beitrag vom 16. Mai können Sie hier lesen.
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Wie arbeiten Seelsorger eigentlich von zu Hause? Die Gedanken von Annika-Christine Weisheit, einer Pfarrerin im Homeoffice, vom 15. Mai finden Sie hier.
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»In der vergangenen Woche hat mich ein anderer Blogger angeschrieben. Er will die Auszeiten dieser Tage sinnvoll nutzen und zeigt Interesse an anderen Menschen. Auch an mir. Er fragt mich nach meinem beruflichen Werdegang, nach meiner Freizeit, aber dann doch immer wieder nach meinem Erleben der Coronakrise und nach Tipps, wie man sie (besser) bestehen kann. Ich versuche mal einige Antworten.«

Was Bischof Franz-Josef Bode im einzelnen denkt und was er rät, um in chaotischen Zeiten den Überblick einigermaßen zu behalten, verrät er in seinem Blog vom 12. Mai. Hier können Sie ihn nachlesen.
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Wie bist du verwurzelt, was gibt dir Kraft? Was lässt dein Leben gerade prickeln? Woher weißt du, was dein Ding ist?

Berufungs-Gedanken von Anne Wolters vom 3. Mai finden Sie hier.
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Manchmal denke ich, ich träume. Denn eigentlich kann das doch alles gar nicht wahr sein, oder? Doch, ist es. Es ist kein Traum. Im Gegenteil. Was wir in diesen Tagen erleben, wird mehr und mehr zum Alptraum. Wer Anfang des Jahres noch dachte: „Ach, das ist alles weit weg!“, wer Anfang März noch sicher war: „Na, so schlimm wird es schon nicht werden!“, wer zu Ostern traurig, vielleicht sogar allein im Schein der Osterkerze oder vor seinem Osternest saß und hoffe: „Aber bald – bald wird es besser!“, der merkt immer mehr: Dieser Ausnahmezustand wird uns noch lange begleiten.

Abstand halten, keine Besuche, jetzt sogar noch Mund-Nase-Masken! Egal wie lustig die auch aussehen mögen (ich habe zum Beispiel eine mit Katzenmotiv geschenkt bekommen, sonst eigentlich nicht so mein Style) – jeder spürt: Es ist wirklich ernst. Und wie lange soll das noch gehen? Keiner weiß es. Alle sind verunsichert. Vielen fällt die Decke auf den Kopf. Konflikte in Familien und Beziehungen, vielleicht lange unterdrückt, bahnen sich ihren Weg an die Oberfläche. Eltern, alleinerziehende Väter und Mütter kommen an ihre Grenzen. Einrichtungen wie Schulen oder Kitas ebenso. Denn auch dort gibt es immer wieder neue Erlasse, manchmal fast stündlich. Unverständnis und Ängste bei den Betroffenen. Viele werden dünnhäutig und aggressiv. Und fragen: Wie lange noch?

All das wiegt schwer. Und macht Angst. Aber zum Glück gibt es auch viel Mut machendes! Wir erleben gerade – noch mehr als sonst –, was Menschen alles tun, damit es anderen gut geht. Menschen melden sich und fragen: „Wo kann ich helfen?“ Und sie fragen nicht nur, sondern tun es einfach: Vereine, Gruppen, Verbände, Kirchengemeinden, städtische Einrichtungen, Erwachsene, Jugendliche, Kinder. Auch da weiß keiner: Wie lange noch? Und werden wir es alles schaffen? Doch trotz alle dem: Sie machen mit. Gehen weiter. Suchen weiter. Helfen, dass nicht alles dunkel wird.

Ostern übrigens – Sie erinnern sich: die Sache mit der Auferstehung, nachdem eigentlich alles aus war, weil der, auf den viele ihre ganze Hoffnung gesetzt hatten, hingerichtet wurde –, Ostern, dieses kraftvollste aller Feste, habe ich in diesem Jahr so erlebt wie noch nie zuvor. Natürlich haben mir die Begegnungen mit den vielen Menschen gefehlt. Natürlich hätte ich mich gerne an das erinnert, was vor 2000 Jahren in Jerusalem geschehen ist. Natürlich hätte ich das gerne so gefeiert, dass die Erinnerung an die Ereignisse von damals ihre ganze Kraft auch heute entfalten kann. Natürlich … Aber es kam anders. Und weil es so anders kam – waren wir eigentlich ganz nah dran.

Nah dran? Warum? Weil diesmal nicht alles so war wie sonst. Wir wissen ja eigentlich ganz genau, wie die Geschichte ausgeht. Und müssen daher den schmerzhaften Karfreitag und den quälend langen Karsamstag nicht wirklich aushalten. Ostern kommt ja sicher, termingerecht nach Anbruch der Dunkelheit mit Halleluja und Glockenklang. Die Jüngerinnen und Jüngern damals aber, die wussten das alles nicht. Kein Fest. Nur Ratlosigkeit. Einsamkeit statt Jubel. Und Verzweiflung. Und ganz viele Fragen. Erst langsam, ganz langsam und vorsichtig, mit vielen Tränen und Zweifeln verbunden, haben die Freunde Jesu begriffen, was es bedeutet: Dass Jesus lebt. Dass der Tod den Kürzeren gezogen hat. Dass das Leben immer stärker ist, egal was geschieht. Es brauchte seine Zeit. Doch dann – dann haben sie es begriffen. Und wirklich gespürt. Diese Erfahrung konnte ihnen keiner mehr nehmen.

Wer heute, wer in dieser Krise nach Spuren Gottes sucht – durch all die Fragen hindurch, vielleicht auch mit Wut im Bauch, sicher aber mit Sorgen und Ängsten im Nacken –, wer allen Ernstes daran glaubt, dass Gott eine Realität ist, und zwar keine theoretische, sondern ganz praktisch erfahrbar, wer damit rechnet, dass dieser Gott auch heute seinen Platz im eigenen Leben hat – der hat das in diesen Tagen vielleicht neu verstanden. In der Einsamkeit dieser besonderen Ostertage. In Gesprächen, die sich möglicherweise darüber ergeben haben. Und in der Begegnung mit Menschen, die einfach handeln und nicht aufgeben. Die keine Träumer sind, sondern Anpacker. Fromm gesagt: Osterzeugen.

Alexander Bergel
28. April
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»Zwangspause mit Pausenzwang – ich habe mich erkältet und beobachte auf Weisung meiner Ärztin nun fleißig die Symptome. Zeit für eine erste Zwischenbilanz in der Coronazeit.«

Die Gedanken von Christian Bauer vom 26. April finden Sie hier.
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Die Emmaus-Geschichte.
Zwei auf dem Weg.
Weg von Jerusalem.
Einfach nur weg.

Die Emmaus-Geschichte.
Kennt jeder.
Aber so noch
nicht.

Hören Sie selbst.
Und zwar hier.
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So richtig Lust hatten sie keine. Warum auch? Macht sonst ja auch niemand. Aber irgendwie – irgendwie waren sie doch neugierig. Der große Bruder hatte gehört, wie jemand begeistert davon erzählte. Und so machen es die drei Geschwister also auch. Gehen los. Früh um halb 6. Alles ist dunkel. Und es ist Ostern.

Zwei Jahrtausende zuvor war schon einmal jemand unterwegs: Maria von Magdala. Auch sie sucht im Dunklen ihren Weg. Und kommt zum Grab vor den Toren der Stadt. Schreckliche Tage liegen hinter ihr. Was kommen würde? Sie weiß es nicht.

Man hört die ersten Vögel. Über den Feldern liegt Nebel. Der Weg der drei Geschwister führt über den Friedhof, am Grab des Großvaters und der Uroma vorbei. Dunkel ist es an diesem Ort des Todes. Es geht bergab, durchs Tor hinaus ins Weite. Bäume links und rechts. Welch wunderbarer Weg! Ganz langsam beginnt das erste Morgenrot zu glühen. Die Kälte bleibt. Die Nähe der anderen aber wärmt das Herz. In der Erinnerung bis heute.

Worüber sie gesprochen haben? Keiner weiß es mehr genau. Daran aber erinnern sie sich: tauschwer glitzernde Felder, zwitschernde Vögel in der Stille des anbrechenden Morgens – ein erstes Halleluja. Und dann die Sonne! Groß und rund steht sie am Himmel. Ihre Strahlen erfüllen alles, was war. Und prägen sich ein. 27 Jahre ist das her. Es begleitet mich bis heute. Unvergessen das Gefühl von damals: Er lebt!

»Machen« kann man das nicht. Und es ist auch kein Beweis. Natürlich nicht. Aber der Weg durchs Dunkle – er endet. Immer. Und daher lohnt es sich loszugehen. Nicht nur an Ostern. Aber vielleicht gerade da. Ich werde es – nach langer  Zeit – mal wieder tun. Am Ende dieser Osternacht. In aller Frühe. Wenn es noch dunkel ist. Und warten. Auf die Ostersonne!

Alexander Bergel
11. April
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Endlich ist es vorbei.
Endlich kommt was
Neues

Ostern

Neues Leben
Neue Liebe
Neues Glück

Ostern

Weg mit dem Leid
Weg mit dem Elend
Weg mit dem Tod

Ostern

Doch so einfach
geht es
nicht

Nie

In diesem Jahr
schon gar
nicht

Lang
wird er sein
der

Karsamstag

Länger
als
gedacht

Länger
als
zu ertragen

Länger
als
ich kann

Doch
lauf nicht weg
vor ihm

Nie

In diesem Jahr
erst recht
nicht

Lauf nicht weg
vor
ihm

Er gehört
zu dir
zu deinem Leben

Denn Ostern
kommt selten dann
wenn du es willst

Ostern
lässt sich
Zeit

Und die
braucht es
auch

Ostern kommt
sei dir
sicher

Aber
warten
musst du schon

Nicht
nur
in diesem Jahr

Lauf nicht weg
vor diesem
Tag

der sich anfühlt
wie eine
Ewigkeit

Halt
ihn
aus

Und plötzlich
fühlt er sich an
wie

Ostern

Und es ist mehr
als ein
Gefühl

Alexander Bergel
10. April
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Die Gedanken von Nils Stockmann vom 9. April finden Sie hier.
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Mit diesem Tag treten wir in die intensiven Feiern unseres zentralen Glaubens- und Lebensgeheimnisses ein. Die Decke der Welt liegt in diesem Jahr niedrig auf uns und dieser Woche. Am Gründonnerstag bündeln sich viele unterschiedliche Motive, Gestimmtheiten und Farben. Eine festliche, auch traurige Feierlichkeit liegt über diesem Abend. Die elementare Geste des gemeinsamen Mahles, der Riss, der durch diesen Abend und die Liturgie geht. Die Glocken fliegen nach Rom, wie man sagt, nachdem sie noch einmal festlich erklungen sind. Die Liturgie endet mit dem nackten Altar, der schmucklosen Kirche und dem leeren Tabernakel. Abschiedsstimmung und die Frage: Was bleibt?

Kennen wir diese Momente nicht, wenn wir Abschied nehmen mussten von geliebten Menschen, den Eltern und Freunden? In solchen Augenblicken bekommen wir ein Erbe, eine Hinterlassenschaft, die wir bewahren als kostbares Vermächtnis. Sie erhalten durch den Abschied eine besondere Kostbarkeit. Heute ist es diese Geste und Jesu Erbe: Tut dies zu meinem Gedächtnis. Es bleibt nicht viel – und doch alles. Er sprach das Dankgebet. Brach das Brot und reichte es ihnen. Nehmt und esst, das ist mein Leib, gegeben für das Leben der Welt. Im bleibenden Vermissen bewahren wir dieses Vermächtnis seiner Gegenwart unter uns, von Generation zu Generation. Fast nichts – und doch alles.

Rite de passage: Vorübergehen und Bleiben, diese Erfahrung  machen wir Christen in der Eucharistie. Es ist das Geheimnis der Hingabe, das in einem Lied von Huub Oosterhuis  poetisch und elementar ausgedrückt wird: »Die Menschen müssen füreinander sterben, das kleinste Korn es wird zum Brot und einer nährt den andern. Den gleichen Weg ist unser Gott gegangen, und so ist es für dich und mich das Leben selbst geworden.«

Als mein Vater seinen 95. Geburtstag bei Kaffee und Kuchen im Seniorenheim feierte, nicht weit von seinem Tod, frug er mich anschließend, ob er ein Glas Bier haben könne. Klar doch. Und dann sagte er lächelnd zu mir: »Das bleibt: Ein Glas Bier und das Vater unser.«Kostbares Vermächtnis: Die Freude am Leben und ein tiefes Gottvertrauen.

Wir versammeln  uns an diesem Gründonnerstag nicht in den Kirchen, nicht in St. Franziskus. Aber vielleicht sind wir verbunden an diesem Abend beim Essen am Tisch in unseren Häusern, im glaubenden und betenden Vertrauen auch mit denen, die in diesen Tagen allein und isoliert sind oder sein müssen.

P. Hermann Breulmann SJ
8. April
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»Tagelang wartete ich darauf, dass ein Bischof öffentlich verkündete: Lest den Abendmahlsbericht, teilt Brot und Wein, erinnert euch und entdeckt darin Gottes Gegenwart.« Die »Gedanken eines Singles zur Karwoche« vom 6. April finden Sie hier.

Das, was sich die Autorin unter anderem für den Gründonnerstag wünscht, finden Sie übrigens bei uns in der Feier vom Letzten Abendmahl auf der Seite Ostern feiern.
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»Diese Fastenzeit der leeren und schweigenden Kirchen können wir entweder nur als ein kurzes Provisorium annehmen, das wir dann bald vergessen werden. Wir können sie jedoch auch als kairos annehmen – als eine Zeit der Gelegenheit, ‘in die Tiefen hinabzusteigen’ und eine neue Identität des Christentums in einer Welt zu suchen, die sich vor unseren Augen radikal verwandelt.«

Meint der tschechische Religionsphilosoph Tomáš Halík in seinem Essay vom 1. April in »Christ und Welt«, der Beilage der Wochenzeitung »Die Zeit«. Hier können Sie ihn lesen.
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Seit Anfang März wohne ich in der Lerchenstraße 91 neben der Kirche Heilig Geist. Durch die besonderen Umstände bedingt, habe ich bisher noch wenige Menschen aus der Pfarrei Christus König kennenlernen können und dürfen. Aber ich höre die Glocken von Heilig Geist. Während einer ersten Fahrradtour durch die Gemeinde mit Alexander Bergel hatten wir vom  Bürgerpark aus einen Blick auf die Glockentürme der Kirchen. Ich bin derzeit bei den Benediktinerinnen im Kloster Dinklage, auch da eine kleine Glocke, die zu den Gebetszeiten läutet.

Der Klang der Glocken regte mich zu einer kleinen Meditation über die Glocken und die Zeitangaben an, die sie uns anzeigen. Die Glocken erinnern uns daran, dass die Horizontale auch in diesen angespannten Zeiten nicht alles ist. Sie sind ein klangliches Symbol für unsere metaphysischen Antennen, die trotz aller Säkularität Ausschau halten nach einem Vorschein der Ewigkeit, einer anderen, vertikalen Zeit.

Der Klang der Glocken hat eine »mittlere« Reichweite, zwischen der globalen, synchronisierten Weltzeit auf unseren Smartphones und digitalen Uhren und der häuslichen Zeit in unseren Wohnungen. Ihr Klang erreicht unser Viertel, unsere Gemeinde und unsere Nachbarschaften, ob Christ oder nicht. Glockentürme und deren Klänge könnten mehr sein als »entlaubte Bäume in der postmodernen Landschaft« (Johann Baptist Metz). Vielleicht doch eine Erinnerung an die Vertikale, an unsere Sehnsucht nach einer Zeit, die nicht nur global und abstrakt ist, sondern Menschen erreicht, die sich in einem Viertel und einer Gemeinde beheimaten, die sich im Lokalen begegnen.

Derzeit müssen wir aus guten Gründen unser Leben disziplinieren, unsere Verhaltensregeln werden überwacht, aus guten Gründen, aber der Klang der Glocken morgens, mittags und abends erinnern uns auch daran, dass zur Überwachung und Disziplin in Corona-Zeiten die Fürsorge füreinander hinzukommen muss. Das Läuten der Glocken von Heilig Geist, Christus König und Sankt Franziskus erinnert mich an diese Dimension der Sorge, der Fürsorge und des Gebetes füreinander und daran, dass die Horizontale, auch in diesen verrückten Zeiten, nicht alles ist.

P. Hermann Breulmann SJ
30. März
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Dieses Bild sieht man selten. Und es wird sich einprägen. Vielleicht sogar ins kollektive Gedächtnis. Ein Mann, ganz in Weiß gekleidet, schreitet über den Petersplatz. Hinauf nach Sankt Peter. Dorhin geht er sonst auch. Der Papst. Aber an diesem Tag ist es ein einsamer Weg. Franziskus bittet Gott um Kraft und Leben für alle, die nicht mehr können. Die nicht wissen, wie es weiter gehen soll. Die allein und isoliert sind. Oder tot.

Der Papst hat die ganze Welt eingeladen, mit ihm zusammen zu beten. Und die Leere auszuhalten, wie man sie auf dem Petersplatz sehen kann. Dieses Bild wird zum Symbol für jene Leere, die sich breit macht in den Herzen so vieler. Gleichzeitg erzählen die Kolonnaden, die den Platz im Zentrum Roms umschließen wie zwei weit geöffnete Arme, von den weit geöffneten Arme eines Gottes, »der sich der Menschen annimmt wie ein guter Vater und eine liebende Mutter«.

In seiner Predigt fragt Franziskus nach Gott, nach unserem Glauben, nach unserer Hoffnung. Und er macht Mut, nicht zu verzweifeln, sondern dem Auferstandenen zu vertrauen. Zu diesem Mut gehöre aber auch, sich durch diese Ereignisse in Frage stellen zu lassen. Uns und unseren Umgang mit der Welt. Für diese Welt und für alle, die auf ihr leben, bittet der Papst Gott um seinen Segen: »Urbi et orbi« – »der Stadt und dem Erdkreis«.

Die Live-Übertragung von Radio Vatican vom 27. März und die Predigt finden Sie hier.
Hier ein Video mit den besonderen Momenten dieses Abends auf dem Petersplatz.

Diese einzigartige Liturgie kommentiert aus der Sicht eines Theatermenschen und eines Liturgiewissenschaftlers.
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Kennen Sie Simson? Nein? Dann wird es Zeit! Simson war ein Held. Und was für einer! Einer mit langen Haaren. Und dem Hang zu Abenteuern. Kleinen und großen Katastrophen. Und Fettnäpfchen. Besser: Fettwannen. Das Buch der Richter im Alten Testament erzählt von ihm. Und von noch so manch anderen waghalsigen Männern und mutigen Frauen. Spannung pur. Simsons Geschichte in den Kapiteln 13-16 des Richter-Buchs beginnt so:

»Die Israeliten taten wieder, was in den Augen des HERRN böse ist. Deshalb gab sie der HERR vierzig Jahre lang in die Hand der Philister. Es war ein Mann aus Zora, aus der Sippe der Daniter, namens Manoach; seine Frau war unfruchtbar und hatte nicht geboren. Der Engel des HERRN erschien der Frau und sagte zu ihr: Siehe, du bist unfruchtbar und hast nicht geboren; aber du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären. Und jetzt nimm dich in Acht und trink weder Wein noch Bier und iss nichts Unreines! Denn siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären. Es darf kein Schermesser an seinen Kopf kommen; denn der Knabe wird vom Mutterleib an ein Gott geweihter Nasiräer sein. Er wird damit beginnen, Israel aus der Hand der Philister zu retten. Es darf kein Schermesser an seinen Kopf kommen.«

Simons Haare wachsen also. Und wachsen. Und wachsen. Sie sind Zeichen seiner Kraft. Einer Kraft, die von Gott kommt, der ihn – wie viele vor ihm und danach – braucht, um die Menschen zu führen, sie aus dem Gewohnten herauszulocken, ihr Verhalten in Frage zu stellen, sie in ihrer Unterschiedlichkeit zusammen zu halten, Zukunft zu ermöglichen. Darum ging es damals in Israel. Darum geht es eigentlich immer.

In der Simson-Geschichte begegnen uns viele merkwürdige Situationen, teils sogar verstörende Ereignisse. Von einem Löwen ist da die Rede, den Simson mit bloßen Händen tötet, von gestohlenem Honig, von ausgestochenen Augen und einstürzenden Säulenhallen, von Liebe und Hass, Neid und Verrat. Als Simson unfreiwillig seine Haare – und damit seine Stärke – verliert, nimmt das Unheil seinen Lauf.  Am Ende ist auch Simson, der Held, nur ein fehlbarer, ein schwacher Mensch. So wie du und ich.

Wer sich in diese weit entfernte Welt hinein begibt, entdeckt eine Menge von sich selbst. Erfahrungen werden wach: Wenn alles ins Wanken gerät, wenn alles zugrunde geht, wenn die äußere Kraft abnimmt – wahre Stärke liegt doch woanders, oder? Die alten Geschichten behandeln unsere Themen. Und sie könnten Antworten geben. Durch die Jahrtausende hindurch erprobt. Aber lesen Sie selbst!

Bevor Sie jetzt zur Bibel greifen, noch eine kurze Frage: Machen Sie sich gerade Sorgen um Ihre Frisur? Immerhin sind die Friseure gerade alle dicht. Und werden es vermutlich lange bleiben … Trösten Sie sich – es geht allen so! Und wenn Sie dann in nächster Zeit beim Spazierengehen draußen oder morgens im eigenen Spiegel Haarlängen ungekannten Ausmaßes sehen – denken Sie an Simson und seine Mähne. Denken Sie an seine Kraft, die von Gott kam. Und stellen sich die Frage: Welche Kräfte schlummern eigentlich in mir?

Alexander Bergel
25. März
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Damit hatte sie nun wirklich nicht gerechnet. Warum auch? Warum sie? Warum jetzt? Warum überhaupt? Nein, das passte nicht in ihr Konzept – wenn sie denn überhaupt eins hatte. Immerhin war sie gerade mal – gut, so ganz genau weiß man es heute nicht mehr, aber 15 war sie sicher noch nicht. Sie war jung. Hatte das Leben noch vor sich. Einen Mann gab es auch schon. Wenn sie alt genug wäre, sollten sie heiraten. So wie alle Mädchen es damals taten. Doch es kam anders.

Da war dieser Engel. Und diese Botschaft. Und mit ihr wurde alles anders. Von einem Moment zum nächsten. Sie solle Mutter werden. Jetzt schon. Aber nicht so, wie man es kennt. Gott war im Spiel. Gut, das ist er immer. Immer dann, wenn etwas Neues beginnt. Aber hier – hier war es dann doch irgendwie anders. Intensiver. Klarer. Mächtiger. Immerhin ging es auch um seinen Sohn. Mutter sollte sie werden. Mutter eines Kindes. Mutter eines Gotteskindes. Mutter eines Menschen, der die Welt auf den Kopf stellen würde.

All das konnte sie nur ahnen. Von wissen keine Spur. Und trotzdem sagt sie Ja. Ohne zu wissen, was passiert. Ohne die Folgen abschätzen zu können. Sicher, sie fragt nach: Wie soll das geschehen? Denn sie ist zwar jung, aber nicht naiv. Sie fragt nach, denkt nach – so wie sie es noch manches Mal tun wird. Die Antwort: Gottes Kraft wird dich verändern. Wird Dinge möglich machen, die unvorstellbar sind.

Und was tut sie? Sie macht mit. Geht Wege, die noch nicht sind. Dorthin, wo es gut ist. Neun Monate noch, dann würde sie ihr Kind zur Welt bringen. Eine lange Zeit. Alle Mütter und Väter dieser Welt wissen das. Aber es ist auch eine Zeit der Hoffnung. Dass Neues wachsen kann. Dass Dinge sich ändern lassen, ändern müssen, ändern werden. Maria ist ihren Weg gegangen. Den Weg der Fragen und der Unsicherheit. Den Weg des Vertrauens und der Kraft.

Ihr Weg wird durch einen Dornwald führen, wie es im Lied so schön poetisch heißt. Und dieser Dornwald wird blühen. In neun Monaten, was für eine lange Zeit, da ist Weihnachten. Die Dornen – sie werden bleiben, auf dem Weg dorthin und darüber hinaus. Denn so ist es nun mal, das Leben. Aber die Rosen – sie werden blühen. Und duften. Unvorstellbar schön! Diese Verheißung, die für viele bereits auch erlebte Erfahrung ist, feiern wir. An diesem Tag, da der Engel kam. Und etwas ganz Neues begann.

Alexander Bergel
25. März

Das Lied zum Nachhören finden Sie hier.
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Das Drama von Gründonnerstag bis Ostern spielt sich in diesen Tagen ganz anschaulich in der Welt ab, meint Dominik Blum auf katholisch.de. Ostern könne nicht verschoben werden, denn Ostern habe schon längst angefangen.

Den Artikel vom 23. März über das, was sich in diesen Tagen ereignet, ohne es kalendarisch passend in großer Runde feiern zu können, finden Sie hier.
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Vereinzelung ist das Gebot der Stunde – und womöglich wird sie wegen Corona noch verschärft. Doch Isolation kann auch eine Chance sein. Weise Menschen wie Jesus und Benedikt von Nursia, dessen Fest die Mönche am 21. März feiern, haben das selbst erfahren.

Die Gedanken von Markus Nolte aus der Münsteraner Kirchenzeitung »Kirche+Leben« vom 21. März können Sie hier nachlesen.
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Geplant war es nicht. Reiner Zufall. Ich bin mit dem Fahrrad unterwegs. Und mit Pater Breulmann. Wer ist noch mal Pater Breulmann? Richtig – der neue Pastor, den wir eigentlich am letzten Wochenende begrüßen wollten. Was ja leider nicht ging – Corona sei Dank. Begrüßt wurde er aber trotzdem. Von den Jugendlichen beispielsweise, die mal eben »Hallo« sagen und hinterherschieben: »Wenn’s mal zu laut wird am Wochenende – einfach melden! Wir können auch leise!« Oder vom Ehepaar aus dem Haus quer gegenüber, Heilig-Geist-Urgesteine, die interessiert fragen: »Sind Sie der neue Pater?« Ja, das ist er. Und schwuppdiwupp ist er auch schon mitten im Gespräch. Wenn Hermann Breulmann davon erzählt, spürt man, wie ihn diese Begegnungen freuen. »Wirklich nett!« Das wird er noch öfter sagen. Auch als er mir das kleine Willkommensgeschenk zeigt. Es stand vor der Haustür. Einfach so.

Heute nun sind der neue Pater und der gar nicht mehr so neue Pastor also mit dem Fahrrad unterwegs. Unterwegs, um die Pfarrei kennenzulernen. Die Corona-Krise sorgt dafür, dass plötzlich mehr weiße Stellen im Kalender auftauchen als sonst. Ziemlich ungewohnt, aber auch ganz schön. Start ist am Pfarrhaus Christus König, Bramstraße links ab, Östringer Weg, die Berningstraße hoch. Kloster Nette schenken wir uns an diesem Tag, denn das kennt Hermann Breulmann bereits. Genauso wie seinen Ordenskollegen, Pater Eberhard Fuhge. Lange Zeit in Afrika zu Hause, lebt der freundliche Mann heute als Hausgeistlicher bei den Netter Schwestern. Oben auf dem Berg liegt der Haster Friedhof. Herrlicher Sonnenschein, ein wunderbarer Blick über alte Bäume und gepflegte Gräber hinab ins Tal. Wir fahren weiter und machen den nächsten Halt beim Kreuzweg nach Rulle. Pater Breulmann, die letzten Jahre in den Metropolen Deutschlands daheim, in Hamburg, München und Berlin, freut sich, dass es solche alten Wege und Traditionen hier noch gibt.

Die Paul-Gerhardt-Kirche können wir natürlich nicht links liegen lassen. Dieses schöne kleine Gotteshaus steht da inmitten zahlloser blühender Frühlingboten, alles wie immer liebevoll gepflegt. Nach einem kleinen Exkurs über das gute Miteinander der Konfessionen in unserer Stadt landen wir, nicht ohne vorher die Landschaftsarchitekten der Hochschule zu bestaunen, im Garten von St. Angela. Wie alle, die zum ersten Mal hier sind, ist auch Hermann Breulmann fasziniert von diesem riesigen Areal zwischen Bramstraße und der gerade ziemlich gut gefüllten Nette. Ein kleines Paradies am Rande der Stadt. Der Park ist menschenleer, Schulgeräusche gibt es heute keine – ohne Unterricht, der ausfallen muss, auch kein Wunder. Im großen Labyrinth geht eine Ordensschwester umher. Was sie wohl denkt? Erlebt hat sie in ihrem Leben sicher schon so manches. Aber eine Zeit wie diese, in der plötzlich so vieles so anders ist? Das ist vermutlich auch für sie ganz neu.

Weiter fahren wir in die Dodesheide. Nach der Kreuzung Lerchenstraße/Haster Weg geht’s über den kleinen Padd (wissen Sie, welchen ich meine?) zur Franziskus-Kirche. Schon bei seinem ersten Besuch im November hatte der Jesuit aus Berlin die Schwarzkirche ins Herz geschlossen: »Grandioser Bau«, staunt Hermann Breulmann auch heute wieder. Und schiebt eine Frage hinterher: »Mögen die Leute diese Kirche?« Meine Antwort: »Kommt drauf an, wen man fragt!« Eine Kirche wie diese polarisiert. St. Franziskus tut es auch. Und zwar von Anfang an. Ich glaube aber, dass sich da was verändert. In letzter Zeit haben wir uns sehr intensiv mit dieser Kirche beschäftigt – und tun es immer noch: Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat, Liturgieausschuss, Pastoralteam und viele andere. Weil wir diesen Ort erhalten, ihn stärken und behutsam renovieren wollen. Wir machen uns Gedanken: Warum ist das hier so? Welche Idee steckt eigentlich dahinter? Nicht nur wir, immer mehr Menschen fragen sich das. Und haben Lust, St. Franziskus, »Frisco«, wie viele diese Kirche liebevoll (!) nennen, neu zu entdecken. Pater Breulmann nickt zufrieden. Und freut sich. So wie ich.

Vorbei am Senionrenzentrum, das wir zum Schutz der alten Menschen nicht betreten dürfen, und vorbei am Kindergarten fahren wir zum Waldfriedhof. Wir sehen renovierte Reihenhäuser. Gut sehen sie aus. Doch der Schein trügt. So manche Armut verbirgt sich hinter der frisch getünchten Fassade. Wie mag es den Menschen dort wohl gehen?, frage ich mich. Wie den Kindern, die auf keiner Terrasse, in keinem großen Garten spielen können, sondern vielleicht zu fünft in drei Zimmern leben müssen? Wir schweigen. Und fahren weiter, bis wir im Schatten der riesigen Friedhofskapelle vom Rad steigen. Ein Betonbau, umgeben von frischem Grün und blühenden Bäumen. Auch in den kommenden Tagen und Wochen wird es hier Beerdigungen geben. Die Behörden sagen: »Trauerfeiern bis auf weiteres nur im kleinsten Kreis!« Verständlich ist das und auch richtig. Aber was das für die Angehörigen bedeutet und wie das gehen soll – keiner weiß es.

Wir sind auf der Knollstraße angekommen und fahren weiter Richtung Bürgerpark, stehen neben der Gertudenkirche und blicken über die Stadt mit ihren markanten Türmen: Marienkirche, Dom, St. Katharinen, Iduna-Hochhaus. Jede Zeit setzt halt ihre eigenen Akzente … Der Bürgerpark hat es Pater Breulmann sofort angetan. »Was für ein wunderbarer Ort«, schwärmt er. Ich ahne, dass man ihn hier öfter finden wird. Ein paar Meter vom Katharina-von-Bora-Haus entfernt (früher hieß es noch »Haus am Bürgerpark« und hatte in den 1960er und 70er Jahren eine begeisterte Kuchen- und Tortenbäckerin: meine Oma!), schaut man auf die Türme von Matthäus und Heilig Geist. Wie zwei Geschwister stehen sie da, die ganz selbstverständlich zueinander gehören.

Auf dem Wochenmarkt war Pater Breulmann schon des öfteren – ein Kleinod mitten auf dem Sonnenhügel –, wir fahren also weiter und stehen vor der Heilig-Geist-Kirche. Etwas Zeit ist noch, bevor der Spediteur mit den letzten neuen Möbeln kommt. Als wir den Raum betreten, spielt der Organist ein Lied, das kaum passender sein könnte als an diesem Ort, als zu dieser Zeit: »Heilger Geist, o Tröster mein, kehr in unsre Herzen ein!« Wir setzen uns. Hören zu. Und merken beide: ein ganz besonderer Moment. Gänsehaut.

Hätte mir vor zwei Wochen jemand gesagt, dass ich eine Gänsehaut kriege, wenn die Orgel ein altes Heilig-Geist-Lied spielt – ich hätte definitiv abgewunken. Und noch weniger gedacht, wir schnell mir das alles fehlen würde: das gemeinsame Feiern, die vertrauten Gesichter, die Messdiener, die mit Spaß dabei sind, die Lektorin, die so gerne Gottes Wort verkündet, der Blick in Reihe 5, wo ich schon weiß, wer da meistens sitzt … Aber so ist es gerade. Und nicht nur mir geht es so. Auch Hermann Breulmann erlebt das ähnlich. Noch weiß er zwar nicht, wer in Reihe 5 sitzt oder oben an der Orgel. Auch nicht, welchen Spaß man im Altarraum haben kann, wenn mal wieder irgendwer nicht den Kelch bringt, sondern das Handtuch oder wenn der Pastor – obwohl er es den Messdienern schon so oft erklärt hat – am Ende selbst falsch um den Altar läuft. Noch weiß Pater Breulmann es nicht – jedenfalls nicht aus dieser Gemeinde –, aber er wird es kennenlernen. Und er wird sie mögen – die Leute hier. Leute wie jene, die die Orgel von draußen  hören und mal eben gucken wollen, Leute, die eine Kerzen entzünden und sich freuen, jemanden zu treffen – an Tagen wie diesen …

Geplant war es nicht. Reiner Zufall. Dass wir aber just in dem Augenblick die Kirche betreten, da der Organist sie mit wunderbaren Klängen füllt – ist ein Geschenk. Eines, das wehmütig macht. Und froh. Wehmütig, weil gerade alles anders ist. Und froh, weil wir spüren, Hermann und ich: Bei allem, was ist, bei allem, was ins Wanken gerät – wir haben einen Grund, auf dem wir stehen. Und einen Gott, der uns zum Tröster wird. Als wir beide am Morgen losgefahren sind, hatten wir eine Fahrradtour geplant. Am Ende aber haben wir nicht nur viel gesehen – wir sind beschenkt worden. Durch viele Eindrücke. Orte. Menschen. Und ein Lied. Fahren Sie doch auch mal wieder mit dem Rad …

Alexander Bergel
17. März
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Bernhard Stecker, unser ehemaliger Pfarrer und seit September 2019 Propst in Bremen, denkt darüber nach, was Hoffnung ist. Und lädt dazu ein, etwas auszuprobieren, was ungewohnt, vielleicht sogar peinlich ist. Aber nicht nur das.

Seine ermutigenden Gedanken vom 16. März – verbunden mit einem herzlichen Gruß aus Bremen – finden Sie hier.
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»Im Ernst? Bis Ostern? Und sogar noch länger?! Das kann doch wohl nicht wahr sein …« Vielleicht denken Sie das gerade. Und können es nicht fassen. Alles dicht: Kirche, Pfarrheime, Jugendräume. Keine Gottesdienste, keine Treffen, keine Gruppenstunden, keine Sitzungen, nichts mehr. Schulen zu, Kitas geschlossen. Wer hat so etwas schon mal erlebt? Vermutlich niemand. Jedenfalls nicht so. Nicht in der Form. Nicht mit diesen Konsequenzen.

Es ist eine ziemlich irreale Zeit. Keiner will sie, die zunehmend um sich greifende Verunsicherung. Keiner will Hamsterkäufe, die Angst also, irgendwann nicht mehr genug zum Leben zu haben. Aber einfach so darüber hinweg gehen – das will auch keiner. Und es geht auch nicht. Also: Handeln. Besonnen handeln. Sich zurückziehen, so es denn geht. Und warten.

Vor einigen Jahren hatte das Bistum das »Jahr des Aufatmens« ausgerufen. »Schaut auf das, was wirklich wichtig ist«, lautete die Devise. »Schaltet einen Gang zurück. Macht die Dinge anders, vielleicht tiefgründiger. Lasst Überflüssiges weg!« Wie das mit solchen Aktionen oft ist – sie gelingen mehr oder weniger gut. Jetzt aber stehen wir in einer Zeit, in der wir nicht anders können als anzuhalten, einen Gang zurückzuschalten, Dinge zu lassen.

Das kirchliche Leben liegt fast brach. Nur das Nötigste wird noch stattfinden können: Einzelseelsorge, Krankensalbungen, Beerdigungen. Die großen und kleinen Gottesdienste fallen aus. Und dann stellt sie sich unweigerlich, die Frage: Halte ich das aus? Mehrere Wochen keine gemeinsame Feier. Kein gemeinsames Hören des Wortes Gottes. Kein Teilen von Brot und Wein. Wird mir was fehlen?

Vielleicht kann diese Zeit, von der noch keiner genau weiß, wie lange sie dauern wird, vielleicht kann diese Wüsten-Zeit zu einer Zeit der ganz besonderen Erfahrung werden. Der Blick in die Bibel zeigt: Wüsten-Zeiten – das sind harte Zeiten. Zeiten, die vieles ins Wanken bringen. Wüsten-Zeiten sind Zeiten der Suche, des Aushaltens, des Fragens, des Zweifelns – aber sie sind ebenso Zeiten des Findens, des Erfahrens und des Vertrauens.

Vielleicht finden Sie in dieser Zeit, in der Sie sich viele Sorgen machen um Ihre kleinen Kinder oder Ihre alten Eltern oder auch um sich selbst, vielleicht finden Sie in dieser Zeit der geistlichen Wüste in all dem und durch all das hindurch auch ganz neue Einsichten, neue Antworten. Vielleicht entdecken Sie an sich ganz neue, ungeahnte Kräfte. Und vielleicht finden Sie in diesen Tagen und Wochen ganz viel Neues, das Sie nicht erwartet hätten …

Bleiben Sie tapfer!
Und hoffentlich auch gesund!.

Alexander Bergel
13. März
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In jenen Tagen
waren Worte des Herrn selten,
Visionen waren nicht häufig.
Die Lampe Gottes war noch nicht erloschen.

1 Sam 3, 1.3

An Tagen wie diesen,
an denen wir spüren,
wie verletzlich wir sind,

an Tagen wie diesen,
an denen wir nicht mehr gemeinsam
Gottes Wort hören,
nicht mehr gemeinsam
Brot und Wein miteinander teilen können,

an Tagen wie diesen,
an denen jeder
auf sich selbst geworfen ist –

auch
an Tagen wie diesen
ist seine Lampe
nicht erloschen.

Beim Tabernakel steht
und leuchtet
sie.

An Tagen wie diesen
könnten wir im Schein dieser Lampe versuchen,
dem verborgenen Gott
neu zu begegnen.
Ihm alles hinzuhalten,
was uns ängstigt und sorgt.
Und ihm die Menschen anzuvertrauen,
die krank sind
oder isoliert,
alle, die sich sehnen
nach Licht in ihrer Finsternis

Und wir könnten ihnen selbst
zu einem solchen Licht
im Dunklen werden.
Macht Not nicht auch erfinderisch?

Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes
wird uns besuchen
das aufstrahlende Licht aus der Höhe,
um allen zu leuchten,
die in Finsternis sitzen
und im Schatten des Todes.

Lk 1, 78

Alexander Bergel
13. März
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