Projekt St. Franziskus

Seit vielen Jahren schon beschäftigen wir uns in der Pfarrei mit der Frage: Wie können wir angesichts sich verändernder Zeiten und sich wandelnder Lebensgewohnheiten, angesichts sinkender Mitgliederzahlen und finanzieller Mittel dennoch in eine gute Zukunft gehen? Und wie können wir am Kirchort St. Franziskus, einem Ort, an dem schon viel verändert werden musste, nun aber eine Kirche steht, die immer seltener gut gefüllt ist, perspektivisch weiterkommen?

Auf dieser Seite finden Sie alle Schritte und Entwicklungen der letzten zwei Jahre gebündelt. Auch wenn die Zusammenarbeit mit dem Verein für Baukultur beendet wurde, sind wir nicht am Ende. Im Gegenteil: Wir werden weiter gehen, weiter schauen, weiter machen. Nichts von dem, was in letzter Zeit bedacht und beraten wurde, ist verloren. Im Rahmen einer Zukunftswerkstatt, die im November 2023 begonnen hat und die im Januar 2024 zu einem guten Abschluss gebracht wurde, haben wir uns noch breiter aufgestellt als bisher.

Wir laden Sie ein, sich weiterhin zu beteiligen. Bringen Sie sich ein in das Gespräch um die Zukunft des Kirchorts St. Franziskus. Wir haben die Chance, dass etwas ganz Neues entsteht, das den Ursprungsgedanken des Architektenehepaares Rudolf und Maria Schwarz neu interpetiert und mit Leben füllt: Die Kirche ist »nur die Hülle« – um für die da zu sein, die auf der Suche sind. Nach Gott. Nach Begegnung. Nach sinnerfülltem Leben. Die Fragen und die Sehnsucht vieler Menschen sind dieselben geblieben. Spannend wird es sein, welche Antworten wir für heute und morgen finden werden.

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Wir wollen die Franziskuskirche flexibler nutzen: Dieser Plan hat sich zum Abschluss der Zukunftswerkstatt am 27. Januar mit großer Einigkeit herauskristallisiert. Kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte könnten hier Platz finden, Begegnungsmöglichkeiten für Menschen der Pfarrei und des Stadtteils, soziale Einrichtungen wie eine Kleiderkammer oder eine Fahrradwerkstatt – vieles ist denkbar. Aber auch größer gedachte Entwürfe standen am Ende auf dem Papier: Lohnt es sich, den Gedanken eines Kolumbariums weiter zu verfolgen? Kann man eine zweite Ebene in die Kirche einziehen, die Räume vermieten und so sogar Einnahmen generieren? Einig waren sich die Teilnehmenden der Zukunftswerkstatt auch darin, dass die Kirche weiterhin ein Raum des Gebets, der Stille und des Gottesdienstes bleiben soll. Es müssen aber Voraussetzungen geschaffen werden, um sich auch in kleinen Gruppen versammeln zu können. Mit dem Gedanken der multifunktionalen Nutzung eng verbunden ist die Überlegung, die Bänke durch Stühle zu ersetzen.

Um diese Ergebnisse weiterzuverfolgen, wird nun Vernetzung wichtig sein: Am Runden Tisch der Stadtteile und an anderen Orten werden wir das Konzept der Öffnung der Kirche für neue Angebote vorstellen – und dazu einladen, St. Franziskus mit Leben zu füllen. Und wir brauchen den Austausch mit Expert:innen, die solche Projekte schon begleitet haben und mit uns ihr Wissen teilen im Hinblick auf Strategien, Investoren, Kooperationspartner, Stiftungs- und Projektfördergelder und vieles mehr. Nicht zuletzt sind Gespräche mit der Stadt, dem Denkmalschutz und anderen Akteuren zu führen, um die Möglichkeiten näher auszuloten.

Das Vorzeichen unserer Zukunftswerkstatt war ein Trotzdem: Trotz drastischer Sparmaßnahmen im Bistum Osnabrück, trotz düsterer Prognosen in Sachen Kirche, trotz viel Energie, die in den letzten Jahren bereits in das Thema geflossen ist, beschlossen Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand im Mai 2023, noch einmal Anlauf zu nehmen in Sachen St. Franziskus. Schon diese Entscheidung machte deutlich: Ja, wir sehen die unaufhaltbaren Veränderungen in unserer Kirche. Und wir sehen auch die Gratwanderung zwischen guten Ideen und fehlendem Geld. Trotzdem kann es keine Option sein, zu resignieren und den Kopf in den Sand zu stecken: Die Franziskuskirche ist schließlich da und hat einen hohen künstlerischen und für viele Menschen unserer Pfarrei auch ideellen Wert. Für all das haben wir Verantwortung. Und gerade in Zeiten von radikalen Veränderungen wollen wir sagen können: Wir haben auch einen Plan – und zwar einen, den wir in einem demokratischen Prozess entwickelt und verhandelt haben.

Für den weiteren Weg hat die Zukunftswerkstatt eine wichtige Grundlage geschaffen. 40 Menschen investierten dafür im November und Januar drei Tage Zeit: die Mitglieder der Gremien, das Pastoralteam, Architekt:innen und Gäste aus der Ökumene, der sozialen Arbeit des Stadtteils oder mit anderen Bezügen zu dem Gebäude. Der Konsens der Teilnehmenden, dass Veränderungen nötig sind, hat dabei sehr zu einer verbindenden, kreativen Atmosphäre beigetragen. In Erinnerung bleibt vor allem auch der Ort: der leere Kirchraum von St. Franziskus. Dass dieser viel mehr als Platz zum Denken bieten kann, konnte man an den beiden Wochenenden bereits erahnen.

Mit der Umsetzung der Ergebnisse werden sich nun Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat weiter beschäftigen. Noch ist nichts entschieden. Eine Entscheidung wird auch nicht ohne Zeit und ein planvolles Vorgehen möglich sein. Doch haben wohl nicht nur die Teilnehmenden der Zukunftswerkstatt Sehnsucht danach, dass nun, nach so vielen Anläufen, sehr bald eine Veränderung konkret sichtbar wird. Mit kurz- und langfristigen Zielen wird es also weitergehen: Wir halten Sie auf dem Laufenden und kommen gerne mit Ihnen ins Gespräch!

Simone Kassenbrock
30. Januar 2024

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Einige Eindrücke von Teilnehmer:innen
der Zukunftswerkstatt

Ich spürte deutlich bei allen Beteiligten, dass sie sich ernsthaft auf einen Suchprozess einließen, dass in Zukunft etwas mit der Kirche passieren muss und dass es so, wie es derzeit ist, auf Dauer nicht bleiben kann. Ein Vorschlag war, die Bänke aus dem Kirchenraum zu entfernen und sie durch eine Bestuhlung zu ersetzen. Durch diese Veränderung würde der Raum in seiner Wirkung deutlich verändert und flexibler gestaltet werden können. – Ludwig Lanver

Dieser Weg, den wir unternommen haben, war für mich immer ein Weg der Gemeinsamkeit – auch bei unterschiedlichen Meinungen. Dafür allein haben sich diese ‚Such-Tage‘ nach einer tragfähigen Zukunft gelohnt. – Gregor Kleine-Kohlbrecher

Die Tage der Zukunftswerkstatt waren eine kreative Zeit in guter Gemeinschaft. Und nun müssen die Ideen und Visionen auf ihre Umsetzbarkeit überprüft werden.
Veronika Lausch

Die Zukunftswerkstatt hat einen Prozess final angestoßen, an dessen Ende hoffentlich eine langfristige und sinnvolle Lösung steht. Diese muss den Lebensbedingungen der Menschen vor Ort und der kirchlichen Realität entsprechen. – Felix Weghorst

Die Zukunftswerkstatt war eine gelungene Veranstaltung unter kompetenter Leitung. Es hat wirklich Freude gemacht, mit anderen Gemeindemitgliedern Pläne zu erarbeiten, wie es mit der Franziskuskirche und dem Standort weitergehen kann. Wichtig war auch, die Sichtweisen der anderen Teilnehmer kennenzulernen. – Ulrike Haucap-Osterhaus

Im Rahmen der Zukunftswerkstatt haben sich die Beteiligten sehr eindeutig und eindrucksvoll für eine Öffnung der Franziskuskirche in die Stadtteile hinein ausgesprochen. Kulturelle Angebote, Begegnung, Beratung und auch weiterhin religiöse Akzente sollen das Leben in der Kirche prägen und die Menschen in der Umgebung einladen. Die weitgehende Übereinstimmung in dieser Richtung macht Mut, hier auch Wege der Realisierung zu finden. Es ist gut, dass es dazu auch bereits eine Reihe von Ideen gibt, die nun weiterverfolgt werden müssen. Diese Ideen leben davon, dass sie von Einrichtungen, Initiativen und Vereinen mitgetragen werden. – Peter Klösener
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Am letzten Wochenende (17./18. November) hat sie begonnen, unsere Zukunftswerkstatt. Wie der Name schon sagt, soll etwas hergestellt werden. In unserem Fall wird dies ein Vorschlag sein, wie es mit der Franziskuskirche weitergehen kann. Bereits im Mai haben die Gremien entschieden, auf diese Weise die Zukunft des größten Gebäudes unserer Pfarrei neu in den Blick zu nehmen.

Zukunftswerkstatt heißt auch, dass Akteur:innen mit verschiedenen Perspektiven auf das Thema zusammenkommen. So trafen sich am Freitagnachmittag 40 Teilnehmende unter der Anleitung des Moderators Björn Schirmbeck direkt vor Ort in der Kirche: die Mitglieder von Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat, das Pastoralteam und Menschen, die in der sozialen Arbeit des Stadtteils tätig sind, die Ökumene vertreten, als Architekt:innen Expertise mitbringen oder mit der Franziskuskirche eng verbunden sind.

Vor der inhaltlichen Arbeit stand erst einmal eine ganz praktische: Die Bänke sollten aus der Kirche raus – damit Platz für die Werkstatt entsteht und damit die Gedanken im wahrsten Sinne des Wortes Raum haben. Der Kraftakt, etwa die Hälfte der Bänke in die Grundschule zu manövrieren und den Rest zusammenzuschieben, hat sich gelohnt. Es war beeindruckend, den (fast) leeren Kirchenraum zu erleben – wir bekamen eine Ahnung davon, warum dem Architekten Rudolf Schwarz dieser leere, schlichte Raum besonders am Herzen lag.

Dann ging es los: Entlang des Weges, den die Methode vorgibt, formulierten alle Teilnehmenden in einer einleitenden Kritikphase ihren persönlichen Blick auf die Franziskuskirche: Beheimatung wurde genannt, viele schätzen die Architektur und die festlichen Gottesdienste, die in dieser Kirche gefeiert werden. Aber auch Ängste und Sorgen kamen aufs Papier: Die Kirche wird immer weniger genutzt … Und wie kann das, was mir wichtig ist, erhalten bleiben? Im Austausch wurde klar, was alle verbindet: der Wunsch, die Franziskuskirche nicht vor Veränderungen zu bewahren, sondern zu überlegen, wie sie wieder mit Leben gefüllt werden kann.

Am Samstag schloss sich die Utopiephase an. In der Zukunftswerkstatt bedeutet dies vor allem, frei denken zu dürfen, unabhängig von möglicherweise einschränkenden Rahmenbedingungen. Wir versuchten uns darin: Wie wäre es zum Beispiel, die Bänke dauerhaft durch Stühle zu ersetzen und so eine flexiblere Nutzung, für Gottesdienste und andere Veranstaltungen, möglich zu machen? Müsste man den Sozialraum des Stadtteils nicht mehr in den Blick nehmen und in der Kirche Orte schaffen für Begegnung, Gespräch, Beratung und anderes? Wäre eine Nutzung denkbar, die das künstlerische Konzept der drei Lichthöfe erhält, aber innen auch andere Räume schafft? Wie können wir die Franziskuskirche profilieren in unserer Stadt – und in einer Pfarrei, die noch zwei andere Kirchen hat?

Ideen dazu haben wir diskutiert, aufgeschrieben, skizziert, ja sogar im Rollenspiel dargestellt und im Modell gebaut – wie in einer echten Werkstatt eben. Dabei wurde deutlich, dass zwischen den Vorstellungen der Arbeitsgruppen schon eine große Schnittmenge besteht. Aber es war erst der Anfang: Die Verwirklichungsphase, die die Vorschläge auf Realisierbarkeit überprüft und mit der Beschreibung eines Projekts endet, folgt am 27. Januar. Danach geht das Ergebnis weiter in die Gremien. Dort wird sicherlich noch viel Mut zur Entscheidung und Kraft zur Umsetzung nötig sein.

Hinter uns liegt ein Wochenende in einer produktiven Atmosphäre. Die Teilnehmenden der Zukunftswerkstatt haben die düsteren Prognosen, die in puncto Kirche in diesen Tagen durch die Medien gehen, sicher nicht naiv ignoriert, sondern ihre Zeit und Fantasie eingesetzt, um trotz allem zu fragen: Wie können wir das Gebäude nicht gleichgültig dem Lauf der Dinge überlassen, sondern dieser Resignation etwas entgegensetzen? Und was kann das sein? Das gemeinsam zu erleben, macht Hoffnung. Wir erzählen Ihnen gerne mehr. Sprechen Sie uns einfach an!

Simone Kassenbrock
19. November 2023
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An 17./18. November 2023 versammeln sich die Mitglieder des Kirchenvorstands, des Pfarrgemeinderats und des Pastoralteams sowie weitere Menschen aus unseren Stadtteilen und darüber hinaus zur Zukunftswerkstatt in St. Franziskus. Wir treffen uns bewusst in der Kirche, denn um diesen Ort geht es.

Es geht um einen Ort, an dem Menschen getauft und gefirmt wurden, an dem sie zur Erstkommunion gegangen sind, Ja zueinander gesagt und ihre Liebsten betrauert haben. Es geht um einen Ort, an dem Feste gefeiert wurden, um einen Ort, an dem sich junge Leute ausprobiert haben, Erfahrungen sammeln und weitergeben konnten. Kurz: Es geht um Heimat.

In einer Zukunftswerkstatt können alle ihre Ideen einbringen. Unter Anleitung eines externen Moderators werden wir voneinander und aufeinander hören. Wir werden Ideen entwickeln und Visionen formulieren. An diesem Freitag und Samstag geht es los, das nächste Treffen ist am 27. Januar 2024. Wir werden davon berichten und Sie auf dem Laufenden halten.

Das, was die Zukunftswerkstatt entwickelt, wird den Gremien zur Umsetzung empfohlen und anvertraut. Am Ende entscheiden Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat, welche Akzente wir am Kirchort St. Franziskus und in der gesamten Pfarrei setzen wollen.

Das alles geschieht nicht im luftleeren Raum. Wir leben in einer Welt voller Kriege und Krisen. Und die Kirchen, die evangelische genauso wie die katholische, leiden unter einem enormen Relevanzverlust. Eine aktuelle Studie zeigt, dass wir innerhalb kürzester Zeit in der säkularen Welt einfach keine Rolle mehr spielen werden.

Gleichwohl haben wir einen Auftrag. Und genau diesen Auftrag erkennen viele – erstaunlicherweise auch nichtkirchliche – Menschen als wertvoll an: Einsatz für Kinder und Jugendliche. Sorge um die Armen und Schwachen. Da-Sein am Lebensbeginn und am Lebensende. Wachhalten der religiösen Dimension des Lebens. Die Form des Kirche-Seins wird sich ändern (sie hat sich in 2000 Jahren immer geändert), aber dieser Kern wird bleiben.

Wenn wir nicht nur schauen, was noch irgendwie zu retten ist, sondern wenn wir Ausschau danach halten, wo Menschen sich nach Rettung sehnen – dann wird sie gelingen, unsere Zukunftswerkstatt. Das glaube ich ganz sicher.

Alexander Bergel
16. November 2023
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Die Perspektiven für die Franziskuskirche sollen jetzt im Rahmen einer Zukunftswerkstatt in den Blick genommen werden. Das haben Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand in einer gemeinsamen Sitzung am 4. Mai 2023 beschlossen. Die Zukunftswerkstatt ist eine bewährte Methode, um neue Perspektiven aufzutun, Probleme zu lösen und gemeinsame Zielsetzungen in den Blick zu nehmen. Sie wird häufig auch in Prozessen der Stadt- oder Stadtteilplanung eingesetzt.

Zukunftswerkstätten ermöglichen es, ein Thema unter Beteiligung der Gruppen und Organisationen zu beraten, die es betrifft. Erste Überlegungen einer Arbeitsgruppe sehen vor, dass neben den Mitgliedern von Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand auch weitere Akteure in den Stadtteilen beteiligt werden. Das betrifft beispielsweise das Seniorenheim, die Kita, die evangelische Nachbargemeinde, das Mehrgenerationenhaus, den Quartierstreff oder das Gemeinschaftszentrum. So soll die Zukunft des Kirchortes unter möglichst vielen Perspektiven betrachtet werden.

Im Mittelpunkt einer Zukunftswerkstatt steht ein festgelegter Ablauf von drei Phasen. In der ersten Phase wird die aktuelle Situation unter die Lupe genommen. Dabei sollen durchaus Unzufriedenheit und Kritik offen geäußert werden. Die zweite Phase fordert die Kreativität aller Beteiligten heraus. Hier werden Wünsche und auch Utopien genannt, wie man sich die Zukunft vorstellen möchte. Einwürfe wie „Das ist doch gar nicht möglich“ sind nicht erlaubt. Dadurch wird die Entstehung und Benennung auch ungewöhnlicher Ideen unterstützt. Die dritte Phase dient dann der Beurteilung, welche der genannten Vorschläge umsetzbar sind und was benötigt wird, um die anvisierten Zielsetzungen zu erreichen.

Nach derzeitigen Planungen soll die Zukunftswerkstatt in zwei Teilen im November 2023 und Ende Januar 2024 stattfinden. Die Ergebnisse werden dann die Grundlage für entsprechende Beschlüsse in den Gremien der Pfarrei bilden.

Im vergangenen Jahr waren im Rahmen einer Gemeindeversammlung mögliche Perspektiven für die künftige Nutzung der Franziskuskirche vorgestellt und diskutiert worden. Im Mittelpunkt standen Überlegungen zu einer Zusammenarbeit mit dem Verein für Baukultur. Kontakte zu dem Verein waren über die Vermittlung des Bischöflichen Generalvikariates zustande gekommen. Die Vorstellungen der Beteiligten gingen jedoch in den Monaten danach zunehmend auseinander. Deshalb hatten die Gremien der Pfarrei im vergangenen Herbst beschlossen, die Zusammenarbeit mit dem Verein zu beenden.

Peter Klösener
2. Juli 2023
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In einer gemeinsamen Sitzung vom 6. September 2022 haben sich Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat mehrheitlich dafür ausgesprochen, bei der Frage der Weiterentwicklung des Kirchorts St. Franziskus nicht mehr mit dem Verein für Baukultur zusammenzuarbeiten.

Diese Entscheidung steht am Ende eines gut anderthalb Jahre währenden Prozesses, in dessen Verlauf viele Gespräche geführt, Pläne geschmiedet und neue Perspektiven gewonnen wurden. Ziel war immer, gemeinsam herauszufinden, auf welche Weise wir mit einem so bedeutenden Raum wie der Franziskuskirche, aber auch darüber hinaus am Kirchort St. Franziskus mit all seinen Gebäuden und Institutionen in eine gute Zukunft gehen können.

In den letzten Wochen hat sich zunehmend gezeigt, dass die Vorstellungen der beteiligten Akteure weiter auseinandergehen als gedacht, so dass die Leitungsgremien unserer Pfarrei nach sehr intensiver Diskussion den Beschluss gefasst haben, die Zusammenarbeit mit dem Verein für Baukultur zu beenden. Nun heißt es, neu und weiter zu überlegen. Die Gremien sind sich einig, dass wir Veränderungen nicht aus dem Weg gehen können, wenn St. Franziskus langfristig ein lebendiger Ort bleiben soll.

Alle Ideen und Gedanken, die sich in der seit 2018 bestehenden Projektgruppe und auf der Gemeindeversammlung vom 12. Mai ergeben haben, bleiben erhalten und werden uns bei den weiteren Überlegungen begleiten. Über die kommenden Entwicklungen halten wir Sie auf dem Laufenden.

Alexander Bergel
8. September 2022
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Am 30. Juni 2022 hat sich die Projektgruppe St. Franziskus, bestehend aus 15 Vertreterinnen und Vertretern aus Pfarrgemeinderat, Kirchenvorstand, Pastoralteam und der Jugend St. Franziskus, zum ersten Mal in dieser neuen Projektphase getroffen, nachdem es sie in wechselnder Zusammensetzung bereits seit 2018 gibt.

An diesem Abend ging es vor allem darum, das, was es neben den Vorstellungen des Vereins für Baukultur an weiteren Ideen gibt, zu sichten und mit den sich daraus ergebenden Fragen und Arbeitsaufträgen in die nächste Zeit zu gehen:

  • Wir nehmen wahr: Viele Menschen sind zu Veränderungen bereit. Es gibt aber auch Sorgen und Befürchtungen.
  • Was wünschen sich die Menschen vor Ort?
  • Das Bistum hat nur eine Projektidee präsentiert. Würden Alternativen, die sich im weiteren Prozessverlauf ergeben, vom Bistum unterstützt?
  • Es müssen Möglichkeiten für eine echte finanzielle Entlastung gefunden werden.
  • Der Grundgedanke des Architektenehepaars Rudolf und Maria Schwarz muss erhalten bleiben. Wie lässt er sich neu interpretieren und weiterentwickeln?
  • Sind die Kirchraumideen jemals wirklich in der Gemeinde verwurzelt worden?
  • Was können wir für den Stadtteil tun – also über unseren Kirchturm hinaus?
  • Wie wird das bezahlt?
  • Wir wollen breit und transparent diskutieren. Alle, die es wollen, können sich beteiligen!

Diese kurzen Schlaglichter weisen die Richtung. Wir können gelassen in die Zukunft blicken, denn es herrscht weder Zeit- noch sonstiger Druck. Es werden sicher immer neue Fragen auftauchen. Am Ende steht – so hoffen wir – ein wirklich innovatives Projekt, das vielen Bedürfnissen gerecht wird.

Alexander Bergel
1. Juli 2022
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Mit der Gemeindeversammlung vom 12. Mai 2022 haben wir die Öffentlichkeit über erste Ideen für ein Projekt am Kirchort St. Franziskus informiert. Mittlerweile hat es verschiedene Reaktionen darauf gegeben und, was uns sehr freut, ergänzende, aber auch ganz andere Überlegungen zur Franziskuskirche und den dazu gehörenden Gebäuden.

Sie alle sind eingeladen, sich weiterhin mit diesen Fragen zu beschäftigen und auch eigene Ideen zu entwickeln. Wichtig wird bei allen Überlegungen immer die eine Frage sein: Wie können wir in unserer Pfarrei mit immer geringeren finanziellen Ressourcen und immer kleiner werdenden Zahlen sinnvoll in die Zukunft gehen? Und: Was für eine Idee haben wir eigentlich für unsere Pfarrei und, weitergedacht, für die Menschen in unseren Stadtteilen? Was können wir als Gemeinde für einen Beitrag leisten, damit Menschen, die bei uns wohnen, helfende und sinnstiftende Angebote erhalten können?

Die Vorstände von Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat haben am 31. Mai getagt und sich darauf verständigt, eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Gremien, des Pastoralteams und der Jugend St. Franziskus zu bilden, die sich mit all diesen Fragen beschäftigt und mit dem Bistum sowie den möglichen Projektpartnern vom Verein für Baukultur im Gespräch bleibt. So werden wir, breit aufgestellt, in den nächsten Wochen und Monaten schauen können, ob und wie sich dieses Projekt umsetzen lässt, welche Alternativen es geben kann oder welche Kombinationsmöglichkeiten.

In dieser Woche nun trifft sich die Projektgruppe auf Ebene der Pfarrei, um die eingegangenen Ideen zu sichten und die nächsten Schritte zu planen. Wir halten Sie immer auf dem Laufenden. Sprechen Sie uns auch gerne an!

Alexander Bergel
31. Mai 2022
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Im Laufe der Gemeindeversammlung gab es viele Gedanken, Fragen und Ideen.
Hier können Sie all das nachlesen.
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Seit vielen Jahren schon beschäftigen wir uns in der Pfarrei mit der Frage: Wie können wir angesichts sich verändernder Zeiten und sich wandelnder Lebensgewohnheiten, angesichts sinkender Mitgliederzahlen und finanzieller Mittel dennoch in eine gute Zukunft gehen? Und wie können wir am Kirchort St. Franziskus, einem Ort, an dem schon viel verändert werden musste, nun aber eine Kirche steht, die immer seltener gut gefüllt ist, perspektivisch weiterkommen? In diese Fragestellung hinein hat sich nun eine Projektidee ergeben, über die auf einer Gemeindeversammlung am 12. Mai informiert wurde.

Was wird aus der Franziskuskirche?

Das Bistum Osnabrück und der Verein für Baukultur haben die Idee entwickelt, die St.-Franziskus-Kirche zu einem „Haus für Baukultur“ umzunutzen. Mit dieser Idee sind sie an unsere Pfarrei herangetreten. Der noch recht junge Verein aus Architekten und an Baukultur sowie Stadtentwicklung Interessierten aus Osnabrück sucht einen Raum für seine Veranstaltungen und Ausstellungen und ist mit dem Wunsch an das Bistum herangetreten, ob das vielleicht eine Kirche sein könnte. Als Nutzer würden sie den Kirchraum sozusagen mieten. Dass Baukultur sich für Kirchengebäude interessiert, ist nichts Ungewöhnliches. In vielen Bundesländern helfen die Vereine mit verschiedenen Projekten, Kirchengebäude zu erhalten und angemessen weiter zu nutzen, da sie wichtiger Bestandteil der Baukultur sind.

Ist alles entschieden?

Die Idee ist der Beginn eines Weges, den die Gemeinde gemeinsam mit dem Bistum und dem Verein für Baukultur gehen wird. Ob am Ende das „Haus für Baukultur“ wie auch immer entsteht oder ob alles beim Alten bleibt, ist nicht abschließend geklärt. Es ist nichts entschieden. Wir haben die Möglichkeit, mitzuentscheiden und mitzugestalten oder auch abzulehnen. Auf der Gemeindeversammlung gab es auch bereits erste Ideen zur Ausgestaltung des Projektes, aber natürlich auch jede Menge Bedenken.

Was wird mit den Gottesdiensten?

Sollte die Franziskuskirche ein „Haus für Baukultur“ werden, wird sie „entweiht“, auf lateinisch: profaniert. Das bedeutet, dass neben Liturgie nun auch weltliche Veranstaltungen in der Kirche stattfinden können. Der Tabernakel wird voraussichtlich entfernt, das ewige Licht ausgelöscht. Der Altar aber wird stehen bleiben, da er wichtiger Bestandteil des Gebäudes ist und unter den Denkmalschutz fällt. Die Gemeinde könnte im Bereich des Taufbeckens einen kleinen Andachtsraum behalten, der für Gottesdienste und Andachten aber auch für Versammlungen genutzt werden kann. Die Wochenend-Gottesdienste werden dann aber wohl überwiegend in Christus König und Heilig Geist stattfinden. Wir hoffen, dass die Gemeindemitglieder aus St. Franziskus dort eine neue Heimat finden können.

Warum St. Franziskus?

Die Franziskuskirche ist als Bau des berühmten Architektenehepaares Maria und Rudolf Schwarz eine besondere Kirche. Sie steht unter Denkmalschutz. Um diesen architektonischen Wert wissen auch die Mitglieder des Osnabrücker Vereins für Baukultur. „Diese Kirche ist ein Leuchtturm, den wir in Osnabrück gar nicht richtig zu schätzen wissen“, betont Hermann Kuhl, der zweite Vorsitzende des Vereins für Baukultur. Das Ehepaar Schwarz sei in Deutschland in Bezug auf den Kirchenbau der Nachkriegszeit das „Non plus Ultra“. Als Ausstellungsraum sei diese Hallenkirche mit ihrer schlichten Formsprache ein sehr „reizvoller Raum“, betont Kuhl. Neben dem normalen Programm des Vereins kann er sich auch gut eine Dauerausstellung zu Schwarz-Kirchen oder auch eine zur Baugeschichte von St. Franziskus vorstellen. Alle Veränderungen im Kirchraum werden reversibel sein, das gebietet allein der Denkmalschutz.

Entspricht das der Idee des Architekten?

Rudolf Schwarz hat immer gesagt, dass man eigentlich keinen Kirchraum benötigt, um Gottesdienste feiern zu können: „Die Liturgie braucht den Kirchenbau nicht. So wie man eine gültige Ehe in einer Blechhütte führen kann, kann man in einem Turnsaal oder im Freien Gottesdienst halten, und vielleicht ist er da inniger als in einem Dom; wenn man aber ein Wohnhaus baut, muß es dem Gesetz der Ehe entsprechen, und wenn man ein Haus baut, das für den Gottesdienst da ist […], muß man es als Kirche bauen, und das heißt sehr viel […] es gibt […] die Lee­re, in der die Gestalten der Schöpfung verstummen und die voll ist von Gottes Dasein, still-hei­liger Zustand der schweigenden Welt, und ich denke, das müßte der Zustand der Kirche sein, wenn keine Gemeinde darin ist“ (Rudolf Schwarz, Kirchenbau. Welt vor der Schwelle, Nachdr. der 1. Aufl. 1960, hg. v. Maria Schwarz/Albert Gerhards/Albert Rüenauver, Regensburg 2007, 43.45).

Warum kann nicht alles bleiben wie bisher?

Sämtliche Gebäude des Bistums werden in den nächsten Jahren fachmännisch auf den Prüfstand gestellt und auf ihre künftige Nutzung hin geprüft. Der Abteilung Kirchengemeinden im Generalvikariat stehen für den Erhalt der 1220 Gebäude künftig nur noch etwa acht Millionen Euro jährlich zur Verfügung. „Das reicht bei weitem nicht, um alle Gebäude, insbesondere die Sakralgebäude, instand zu halten“, betont Leiterin Christina Jaax. Neue Ideen müssen her, wie man Finanzierungen umschichten und dennoch den Gebäuden gerecht werden kann.  Mit dem Verein für Baukultur wird das Netzwerk derer, die sich um den Erhalt von St. Franziskus kümmern, erweitert. „Wir brauchen Partner, mit denen wir gemeinsam eine Finanzierung auf die Beine stellen.“

Was ist mit dem Jugendheim?

Das Jugendheim bleibt durch die Umnutzung der Kirche unangetastet. Das ist dem Bistum ganz wichtig. Die Jugend kann es weiterhin nutzen. Voraussichtlich würden im Erdgeschoss Toiletten und eine kleine Küche eingebaut, die auch dem Verein für Baukultur zu Verfügung stehen werden. Auch über eine Weiterentwicklung der vorhanden Räume zur Begegnung von Gruppen kann nachgedacht werden.

Wie wird das Projekt finanziert?

Das ist nicht abschließend geklärt, da dies alles nur erste Ideen sind, die weiterentwickelt werden müssen. Der Verein für Baukultur wird Sponsoren ansprechen, die den baukulturellen Bereich fördern. Auch andere Projekte können durch Förderungen mitfinanziert werden.

Welche Ideen zur Mitnutzung der Kirche durch die Gemeinde gibt es?

Auf der Gemeindeversammlung wurden erste Ideen ausgesprochen. Für Integrationsprojekte im Quartier oder multireligiöse Angebote könnte man die profanierte Kirche nutzen, meinten einige. Man könne auch Konzerte veranstalten und weitere Player ins Boot holen, lauteten andere Überlegungen. Der Verein für Baukultur zeigt sich hier offen: „Wir finden es notwendig, nicht nur ein ,Haus für Baukultur‘ zu schaffen, sondern ein Haus für ein Zusammenkommen. Das können Gemeindemitglieder sein, aber auch Menschen des Quartiers“, so Hermann Kuhl.

Im Verlauf der Gemeindeversammlung sind viele Fragen gestellt und Themen benannt worden. Diese Gedanken können Sie hier nachlesen. Wenn Sie selbst Fragen oder Ideen haben und sich an der weiteren Diskussion beteiligen möchten, wenden Sie sich gerne an die Mitglieder des Pastoralteams, an den Kirchenvorstand oder den Pfarrgemeinderat.

Astrid Fleute
12. Mai 2022
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Das Bistum ist an uns herangetreten mit Projektideen zur Weiterentwicklung des Kirchorts St. Franziskus. Diese Ideen betreffen die Kirche, das Jugendheim und das Pfarrhaus. Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat sind in den vergangenen Wochen darüber informiert worden.

In einer Gemeindeversammlung am Donnerstag, 12. Mai 2022 um 20 Uhr in der Franziskuskirche sollen diese Ideen nun der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Vertreter des Bistums und weitere mögliche Projektpartner werden anwesend sein, um die Ideen zu präsentieren, Fragen zu beantworten und miteinander ins Gespräch zu kommen. Danach wird all das in den Gremien weiter beraten.

Die Anfrage des Bistums trifft uns in einer Zeit, in der wir schon länger überlegen, wie wir als Pfarrei Christus König und gerade am Kirchort St. Franziskus noch mehr »Kirche im Quartier« sein können, also auch Menschen jenseits des klassischen Gemeindelebens einen Raum bieten und ihnen Partnerin sein können.

Was an diesem Abend vorgestellt wird, sind vorerst nur Ideen. Wir laden ein, sich damit auseinanderzusetzen und gemeinsam zu schauen, wohin die Reise gehen kann. Wir freuen uns auf Ihre Beteiligung!

Alexander Bergel
28. April 2022
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