Projekt St. Franziskus

Seit vielen Jahren schon beschäftigen wir uns in der Pfarrei mit der Frage: Wie können wir angesichts sich verändernder Zeiten und sich wandelnder Lebensgewohnheiten, angesichts sinkender Mitgliederzahlen und finanzieller Mittel dennoch in eine gute Zukunft gehen? Und wie können wir am Kirchort St. Franziskus, einem Ort, an dem schon viel verändert werden musste, nun aber eine Kirche steht, die immer seltener gut gefüllt ist, perspektivisch weiterkommen?

Auf dieser Seite finden Sie alle Schritte und Entwicklungen der letzten Monate gebündelt. Auch wenn die Zusammenarbeit mit dem Verein für Baukultur beendet wurde, sind wir nicht am Ende. Nach den konstituierenden Sitzungen der neuen Gremien werden wir im neuen Jahr weiter gehen, weiter schauen, weiter machen. Nichts von dem, was in letzter Zeit bedacht und beraten wurde, ist verloren.

Wir laden Sie ein, sich weiterhin zu beteiligen. Bringen Sie sich ein in das Gespräch um die Zukunft des Kirchorts St. Franziskus. Wir haben die Chance, dass etwas ganz Neues entsteht, das den Ursprungsgedanken des Architektenehepaares Rudolf und Maria Schwarz neu interpetiert und mit Leben füllt: Die Kirche ist »nur die Hülle« – um für die da zu sein, die auf der Suche sind. Nach Gott. Nach Begegnung. Nach sinnerfülltem Leben. Die Fragen und die Sehnsucht vieler Menschen sind dieselben geblieben. Spannend wird es sein, welche Antworten wir für heute und morgen finden werden.

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Das Bistum ist an uns herangetreten mit Projektideen zur Weiterentwicklung des Kirchorts St. Franziskus. Diese Ideen betreffen die Kirche, das Jugendheim und das Pfarrhaus. Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat sind in den vergangenen Wochen darüber informiert worden.

In einer Gemeindeversammlung am Donnerstag, 12. Mai um 20 Uhr in der Franziskuskirche sollen diese Ideen nun der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Vertreter des Bistums und weitere mögliche Projektpartner werden anwesend sein, um die Ideen zu präsentieren, Fragen zu beantworten und miteinander ins Gespräch zu kommen. Danach wird all das in den Gremien weiter beraten.

Die Anfrage des Bistums trifft uns in einer Zeit, in der wir schon länger überlegen, wie wir als Pfarrei Christus König und gerade am Kirchort St. Franziskus noch mehr »Kirche im Quartier« sein können, also auch Menschen jenseits des klassischen Gemeindelebens einen Raum bieten und ihnen Partnerin sein können.

Was an diesem Abend vorgestellt wird, sind vorerst nur Ideen. Wir laden ein, sich damit auseinanderzusetzen und gemeinsam zu schauen, wohin die Reise gehen kann. Wir freuen uns auf Ihre Beteiligung!

Alexander Bergel
28. April
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Seit vielen Jahren schon beschäftigen wir uns in der Pfarrei mit der Frage: Wie können wir angesichts sich verändernder Zeiten und sich wandelnder Lebensgewohnheiten, angesichts sinkender Mitgliederzahlen und finanzieller Mittel dennoch in eine gute Zukunft gehen? Und wie können wir am Kirchort St. Franziskus, einem Ort, an dem schon viel verändert werden musste, nun aber eine Kirche steht, die immer seltener gut gefüllt ist, perspektivisch weiterkommen? In diese Fragestellung hinein hat sich nun eine Projektidee ergeben, über die auf einer Gemeindeversammlung am 12. Mai informiert wurde.

Was wird aus der St.-Franziskus-Kirche?

Das Bistum Osnabrück und der Verein für Baukultur haben die Idee entwickelt, die St.-Franziskus-Kirche zu einem „Haus für Baukultur“ umzunutzen. Mit dieser Idee sind sie an unsere Pfarrei herangetreten. Der noch recht junge Verein aus Architekten und an Baukultur sowie Stadtentwicklung Interessierten aus Osnabrück sucht einen Raum für seine Veranstaltungen und Ausstellungen und ist mit dem Wunsch an das Bistum herangetreten, ob das vielleicht eine Kirche sein könnte. Als Nutzer würden sie den Kirchraum sozusagen mieten. Dass Baukultur sich für Kirchengebäude interessiert, ist nichts Ungewöhnliches. In vielen Bundesländern helfen die Vereine mit verschiedenen Projekten, Kirchengebäude zu erhalten und angemessen weiter zu nutzen, da sie wichtiger Bestandteil der Baukultur sind.

Ist alles entschieden?

Die Idee ist der Beginn eines Weges, den die Gemeinde gemeinsam mit dem Bistum und dem Verein für Baukultur gehen wird. Ob am Ende das „Haus für Baukultur“ wie auch immer entsteht oder ob alles beim Alten bleibt, ist nicht abschließend geklärt. Es ist nichts entschieden. Wir haben die Möglichkeit, mitzuentscheiden und mitzugestalten oder auch abzulehnen. Auf der Gemeindeversammlung gab es auch bereits erste Ideen zur Ausgestaltung des Projektes, aber natürlich auch jede Menge Bedenken.

Was wird mit den Gottesdiensten?

Sollte die St.-Franziskus-Kirche ein „Haus für Baukultur“ werden, wird sie „entweiht“, auf lateinisch: profaniert. Das bedeutet, dass neben Liturgie nun auch weltliche Veranstaltungen in der Kirche stattfinden können. Der Tabernakel wird voraussichtlich entfernt, das ewige Licht ausgelöscht. Der Altar aber wird stehen bleiben, da er wichtiger Bestandteil des Gebäudes ist und unter den Denkmalschutz fällt. Die Gemeinde könnte im Bereich des Taufbeckens einen kleinen Andachtsraum behalten, der für Gottesdienste und Andachten aber auch für Versammlungen genutzt werden kann. Die Wochenend-Gottesdienste werden dann aber wohl überwiegend in Christus König und Heilig Geist stattfinden. Wir hoffen, dass die Gemeindemitglieder aus St. Franziskus dort eine neue Heimat finden können.

Warum St. Franziskus?

Die St.-Franziskus-Kirche ist als Bau des berühmten Architektenehepaares Maria und Rudolf Schwarz eine besondere Kirche. Sie steht unter Denkmalschutz. Um diesen architektonischen Wert wissen auch die Mitglieder des Osnabrücker Vereins für Baukultur. „Diese Kirche ist ein Leuchtturm, den wir in Osnabrück gar nicht richtig zu schätzen wissen“, betont Hermann Kuhl, der zweite Vorsitzende des Vereins für Baukultur. Das Ehepaar Schwarz sei in Deutschland in Bezug auf den Kirchenbau der Nachkriegszeit das „Non plus Ultra“. Als Ausstellungsraum sei diese Hallenkirche mit ihrer schlichten Formsprache ein sehr „reizvoller Raum“, betont Kuhl. Neben dem normalen Programm des Vereins kann er sich auch gut eine Dauerausstellung zu Schwarz-Kirchen oder auch eine zur Baugeschichte von St. Franziskus vorstellen. Alle Veränderungen im Kirchraum werden reversibel sein, das gebietet allein der Denkmalschutz.

Entspricht das der Idee des Architekten?

Rudolf Schwarz hat immer gesagt, dass man eigentlich keinen Kirchraum benötigt, um Gottesdienste feiern zu können: „Die Liturgie braucht den Kirchenbau nicht. So wie man eine gültige Ehe in einer Blechhütte führen kann, kann man in einem Turnsaal oder im Freien Gottesdienst halten, und vielleicht ist er da inniger als in einem Dom; wenn man aber ein Wohnhaus baut, muß es dem Gesetz der Ehe entsprechen, und wenn man ein Haus baut, das für den Gottesdienst da ist […], muß man es als Kirche bauen, und das heißt sehr viel […] es gibt […] die Lee­re, in der die Gestalten der Schöpfung verstummen und die voll ist von Gottes Dasein, still-hei­liger Zustand der schweigenden Welt, und ich denke, das müßte der Zustand der Kirche sein, wenn keine Gemeinde darin ist“ (Rudolf Schwarz, Kirchenbau. Welt vor der Schwelle, Nachdr. der 1. Aufl. 1960, hg. v. Maria Schwarz/Albert Gerhards/Albert Rüenauver, Regensburg 2007, 43.45).

Warum kann nicht alles bleiben wie bisher?

Sämtliche Gebäude des Bistums werden in den nächsten Jahren fachmännisch auf den Prüfstand gestellt und auf ihre künftige Nutzung hin geprüft. Der Abteilung Kirchengemeinden im Generalvikariat stehen für den Erhalt der 1220 Gebäude künftig nur noch etwa acht Millionen Euro jährlich zur Verfügung. „Das reicht bei weitem nicht, um alle Gebäude, insbesondere die Sakralgebäude, instand zu halten“, betont Leiterin Christina Jaax. Neue Ideen müssen her, wie man Finanzierungen umschichten und dennoch den Gebäuden gerecht werden kann.  Mit dem Verein für Baukultur wird das Netzwerk derer, die sich um den Erhalt von St. Franziskus kümmern, erweitert. „Wir brauchen Partner, mit denen wir gemeinsam eine Finanzierung auf die Beine stellen.“

Was ist mit dem Jugendheim?

Das Jugendheim bleibt durch die Umnutzung der Kirche unangetastet. Das ist dem Bistum ganz wichtig. Die Jugend kann es weiterhin nutzen. Voraussichtlich würden im Erdgeschoss Toiletten und eine kleine Küche eingebaut, die auch dem Verein für Baukultur zu Verfügung stehen werden. Auch über eine Weiterentwicklung der vorhanden Räume zur Begegnung von Gruppen kann nachgedacht werden.

Wie wird das Projekt finanziert?

Das ist nicht abschließend geklärt, da dies alles nur erste Ideen sind, die weiterentwickelt werden müssen. Der Verein für Baukultur wird Sponsoren ansprechen, die den baukulturellen Bereich fördern. Auch andere Projekte können durch Förderungen mitfinanziert werden.

Welche Ideen zur Mitnutzung der Kirche durch die Gemeinde gibt es?

Auf der Gemeindeversammlung wurden erste Ideen ausgesprochen. Für Integrationsprojekte im Quartier oder multireligiöse Angebote könnte man die profanierte Kirche nutzen, meinten einige. Man könne auch Konzerte veranstalten und weitere Player ins Boot holen, lauteten andere Überlegungen. Der Verein für Baukultur zeigt sich hier offen: „Wir finden es notwendig, nicht nur ein ,Haus für Baukultur‘ zu schaffen, sondern ein Haus für ein Zusammenkommen. Das können Gemeindemitglieder sein, aber auch Menschen des Quartiers“, so Hermann Kuhl.

Im Verlauf der Gemeindeversammlung sind viele Fragen gestellt und Themen benannt worden. Diese Gedanken können Sie hier nachlesen. Wenn Sie selbst Fragen oder Ideen haben und sich an der weiteren Diskussion beteiligen möchten, wenden Sie sich gerne an die Mitglieder des Pastoralteams, an den Kirchenvorstand oder den Pfarrgemeinderat.

Einige Bilder des Abends finden Sie hier.

Astrid Fleute
12. Mai
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Im Laufe der Gemeindeversammlung gab es viele Gedanken, Fragen und Ideen.
Hier können Sie all das nachlesen.
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Mit der Gemeindeversammlung vom 12. Mai haben wir die Öffentlichkeit über erste Ideen für ein Projekt am Kirchort St. Franziskus informiert. Mittlerweile hat es verschiedene Reaktionen darauf gegeben und, was uns sehr freut, ergänzende, aber auch ganz andere Überlegungen zur Franziskuskirche und den dazu gehörenden Gebäuden.

Sie alle sind eingeladen, sich weiterhin mit diesen Fragen zu beschäftigen und auch eigene Ideen zu entwickeln. Wichtig wird bei allen Überlegungen immer die eine Frage sein: Wie können wir in unserer Pfarrei mit immer geringeren finanziellen Ressourcen und immer kleiner werdenden Zahlen sinnvoll in die Zukunft gehen? Und: Was für eine Idee haben wir eigentlich für unsere Pfarrei und, weitergedacht, für die Menschen in unseren Stadtteilen? Was können wir als Gemeinde für einen Beitrag leisten, damit Menschen, die bei uns wohnen, helfende und sinnstiftende Angebote erhalten können?

Die Vorstände von Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat haben am 31. Mai getagt und sich darauf verständigt, eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Gremien, des Pastoralteams und der Jugend St. Franziskus zu bilden, die sich mit all diesen Fragen beschäftigt und mit dem Bistum sowie den möglichen Projektpartnern vom Verein für Baukultur im Gespräch bleibt. So werden wir, breit aufgestellt, in den nächsten Wochen und Monaten schauen können, ob und wie sich dieses Projekt umsetzen lässt, welche Alternativen es geben kann oder welche Kombinationsmöglichkeiten.

In dieser Woche nun trifft sich die Projektgruppe auf Ebene der Pfarrei, um die eingegangenen Ideen zu sichten und die nächsten Schritte zu planen. Wir halten Sie immer auf dem Laufenden. Sprechen Sie uns auch gerne an!

Alexander Bergel
31. Mai
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Am 30. Juni hat sich die Projektgruppe St. Franziskus, bestehend aus 15 Vertreterinnen und Vertretern aus Pfarrgemeinderat, Kirchenvorstand, Pastoralteam und der Jugend St. Franziskus, zum ersten Mal in dieser neuen Projektphase getroffen, nachdem es sie in wechselnder Zusammensetzung bereits seit 2018 gibt.

An diesem Abend ging es vor allem darum, das, was es neben den Vorstellungen des Vereins für Baukultur an weiteren Ideen gibt, zu sichten und mit den sich daraus ergebenden Fragen und Arbeitsaufträgen in die nächste Zeit zu gehen:

  • Wir nehmen wahr: Viele Menschen sind zu Veränderungen bereit. Es gibt aber auch Sorgen und Befürchtungen.
  • Was wünschen sich die Menschen vor Ort?
  • Das Bistum hat nur eine Projektidee präsentiert. Würden Alternativen, die sich im weiteren Prozessverlauf ergeben, vom Bistum unterstützt?
  • Es müssen Möglichkeiten für eine echte finanzielle Entlastung gefunden werden.
  • Der Grundgedanke des Architektenehepaars Rudolf und Maria Schwarz muss erhalten bleiben. Wie lässt er sich neu interpretieren und weiterentwickeln?
  • Sind die Kirchraumideen jemals wirklich in der Gemeinde verwurzelt worden?
  • Was können wir für den Stadtteil tun – also über unseren Kirchturm hinaus?
  • Wie wird das bezahlt?
  • Wir wollen breit und transparent diskutieren. Alle, die es wollen, können sich beteiligen!

Diese kurzen Schlaglichter weisen die Richtung. Wir können gelassen in die Zukunft blicken, denn es herrscht weder Zeit- noch sonstiger Druck. Es werden sicher immer neue Fragen auftauchen. Am Ende steht – so hoffen wir – ein wirklich innovatives Projekt, das vielen Bedürfnissen gerecht wird.

Alexander Bergel
1. Juli
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In einer gemeinsamen Sitzung vom 6. September haben sich Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat mehrheitlich dafür ausgesprochen, bei der Frage der Weiterentwicklung des Kirchorts St. Franziskus nicht mehr mit dem Verein für Baukultur zusammenzuarbeiten.

Diese Entscheidung steht am Ende eines gut anderthalb Jahre währenden Prozesses, in dessen Verlauf viele Gespräche geführt, Pläne geschmiedet und neue Perspektiven gewonnen wurden. Ziel war immer, gemeinsam herauszufinden, auf welche Weise wir mit einem so bedeutenden Raum wie der Franziskuskirche, aber auch darüber hinaus am Kirchort St. Franziskus mit all seinen Gebäuden und Institutionen in eine gute Zukunft gehen können.

In den letzten Wochen hat sich zunehmend gezeigt, dass die Vorstellungen der beteiligten Akteure weiter auseinandergehen als gedacht, so dass die Leitungsgremien unserer Pfarrei nach sehr intensiver Diskussion den Beschluss gefasst haben, die Zusammenarbeit mit dem Verein für Baukultur zu beenden. Nun heißt es, neu und weiter zu überlegen. Die Gremien sind sich einig, dass wir Veränderungen nicht aus dem Weg gehen können, wenn St. Franziskus langfristig ein lebendiger Ort bleiben soll.

Alle Ideen und Gedanken, die sich in der seit 2018 bestehenden Projektgruppe und auf der Gemeindeversammlung vom 12. Mai ergeben haben, bleiben erhalten und werden uns bei den weiteren Überlegungen begleiten. Über die kommenden Entwicklungen halten wir Sie auf dem Laufenden.

Alexander Bergel
8. September
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