Zehn Tage nach Pfingsten feiern wir Fronleichnam. Viele verbinden mit diesem Fest vor allem eine große Prozession. Der Gedanke dahinter ist auch verlockend: Alle sollen sehen, was uns wichtig ist. Wir wollen zeigen, dass in der Mitte unseres Glaubens ein Versprechen steht: In einem kleinen Stück Brot, in einem Schluck Wein begegnet uns auf verdichtete Weise das Versprechen Jesu: »Ich bin da, wo ihr seid!«

Die letzte Prozession in unserer Pfarrei haben wir im Jahr 2019 gehalten. Dann kam Corona. Aber auch ohne die der Pandemie geschuldeten Einschränkungen haben wir schon lange gespürt, dass immer mehr Menschen fragen: Ist eine Prozession mit dem Allerheiligsten noch oder – grundsätzlicher gefragt – überhaupt das richtige Zeichen? Wem wollen wir eigentlich was zeigen? Und – wiederum grundsätzlicher gedacht – gehören Brot und Wein nicht auf den Tisch, um geteilt und nicht, um angeschaut zu werden?

Es gibt keine einfachen Antworten auf diese Fragen. Vielmehr, so meine ich, sind diese Fragen Ausdruck einer Suchbewegung: Wo führt der Weg hin? Was bedeutet mir, was bedeutet uns die Eucharistie? Und welche Formen braucht es, um das zu feiern? Wir haben uns im Liturgieausschuss intensiv mit diesen Fragen beschäftigt. So ist unser Eucharistieprojekt entstanden, an dem sich in der Fastenzeit viele beteiligt haben. In der Franziskuskirche gab es verschiedene gestaltete Orte, wir haben am Donnerstagabend mit unterschiedlichen Gruppen und Gemeinschaften zuhause die Eucharistie gefeiert, ein geistlicher Tag zum Thema Eucharistie hat viele Menschen bewegt. Wir bleiben weiter auf der Suche, was uns die Eucharistie bedeutet.

Und Fronleichnam? Nachdem wir im letzten Jahr bereits gute Erfahrungen mit der erneuerten Form des Fronleichnamsfestes gemacht haben, wollen wir dies auch in diesem Jahr wieder so feiern und laden herzlich dazu ein. Am Donnerstag, 30. Mai, dem Fronleichnamstag, feiern um 19 Uhr einen Festgottesdienst in Christus König. Im Anschluss an die Messe ist Gelegenheit zur stillen Anbetung.

Am Samstag, 2. Juni feiern wir um 17 Uhr im Garten des Johannes-Prassek-Hauses einen Familiengottesdienst. (Die Kinderschola trifft sich bereits um 16:15 Uhr.) Anschließend sind alle eingeladen, noch ein bisschen zusammenzubleiben bei Bratwürstchen und kühlen Getränken. Und vielleicht ergibt sich am Rande das ein oder andere Gespräch über die Frage: Was bedeutet Dir eigentlich die Eucharistie?

Alexander Bergel