Kreuzweg

Impulse

Worte können heilen. Und zum Nachdenken bringen. Worte können Mut machen. Und neue Wege aufzeigen. Worte bringen Gefühle zum Ausdruck. Und Sorgen. Und Nöte. Glück und Unglück zeigen sich in ihnen ebenso wie Glauben und Hoffnung. Und natürlich Zuneigung und Liebe. Besonders schön ist es, wenn einem jemand solche Worte sagt. Wenn wir sie persönlich hören. Wenn wir spüren: Der meint mich!

Sie finden auf dieser Seite Gedanken, Erlebnisse, Deutungen, Diskussionsbeiträge, die uns eingefallen sind. Oder die wir anderswo gefunden haben. Und die wir mit Ihnen teilen. In der Corona-Pandemie hat sich das bewährt, vielen Mut gemacht und Lust auf mehr. Das freut uns natürlich sehr. Und deshalb machen wir einfach weiter!

Essays, Geschichten & Gedanken

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Beim Deutschen Katholikentag in Würzburg wurde die Intervention »Schmerzpunkt« von Susanne Wagner mit Vernissage eröffnet: katholikentag.de/schmerzpunkt.

Kai Christian Moritz hat eine beeindruckende und berührende Rede gehalten. Am 23. Mai wurde sie auf der Seite feinschwarz.net veröffentlicht. Hier können Sie sie lesen.
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was genau
würde wohl
passieren
wenn du
vergisst
was du
alles
nicht
kannst
was dir
nicht
gelingt
wo du
meinst
lieber nicht
er macht das
viel besser
wo du denkst
hat noch nie
funktioniert

und du
gehst los
und machst es
einfach?

Alexander Bergel
23. Mai
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Das erste Amtsjahr von Papst Leo XIV. ist vorüber. Matija Vudjan analysiert die ersten Schritte des neuen Papstes im Horizont des vorigen Pontifikats.

Seine Gedanken vom 15. Mai finden Sie hier.
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Wie kostbar
das Leben ist
merkst du
doch oft
erst
wenn es am
seidenen Faden
hängt

Warum
eigentlich?

Alexander Bergel
9. Mai
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Warum zweifeln so viele Christen an der leibhaftigen Auferstehung Jesu Christi? Dominik Blum blickt auf Umfragen, Bibeltexte und Bert Brecht – und zeigt, was der Osterglaube heute wirklich bedeuten kann.

Seine Gedanken vom 10. April finden Sie hier.
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Der Karsamstag wird oft als Leerstelle wahrgenommen. Sonja Huber liest diesen Tag im Zusammenhang mit dem jüdischen Schabbat – für Jesus ein Herzensanliegen und dem Judentum ein Tag der Schönheit und Wonne

Ihre Gedanken vom 3. April finden Sie hier.
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Kaum eine biblische Gestalt ist so gegensätzlich gedeutet worden wie Maria Magdalena: als Sünderin und Heilige, als Vertraute, ja Geliebte Jesu und als erste Zeugin des Ostermorgens.

Dieser Essay richtet den Blick auf einen früheren Moment. In den Erzählungen vom Karfreitag erscheint Maria Magdalena als eine Frau ohne Stimme, an einem Ort, an dem alle Hoffnung zerbricht. Es lohnt sich, von hier aus die späteren Deutungen dieser Frau zu verfolgen. Und zu fragen, was ihre Präsenz unter dem Kreuz für heute bedeuten könnte. Für eine Zeit, die das Schweigen schwer aushält.

Die Gedanken von Stephan Lüttich vom 3. April finden Sie hier.
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Überall ist vom Priestermangel die Rede.

Berhard Nitsche, Professor für Fundamentaltheologie in Münster, meint jedoch, es gebe mehr als genug davon – wenn die Kirche denn ein theologisch passenderes Ämterverständnis hätte. Denn sie leidet nicht unter einem Priester-, sondern unter einem Ordinationsmangel.

Seine Gedanken vom 12. März finden Sie hier und hier.
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So leer
wie einst
erdacht

So klar
dass nichts
den Blick verengt

So offen
weil alle
willkommen sind

Der Ort
wo du stehst
ist heiliger Boden

Er
wird es
bleiben

Alexander Bergel
1. März
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Franziskus bleibt
am Leben

Weil Leben
wandern heißt
heißt es für uns

Abschied nehmen

Weil Leben
wandern heißt
heißt es für uns

Neu beginnen

Weil Leben
wandern heißt
heißt es für uns

Schritte wagen

Weil Leben
wandern heißt
heißt es für uns

Die Aussicht genießen

Weil Leben
wandern heißt
heißt es für uns

Nicht sterben sondern
am Leben
bleiben

Alexander Bergel
8. Februar
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Statements, Interviews & Diskussionen

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200 Seiten, dicht und anspruchsvoll: Die erste Sozialenzyklika von Papst Leo XIV. hat für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Was macht Magnifica Humanitas, veröffentlicht am Pfingstmontag, so besonders?

Ein Gespräch mit der Theologie-Professorin Ursula Nothelle-Wildfeuer über ein Dokument mit Langzeitwirkung vom 11. Juni im Deutschlandfunk können Sie hier hören.
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Die erste Enzyklika von Papst Leo XIV. ist weit mehr als eine KI-Enzyklika: Anhand der KI als Sozialer Frage unserer Zeit zeigt der Papst, was es heute heißt, die Gesellschaft christlich zu denken – und aufzubauen.

Eine erste Zusammenfassung und Einordnung des Papstscheiben von Felix Neumann auf katholisch.de vom 25. Mai finden Sie hier.
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Nach dem Angriff eines Israeli auf eine Nonne in Jerusalem ist das Entsetzen groß. Gewalt gegen Christen durch jüdische Extremisten ist nicht neu, sagt Abt Nikodemus, aber sie eskaliert. Es fehle an Solidaritätsadressen der israelischen Regierung.

Ein Interview mit ihm im Deutschlandfunk vom 6. Mai können Sie hier hören.
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Bei seiner Wahl im Mai 2025 sahen viele im neuen Papst eine Art moralischen Gegenentwurf zum US-Präsidenten. Zunächst gab sich Leo XIV. diplomatisch zurückhaltend. Doch seit Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf Iran scheint der Papst seine Zurückhaltung abgelegt zu haben.

Einschätzungen des Historikers und USA-Experten Michael Hochgeschwender vom 10. April hören Sie hier.
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In den USA war das Christentum schon immer anders als in Europa. Bislang überwogen dort allerdings fromme und bibeltreue Evangelikale.

Doch mit dem Aufstieg Donald Trumps hätten christliche Nationalisten die Vormachtstellung übernommen, sagt Arnd Henze, der selbst Theologe ist und lange für den WDR und die ARD in den USA gelebt und gearbeitet hat. Ultranationalistische Christen sagten dem modernen Gesellschafts- und Rollenbild einen radikalen Kampf an, forderten das Ende der Demokratie und predigten dazu Militanz.

Ein Gespräch mit ihm vom 5. April können Sie hier hören.
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Opfer sexualisierter Gewalt leiden ein Leben lang – unter den Folgen dieses traumatischen Leids und auch unter der Ignoranz der Gesellschaft. Bis heute. Die Ausstellung »Shame – European Stories« erzäht die Geschichten Betroffener, zeigt ihre Gesichter – und fordert zum Hinsehen auf.

Einen Bericht von Astrid Fleute im Kirchenboten vom 10. März können Sie hier lesen.
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Max-Josef Schuster, Pastoralreferent im Ruhestand und systemischer Berater, lässt die übersehene Berufung der Frauen keine Ruhe.

Seinen Beitrag auf der theologischen Seite feinschwarz.net vom 6. Januar können Sie hier lesen.
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Die Brandmauer zur AfD muss »so lange halten, wie es geht«, so der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Georg Bätzing. Die AfD sei »menschenverachtend«, denn sie vertrete einen »völkischen Nationalismus«, erklärt der Bischof von Limburg.

Das Interview im Deutschlandfunk vom 21. Dezember können Sie hier hören.
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Klöster können in einem säkularisierten Europa Gegen-Orte sein, die Stabilität und geistliche Tiefe vermitteln, sagt der Trappist und Vorsitzende der Nordischen Bischofskonferenz, Bischof Erik Varden.

Im Gespräch mit Jan-Heiner Tück geht er dem Phänomen einer neu erwachenden Sehnsucht nach Erfahrungen der Transzendenz unter jungen Menschen nach.

Den Podcast der Zeitschrift Communio vom 19. November können Sie hier hören und lesen.
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Die Leseordnung in Gottesdiensten müsse geändert werden, sagt Annette Jantzen. Denn biblische Frauen kämen in den gelesenen Texten kaum vor – obwohl ihre Geschichten wichtig sind.

Im Podcast vom 1. Oktober spricht sie über Beispiele »herausgeschnittener« Frauen. Hier können Sie ihn hören.
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Predigten

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Predigt am 13. Sonntag im Jahreskreis
zu Mt 10,37-42

Am vergangenen Sonntag wurde Heiner Wilmer in sein Amt als Bischof von Münster eingeführt. Die katholische Seele konnte wieder einmal richtig durchatmen bei der gut inszenierten Feierlichkeit im Münsteraner Dom. Nicht zu viel Pomp, eine sensible Musikauswahl, Frauen mit etwas mehr als Statistenrollen im Altarraum und ein Bischof, der als ‚einer von uns‘ daherkommt. Ein echter Emsländer, der Platt spricht und so jugendlich auftritt wie wenige andere in kirchlichen Spitzenpositionen (außer vielleicht noch Papst Leo).

Ich bin ehrlich: Wenn überschwängliches Lob auf der einen und überbordende Erwartung auf der anderen Seite Hand in Hand gehen, werde ich misstrauisch. Denn zur Wahrheit des neuen Bischofs in unserem Nachbarbistum gehört auch, dass er zwar immer wieder von einer schonungslosen Aufarbeitung in Fällen sexualisierter Gewalt spricht – dabei selbst oft aber keine eindeutige Rolle gespielt hat. Und diese Fälle holen ihn nun langsam ein.

Der Betroffenenrat Nord, ein Gremium, das sich an die Seite von Menschen stellt, die in den Bistümern Hamburg, Hildesheim und Osnabrück sexualisierte Gewalt erlitten haben, berichtet von Fällen, in denen Heiner Wilmer als Bischof von Hildesheim viel Zeit hat verstreichen lassen und eher abgewartet als gehandelt hat. Begründet wird ein solches bischöfliches Abwarten kirchlicherseits auch heute immer noch mit den zu damaligen Zeiten geltenden Vorschriften (wir sprechen von den 2020er-Jahren, als die Vorwürfe öffentlich wurden, nicht von 1965), von kirchenrechtlichen Vorschriften, die den Kirchenleitungen ein klareres Nachforschen und Eigeninitiative nicht zur Pflicht gemacht hätten.

Wer aber nur nach Gesetzeslage entscheidet oder, wie bei Bischof Wilmer auch geschehen, einen Pfarrer maßregelt, der einfach nicht aufhören will mit dem Nachhaken, und nicht den schwachen, den verletzten, den nicht selten völlig zerstörten missbrauchten Menschen im Blick hat, der sollte, meine ich jedenfalls, vorsichtig sein mit vollmundigen Aussagen wie „Nie wieder!“ oder „Wir stehen an der Seite der Betroffenen!“

Jesus war da anders. Was er sagte, tat er auch. Immer wieder. Sein Konzept war ganz einfach: Hingehen. Schauen, was ist. Zuhören. Und dann nicht nur davon sprechen, dass es einen Gott gibt, der deinem Leben Sinn und Richtung geben kann, sondern alles tun, damit Menschen das auch spüren können.

Eine Vergnügungsreise ist das selten, denn auf diesem Weg begegnet uns das Kreuz. Unser eigenes, vor allem aber das der anderen. Zum Mitleiden gehört dann auch, dieses Kreuz tragen zu helfen. Seine Schwere auszuhalten. Und Erleichterung zu schenken. Nicht am Weg stehen zu bleiben, sondern ihn mitzugehen.

Jesus hat sich der Welt gestellt, ihren Abgründen, ihrer Angst, ihrem Horror, ihrem Tod. Ohne auszuweichen. Bis zum bitteren Ende. Wer in seiner Spur unterwegs ist, sollte das ebenso versuchen. Um es zu bestehen, das Leid. Um dagegen anzugehen. Und um eine Hoffnung in die Welt zu bringen, die von Ostern nicht nur spricht, sondern die Kraft der Auferstehung erfahrbar werden lässt.

Mit anderen Worten: Wir müssen neu lernen, umzusetzen, womit Jesus seine Jüngerinnen und Jünger damals beauftragt hat: „Lasst die Menschen spüren: Auch wenn du am Ende bist, auch wenn dir Hören und Sehen vergangen ist, auch wenn dich das Leben sprachlos gemacht hat, auch wenn deine Schmerzen übergroß sind, die körperlichen genauso wie die seelischen – auch wenn das alles so ist: Hör nicht auf zu vertrauen! Vertraue, dass da ein Gott ist, der dich sieht und sich um dich sorgt!“

Das Bistum Münster hat einen neuen Bischof. Ich wünsche Bischof und Bistum, dass sie aus dem Jubelmodus hineinfinden in eine Weggemeinschaft, die nicht blendet mit und sich nicht blenden lässt von wohlfeilen Worten und Gesten. Eine Weggemeinschaft, die den Mut hat, sich der Wahrheit zu stellen. Der Wahrheit schlimmster zerstörerischer Verbrechen, die eine Realität sind inmitten der Kirche, vor denen allzu viele – auch in unserem Bistum – immer noch die Augen verschließen.

Apropos wohlfeil: Diesen Mut zur Wahrheit wünsche ich auch uns. Uns, die wir vielleicht nicht viel zur Aufarbeitung von Verbrechen sexualisierten oder geistlichen Missbrauchs in unserer Kirche beitragen können, die wir aber sicher auch unsere blinden Flecken und Verdrängungsmechanismen haben. Blinde Flecken, wenn es um Andersdenkende, Andersfühlende, Andersliebende geht.

Man wird auch uns daran messen, ob den theoretisch leichten Worten, wie sie auf den Bänken vor unseren Kirchen stehen (‚Kein Platz für Hass und Gewalt!‘, ‚Kein Platz für Diskriminierung!‘, ‚Kein Platz für Antisemitismus!‘) Taten folgen. Ob wir Begegnungen ermöglichen, die Menschen sagen lassen: „Hier darf ich sein. Hier kann ich glauben. Hier kann ich leben. Und frei atmen. Auch wenn meine Geschichte schwer zu ertragen ist. Auch wenn ich nicht so bin, wie manche es gerne hätten. Auch wenn ich mich nicht so leicht einfügen lasse oder einfügen will in das meist gutbürgerliche Leben einer katholischen Pfarrei.“

Ja, an unseren Taten wird man sehen, ob wir den Weg Jesu wirklich gehen wollen. Mit dem Kreuz auf der Schulter. Vor allem dem Kreuz der anderen.

Alexander Bergel
27. Juni
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Predigt am 12. Sonntag im Jahreskreis
zu Jer 20,10-13 und Mt 10,26-33

Propheten, das ist nicht neu, Propheten müssen mit Widerstand rechnen. Weil es selten bequem ist, was sie sagen. Weil sie den Finger in die Wunde legen. Weil sie Unehrlichkeit nicht ertragen. Und Ignoranz. Und schon gar nicht eine Haltung, die sich selbst zum Mittelpunkt des Universums macht. Weil sie genau dagegen immer wieder angehen, werden Propheten lächerlich gemacht, für verrückt erklärt und bekämpft. Auch Jeremia bekommt das zu spüren: „Ich hörte die Verleumdung der Vielen: Zeigt ihn an! Meine nächsten Bekannten warten alle darauf, dass ich stürze.“ Es musste ihm klar gewesen sein, dass viele so reagieren würden. Und dennoch: Jeremia geht seinen Weg weiter. Denn er spürt: Das ist nicht einfach nur eine fixe Idee. Nein, er kritisiert und hinterfragt eine Gesellschaft, die ihre Mitte verloren hat. Er bekämpft religiöse und politische Machthaber, die vergessen haben, dass es nicht um Selbsterhalt gehen muss, sondern um das Wohl eines ganzen Volkes.

Wenn der Mann aus Nazareth viele Jahrhunderte später einen ähnlichen Weg einschlägt und am Ende dafür am Kreuz sterben muss, spüren wir einmal mehr, wie wenig sich die Dinge ändern lassen. Menschen neigen durch alle Zeiten hindurch ganz offensichtlich dazu, sich friedlich einzurichten. Und dabei nicht gestört werden zu wollen. Und – seien wir ehrlich – es ist ja auch nur allzu verständlich, oder? Wer wünscht sich denn auch nicht, friedlich bei einem lauen Lüftchen und einem guten Glas Wein auf der Terrasse zu sitzen und in den eigenen Garten zu schauen? Wer wünscht sich nicht, bei all den Belastungen, die das Leben für einen bereit hält, nicht ständig mit den großen Problemen der Welt konfrontiert zu sein? Wer würde nicht gerne die Augen schließen und einfach für sich und seine Familie in Ruhe und Frieden leben? Ich glaube, die meisten würden es am liebsten genauso machen. Doch wenn es wirklich alle so machen, dann kippt am Ende auch alles. Wirklich alles.

Jesus wusste das. Genauso wie die vielen Prophetinnen und Propheten vor ihm und danach. Deshalb hat sein aufrüttelnder, Mut machender Ruf auch heute nichts von seiner Aktualität verloren: „Fürchtet euch nicht!“ Fürchtet euch nicht, die eigene Komfortzone zu verlassen! Fürchtet euch nicht, Partei zu ergreifen für die Armen und Schwachen! Die übrigens gar nicht so weit weg wohnen, sondern vielleicht sogar auf der anderen Straßenseite. Fürchtet euch nicht, die selbstgemachte Katastrophe des Klimawandels anzuprangern und alternative Lebensformen zu entwickeln! Fürchtet euch nicht, für die Rechte von Arbeitnehmern einzutreten, die keine Lobby haben! Fürchtet euch nicht, weiter nachzufragen, woher unsere Lebensmittel und unsere Kleidung kommen und unter welch menschenunwürdigen Bedingungen sie teilweise hergestellt werden! Fürchtet euch nicht, Rassismus und Antisemitismus beim Namen zu nennen und für die Rechte aller Menschen einzutreten! Egal woher sie kommen. Egal was sie fühlen. Egal wen sie lieben. Egal, woran sie glauben. Fürchtet euch nicht, Strukturen des Bösen zu erkennen und zu verändern! Fürchtet euch nicht, die Gleichberechtigung von Frauen und Männern immer wieder einzufordern! Oder sie einfach zu leben. Fürchtet euch nicht, eurem Gewissen zu folgen! Fürchtet euch nicht, unbequem zu sein, wenn ihr ein Ziel erkannt habt, das über eure kleine Welt hinausweist! Fürchtet euch nicht!

Prophetin, Prophet sein – das ist kräftezehrend. Und oft frustrierend. Einfacher ist es, das zu tun, was alle machen. Das stimmt. Doch wo führt das hin? Weil es immer wieder diese Mahnerinnen und Mahner gegeben hat, konnten Dinge sich verändern. Selten schnell. Fast nie sofort. Manchmal auch nur in Teilen. Oder gar nicht. Und doch gab es immer wieder Menschen, die nicht aufgegeben haben. Menschen wie Jeremia und Elija, Debora und Rut, Maria von Magdala, Hildegard von Bingen und Teresa von Avila. Menschen wie Dietrich Bonhoeffer und Hannah Ahrend, Martin Luther King, Nelson Mandela, Eugen Drewermann und noch viele andere. Sie hatten keine Angst. Und haben weitergemacht. Trotz allem. Wo wären wir ohne sie? Gute Frage. Noch wichtiger aber: Wer geht ihren Weg weiter?

Alexander Bergel
21. Juni
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Predigt am 11. Sonntag im Jahreskreis
zu Mt 9,36-10,8

Besser kann man es nicht auf den Punkt bringen. Das war mein erster Gedanke, als ich am Freitag die neue Ausgabe der Zeitschrift Christ in der Gegenwart in Händen hielt. Auf der Titelseite findet sich immer ein kleiner, aber meist sehr feiner Gedankenimpuls zum Evangelium des kommenden Sonntags. Nachdem ich den gelesen hatte, war mit klar: Besser kann man es nicht auf den Punkt bringen. Und daher hören Sie heute keine Predigt von mir, sondern Gedanken von Burkhard Hose, Hochschulpfarrer in Würzburg. Er schreibt:

Beim Schlussgottesdienst des Katholikentags in Würzburg sprach Katrin Brockmöller, die Direktorin des Katholischen Bibelwerks, in ihrer Schrifteinführung davon, dass die in der Apostelgeschichte geschilderte Szene nach der Himmelfahrt wie ein Foto aus dem Familienalbum anmute. Interessant sei beim Betrachten solcher Fotos, wer darauf zu sehen sei, wer neben wem stehe und welche Geschichten es dabei zu erzählen gebe.

Auffällig sei bei der Nennung der Personen, die sich nach der Schilderung der Apostelgeschichte im Obergemach in Jerusalem einfanden, dass dort zwar die Namen aller Apostel genannt werden, dazu noch Maria und die Brüder Jesu, „die Frauen“ aber nur summarisch und ohne Nennung ihrer Namen erscheinen (vgl. Apg 1,12–14). Im Lukasevangelium hingegen werden im Vorfeld der Himmelfahrt nicht nur die Apostel, sondern auch Maria von Magdala, Johanna und Maria, die Mutter des Jakobus, namentlich genannt (vgl. Lk 24,10).

Auch im „Album der Apostelgeschichte“ fänden sich an anderer Stelle viele „Fotos von Frauen“: Rode, Lydia, Priscilla, Maria und Tabita, Damaris und viele andere Verkündigerinnen der Botschaft. Als Brockmöller dann noch erwähnte, dass der Abschluss des Katholikentags auf das Datum des Festes der Apostelin Junia falle, die von Paulus in Röm 16,7 als Herausragende unter den Aposteln erwähnt wird, brandete unter den rund 14000 Menschen auf dem Würzburger Residenzplatz spontaner Applaus auf. Vielen Mitfeiernden und auch mir ging dieser Moment unter die Haut. Ich hatte das Gefühl, als hätten sich die Applaudierenden genau danach gesehnt: dass ein patriarchal verengtes Bild historisch, aber auch gegenwärtig ergänzt wird.

Ich kann das aktuelle Sonntagsevangelium von der Berufung der Apostel nicht lesen, ohne an diesen Moment in Würzburg zu denken. Auch bei der Aussendung der Jünger werden nur die Namen der zwölf Apostel genannt. Auch auf diesem „Foto“ suche ich vergeblich nach den vielen Frauen, die sich Jesus angeschlossen hatten. Nur wenig hilft da der Verweis auf die Symbolik des Zwölferkreises, der ja nur die Fülle der zwölf Stämme Israels repräsentieren sollte und nicht als dokumentarische Auflistung der Menschen in der Nachfolge Jesu zu verstehen ist.

Wer auf biblischen „Fotos“ zu sehen ist und wer unsichtbar bleibt, hat Auswirkungen bis in unsere Tage. Bis hin zu lehramtlichen Begründungen, wer zu Ämtern zugelassen ist und wer nicht. Bis hin zu tatsächlichen Fotografien vom Schlussgottesdienst des Katholikentags, bei dem die Predigt und der Altar allein männlichen Amtsträgern vorbehalten blieb. In der Bericht-erstattung waren auf offiziellen Fotos zunächst nur die Bischöfe und wir Priester am Altar zu sehen. Nach der Direktorin des Bibelwerks, die mit ihren Auslegungen entscheidende inhaltliche Akzente gesetzt hatte, musste man lange suchen. Vor diesem Hintergrund ein letzter, leicht schmunzelnder Blick auf die Zwölferliste des Matthäus: Als Einziger unter den Evangelisten „schmuggelt“ er auf das ehrwürdige „Familienfoto“ hinter den Namen des Apostels Matthäus den Zusatz „der Zöllner“ (Mt 10,3). So weit Burkhard Hose.

Wir brauchen neue, wir brauchen andere Bilder. Wir brauchen die sichtbare Präsenz von Frauen und Mädchen in der Kirche. Nicht als Staffage. Nicht als Quotenlösung. Nicht als Nice-to-have. Schaffen wir diese Bilder! Es ist gar nicht schwer! Nehmen wir die Osternacht. Da steht eine junge Frau am Ambo und singt die Osterbotschaft. In diesem Jahr Franziska Bodde, in den letzten beiden Jahren Hanna Dierker. Warum? Weil Maria Magdalena die erste Osterzeugin war. Da verkündet Gemeindereferentin Hildegard Vielhaber-Schulte bei der Feier der Erstkommunion das Evangelium. Warum? Weil sie den Kindern und Eltern in den Monaten der Vorbereitung das Wort Gottes nahebringt. Da assistiert die ausgebildete, aber (noch) nicht ordinierte Diakonin Andrea Tüllinghoff am Gründonnerstag gemeinsam mit Diakon Hans Ulrich Schmiegelt bei der Fußwaschung. Warum? Weil sie in unserer Pfarrei und darüber hinaus zutiefst diakonisch tätig ist.

Es sind nur Bilder. Aber Bilder haben eine Kraft. Momentan sind es noch Schnappschüsse. Kritiker werden sagen: Es ist eine Schnapsidee. Egal. Von den Jüngerinnen und Jüngern hat man am Morgen des Pfingsttages auch vermutet, sie seien betrunken gewesen. Waren sie aber nicht. Im Gegenteil. Sie waren Teil und Motoren von etwas ganz Neuem!

Alexander Bergel
14. Juni
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Predigt am 10. Sonntag im Jahreskreis
zu Mt 9,9-13

Wenn ich ein Geschäft betrete und die Händlerin oder der Verkäufer spricht mich mit Namen an, hebt das meine Stimmung, und das Verkaufsgespräch steht von Anfang an unter einem guten Stern. Natürlich: Marketingstrategen raten allen, die ein Produkt an den Mann und die Frau bringen möchten, eine positive Beziehung zur Kundin oder zum Kunden aufzubauen. Den eigenen Namen zu hören, trägt sicher dazu bei. Hinter diesem Erfolgsrezept liegt wohl die tiefe Sehnsucht vermutlich aller Menschen, gesehen zu werden.

„Jesus sah einen Mann namens Matthäus am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Und Matthäus stand auf und folgte ihm.“ In dieser Szene ist es andersherum. Matthäus, der Zöllner, der es sich vom Geld anderer ganz gut gehen lässt, hört seinen Namen – und nichts ist danach mehr so wie vorher. Jesus will jedoch kein Produkt an den Mann bringen. Nein, er will von Matthäus etwas haben: sein Herz. Jesus gelingt es immer wieder, Grenzen zu überschreiten. Er macht das nicht theoretisch, nicht distanziert, nicht gönnerisch, nicht von oben herab. Jesus sieht den Menschen in seiner konkreten Situation. Und handelt.

Der, den alle hassen, weil er Macht hat, überhöhte Steuern einzuziehen, genau den spricht er an. Und indem er ihn anspricht, indem er ihn nicht reduziert auf seine Tätigkeit oder sein Auftreten, sein Machtgebaren, hinter dem sich vielleicht nur ein zutiefst verunsicherter, verletzter Mensch verbirgt, indem Jesus seinen Namen nennt, verschwindet all das Nebensächliche. All das Verkorkste. All das, was einem eine falsche Sicherheit gibt. Und so lässt Matthäus alles stehen und liegen. Denn er spürt: Da hat mich einer durchschaut. Und er will mich. Trotzdem.

Manchmal geht so etwas von einem Moment auf den nächsten. Mir fällt wie Schuppen von den Augen: Ich muss gar nicht um mich schlagen. Ich muss der Welt gar nichts beweisen. Ich brauche diesen ganzen Macht- und Einfluss- und Perfektions- und Überheblichkeitsfirlefanz gar nicht. In anderen Fällen dauert es lange vom ersten Gedanken bis zur Änderung meines Lebensstils. Ein oft mühsamer, schmerzhafter, aber heilender Prozess.

Entscheidend ist nicht, wie lange dieser Weg dauert. Entscheidend ist, ob ich mich traue, meinem Herzen zu trauen. Jesus tut es jedenfalls. Er traut meinem Herzen. Weil er einer ist, der selbst ein Herz hat. Ein Herz, das den Menschen sieht. Den Menschen mit all seiner Schwäche. Den Menschen mit all seiner Bedürftigkeit. Den Menschen mit all seiner Sehnsucht danach, gesehen zu werden. Deshalb isst er mit denen, vor denen andere die Nase rümpfen. Deshalb richtet er den Blick auf alle, die am Rande stehen. Deshalb legt er die Gesetze so aus, dass Menschen unter ihnen atmen können und nicht zugrunde gehen.

Matthäus saß am Zoll. Er tat das, was er immer tat. Und wovon er gut leben konnte. Aber offensichtlich war er innerlich so leer, dass das Rufen seines Namens ihm einen neuen Weg geöffnet hat. Stellen Sie sich einmal vor, ganz still für sich, Jesus würde in diesem Augenblick Ihren Namen rufen. Löst das in Ihnen noch etwas aus?

Alexander Bergel
7. Juni
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Predigt an Pfingsten
zu Gen 11,1-9, Apg 2,1-12 und Joh 20,19-23

Um es gleich vorwegzusagen: Ähnlichkeiten mit anwesenden Personen sind natürlich rein zufällig. Und zweitens: Die Rollenverteilung in der nun folgenden Szene könnte selbstverständlich auch andersherum sein.

Ein Mann und eine Frau sitzen beim Abendessen. Die Frau sieht Kapern in der Suppe und fragt: „Was ist das Grüne in der Suppe?“ Eine Frage mit sehr viel Potential. Auf der Sachebene geht es um die Feststellung: Da ist etwas Grünes. Die Frau bringt damit zum Ausdruck: Ich weiß nicht, was es ist. Auf der Beziehungsebene sagt sie: Du hast gekocht, du wirst es schon wissen. Und das führt zum Appell: Sag mir doch, was es ist!

Eigentlich ganz einfach. Eigentlich. Aber oft läuft es ja eher so: Der Mann versteht seine Frau folgendermaßen: Auf der Sachebene heißt die Information immer noch: Da ist etwas Grünes. Der Mann hört: Mir schmeckt das Essen nicht. Auf der Beziehungsebene interpretiert er also: Du bist ein miserabler Koch! Und das führt zum Appell: Lass das nächste Mal das Grüne weg! Da der Koch die Frage nicht auf der Sachebene, sondern auf der Gefühlsebene hört, kommt es zu folgendem Dialog: „Was ist das Grüne in der Suppe?“ – „Mein Gott, wenn es dir hier nicht schmeckt, kannst du ja woanders essen gehen!“

Diese Szene kann ebenso im Auto vor einer grünen Ampel stattfinden oder auch – Grüße gehen raus an Loriot – bei allen Fragen rund um den Härtegrad von Frühstückseiern oder beim Versuch einer vielbeschäftigten Hausfrau, den Mann mal aus dem Sessel zu bugsieren und zum Spazierengehen zu schicken. Stichwort: „Ich hole dir deinen Mantel!“ Was der Mann am Ende des Dialogs zusammenfassend für sich und die Nachwelt festhält, ist den meisten sicher bekannt: „Morgen bringe ich sie um!“ Kurz – wiederum Loriot: „Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen!“

Keine Sorge, dieser Frage gehen wir heute nicht nach. Aber dem Thema „Kommunikation auf verschiedenen Ebenen“. Ist das nicht etwas, das ziemlich gut zu Pfingsten passt? Ich meine, schon. Denn an Pfingsten geht es um Sprache. Es geht um Verstehen und nicht Verstehen. Um verstopfte Ohren und offene Herzen. Die Ausgangslage, bevor sich Pfingsten ereignet, ist offensichtlich: Alle sind nur bei sich. Die mythologische Geschichte des Turmbaus zu Babel schenkt uns ein Bild dafür. Ein Bild für dieses Verkapselt-Sein, für den Drang nach oben ohne Rücksicht auf Verluste, für das nur um sich selbst Kreisen. Damals war es so, heute ist es oft nicht anders.

Da gab es vielleicht mal ein gemeinsames Projekt, einen gemeinsamen Weg, eine Verbindung der Herzen: eine Freundschaft, eine Partnerschaft, ein berufliches Ziel, eine Vision – aber irgendwann hat das Herz aufgehört, aufmerksam zu sein für das, was der andere braucht, was die andere fühlt. Und man lebt nur noch nebeneinanderher.

Da gab es mal einen Konsens in unserem Land, dass wir nur gemeinsam eine Zukunft haben können. Demokratie bedeutet ja nicht, immer dieselbe Meinung zu haben, im Gegenteil! Eine Demokratie zu gestalten, bedeutet, um die Sache zu ringen, Wege zu suchen, die allen eine positive Entwicklung ermöglicht. Heute erleben wir überall auf der Welt, auch bei uns, ein zunehmendes Erstarken jener Kräfte, die unterscheiden wollen in Menschen mit Würde und Menschen ohne Würde. Faschistoide Meinungen werden absolut gesetzt („Das wird man doch wohl noch sagen dürfen!“), der Gegner in letzter Konsequenz vernichtet.

In unserem Bistum hatten wir mal die große Überschrift: „Gott und den Menschen nahe!“ Was sich selbstverständlich anhört, möchte ich gerne wieder etwas deutlicher in die aktuelle Diskussion einbringen. Die neue Überschrift lautet nämlich: „verändert bleiben!“ Das muss nicht falsch sein, denn es stimmt: Die Situation der Christinnen und Christen in Deutschland ist: Wir sind eine Minderheit. In zwanzig Jahren gibt es bei uns vermutlich nur noch einen Bevölkerungsanteil der Christen von 10 %. Das heißt: Es kann nicht alles so bleiben, wie es war. Und das wird es auch nicht. In unserer Pfarrei gehen wir ja schon lange Wege des sich Veränderns. Seien es neue Gottesdienstformen, sei es die immer breiter aufgestellte Arbeit unserer Caritas, die besonders stark über den eigenen Kirchturm hinausblickt, oder unser großes Projekt Kolumbarium St. Franziskus, das – in Deutschland einmalig – ein Ort wird für alle, ohne dass wir unsere christliche Grundlage verstecken.

Verändert bleiben – das Bistumsstichwort kann der Gefahr erliegen, mit schönen Worten am Ende eine technische Abwicklung von Strukturen zu werden. In diesen Strukturen leben aber Menschen. In diesen Strukturen leben wir! Und spätestens da kommt nun er ins Spiel: der Heilige Geist. Die Erfahrung von Ostern (Jesus tritt durch verschlossene Türen hindurch und rührt die Herzen der verängstigten Jüngerinnen- und Jüngerschar an) und die Erfahrung von Pfingsten (Die Kraft aus der Höhe wirbelt alles gehörig durcheinander, sie öffnet die Ohren und schafft eine Verbindung zwischen Verstand und Herz) – die eine wie die andere Erfahrung damals kann zu unserer Erfahrung werden.

Sie kann zu unserer Erfahrung werden, wenn wir anfangen, die sachliche Analyse mit den Augen des Herzens zu betrachten. Also: Die Herausforderungen in unserer Demokratie gehen mich an! Bring dich ein! Rede! Höre! Widerspreche! Versöhne! Die Veränderungen in unserer Pfarrei gehen mich an! Lass andere teilhaben an deinem Glauben! An deinen Fragen! An deiner Kreativität! Die Entwicklungen in unserem Bistum gehen mich an! Misch dich ein! Mit Herz und Verstand! Mit Lust und Leidenschaft! Damit wir eine Gestalt finden, die nicht nur technisch abgewickelt wird, sondern ein Herz hat.

Es wird auch weiterhin Momente geben, in denen man spürt: Es ist schwierig. Denn wir sind und bleiben unvollkommene Menschen (Stichwort: Das Grüne in der Suppe). Pfingsten zu feiern, ermutigt mich aber, nicht aufzugeben. Nicht aufzugeben, sondern Sinn und Verstand, Herz und Bauch, Intellekt und Gefühl zusammenzudenken und so immer wieder Brücken zu schlagen.

Vielleicht werden wir dann immer weniger hören: „Mein Gott, wenn es dir hier nicht schmeckt, kannst du ja woanders essen gehen!“, sondern: „Danke, dass du mir von dir erzählt hast!“ Wäre das nicht ein wahrhaft pfingstlicher Weg in die Zukunft?

Alexander Bergel
24. Mai
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Predigt am 7. Ostersonntag
zu Joh 17,1-11

Ja
mittendrin
da stehen wir
mittendrin
in dieser Welt
mit einem Auftrag
im Gepäck

Hört in euch hinein
hört aufeinander
sprecht von dem
was ihr erfahren habt
und dann
dann geht
hinaus

Beachte
die Reihenfolge
wenn Du
die
Verhältnisse
ändern
willst

Krisengeschüttelt
die Welt
krisengeschüttelt
dein Leben
krisengeschüttelt
alles um dich
herum

So war es
eigentlich
immer
schon
so wird es
wohl auch
bleiben

Doch eines
sei dir sicher
eines bleibt
genauso wahr
alleine
bist du
nicht

Immer wieder
gibt es da
den
einen
der so
denkt
wie du

Immer wieder
gibt es da
die
eine
die ganz anders
denkt
als du

Beide retten
dich
vor dem
Abgrund
beide helfen dir
den Weg zu finden
deinen Weg

den Weg
der zum Leben führt
ja,
das Leben
selber
ist

Und sein Geist
sein Rückenwind
der kommt
vielleicht nicht heute.
vielleicht auch nicht
gleich morgen
wart es nur ab

Denn sein
Versprechen
gilt
ich lasse dich
ohne Beistand
sicher nicht
zurück

Mach dich also
auf die Suche
Noch ist
Zeit
und gewiss nicht
aller Tage
Abend

Alexander Bergel
17. Mai
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Predigt an Christi Himmelfahrt
zu Apg 1,1-11

Nun ist er endgültig weg. Auf und davon. Und die Jünger? Und wir? Wir bleiben zurück. Wie so oft. Und müssen sehen, wie es weiter geht. Ja, wie geht es denn weiter? Was bleibt von dieser unglaublichen Botschaft? Was bleibt von Jesus? Erst einmal bleibt die Frage: Bin ich bereit, ihm zu folgen? Ihm, der vom Frieden nicht nur sprach, sondern ihn lebte. Ihm, der mit jeder Faser seiner Existenz davon überzeugt war, dass die Liebe immer die stärkeren Argumente hat. Ihm, der barmherzig war. Und mutig. Und kraftvoll. Und am Ende tot.

Bin ich bereit, einem zu folgen, der alles gegeben hat, sogar sich selbst? Kann ich glauben, dass der, der starb, fürchterlich zugerichtet am Kreuz, dass genau der von den Toten auferstanden ist? Und macht mir das alles Mut, darauf mein ganzes Leben zu gründen? Wer sich das traut, der spürt – vielleicht nicht immer sofort, aber vielleicht doch immer mal wieder –, welche Kraft von Ostern ausgeht: Einer stirbt, damit alle leben. Einer lebt, damit wir nicht ins Dunkle sinken. Einer sprengt die Dimensionen dieses Lebens auf, damit wir weit werden im Denken, Fühlen und Handeln. Einer sendet seinen Geist, damit das alles nicht in Vergessenheit gerät, sondern eine Zukunft hat.

Aber was ist, wenn eigentlich immer mehr dagegenspricht? Wenn die Spötter immer lauter rufen: „Du und dein Gott, lächerlich!“ Wenn das, was wir in der Kirche erleben, für viele nur noch zum Weglaufen ist? In diesen Momenten, dann, wenn ich denke, lass es sein, versuche ich, mich an das Feuer des Anfangs zu erinnern. Jede, jeder von uns hatte es einmal in sich, dieses Feuer. Und mitunter lodert es doch auch noch, oder? Zumindest aber die Glut, die müsste noch da sein. Und wenn nicht? Ja, was ist dann? Dann hoffe ich, allen Zweifeln zum Trotz, dass einer kommt, der sie neu entfacht, die Glut. Wie sich das anfühlt? Warten wir ab. Bald ist Pfingsten!

Alexander Bergel
14. Mai
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Predigt am 5. Ostersonntag
zu Joh 14,1-12

Keiner weiß,
wohin
die Reise geht.
Der Weg durch’s Leben –
er wird immer
voller Überraschungen sein.
Voller Sackgassen
und Seitenwege.

Wie oft schon
hab ich mich verlaufen.
Wie oft schon
ganz neu angesetzt.
Versucht,
durch all das Chaos,
durch Rückschläge
und Enttäuschungen
hindurch
zu ahnen,
wie das Leben
wirklich
funktioniert.
Genau verstanden
hab ich es bis heute
nicht.

Wie oft schon
waren aber plötzlich
Menschen da.
Menschen,
die wussten,
wo es lang geht.
Meist dort,
wo ein Weg
sich gabelte
oder Mauern
unbezwingbar schienen.
Auch dort waren sie
zur Stelle,
wo die Straße sich
in dunkler Nacht
verlor.

Nicht nur einmal
waren plötzlich
weite Strecken
wie im Flug
geschafft.
Und nicht nur einmal
stellte es sich ein –
dies unbeschreibliche Gefühl:
Es ist so
schön,
dies wunderbare
Leben!
Den Weg dorthin –
den kennt ihr.
Ja,
mitunter schon …

Zum Glück
hat Thomas
noch mal
nachgefragt.
Denn so konnte er
hören,
dass
sein großes Vorbild,
sein Meister,
sein Freund
bei allem
mit von der Partie
war.
Und ist.
Und bleiben wird.
Egal,
was kommt.

Dass er selbst
der Weg ist.
Und die
Wahrheit auch,
die mich
all das
erkennen lässt.
Kurz:
Ein ganzes
reiches
Leben.

Wenn ich’s
zulasse,
auch

meins!

Alexander Bergel
3. Mai
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Predigt am 3. Ostersonntag
zu Joh 21,1-14

Sieben Männer am See. Dort also, wo sie sich auskennen. Endlich wieder! Zu viel war auch geschehen. Der, auf den sie ihre ganze Hoffnung gesetzt hatten, war tot. Was macht man, wenn ein Projekt gescheitert ist? Viele sagen dann: Ich geh zurück. Zurück in die vertraute Umgebung. Zu vertrauten Menschen. Zurück in vertraute Muster. Das muss nicht falsch sein. Aber darin liegt auch eine Gefahr. Beides begegnet uns am See von Tiberias. Und vermutlich auch in unserem eigenen Leben.

Sie hatten es doch wirklich gewagt: Petrus und Thomas, Natanael, die Zebedäussöhne und noch zwei weitere seiner Jünger. Sie waren Jesus gefolgt. Hatten alles stehen und liegen gelassen. Hatten gesehen, wie er Menschen berührt und geheilt, sie alle in Frage und manche der Drangsalierten und Ignorierten in die Mitte gestellt hatte: Frauen und Kinder und die vielen anderen Schutz- und Rechtlosen seiner Zeit. Genau das – und vor allem, dass Jesus all das mit Gott in Verbindung bringt – hatte ihn das Leben gekostet. Sein Lebensprojekt war gescheitert. Und sie mit ihm. Oder doch nicht?

Jesus war von den Toten auferstanden. Was erst als Weibergeschwätz verunglimpft wurde, hatte zu einer realen Begegnung mit dem Auferstandenen geführt. Thomas, der all das massiv in Frage gestellt hatte, wurde im Innersten erschüttert, als er Jesus an seinen Wunden erkannte. Aber dann fing der Alltag doch wieder an. Jesus war nicht mehr so da, wie sie es gewohnt waren. War es vielleicht doch alles nur Einbildung? Mehr Wunsch als Realität? Was also sollten sie noch tun in Jerusalem? In jener Stadt, die so voller Sehnsucht nach Frieden und Leben ist, dass es sich bis heute spüren lässt. In jener Stadt aber, vor deren Toren der Friedensfürst sein Ende fand.

Also zurück in die Heimat. Vielleicht, so hatten sich die sieben Männer damals gedacht, vielleicht brauchen wir nur etwas Ruhe. Vielleicht brauchen wir den alten bekannten Rahmen. Vielleicht, wenn wir erstmal wieder in der Spur sind, vielleicht findet sich dann alles wie von selbst. Also gehen sie fischen. Doch sie fangen – nichts. Erst als da einer kommt und für einen neuen Blick auf die alten Dinge sorgt, erst dann geschieht das Wunderbare: Fische ohne Ende! Und in all dem diese Spannung: Ist er es vielleicht wieder? Keiner traut sich, dem Gedanken bis zum Ende zu folgen. Nur der, der mit den Augen der Liebe auf alles blickt, der erkennt: „Es ist der Herr!“

Dem Auferstandenen zu folgen, ist keine einfache Sache. Zu stark sind die Argumente dagegen. Zu groß die Verunsicherung. Zu mächtig die alten bekannten Bahnen. Die Begegnung der Sieben am See zeigt mir aber, dass es doch gehen kann. Dass es gehen kann, Ostern mitten im zermürbenden täglichen Allerlei zu erleben. Denn dort, wo alles seine Ordnung hat, dort, wo eigentlich niemand mehr etwas erwartet, dort, wo ich festgelegt zu sein scheine – dort, genau dort beginnt plötzlich etwas Neues. Damals war es jedenfalls so. Warum nicht auch heute?

Alexander Bergel
19. April
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Predigt in der Osternacht

Und plötzlich war da kein Dunkel mehr, nur noch Licht. Trauer wich der Freude und der Schmerz einem Glücksgefühl, das sich nicht in Worte fassen lässt. Ob es so war, damals in Jerusalem? Wahrscheinlich nicht. Genau so wenig wie heute an den vielen Gräbern dieser Welt. Denn seien wir ehrlich: Auch wenn wir mitten in der Nacht nun von strahlendem Licht umgeben sind – die Nacht, sie ist ja nicht verschwunden. Im Gegenteil: Die Dunkelheit ist immer noch da. Nicht nur der Blick aus den Fenstern verrät es, auch der ehrliche Blick in unser Leben. Ist das vielleicht der Grund, warum wir der Dunkelheit in der letzten Stunde ganz schön viel Raum gelassen haben? Bis hinein in die Geschichte von Maria Magdalena und Jesus am Grab. Ja, vielleicht ist das der Grund. Aber der Reihe nach.

Am Anfang haben Sie sich auf den Weg gemacht. Durch die Nacht hindurch, hin zum Feuer. Plötzlich war da ein Flackern, mitten in der Nacht. Vielleicht hören Sie noch das Knacken des Holzes, sehen noch die Funken, die den Weg ins Dunkle suchen und finden. So wie Sie selbst kurze Zeit später auch. Vielleicht tastend und unsicher, froh über jemanden, an dessen Seite Sie Ihren Weg in die Kirche gehen konnten. Und dann kam sie, diese eine große Kerze, Symbol für den, dessen Auferstehung wir feiern. Frohlocket, ihr Chöre der Engel! Geschwunden ist allerorten das Dunkel! Noch nicht ganz, das ist offensichtlich. Und doch: Wenn jede und jeder dieses Licht an sich heranlässt, geschieht etwas. Wir sehen Umrisse, alles wird deutlicher erkennbar. Wir erkennen in dem, der neben uns steht, ein menschliches Gesicht. Augen schauen uns an. Augen, die sagen: Ich freue mich, dich zu sehen.

Und nachdem wir die alten Geschichten gehört haben, wird es immer klarer, worum es in dieser Nacht geht. Es geht um eine neue Sicht. Um Mut. Und Vertrauen. Adam und Eva – das sind wir. Wir am Anfang eines Weges, der immer wieder neu beginnen kann. Noah und die Arche – das sind wir. Wir inmitten der Abgründe und Wagnisse unseres Lebens, oft mit dem Wasser bis zum Hals. Mose und Mirjam – das sind wir. Wir auf der Suche nach Freiheit, nach Wahrheit und nach Glück. Maria Magdalena und Jesus – das sind wir. Wir mittendrin im Wechselspiel von Tod und Leben, von Trauer und Freude, von Abschied und Neuanfang. Und all das inmitten einer Welt, die immer kälter zu werden droht. Inmitten einer Welt, die vielen Angst macht, wie schon lange nicht mehr. Inmitten einer Welt, in der Menschen ums Leben kommen, weil sie frei sein wollen.

Es ist immer noch dunkel in dieser Welt. Und das Licht, das wir feiern, kann diese Dunkelheit nicht überstrahlen, ohne sich den Vorwurf einzuhandeln, eine Nebelkerze oder ein inszeniertes Feuerwerk zu sein, das der Realität nicht standhalten kann. Was aber ist die Realität? Adam und Eva haben das Paradies hinter sich gelassen, weil sie spüren, dass das Leben nicht nur Licht, sondern auch Schatten enthält. Der Preis der Freiheit. Aber sie haben sich. Und auch jenseits des Paradieses einen Gott, der sie nicht schutzlos in die Welt entlässt. Noah war kein Träumer. Er war Realist. Deshalb baute er seine Arche, auch wenn alle anderen meinten:

Der spinnt. Tod und Unheil, all das umgab ihn. Doch dann kam die Taube mit dem Ölzweig. Und der Regenbogen. Mose und Mirjam finden sich mit dem Gesetz der Sklaventreiber nicht ab. Sie gehen los, durch Mauern des Nichtgangbaren hindurch. Und werden erwartet von der Freiheit. Maria Magdalena bleibt nicht bei sich in ihrer Trauer. Von wegen „tot ist tot“. Sie geht weiter. Liebt weiter. Vertraut weiter. Und dann hört sie ihren Namen. Und alles ist anders.

Kennen Sie solche Erfahrungen? Da ist ein Mensch, mindestens einer, der geht mit mir durch Dick und Dünn. Da plane ich etwas, was keiner versteht, aber ich spüre: Ich muss es tun. Da ist der ungeheure Drang nach Freiheit, und all die Relativierer, die Vernünftigen, die, die wissen, wie es läuft, können sie mir nicht ausreden. Meine Trauer, die Trauer um einen geliebten Menschen oder eine Idee oder etwas, was einfach nicht mehr ging, diese Trauer wandelt sich in die Erkenntnis: Sie hat nicht das letzte Wort über mein Leben, nein, sie war nur der Durchgang zu etwas ganz Neuem! All das – wenn Sie so etwas auch schon mal erlebt haben, wissen Sie, was ich meine –, all das geschieht selten mit absoluter Klarheit und meist nicht in der Glut des Mittags. Nein, all das geschieht oft im Dunkel der Nacht oder kurz bevor der Morgen dämmert. Und es braucht Zeit. Aber dann, wenn sich die Kraft des Neuen entfaltet, wird das Leben wieder strahlend hell.

Ich traue diesem Licht, denn er kommt nicht protzig daher. Es kennt die kleine Flamme und den flackernden Kerzenschein genauso wie das lodernde Feuer und die helle Mittagssonne. Und auch wenn wir wissen, es wird weiter dunkle Stunden geben und die ängstliche Sorge um die Zukunft dieser Welt lässt sich nicht einfach so zur Seite legen, könnten wir es doch so machen, wie all die Frauen und Männer, deren Geschichten wir uns in dieser Nacht erzählt haben: Wir können unser Licht leuchten lassen, auch wenn es flackert und kurz vor dem Erlöschen ist, weil wir seine Kraft in dieser Nacht erlebt haben. Und dann – dann könnten wir losgehen und trotz allem eines tun: dem Leben mehr vertrauen als dem Tod.

Alexander Bergel
4. April
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Gebet, Musik & Poesie

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»Komm, Heiliger Geist, komm!« Dieses gesungenes Gebet zu Pfingsten
hören Sie hier.
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»Veni Sancte Spiritus!« Den kraftvollen Pfingsthymnus aus Notre-Dame de Paris
hören Sie hier.
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Am 2. Ostersonntag begegnet uns Jahr für Jahr der zweifelnde Thomas. Durch allen Zweifel hindurch ist er doch der sehnsuchtsvoll Glaubende. Oder wird es immer mehr. Thomas begegnet dem Auferstandenen, der ihm seine Wunden hinhält. »Sei nicht ungläubig, sondern gläubig«, ruft ihm Jesus zu. Und die Antwort? »Mein Herr und mein Gott!«

Von diesem Ringen, von dieser Sehnsucht und ihrer Erfüllung ist der Gesang »Adoro te devote – Gottheit tief verborgen« von Thomas von Aquin durchdrungen:

Kann ich nicht wie Thomas schaun die Wunden rot,
bet ich dennoch gläubig: Du mein Herr und Gott!
Tief und tiefer werde dieser Glaube mein,
fester lass die Hoffnung, treu die Liebe sein.

Sie finden diesen Gesang im Gotteslob unter der Nummer 497.
Hören können Sie ihn hier (Strophe 4, 2:42).
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»Weib, was weinest du?« Einer der berührendsten Gesänge zum Osterfest.

Es gäbe sicher nach wie vor so manches, was nicht nur Frauen in dieser Kirche zu beweinen hätten. Aber es gab und es gibt sie dennoch immer noch: die Verkünderinnen dieser einen unglaublichen Botschaft. Sollte deren Kraft, die schon einmal nicht nur Felsen vor Grabhöhlen in Bewegung brachte, nicht auch heute Steine wegzuräumen in der Lage sein?

Den Gesang aus den Osterdialogen von Heinrich Schütz können Sie hier hören.
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Ein Sehnsuchtslied – hier können Sie es hören.
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Hier hören Sie einen Gesang des Osnabrücker Jugendchors zum Karfreitag.
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Hier hören Sie einen Gesang des Osnabrücker Jugendchors zur Nacht auf den Karfreitag.
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Hier hören Sie einen Gesang des Osnabrücker Jugendchors zum Karsamstag.
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Hier hören Sie einen Gesang des Osnabrücker Jugendchors zum Palmsonntag.
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Ein Klassiker zu Epiphanie.
Hier können Sie ihn hören
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Ein kleines musikalisches Juwel – entstanden in unserer Gemeinde.
Hier können Sie es hören.
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Erwartung bewegt …

Maria durch ein Dornwald ging,
Kyrie eleison.
Maria durch ein Dornwald ging,
der hat in sieben Jahrn kein Laub getragen.
Jesus und Maria.

Was trug Maria unter ihrem Herzen?
Kyrie eleison.
Ein kleines Kindlein ohne Schmerzen,
das trug Maria unter ihrem Herzen.
Jesus und Maria.

Da haben die Dornen Rosen getragen,
Kyrie eleison.
Als das Kindlein durch den Wald getragen,
da haben die Dornen Rosen getragen.
Jesus und Maria.

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Lied im Gotteslob Nr. 224
Text: August von Haxthausene

Das gesungene Lied finden Sie hier.
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Schaukasten-Gedanken

… können für einen kurzen Augenblick ansprechen oder irritieren
oder einfach nur Freude bereiten.

Hier finden Sie die schönsten Exemplare, die vor unseren Kirchen hängen,
zum Anklicken.
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